„Das war richtig spannend, nicht jeder darf einmal Löwen füttern in seinem Leben“, erzählt Georges Mandjeck nach seinem Besuch des Raubtiergeheges im Karlsruher Zoo. Der „König der Tiere“ hat für den jungen Kameruner eine ganz besondere Bedeutung.

Spätsommerliche Hitze liegt über Kaiserslautern, als der junge Kameruner am Tag nach dem Sieg bei Rot-Weiss Ahlen ins Auto steigt, um Menelaos und Safo zu besuchen. Die beiden sind nicht etwa, wie ihre Namen vermuten lassen, Halbgötter aus der griechischen Mythologie, sondern ein Löwenpärchen des Karlsruher Zoos. „Natürlich ist es eines meiner ganz großen Ziele, einmal für Kamerun bei einer Weltmeisterschaft aufzulaufen“, gibt der 20-Jährige zu. Die Nationalelf Kameruns ist bekannt als die „Unbezähmbaren Löwen“, so lag für den Neuzugang im Mittelfeld des FCK nichts näher, als einmal zwei Artgenossen des Wappentiers nicht nur zu besuchen, sondern auch echte Bekanntschaft mit ihnen zu machen.

Seine fußballerischen Wurzeln gehen auf Straßenkicks mit Freunden in seiner Heimatstadt Douala zurück. „Im Alter von zehn Jahren habe ich angefangen mit dem Fußballspielen, damals wusste ich noch nicht so richtig, welche Position ich auf dem Platz einmal einnehmen möchte. Am liebsten wollte ich damals aber glaube ich Stürmer sein“, erinnert er sich. In der kamerunischen Kadij Sports Academy, wo jungen Kickern die fußballerischen Grundlagen vermittelt werden, fasste Georges Mandjeck dann im Alter von 14 Jahren Fuß, wurde prompt vom kamerunischen Verband entdeckt und war fortan Jugendnationalspieler seines Heimatlandes. „Beim Africa-Cup im Jahr 2007 habe ich dann eine gute Leistung gebracht.“ Der Lohn: Ein Scout vom VfB Stuttgart wurde auf den damals 18-Jährigen aufmerksam, woraus ein Profivertrag bei den Schwaben wurde.

Das Betriebsmeisterbüro des Karlsruher Zoos war auf den ungewohnten Besuch gut vorbereitet: Die beiden Tierpflegerinnen Sabine und Dagmar Bauer sowie Betriebsmeister Helmut Giraud erwarteten Georges Mandjeck bereits im Innenhof. Nach einer herzlichen Begrüßung ging es zur Sache. „Ich würde vorschlagen, Du schaust Dir die Tiere erst mal etwas aus der Distanz an, bevor wir sie dann füttern“, erklärt Sabine Bauer dem Mittelfeldmann, dessen Augen beim letzten Teil des Satzes schon etwas größer wurden. Durch das Innenleben des Karlsruher Tiergartens ging es an Küche und Abstellräumen mit allerlei Gerät vorbei, bis auf die Besucherseite des Löwengeheges, wo die Nummer 15 des FCK sich vor der Glasscheibe postierte und die Wappentiere aus sicherer Distanz beobachtete. „Diese Tiere passen zu mir, sie sind nicht nur das Symbol für die Kamerunische Nationalmannschaft. Ein Löwe steht für Kraft und Mut, so wie ich immer Fußball spielen möchte“, philosophiert der junge Mann. Mut hat er beim FCK in der Tat schon bewiesen. Denn das Engagement des Afrikaners in der Saison 2009/10 beim pfälzischen Traditionsverein ist nicht das erste. Der 1. FC Kaiserslautern lieh den Nachwuchsspieler des VfB Stuttgart in der Winterpause der Spielzeit 2007/08 schon einmal aus, damals absolvierte Mandjeck zehn Spiele für den FCK, allen voran das legendäre Saisonfinale gegen den 1. FC Köln. „Dieses Spiel werde ich nie vergessen“, sagt der Kameruner mit glänzenden Augen, „ich war angeschlagen und hatte ernsthaft Bedenken, dass ich überhaupt spielen kann, aber der Trainer hat mir gesagt, dass er mich dringend braucht – ich wusste was für den FCK bei dieser Begegnung auf dem Spiel steht und war mit dabei.“ Und das in der Innenverteidigung, einer ungewohnten Position für den defensiven Mittelfeldspieler. An einer der Schlüsselszenen des Spiels war Georges unmittelbar beteiligt: Patrick Helmes bekommt einen langen Ball aus der Kölner Abwehr, geht kurz ins Dribbling gegen die FCKDefensive und lässt den Schuss los, der allen Lautrern beim Spielstand von 0:0 an diesem schönen Mainachmittag das Blut in den Adern gefrieren lässt, an den Pfosten des Tores von Tobias Sippel springt und, wie von magischer Hand gezogen, die Torlinie entlang kullert, bis er letztendlich geklärt wird. Helmes’ Gegenspieler in dieser Szene? Georges Mandjeck. „Oh ja ich erinnere mich, ich habe dem Ball hinterher geschaut und ihn fast beschwört: NEIN, du gehst nicht rein! Und so war es ja dann zum Glück auch. Auf der anderen Seite hat dann Simpson fast im Gegenzug unsere Führung erzielt, der Regen, die zwei Ziemer-Tore, die Feier danach, das war alles unbeschreiblich“, blickt er zurück.

Sabine und Dagmar Bauer waren mit dem Löwenbesuch des neuen Stammspielers im FCK-Mittelfeld aber noch nicht zufrieden, denn schließlich wollte und sollte Georges die Symboltiere der Kameruner ja auch wirklich kennen lernen und ihnen auch etwas Gutes tun. Nächste Station: Die Küche des Raubtiergeheges. Dort angekommen, fand der jüngste Spross einer 11-köpfigen kamerunischen Familie das tägliche Futter für die 11-jährige Löwin Safo und den 19-jährigen Kater Menelaos vor. Mit einem Fleischhaken bewaffnet, zog Georges zwei Rinderrippen aus dem Futtertopf hervor und präsentierte den Löwenschmaus stolz unserem Fotografen. „Muss ich das jetzt einfach so in den Käfig legen?“ „Nein, zuerst präparieren wir das noch mit den notwendigen Nährstoffen für die Tiere“, erklärte Sabine Bauer, und gibt ihm einen kleinen Behälter in die Hand, der mit einer Mischung aus verschiedenen Mineralien und Vitaminen, die für die Löwen lebensnotwendig sind, gefüllt war. Mandjeck befolgte die Anweisungen der Expertinnen und bestreute das frische Rindfleisch mit der Nährstoffmischung. Mit dem Futtereimer ging es zurück auf die Rückseite des Geheges, das zwei trennbare Löwenkäfige aufwies. „Traust Du Dich da reinzuklettern?“, war die Frage von Sabine Bauer, welche zunächst auf etwas Skepsis des jungen Kameruners stieß. „Keine Angst, die Löwen sind noch draußen“, munterte ihn ihre Kollegin auf. Schließlich bewies Mandjeck erneut seinen Mut, stieg die knappe Leiter hoch und legte Safo’s Fleischstück unter den Augen der vielen Zoobesucher mit seinem Haken in ihren Käfig. Mittelfeldspieler draußen, Klappe hoch, die Löwin sprintete in ihr Revier und schon machte sie sich über ihr Nachmittagsmahl her. „Ein tolles Gefühl ist das, denn das sind schon gefährliche, kraftvolle Tiere und ich durfte ihnen Futter geben“, zeigte sich der Afrikaner begeistert.

Für seinen zweiten Anlauf im traditionsreichen Trikot der Roten Teufel hat sich Georges  andjeck viel vorgenommen. „Wir haben eine Mannschaft mit sehr viel Qualität“, weiß er, „wir haben jetzt zwei Siege in der Liga eingefahren, nun geht es gegen Alemannia Aachen, was natürlich ein sehr schweres Spiel für uns wird. Aber mit unserem überragenden Publikum im Rücken wollen wir auch einer so guten Mannschaft wie Aachen richtig einheizen und die drei Punkte am Betzenberg  behalten.“ Das Fritz-Walter-Stadion ist für den jungen Kameruner ohnehin ein Ort, den er mit einer wahnsinnig tollen Stimmung verbindet. Und das weiß er nicht nur durch seinen Einsatz im legendären Spiel gegen Köln vom letzten Jahr. „Ich bin beim VfB Stuttgart unter Vertrag, das ist ein großer Verein in Deutschland, keine Frage. Aber der 1. FC Kaiserslautern hat für mich ein mindestens genauso großes Potenzial, wir müssen einfach alles dafür tun, um schnellstmöglich wieder in die Bundesliga zu kommen. Am Besten noch in dieser Saison – denn dieser Club gehört einfach da hin“, beschreibt er seine Zielsetzungen. Mit seinem Partner im zentralen Mittelfeld, Bastian Schulz, harmoniert er immer besser. „Basti und ich wechseln uns bei den Offensiv – und Defensivaufgaben immer ab, das ist die Vorgabe des Trainers“, erklärt er. Ohnehin ist Marco Kurz als Coach für den Kameruner die ideale Mischung aus Autoritätsperson und einem Trainer, der genau weiß, wie die Spieler in die bevorstehenden Aufgaben einzubinden sind und wie man die Stärken jedes Einzelnen noch verbessern kann. „Das passt einfach perfekt zusammen, wir arbeiten alle sehr konzentriert und wollen das Bestmögliche erreichen“, schildert er seine Meinung vom neuen FCK-Coach und dem Team.

Seinen Job als Aushilfslöwenpflegererledigte Georges Mandjeck perfekt. Nachdem auch Löwenmännchen Menelaos seine Portion inklusive Mineralien bekommen hatte und sich artig mit einem Gebrüll bedankte, wie es sich für einen echten Löwen gehört, bewegte sich die Tierpfleger-Crew Bauer-Mandjeck-Bauer wieder Richtung Betriebsmeisterbüro. „Und, sind unsere Kätzchen zufrieden?“, wollte Helmut Giraud wissen. „Aber klar, beide satt“, berichtete der Lautrer Profi selbstbewusst. Natürlich musste Georges Mandjeck auch noch ein paar Autogramme da lassen und sogar das altehrwürdige Tierpfleger-Nachschlagewerk der beiden Damen signieren.

Er gibt zwar nicht sofort alles von sich Preis, aber der Typ Georges Mandjeck ist schon ein Besonderer. Mit 18 verließ er die kamerunische Heimat, um beim VfB Stuttgart seine fußballerische Karriere voranzutreiben, was sich jedoch als etwas schwierig herausstellte. In der Reserve des Bundesligisten konnte er keine Spielpraxis sammeln, denn in einer U23-Manschaft sind Einsätze von Nicht-EU-Ausländern nicht zulässig, sofern diese einen Profivertrag besitzen. So war die erneute Ausleihe zu den Roten Teufeln die logische Konsequenz. Hat er einen Tick? „Klar“, lächelt der junge Mann. „Ich besitze Fußballschuhe in sechs verschienen Farben und wechsele immer ab, da ist schon ein bisschen Aberglaube mit dabei.“ Außerdem überlegt er, sich mal wieder eine neue Frisur zuzulegen. „Es dauert mehrere Stunden, um die Haare so eng an den Kopf zu flechten“, erklärt er die Rasta-Kunst, „aber vielleicht möchte ich ja bald mal wieder eine andere Farbe und dann mache ich die Zöpfe auf.“ Der Lautrer mit der Nummer 15 ist ein Typ mit mehreren Facetten – einerseits der ehrgeizige, hochtalentierte Profi, andererseits ein junger Mann, der sich auch bald mal wieder auf einen Besuch in der kamerunischen Heimat freut, um seine Familie und seine Freundin wieder zu sehen, die dort noch zur Schule geht – Georges Mandjeck eben. Löwe und Teufel. 

Zu Georges‘ Löwenbesuch gibt es jetzt auch ein Video: www.fck-tv.de

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