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Nachlese: Im falschen Film

Nicht nur Konrad Fünfstück kam der Ausgang der Partie gegen den 1. FC Heidenheim irgendwie bekannt vor. “Ist schon wieder Union Berlin hier?”, fragte der Lautrer Cheftrainer nach dem 2:2 und fühlte sich wie die meisten der 21.646 Zuschauer im Fritz-Walter-Stadion im falschen Film. Wie gegen die “Eisernen” gaben die Roten Teufel in den Schlusssekunden den schon sicher geglaubten Heimsieg noch aus der Hand. Dabei hatten die Jungs aus der Partie gegen Berlin eigentlich gelernt.

“Mit ein bisschen Glück machen wir das 3:1”, sagte Konrad Fünfstück. “Dann ist das Ding durch.” In der Tat wären die Gäste wohl kaum noch zurückgekommen, hätten Kapitän Daniel Halfar, Jon Dadi Bödvarsson oder Kacper Przybylko in der großen Lautrer Drangphase nach dem 2:1 den dritten Treffer nachgelegt.

Am dichtesten dran an der Entscheidung war der von seiner Verletzung genesene Przybylko, der mit seinem wuchtigen Kopfball aber nur die Latte des Heidenheimer Kastens traf. Gleichwohl waren die Roten Teufel im zweiten Durchgang so dominant, dass der vierte Heimsieg der Saison eigentlich unter Dach und Fach schien. Man habe nicht das Gefühl gehabt, dass etwas passieren kann”, sagte Innenverteidiger Tim Heubach und betonte: “Alles, was wir gegen Union nicht gut gemacht hatten, haben wir heute sehr gut gemacht.”

Dass die Mannschaft überhaupt in Führung gehen konnte, verdankte sie zunächst aber einer klaren Steigerung nach der Pause. “Wir sind nicht so gut reingekommen, die erste Halbzeit war mir zu wenig”, sagte Konrad Fünfstück, der direkt mit Wiederbeginn Przybylko für Mateusz Klich in die Partie brachte und auf ein System mit zwei Stürmern umstellte. Belohnt wurden die Maßnahmen mit dem schnellen Ausgleich durch Markus Karl, der schon angesprochenen Druckphase und dem Führungstor durch Stipe Vucur, der als Innenverteidiger nun schon vier Mal in dieser Saison erfolgreich war.

Eine Situation im eigenen Strafraum, die Vucur und seine Kollegen nicht richtig klären konnten, war am Ende dann aber doch eine zu viel. Förmlich aus dem Nichts traf Robert Leipertz zum Endstand. “Jeder der Fußball spielt, weiß wie bitter das ist”, haderte Heubach mit dem Schicksal. Dass kurz danach um Haar sogar das 2:3 gefallen wäre, “hätte irgendwie noch gepasst”, sagte ein enttäuschter Marius Müller, der den Schuss von Sebastian Griesbeck gerade so um den Pfosten lenken konnte. “Meine Aufgabe ist, die Dinger zu halten”, so der Keeper. “Sensationell”, nannte Heidenheims Trainer Frank Schmidt die Glanzparade völlig zurecht.

Neben dem festgehaltenen Punkt tröstet zumindest ein wenig, dass die Lautrer ihrer zuletzt guten Serie ein weiteres ungeschlagenes Spiel hinzufügen konnten. Ein Ziel, dass die Jungs auch am kommenden Samstag beim SC Freiburg anpeilen. Nicht mithelfen können dabei allerdings Ruben Jenssen und Vucur, die gegen Heidenheim ihre fünfte Gelbe Karte kassierten. Kapitän Halfar sah kurz vor Schluss Gelb-Rot und ist ebenfalls gesperrt.