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Sonntag, 13.30 Uhr: Jahresabschluss beim Abwehrbollwerk

Nur noch einmal kicken, dann ist Pause. Im letzten Spiel des Jahres reist der 1. FC Kaiserslautern zu Eintracht Braunschweig. Den Niedersachsen stecken 120 Pokalminuten gegen den VfB Stuttgart in den Knochen, was das Team von Trainer Torsten Lieberknecht mit spielerischer Klasse jedoch kompensieren sollte.

Die Ausgangslage

Obwohl die Braunschweiger in den letzten vier Ligaspielen nach einem Sieg stets verloren haben, steht die Mannschaft gut da: Sie hat sich wieder an die Aufstiegsränge herangepirscht und rangiert auf dem fünften Platz. Es ist bemerkenswert, wie es der Ex-Lautrer Torsten Lieberknecht seit 2008 immer wieder schafft, eine Topmannschaft zu formen. Zudem stimmt die Moral und die Kondition der Truppe. Am Mittwoch lieferte sich die Eintracht eine Pokalschlacht gegen den VfB Stuttgart und schaffte in der Verlängerung sogar das 2:2. Wenige Augenblicke später zerstörten die Stuttgarter die Träume der Löwen und zogen mit 3:2 ins Viertelfinale ein. Ist Braunschweig also nach 120 Pokalminuten und dem Gegentreffer kurz vor dem Ende gegen den 1. FC Kaiserslautern müde? Abwarten. Laut Braunschweigs Trainer Lieberknecht waren die „letzten Wochen physikalisch ein Brett“.

Der FCK hat sich am letzten Wochenende mit einem positiven Ergebnis von den heimischen Fans verabschiedet und ist mit einem 2:0-Sieg gegen Duisburg in die Rückrunde gestartet. Damit stehen die Pfälzer mit 25 Punkten auf dem achten Rang, drei Punkte hinter Braunschweig. Ein Sieg und der FCK hätte zum traditionsreichen Klub aus Niedersachsen aufgeschlossen.

Die Stärken der Löwen

Zwei Personen stechen bei den Niedersachen heraus: Rechtsaußen Salim Khelifi und Stürmer Emil Berggreen. Der 21-jährige Schweizer Khelifi traf in 16 Spielen sechsmal und hat einigen Gegenspielern Knoten in die Beine gedribbelt. Ihn zu stoppen dürfte eine der Hauptaufgaben der FCK-Defensive sein. Aber der Mittelfeldspieler wuselt nicht alleine, sondern legt zudem gerne mal einen Treffer auf. Etwa für den Kollegen Berggreen (22), der im Sturm fünf Treffer erzielt hat und sich im offensiven 3-4-3-System wohlfühlt. Die Stärken liegen keineswegs nur im Sturm: Trainer Torsten Lieberknecht hat es geschafft, ein Kollektiv zu bilden, das auch in der Defensive torgefährliche Leute aufweist. Auf Rang drei der internen Torschützenliste reihen sich Linksverteidiger Ken Reichel und Mittelfeldspieler Mirko Boland mit je vier Treffern ein. Gut für den FCK: Ken Reichel fehlt am Sonntag wegen einer Gelbsperre.

Bemerkenswert ist außerdem die Defensivleistung des Teams, das mit erst 14 Gegentoren das Abwehrbollwerk der Liga stellt. Und das, obwohl die Abwehr der Gelb-Blauen eigentlich nur aus jüngeren Spielern besteht. Starke Talente wie Joseph Baffo (23), Saula Decarli (23) oder Phil Ofosu-Ayeh (24) halten den Laden hinten dicht. Wohlgemerkt im eher offensiven 3-4-3-System.

Fazit: Eintracht Braunschweig hat eine talentierte Mannschaft, die regelmäßig ihre Qualitäten auf den Platz bringt und durch erfahrene Spieler wie etwa Marc Pfitzner (31) oder eben genannten Ken Reichel (28) gestützt wird. Der pfälzische Trainer Torsten Lieberknecht hat meistens einen Plan und wird die Mannschaft trotzt des bitteren Pokalaus gegen Stuttgart gut einstellen. Dem ist sich FCK-Trainer Konrad Fünfstück sicher: „Ich denke es wird zum Jahresende eine richtig harte Nuss. Sie spielen sehr variabel, sind schwer zu berechnen und verfügen über gute Einzelspieler. Wir tun gut daran, uns auf unsere eigenen Qualitäten zu fokussieren.“

Die FCK-Prognose

Dagegenhalten! Die Roten Teufel sollten ein Auge auf den quirligen Kehlifi werfen. Er sorgt auf den Außenbahnen immer wieder für Gefahr, ist dribbelstark und torgefährlich. Für den FCK wäre es jedoch fatal, sich ausschließlich auf diese Personalie zu konzentrieren – Topstürmer Emil Berggreen, Mirko Boland und Co. spielen auch mit. Dem konterstarken 4-4-2-System des FCK kommt das 3-4-3 der Braunschweiger eigentlich entgegen. Denn dieses ist konteranfällig: Verlieren die Mittelfeldspieler den Ball, müssen die drei Innenverteidiger große Lücken stopfen.

Einen weiteren Pluspunkt sieht FCK-Spieler Markus Karl ausgerechnet beim Braunschweiger Publikum: „Das Stadion ist fast immer voll. Die machen ordentlich Rabatz. Es ist immer gute Stimmung. Du hast das ganze Publikum gegen dich, was umso geiler ist. Bisher waren auch immer einige tausende Lautrer Fans dabei, die ordentlich dagegengehalten haben. Der Gegner ist heimstark. Aber wir haben bewiesen, dass wir gegen solche Mannschaften gewinnen können.“ Etwa 1.400 FCK-Fans treten die weite Reise nach Niedersachen an und werden die Roten Teufel nach vorne peitschen. Die Weichen für den fünften Auswärtssieg sind also gestellt.