Der erste Pokalsieg des 1. FC Kaiserslautern am 19. Mai 1990 – Hans Walter hat ihn vor 30 Jahren in Kaiserslautern erlebt. Heute erinnert er sich aus der Perspektive eines FCK-Fans, der die Reise zum Finale nach Berlin nicht angetreten hatte, sondern zu Hause den großen Erfolg miterlebte.

Im Mai des Jahres 1990 lag der letzte Titelgewinn des 1. FC Kaiserslautern bereits 37 Jahre zurück: 1953 hatte die Walter-Mannschaft im Berliner Olympiastadion den VfB Stuttgart mit 4:1 besiegt und nach 1951 zum zweiten Mal die Meisterschale in die Pfalz geholt. Seither waren die Roten Teufel noch zwei Mal Vizemeister geworden, wurden 1963 in die neu gegründete Bundesliga aufgenommen und hatten vier Mal den Einzug in das deutsche Pokalfinale erreicht.

Doch sowohl 1961 gegen Werder Bremen, 1972 gegen Schalke 04, 1976 gegen den Hamburger SV als auch 1981 gegen Eintracht Frankfurt war der FCK als Verlierer des Endspiels vom Platz gegangen. Der DFB-Pokal schien nicht die Sache der Lauterer zu sein.

Zu Beginn des Jahres 1990 drohte dem FCK in der Bundesliga der sportliche Absturz – im Februar befand sich die Mannschaft auf einem Abstiegsplatz; für den glücklosen Trainer Gerd Roggensack wurde in höchster Not Kalli Feldkamp aus Ägypten in die Pfalz zurückgeholt. Und Kalli schaffte es tatsächlich, der Mannschaft neues Leben, neues Selbstbewusstsein zu vermitteln. Der Klassenerhalt wurde gesichert und quasi als Nebenprodukt gelang dem FCK nach dem Halbfinalsieg in Offenbach gegen die Kickers der fünfte Einzug in das Endspiel um den DFB-Pokal.

Die Wertschätzung für Trainer Feldkamp drückte sich bereits im Frühjahr 1990 auf einem seltsamen Plakat aus, das eine Zeitlang schräg gegenüber der Fruchthalle an einem Laternenmast hing. Auf dem weißen Plakat war in großen schwarzen Lettern zu lesen: „Kommt zu Kalli. Kalli ist in. Samstag 15.30 Uhr“ – sonst nichts. Und doch wusste jeder, wer und was gemeint war.

Die Erfolge im Kampf gegen den Abstieg hatten der FCK-Mannschaft zweifellos Mut und Zuversicht für das Endspiel verliehen, das am 19. Mai 1990 im Berliner Olympiastadion gegen den Rivalen von 1961, Werder Bremen, stattfinden sollte.

Von FCK-Anhängern, die das Endspiel in Berlin miterlebten, gibt es interessante und packende Berichte. Was aber geschah an jenem 19. Mai 1990 in Kaiserslautern, wie erlebten FCK-Fans in der Pfalz den Endspieltag?

Ich selbst hatte das Pokalfinale 1961 als Dreizehnjähriger vor dem Fernseher verfolgt und die Niederlagen 1972 in Hannover, 1976 in Frankfurt und 1981 in Stuttgart vor Ort mit eigenen Augen gesehen. War es ein gutes Omen, dass 1990 das Endspiel an der Stätte der bislang größten FCK-Erfolge, in Berlin, stattfinden würde? Aus dienstlichen Gründen war es mir nicht möglich, nach Berlin zu fliegen oder zu fahren; ich musste also mit der Fernsehübertragung Vorlieb nehmen. Immerhin begleiteten etwa 17 000 Pfälzer ihren FCK in das ein halbes Jahr nach dem Fall der Mauer wieder ohne SED-Schikanen erreichbare Berlin.

An jenem sonnigen 19. Mai 1990 begann in Kaiserslautern der Maimarkt, der sich über Jahrzehnte hinweg zum größten Volksfest der Westpfalz gemausert hatte. Diese „Maikerwe“ wurde damals mit einem großen Festzug eröffnet. Der kilometerlange Lindwurm stellte sich mit seinen zwölf Musikkapellen und Fanfarenzügen, den Fest- und Motivwagen und vielen bunten Fußgruppen in der Zollamtsstraße auf und bewegte sich durch die Stadt Richtung Messeplatz.

Unter den Mitwirkenden wie auch unter vielen der Zehntausenden von Zuschauern aus der ganzen Pfalz flammte freilich immer wieder die Frage auf, wie sich der FCK am frühen Abend im Endspiel schlagen würde. Eine Festzugteilnehmerin, die damals 21-jährige Monika aus Miesenbach, ein großer FCK-Fan, verkörperte zwischen Hoffen und Bangen in Mimik und Gestik die damals vorherrschende Meinung, ein Sieg des FCK wäre zwar schön, aber wohl doch nicht zu erwarten. „Wenn ich nur daran denke…“, meinte Monika und ließ den Satz unvollendet.

Ähnlich äußerte sich vor dem Spiel auch Fritz Walter, für den ein Erfolg ebenfalls eine großartige Sache wäre, der aber befürchtete, dass am Ende „doch ein paar Millimeter“ fehlen könnten.

Nach gut zwei Stunden erreichte der Festzug den Messeplatz – und viele der Zuschauer und Teilnehmer hatten es nun eilig, zu Hause oder in einer Gaststätte die Übertragung des Endspiels zu verfolgen. Gespannt, wenn auch nicht mit übergroßem Optimismus, schaute auch ich mir die von Dieter Kürten moderierte Übertragung an.

Was in den nächsten 30 Minuten im Olympiastadion geschah, ließ die Herzen der FCK-Anhänger in Berlin und in der Heimat höher schlagen – der FCK ging dank der Tore von Bruno Labbadia und des überragenden Stefan Kuntz mit 3:0 in Führung. Jeder Treffer wurde in der Nachbarschaft mit einem kräftigen Neujahrsknaller bestätigt. In der zweiten Halbzeit wurde Werder Bremen stärker, kam auf 3:2 heran – und ich bejubelte jeden Befreiungsschlag und brüllte Anfeuerungs- und Durchhalteparolen Richtung Bildschirm…

Endlich der Abpfiff, Erleichterung, Freude, feuchte Augen…

Natürlich wollte ich wissen, was jetzt in der Stadt los war. Viele vorbeifahrende Autos hupten und hatten rot-weiße Schals oder FCK-Fähnchen aus geöffneten Fenstern hängen, in Gruppen stand man freudig diskutierend beieinander, viele bewegten sich Richtung Messeplatz, um auf der Kerwe den Erfolg zu feiern.

Und Stefan Kuntz konnte verschmitzt sagen, es sei höchste Zeit gewesen, dass die Geschäftsstelle des FCK neues Briefpapier bekommt – nach 37 Jahren mit dem Aufdruck „1. FCK – Deutscher Meister 1951 und 1953“.

Dies alles – auch der Korso der Pokalsiegermannschaft Richtung Rathaus am darauffolgenden Sonntagnachmittag mit dem offiziellen Empfang vor einigen Zehntausend FCK-Anhängern – war großartig, wurde aber ein Jahr später noch weit übertroffen, als der FCK unter Kalli Feldkamp seine dritte deutsche Meisterschaft feiern konnte – und die FCK-Verwaltung schon wieder den Briefkopf ändern musste.

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