FCK-Museum am 30. Juli 2022 geöffnet

Beim Heimspiel im DFB-Pokal gegen den SC Freiburg bleibt das FCK-Museum am Sonntag, 31. Juli 2022, leider geschlossen. Als Ersatz öffnen sich dafür aber schon einen Tag vorher, am Samstag, 30. Juli 2022, von 13.00 bis 16.00 Uhr die Pforten der Museumsräumlichkeiten.

Im DFB-Pokal hat der 1. FC Kaiserslautern in seiner langen Historie schon viele bemerkenswerte Geschichten geschrieben. Natürlich kommen den FCK-Fans in diesem Zusammenhang sofort die Pokalsiege in den Jahren 1990 und 1996 in den Sinn, aber auch darüber hinaus gab es viele Pokalfights, die lange in Erinnerung bleiben. Manchen mag vielleicht sofort der 6:3-Erfolg nach Verlängerung gegen Borussia Dortmund im Jahre 1994 in den Sinn kommen, als sich die Roten Teufel in der 89. Minute mit einem Elfmetertor von Andreas Brehme zum 2:2 in die Verlängerung schossen, um dort dem BVB dann in fulminanter Art und Weise vier weitere Treffer einzuschenken. Andere denken vielleicht an jüngere Pokalgeschichten zurück, beispielsweise an das Jahr 2019, als die Roten Teufel als Drittligist den Bundeligisten aus der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt, den 1. FSV Mainz 05, mit 2:0 wieder nach Hause schickten.

Auch in diesem Jahr treten die Roten Teufel wieder als Außenseiter an und im Fritz-Walter-Stadion auf den Vorjahresfinalisten SC Freiburg. Am Vortag der Erstrundenbegegnung können alle Interessierten die Möglichkeit nutzen und am Samstag, 30. Juli 2022, von 13.00 bis 16.00 Uhr nicht nur in der Pokalgeschichte, sondern auch in den vielen anderen Facetten der FCK-Historie schwelgen.

Das FCK-Museum befindet sich in der LOTTO Osttribüne, der Eingang zum Museum ist in Block 18, 1. Ebene. Der Eintritt kostet regulär vier Euro, Mitglieder und Ermäßigte zahlen zwei Euro.

Neumitglieder, die einen Anspruch auf eine Museums-Freikarte haben, diese jedoch noch nicht erhalten haben, melden sich bitte bis spätestens Freitag, 29. Juli 2022, 18:00 Uhr, per Mail an museum@fck.de.

 

Museum wieder am ersten Mittwoch des Monats geöffnet

Ab April 2022 ist das FCK-Museum im Fritz-Walter-Stadion wieder regelmäßig an jedem ersten Mittwoch im Monat geöffnet. Im Zeitraum von 14 bis 18 Uhr können Interessierte dann in der FCK-Historie schwelgen.

Beginnend mit dem 6. April 2022 wird das Museum wie vor den Coronabeschränkungen wieder jeweils am ersten Mittwoch im Monat von 14 bis 18 Uhr geöffnet sein, so dass FCK-Fans und alle anderen Besucher diesen festen Termin nutzen können, die zahlreichen Exponate aus der langen Historie des 1. FC Kaiserslautern zu besichtigen.

Auch das Angebot, mit einer Gruppe einen individuellen Termin für eine Führung durchs Museum vereinbaren zu können, bleibt weiterhin bestehen. Interessenten können sich dafür unter 0631 3188-1900 oder museum@fck.de melden und einen entsprechenden Termin abstimmen.

Wir freuen uns auf Euren Besuch!

Kühler Kopf am Schreibtisch, Heißsporn an der Linie – Thomas Hengen feiert am 22. September 2021 seinen 47. Geburtstag

Der Geschäftsführer Sport des 1. FC Kaiserslautern, Thomas Hengen, wird am Mittwoch, 22. September 2021, 47 Jahre alt. Zu seinem Geburtstag schaut Matthias Gehring vom FCK-Museumsteam auf seine Karriere als Spieler bei den Roten Teufeln zurück. Wir gratulieren sehr herzlich.

Unser Sportchef und früherer FCK-Profi feiert heute Geburtstag. Thomas Hengen wird 47! Gleich zweimal trug der gebürtige Landauer, der 1989 von Phönix Bellheim zu den FCK-Junioren wechselte, das FCK-Trikot. 1992 schaffte er den Sprung von den Junioren zu den Profis und kam dann zwischen 1992 und 1996 sowie zwischen 2001 und 2004 auf insgesamt 112 Bundesligaspiele für den 1. FC Kaiserslautern.

Unvergessen sind für viele FCK-Fans seine bitteren Tränen, die er 1996 am letzten Spieltag auf dem Rasen des Leverkusener Ulrich-Haberland-Stadions vergoss. Der FCK musste nach dem 1:1 gegen die Leverkusener Werkself zum ersten Mal aus der Bundesliga absteigen. Nur eine Woche später wurde er dann mit dem FCK DFB-Pokalsieger. Nach dem Pokaltriumph wechselte Thomas Hengen ausgerechnet zum Finalgegner der Roten Teufel, zum Karlsruher SC. Zwei Jahre später ging er zu Borussia Dortmund, von wo er für ein Jahr zu Besiktas Istanbul ausgeliehen wurde. Seine erste Auslandserfahrung. Zu Beginn der Saison 2000/2001 wechselte er zum VfL Wolfsburg, von wo er ein Jahr später zurück an den Betzenberg kam. Dort wurde er Mannschaftskapitän und war in der ersten Saison ein echter Rückhalt in der FCK-Abwehr. In der Folgesaison kam er wegen einer Knieverletzung nur auf insgesamt 10 Einsätze. Seine letzte Begegnung im Trikot der Roten Teufel absolvierte er am 17. Dezember 2003 beim Heimspiel gegen Borussia Dortmund, das 1:1 endete.

Im Sommer 2004 wechselte Thomas Hengen zum Zweitligisten Alemannia Aachen, wo er 2006 seine aktive Spielerkarriere beendete. Danach folgten der Erwerb der Trainerlizenz und Hospitationen beim BVB, in Hoffenheim, in Wolfsburg, beim Hamburger SV und bei Real Madrid. Ein Zufall bescherte ihm 2009 einen Wechsel zum FC Everton, wo er als Scout arbeitete. Ein Job, den er später unter anderem auch beim Hamburger SV und bei West Ham United ausübte. 2020 ging er zurück zu Alemannia Aachen, wo er als Sportdirektor anheuerte. Seinen Erfahrungsschatz, seine Leidenschaft für den Fußball und sein jahrelang aufgebautes Netzwerk bringt er nun wieder beim FCK ein, wo er seit dem 1. März 2021 als Geschäftsführer Sport tätig ist. Mit kühlem Kopf am Schreibtisch und wenn nötig auch als Heißsporn an der Linie, wie jüngst beim Derby gegen Mannheim.

Das Museumsteam und alle FCK-Fans wünschen am heutigen 22. September Thomas Hengen alles Gute zum Geburtstag.

Museumsöffnung am 22. September 2021

Das lange Warten hat ein Ende, auch das FCK-Museum öffnet seine Pforten wieder! Nach mehr als zehn Monaten Corona-Zwangspause freuen wir uns, am Mittwoch, 22. September 2021, von 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr erstmals wieder Besucher in den Räumlichkeiten des FCK-Museums begrüßen zu dürfen.

Besonders freuen wir uns darüber, Euch endlich Teil II der Sonderausstellung „Das Wunder von Kaiserslautern. Fritz Walter zum 100. Geburtstag“ zeigen zu dürfen, der aufgrund der Corona-Pandemie seit dem Lockdown Anfang November 2020 bisher der Öffentlichkeit nicht zugänglich gemacht werden konnte. Teil I wurde bereits im Oktober 2020 im Stadtmuseum Kaiserslautern (Theodor-Zink-Museum | Wadgasserhof) gezeigt.

Bei Interesse bietet das Museumsteam auch an anderen Tagen interessierten Gruppen mit maximal 20 Teilnehmer:innen einen Besuch nach individueller Terminabsprache an. Terminanfragen und Anmeldung bitte per Mail an museum@fck.de. An Heimspieltagen bleibt das Museum vorerst noch geschlossen.

Sowohl an den offiziellen Öffnungstagen als auch bei individuell vereinbarten Gruppenbesuchen sind die aktuell gültigen Bestimmungen und Auflagen hinsichtlich der Corona-Pandemie unbedingt einzuhalten.

Aufgrund der Vorgaben der 26. Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes Rheinland-Pfalz öffnet das Museum nach den 2G-Regeln. Dies bedeutet, dass der Zutritt nur mit dem Nachweis eines gültigen Impf- oder Genesenenzertifikats möglich ist. Ein negativer Coronatest ist nicht ausreichend. Lediglich Kinder bis 11 Jahre müssen keinen Nachweis des 2G-Status erbringen. Am Einlass findet zudem ein Check-In in die Luca-App oder eine Kontaktdatenerfassung mittels eines entsprechenden Formulars statt.

Aufgrund der Sonderaustellung beträgt der Eintritt für Erwachsene 5 Euro.

Wir freuen uns auf Euren Besuch am 22. September 2021 und wünschen schon jetzt eine gute Anreise.

In unseren Herzen wird er weiterleben – Zum 81. Geburtstag des kürzlich verstorbenen Norbert Thines

Vor zweieinhalb Monaten verstarb FCK-Ehrenpräsident Norbert Thines im Alter von 80 Jahren. Am Donnerstag, 19. August 2021, hätte er seinen 81. Geburtstag gefeiert. Zu diesem Anlass erinnern Hans Walter und Mattias Gehring vom FCK-Museumsteam an den langjährigen Funktionär der Roten Teufel.

Es ist noch nicht lange her, dass eine traurige und schmerzliche Nachricht die Fan-Gemeinde des 1. FC Kaiserslautern erreichte. Am 7. Juni 2021 verstarb Norbert Thines! Keine Persönlichkeit rund um den Betzenberg hat in den letzten fünf Jahrzehnten das Selbstverständnis und die Außenwirkung des Traditionsvereins so verkörpert und geprägt wie Norbert Thines. Etwas mehr als zehn Wochen später, am heutigen 19. August, wäre der ehemalige Präsident des FCK und Sympathieträger einer ganzen Stadt, stolze 81 Jahre alt geworden. Die Betroffenheit und Trauer über seinen Tod im Kreise aller, die ihn persönlich kannten, hält bis heute an. Sein facettenreiches Schaffen und Wirken, seine menschliche Art und sein soziales Engagement werden weiter wirken und sind zugleich Vermächtnis und Aufforderung an jüngere Generationen, seinem Beispiel zu folgen.

Wohl selten hat in der Geschichte deutscher Fußballvereine ein einzelner Funktionär eine derart nachhaltige Wirkung verursacht, wie Norbert Thines vom 1. FC Kaiserslautern. Er wirkte von 1977 bis 1984 als Geschäftsführer beim 1. FC Kaiserslautern, war von 1985 bis 1988 Vizepräsident, ehe er von 1988 bis 1996 als Präsident die Geschicke des Vereins lenkte. Die Gründe für seine außerordentliche Popularität sind indes nicht nur in den sportlichen Erfolgen zu sehen, die der Verein während seiner Amtszeit erringen konnte. Die Gründe sind vielmehr im Wesen, in der bemerkenswerten Persönlichkeit des gebürtigen Kaiserslauterers zu suchen. Er hatte die Gabe, offen und vorurteilsfrei auf Menschen zugehen zu können. Sein christlich bestimmtes Menschenbild, ein hohes Maß an Empathie sowie seine Herzlichkeit und sein Sinn für Humor prägten ihn in besonderem Maße. Seine Ziele und Vorstellungen versuchte er mit Überzeugungskraft und Energie zu verwirklichen. Doch als pragmatischer Realist war er auch immer zu Kompromissen bereit. Sein Handeln war stets von Verantwortungsbewusstsein und Menschlichkeit begleitet.

Norbert Thines hat es immer verstanden, junge Menschen auch an den Verein zu binden. Schon in seiner Zeit als Geschäftsführer setzte er sich für die Gründung von Fanclubs im näheren und weiteren Einzugsgebiet des FCK ein – trotz der Skepsis damaliger FCK-Präsidialer. Doch der engagierte Visionär setzte sich letztlich durch. Seine von Überzeugung getragene Weitsicht sollte ihm letztlich auch Recht geben. Mit jedem neuen Fanclub wuchs die sichtbare Wahrnehmbarkeit der Roten Teufel. Selbst oder vielleicht gerade weit abseits der Barbarossastadt. Den jungen organisierten Fans, die den FCK mit einem örtlichen Fanclub so auch zu einem Teil des organisierten kulturellen Lebens ihrer Heimatgemeinden machten, riet Norbert Thines überdies stets, sich auch sozial zu engagieren: „Tut in Eurem Ort etwas Gutes, das bringt auch Eurem FCK Sympathien ein.“ Am Ende seiner Zeit als FCK-Präsident zählte der FCK sage und schreibe annähernd 400 Fanclubs. Nicht nur in der Pfalz, sondern weit über deren Grenzen hinaus, selbst in entlegensten Winkeln der Republik und längst auch außerhalb Deutschlands.

In seinem Leben hat Norbert Thines viel angepackt, viel umgesetzt, viel erreicht, was für manch anderen möglicherweise unerreichbar oder gar unmöglich schien. Er hat dies stets mit stoischer Ruhe, mit einer geerdet unaufgeregten Art und mit nahezu unerschütterlicher Energie geleistet. Für ihn waren stets Lösungen wichtig. Für das Wort Problem wählte er lieber den Begriff „Aufgabe“ und die galt es anzugehen. Er hätte nie im Konjunktiv formuliert, „man müsste etwas tun“. Voller Tatkraft hat er lieber gehandelt und viele Dinge selbst angepackt. Er organisierte Arbeitseinsätze im Stadionbereich und als er bei Spielen des FCK in Osteuropa und auf dem Balkan in den Gastspielorten Mängel und Missstände beobachten konnte, war ihm klar, dass dort mit relativ einfachen Mitteln geholfen werden kann. Er sammelte mit seinen Freunden Hilfsgüter, die nach und nach in mehreren Konvois nach Osteuropa transportiert wurden, wobei er sich selbst auch als LKW-Fahrer betätigte. Diese Aktionen brachten dem FCK vielerorts dankbare Freude ein und sind bis zum heutigen Tag nicht vergessen.

Vor seiner Zeit als FCK-Geschäftsführer hatte Norbert Thines sieben Jahre als Sekretär des Kolpingwerkes der Diözese Speyer gewirkt. Seine Erfahrungen aus diesem Lebensabschnitt haben ihn zusätzlich für die Nöte und Probleme seiner Mitmenschen sensibilisiert. Immer ruhte sein Augenmerk auch auf den sozial Schwachen, den Benachteiligten, den Außenseitern, den Gehandicapten. Er hat nie gezögert zu helfen. Wenn er nur die kleinste Möglichkeit sah, Hilfe in die Tat umzusetzen, dann hat er die Ärmel hochgekrempelt. Vor den Spielen auf dem Betzenberg versäumte er es nie, die Rollstuhlfahrer persönlich zu begrüßen. So oft es seine Zeit erlaubte besuchte er in späteren Jahren auch die Heimspiele der „Rolling Devils“, der Rollstuhl-Basketballer des FCK, die für den Verein damals sehr erfolgreich aktiv waren und in höchsten Ligen um Punkte kämpften.

Seine Amtszeit als Präsident des 1. FC Kaiserslautern war von glänzenden Erfolgen gekennzeichnet. 1990 holte sich der FCK erstmals und 1996 um zweiten Mal den DFB-Pokal, 1991 wurden die Roten Teufel sensationell Deutscher Fußball-Meister und 1994 wurde der Verein immerhin Vizemeister. Doch auch mit Niederlagen musste sich Norbert Thines auseinandersetzen. Nach 33 Jahren Zugehörigkeit zur Beletage des deutschen Fußballs, stand am Ende der Saison 1995/96 für den FCK als Gründungsmitglied der Fußball-Bundesliga der erste Abstieg fest. Ein Tor, ein Punkt hatten dem FCK zum Klassenerhalt gefehlt. Norbert Thines musste in der Folge erfahren, wie nah im Sport Himmel und Hölle beieinander liegen. Er wurde mit ungerechtfertigten und beleidigenden Vorwürfen für den Abstieg verantwortlich gemacht und infolgedessen trat er von seinem Amt als Präsident zurück.

Doch das Leben hielt in der nachfolgenden Phase seines Lebens noch eine für ihn persönlich wichtige Aufgabe parat. In der von der Tageszeitung „Die Rheinpfalz“ sowie der Kirchengemeinde St. Maria und der Gemeinde der Apostelkirche gegründeten Aktion und dem gleichnamigen Verein „alt-arm-allein“, die bedürftigen Menschen in und um Kaiserslautern Hilfe bringen sollte, übernahm Norbert Thines in dem ihm eigenen Elan den Vorsitz. Dank seines rastlosen Engagements und zahlreicher Helfer wurde „alt-arm-allein“ über die Jahre hinweg zu einer beispiellos erfolgreichen Spendenaktion, mit der unzähligen Menschen Hilfe zuteilwerden konnte. Einige Jahre nach seinem Rücktritt als Präsident des 1. FC Kaiserslautern kam es zu einer Annäherung zwischen Norbert Thines und dem Verein. Die Wunden von 1996 heilten langsam und als 2003 die finanzielle Schieflage des FCK offenkundig wurde, gründete er gemeinsam mit den Weltmeistern Ottmar Walter und Horst Eckel die „Initiative Leidenschaft“, die den Verein wirtschaftlich und ideell unterstützen sollte.

Im Frühjahr 2009 formte Norbert Thines als Vordenker und Vorarbeiter mit einigen FCK-Enthusiasten und Fritz Walter-Verehrern die „Initiative Leidenschaft“ zu einem Förderverein zur Unterstützung des FCK beim Aufbau eines Museums, zur „Initiative Leidenschaft FCK – Fritz-Walter-Museum Kaiserslautern e.V.“. Ab 2010 nahm das Museumsprojekt nach der Umgestaltung des Obergeschosses der Osttribüne zur „Museumsebene“ Fahrt auf und nach und nach wurde die museale Ausstellung dank der Ideen der Kuratorin Astrid Wegner und der tatkräftigen, sachkundigen Unterstützung durch Norbert Thines und seine eifrigen, ehrenamtlichen Helfer zu einer wahren Schatztruhe für die große Historie des 1. FC Kaiserslautern. Nicht ohne Stolz konnte Norbert Thines an seinem 75. Geburtstag im August 2015 seinen zahlreichen Gästen die Museumsräume präsentieren. Kurz zuvor konnte mit der Restaurierung des FCK-Ehrenmales hinter der Osttribüne ein weiteres Herzensanliegen von Norbert verwirklicht werden.

Norbert Thines, der einige Zeit im Stadtrat von Kaiserslautern vertreten war und sich überdies in der Pfarrei der St. Marienkirche und der Kolpingfamilie Kaiserslautern aktiv engagierte, erhielt für seinen beispielhaften sozialen Einsatz und sein vielfältiges erfolgreiches Wirken in der Öffentlichkeit die ihm gebührende Anerkennung. Zu seinem 75. Geburtstag ernannte ihn der Stadtrat einstimmig zum Ehrenbürger von Kaiserslautern, nachdem er zuvor schon andere Auszeichnungen der Stadt, unter anderem auch den Ehrenring der Stadt, erhalten hatte. Er war außerdem Träger des Bundesverdienstkreuzes und des Verdienstordens des Landes Rheinland-Pfalz. Auch der 1. FC Kaiserslautern würdigte ihn auf vielfältige Weise. Im Jahr 2013 wurde ihm der Goldene Ehrenring des Vereins überreicht und 2017 ernannte ihn der FCK zu seinem Ehrenpräsidenten. Zuvor schon hatte ihn die Museumsinitiative zu ihrem Ehrenvorsitzenden erhoben. Doch ihm wurden nicht nur offizielle Auszeichnungen zuteil, auch die Fans verneigten sich vor ihm. Im September 2013 reifte bei den Lautrer Ultra-Gruppen die Idee zu einer Norbert-Thines-Choreographie. Zum Zweitligaheimspiel gegen den SC Paderborn am 13. Dezember 2013 war es dann so weit! Rund um den Leitspruch „Dir geht es nie ums Geld – nur um die Menschen und den geilsten Club der Welt!“ überspannte beim Einlaufen der Mannschaften eine bildgewaltige Blockfahne horizontal den Mittelteil Westtribüne, umrahmt von einem roten Farbband oberhalb und einem weißen unterhalb der stilisierten Fotografien, die zahlreiche Momente und engagierte Taten des Ex-Präsidenten rund um den FCK in Erinnerung riefen. Norbert Thines beobachtete das Schauspiel vom nordwestlichen Spielfeldrand und zeigte sich tief beeindruckt und sichtlich gerührt. Eine Ehrung, die ihn besonders stolz machte.

Rückblickend steht der Name Norbert Thines allerdings nicht nur für zahllose gute Taten. Der Name steht auch und vor allem für Menschlichkeit. Ein Werteaspekt, der in diesen Tagen so viel Bedeutung hat wie selten zuvor. Im Sommer 2015 hatte sich Norbert Thines im Rahmen der Plakat-Aktion „Flüchtlinge Willkommen“ bei der Initiative „Kaiserslautern ist bunt“ ablichten lassen. Der FCK hatte das Bild aus der Plakat-Reihe des Fotografen Thomas Brenner im sozialen Netzwerk Facebook veröffentlicht und damit eine teilweise unwürdige Diskussion losgetreten. Die Pressestelle des FCK hatte alle Hände voll zu tun, sich den teilweise unwürdigen Kommentierungen entgegenzustellen und die übelsten Beschimpfungen auch gänzlich wieder von der Tapete zu nehmen. Bezeichnend für Norbert Thines, dass für ihn hier wieder nur eines als Lösung in Frage kam, die Offensive mit einem angebotenen Dialog. Alle, die den Umgang mit Flüchtlingen und sein Engagement kritisieren, sollten mit ihm das Gespräch suchen. „Jeder kann gerne zu mir kommen und versuchen, sich mit mir persönlich auszutauschen“, hatte er trotzig verlauten lassen. Eine Nachfrage, ob sich denn schon jemand zum Gespräch eingefunden habe, lautete die Antwort knapp eine Woche nach dem Aufruf, in honorig tiefer Stimme mit knappen Worten, „känner, niemand, net änner!“

In der Adventszeit des Jahres 2018 besuchte er ein letztes Mal ein Heimspiel seines FCK auf dem Betzenberg. Schon zu diesem Zeitpunkt war er von seiner Alzheimer-Erkrankung gezeichnet. Ein undurchdringlicher Schleier des Vergessens hüllte ihn in zunehmendem Maße ein. Bis zu seinem Tod am 7. Juni 2021. Es schmerzt, dass es Norbert Thines nicht vergönnt war, seinen Lebensabend mit seiner Frau Trixi, seinen Söhnen und Enkelkindern in Ruhe zu genießen. Man mag den Gedanken hegen, das Leben sei nicht gerecht, jemand, der anderen so viel gegeben hat, so ein Schicksal zu bescheren. Norbert Thines hat alle berührt, die ihm einmal begegnen durften. Mit seinem herzlichen Wesen, seiner christlich geprägten Menschlichkeit, seinem nie erlahmenden sozialen Engagement, mit seiner Tatkraft, seinem Humor und zahlreichen weiteren Facetten. Eine davon war seine eigenwillige Kommunikationskultur! Über allem stand stets das persönliche Gespräch. Ein Telefonat ging grade noch so. Korrespondenzen über digitale Medien? Die waren ihm fremd. Eingehende Mails wurden von seiner Frau Trixi beantwortet! Eine stets von ihm gepflegte Form der Kommunikation, der Brief! Er schrieb nicht einfach Briefe, er zelebrierte das Briefschreiben und stilisierte diese zu einem Kunstwerk. Das begann bei der Schönschrift und endete bei bebilderten Briefumschlägen. Da avancierte selbst die Platzierung der Postwertmarke zum Hingucker! Jeder, der irgendwann einmal Post von Norbert Thines bekommen hat, wird dies bestätigen können.

All dies gilt es nun zu bewahren und in Ehren zu halten. Auch das Vermächtnis einer menschlicheren Umgangskultur, die Norbert Thines zu einem so besonderen Menschen machten. Seine feine, direkte, ehrliche aber stets respektvoll gelebte Umgangskultur sollten sich alle in Erinnerung rufen, die sich heutzutage in einschlägigen Internetforen tummeln und in sozialen Netzwerken fleißig ihre Kommentare über die Tastatur in die Welt klappern und dabei bisweilen jede Form von Anstand, Respekt, Menschlichkeit und Empathie vermissen lassen. Wenn es gelingt, solche Primärtugenden im eigenen Handeln wieder mehr in den Vordergrund zu rücken, dann wird Norbert Thines nicht nur in unseren Erinnerungen, sondern auch in unseren Herzen weiterleben. Nicht nur am heutigen 19. August 2001, an dem er 81 Jahre alt geworden wäre.

Als das Stadion eine runde eckige Sache wurde – Am 16. August 1986 wurde die neu überdachte Westtribüne eingeweiht

Im Laufe der Zeit hat sich das Fritz-Walter-Stadion baulich immer mal wieder verändert. Am 16. August 1986 wurde beispielsweise die neugebaute Westtribüne am Betzenberg eröffnet. Genau 35 Jahre danach erinnert Matthias Gehring vom FCK-Museumsteam an die Umgestaltung von einer Kurve zur geraden Hintertor-Tribüne.

Im Jahr 2020 durfte der 1. FC Kaiserslautern ein besonderes Jubiläum begehen. Das heutige Fritz-Walter-Stadion war im vergangenen Jahr 100 Jahre alt geworden. Man schrieb das Jahr 1920, als sich der noch junge Verein anschickte, auf der Anhöhe südlich der Innenstadt eine Sportstätte zu errichten. Anfänglich eher einen Sportplatz. Es dauerte noch etliche Jahre, ehe man der Anlage Stadion-Charakter nach heutigen Maßstäben attestieren konnte. In den Jahrzehnten auf dem Weg zum Stadion heutiger Prägung hat der „Betze“ dann immer wieder Änderungen erfahren. Ein erster signifikanter Ausbau fand Anfang der 1960er Jahre zum Start der Fußball-Bundesliga statt. In den frühen 1970er Jahren reifte in der Führungsetage des 1. FC Kaiserslautern dann eine Vision, die in konkrete Planungen mündete und letztlich zum mehrstufigen Ausbau des Stadions zum echten Schmuckkästchen führte. Am 16. August 1986 wurde mit der Einweihung der neu überdachten Westkurve ein vorletzter Ausbauschritt eingeweiht.

Schon Ende der 1960er Jahre wurden erste Überlegungen angestellt, das Stadion den wachsenden Anforderungen im Liga-Betrieb durch Modernisierung und Ausbau Rechnung zu tragen. 1972 wich die alte Nordtribüne einem Tribünen-Bauwerk, das zunächst einmal wenigstens den Lückenschluss zwischen den Kurven-Tribünen im Osten und im Westen herstellte. Mit Blick auf die Fußball-WM 1974 gab es im Schatten des Auswahlprozesses, sich als WM-Austragungsort zu bewerben, tatsächlich auch in Kaiserslautern schon Überlegungen das Betzenberg-Stadion zu vergrößern, auf eine Kapazität von rund 50.000 Besuchern. Auf eine Bewerbung verzichtete man jedoch zugunsten des rheinland-pfälzischen Bewerbers Ludwigshafen mit seinem Südwest-Stadion. Dennoch führten die Überlegungen jener Jahre zu ersten konkreten Plänen, das Stadion im Zuge eines weiteren Ausbaus komplett zu überdachen.

Es war ein ehrgeiziges Vorhaben, das die Verantwortlichen des FCK in Angriff nahmen. Unter dem neuen Präsidenten Jürgen „Atze“ Friedrich sollten die Pläne des Lauterer Architekten Folker Fiebiger Schritt für Schritt Realität werden. Man begann in der Sommerpause des Jahre 1978 mit einem ersten Ausbauschritt. Die auf einem als Kurvenbogen aufgeworfenen Erdwall konzipierte Ostkurve, die eine etwas geringere Volumendimension hatte als das Pendant im Westen, wurde begradigt und überdacht. Zusammen mit den markanten leicht geneigten Flutlichtmasten bekam das Stadion ein erstes charakteristisches Äußeres. Die Finanzierung teilten sich das Land Rheinland-Pfalz, die Stadt und der Verein. Realisiert wurde das Bauvorhaben in der wegen der WM 1978 etwas längeren Sommerpause. Nur 16 Wochen Bauzeit wurden benötigt. Dennoch wich der FCK für die ersten beiden Heimspiele nach Ludwigshafen ins Südweststadion aus.

Es sollte acht weitere Jahre dauern, bis die treuesten und lautesten FCK-Fans, die seit jeher ihre Stadionheimat im Westen der Sportarena hatten, sich endlich auch über mehr Komfort beim Stadionbesuch freuen durften. Bis dahin schaute man bei so manchem schlecht besuchten Heimspiel an tristen und regnerischen Herbst- oder frostigen und bitterkalten Winter-Nachmittagen ein wenig neidisch hinüber zur Osttribüne. Dort konnten die Gästefans schon während der ersten Feldkamp-Ära im Trockenen stehen, während einem selber die Regenbrühe in den Kragen rann oder den Gerstensaft im Plastikbecher verwässerte. Trotzdem hatten schon ab den frühen 1980er Jahren verschiedenste Initiativen und auch ein Förderverein immer wieder Geld für den Ausbau der Westkurve eingesammelt. Doch die wirtschaftliche Situation des Vereins zwang die Verantwortlich in jenen Jahren, den weiteren Ausbau immer wieder hinauszuzögern. Aus wirtschaftlicher Sicht eine richtige Strategie.

Als 1985 FCK-Präsident Udo Sopp sein Amt niederlegte und sein Vorgänger „Atze“ Friedrich auch gleichzeitig dessen Nachfolger wurde, nahmen auch die Pläne rund um den Stadionausbau wieder Fahrt auf. Auch weil in jener Zeit vielerorts Überlegungen anstanden, den in Fußballstadien rückläufigen Besucherzahlen entgegenzuwirken. Das hatte an vielen Standorten zur Folge, dass bei Modernisierungsvorhaben schon in den Grundüberlegungen ein Paradigmenwechsel weg von der Masse, hin zu mehr Klasse zu spüren war. Der Stadionbesucher verlangte einfach nach mehr Komfort. Hochpreisigere Sitzplätze inklusive mehr Service drängten in den Vordergrund. Aber auch der Stehplatzgast freute sich über ein gewisses Maß an „Grundversorgung“. Die begann für viele Fans schon damit, dass man die Akteure auf dem Rasen auch bei schlechter Witterung 90 Minuten lang trocken und windgeschützt anfeuern kann. Mit Blick auf das Jahr 1986 machte der FCK dann Nägel mit Köpfen. Das Ausbauprojekt Westkurve wurde zunächst mit etwa 7,5 Millionen DM veranschlagt. Da man mit dem Bau einer Rasenheizung jedoch ein weiteres, damals durchaus zukunftsweisendes Bauelement im Stadion realisieren wollte, stiegen die kalkulierten Kosten auf knapp 9,0 Millionen D-Mark. Nach langen teils kontroversen Diskussionen wurden letztlich beantragte Zuschüsse des Landes Rheinland-Pfalz in Höhe von 4,5 Millionen D-Mark und der Stadt in Höhe von 2,0 Millionen D-Mark bewilligt. 2,5 Millionen D-Mark musste der FCK selbst aufbringen.

Nach dem letzten Heimspiel der Horror-Saison 1985/86 gegen Hannover 96 Ende April 1986 standen im Grunde schon die Bagger bereit. Ein magerer 1:0-Heimsieg vor einer tristen Kulisse mit nur 13.194 Besuchern. Wer damals mit dabei war, wird sich erinnern, dass man nach dem Abpfiff mit ein wenig Wehmut die Blockstufen der geschwungenen Westkurve hinauf und auf der anderen Seite die langgezogene Treppenanlage wieder hinunter stapfte. Im Wissen, dass dies der letzte Gang aus dem Stadion war, bei dem man eine unüberdachte Tribüne hinter sich ließ. Eine Woche später, am letzten Spieltag, gastierte der FCK im Saarbrücker Ludwigspark und demontierte den saarländischen Rivalen mit 6:0, um damit noch auf dem 11. Tabellenplatz zu landen. Die aufgrund der WM 1986 wieder etwas längere bevorstehende Sommerpause wurde dann für eine erneut rekordverdächtige Bauzeit genutzt.

In den knapp dreieinhalb Monaten wurde der Wall der alten Westkurve abgetragen, wurden die Stahlbetonträger für die neuen Blockstufen aufgerichtet, die Bauelemente für die Stufenstruktur hochgezogen, die Treppenaufgänge gefertigt, das Stahldach aufgesattelt, die neue Rasenheizung eingebaut und der neue Rasen eingebracht. Viele Fans nutzten die Sommerpause, um der Baustelle immer mal wieder einen Besuch abzustatten und den Baufortschritt vor Ort unter die Lupe zu nehmen. Pünktlich zum Saisonbeginn sollte dann am ersten Spieltag die neue Westtribüne eingeweiht werden. Gegner am ersten Spieltag der Saison 1986/87 war Borussia Mönchengladbach. Wenige Tage vor dem Saisonauftakt ließ der FCK über die Presse verlauten, dass man mit knapp 30.000 Zuschauern rechnen würde und man mit 3.917 verkauften Dauerkarten einen damaligen Zeitpunkt neuen Vereinsrekord erreicht habe. Niemand konnte damals ahnen, dass Jahre folgen würden, in denen man mehr als 30.000 Dauerkarten absetzen konnte. Dennoch blieb zum ersten Saisonheimspiel in der Anschluss-Ecke zwischen der Westtribüne und der Nordtribüne eine Lücke. Dort mussten 361 Plätze gesperrt bleiben, weil die Fertigteile zu kurz geraten waren.

Am Spieltag selbst sorgte ein buntes Begleitprogramm für einen würdigen Rahmen. Vor der Bundesliga-Partie fand ein Vorspiel zweier D-Jugendmannschaften statt, wobei die FCK-Jugend auf ein englisches Jugendteam aus Ludwigshafens Partnerstadt Havering traf. Mit dem rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Dr. Bernhard Vogel, Innenminister Kurt Böckmann und Kultusminister Dr. Georg Gölter fand sich reichlich Polit-Prominenz ein. Die sportliche Prominenz führte kein Geringerer als Fritz Walter an, dessen Name das einstige Betzenberg-Stadion seit 1985 trug. Auf dem Rasen wurde mit einer symbolischen Schlüsselübergabe das schon lange vor Anpfiff gut besetzte Tribünen-Juwel seiner Bestimmung übergeben. Für viele FCK-Fans hatte das Stadion in seiner damaligen Ausbaustufe die optimale Fassung und die charmanteste Dimension. Ein Stadion mit nah an die Spielfeldbegrenzung heranreichenden Tribünen, auf deren Rängen die leidenschaftlichen Fans der Roten Teufel eine unverwechselbare Atmosphäre schufen, die Kulisse für so manches legendäre Spiel und für eine bis heute legendäre Meisterschaft im Jahr 1991 wurde. Schon mit dem nächsten Ausbauschritt, dem Umbau und der Vergrößerung der Haupttribüne im Norden des Stadions, ging davon ein wenig verloren, weil fortan die oft als „Rentnertribüne“ titulierte Nordtribüne gut zehn Meter vom Spielfeldrand wegrückte.

Als Spieler und Trainer eine aufregende Karriere – Der ehemalige FCK-Stürmer Klaus Toppmöller wird 70 Jahre alt

Mit 108 Treffern ist Klaus Toppmöller der Bundesliga-Rekordtorschütze des 1. FC Kaiserslautern. Zum 70. Geburtstag von „Toppi“ am Donnerstag, 12. August 2021, gratuliert Matthias Gehring vom FCK-Museumsteam und erinnert an die herausragende Karriere des ehemaligen Stürmers und langjährigen Bundesliga-Trainers.

Ein Stürmer vom Format eines Klaus Toppmöller stünde dem FCK heute gut zu Gesicht. Ein Instinkt-Fußballer, ein Stürmer, der stets wusste, wo das Tor steht und wie man das Leder im gegnerischen Kasten versenkt. Während der acht Jahre, in denen er zwischen 1972 und 1980 das Trikot der Roten Teufel trug, erzielte er für seinen Herzensverein in 204 Begegnungen in der Beletage des deutschen Fußballs sagenhafte 108 Tore! Er ist damit bis heute FCK-Rekordtorschütze in der Bundesliga. Aber nicht nur seine Zeit als Profi-Spieler prägte seine bis heute intensive Verbundenheit mit dem Fußballsport. Auch als Trainer setzte Klaus Toppmöller, den am Betze bis heute alle nur liebevoll „Toppi“ nennen, echte fußballerische Akzente. Mit Bayer 04 Leverkusen wurde er 2002 Vizemeister, erreichte das DFB-Pokalfinale sowie das Finale der Champions-League und wurde nach der Saison auch zum Trainer des Jahres gewählt. Auch bei anderen Trainerstationen wie bei der Frankfurter Eintracht, dem VfL Bochum oder dem Hamburger SV begeisterten seine Mannschaften mit schnörkellosem Offensivfußball. Am 12. August 2021 wird Klaus Toppmöller 70 Jahre alt.

Wenn man sich die Schilderungen von Klaus Toppmöller zu den Anfängen seines Fußballerlebens vor Augen hält, antizipiert man unweigerlich den Terminus des „Straßenfußballers“. Seit er laufen könne, habe er einen Ball am Fuß gehabt, erinnert sich Toppi. In seinem Geburtsort Rivenich, unweit von Trier, wuchs er auf. Schon in frühen Kindertagen war die elterliche Gaststätte, wo sich die Dorfgemeinschaft auch immer mal wieder zum kollektiven Fußballgucken traf, steter Alltagsbegleiter, war die Fußballfachsimpelei der Erwachsenen vermutlich auch ein bisschen frühkindliche Prägung. Die Theorie der Volkssportart also quasi im Kreis der „Kneipenfußballer“ erworben? Für seine wachsende Begeisterung, das runde Spielgerät auch praktisch zu beherrschen, brauchte es jedenfalls nicht viel. Es reichten wohl eine Wand oder eine Mauer. Ein stiller Mitspieler, mit dem er sich bei fast täglich praktizierten endlosen Ballstafetten nach und nach erste Fertigkeiten beim Umgang mit dem runden Leder aneignete. Im Alter von acht Jahren durfte er der das, was er bis dahin auf Gassen und in Hinterhöfen praktiziert hatte, um die Erfahrung eines betreuten Trainings auf einem echten Fußballplatz erweitern. Er trat dem örtlichen SV Rivenich bei. Von dort wechselte er 1969 zum Nachwuchs von Eintracht Trier und schaffte es schon ein Jahr später in die erste Mannschaft des damaligen Regionalligisten.

Längst waren auch andere Vereine auf den jungen Kerl mit dem unverwechselbaren Lockenschopf und dem beeindruckenden Torriecher aufmerksam geworden und 1972 war es dann so weit. Klaus Toppmöller unterschrieb beim 1. FC Kaiserslautern seinen ersten Profivertrag. Während seiner ersten Spielzeit am Betzenberg kam er allerdings nur fünfmal zum Einsatz, widmete seine ganze Aufmerksamkeit seinem noch andauernden Ingenieurstudium zum Versorgungstechniker, das er mit dem Erwerb des Diploms erfolgreich beendete. Im Rahmen seiner Ingenieurtätigkeit war er seinerzeit übrigens auch an der Planung der Flutlichtanlage beteiligt, die dem Stadion bis zum WM-Ausbau ein so unverkennbares Bild verliehen hatte.

Schon in seiner zweiten Saison am Betzenberg absolvierte der talentierte Offensivkicker 32 Spiele und erzielte dabei 21 Tore. Er reifte beim FCK zu einem der besten Stürmer der damaligen Zeit. Besonders gern traf er gegen die Münchner Bayern. Unter anderem beim legendären 7:4-Sieg des FCK gegen die mit Nationalspielern gespickten Elf aus der bayrischen Landeshauptstadt. Beim Stand von 1:4 markierte Toppi den Anschlusstreffer. Der Rest der Partie ist Fußballnostalgie für die Ewigkeit. Zweimal Seppl Pirrung, Ernst Diehl und Herbert Laumen mit einem weiteren Doppelpack demontierten die Gäste in einem begeisternden Schlussspurt und verliehen der Partie das Prädikat „Jahrhundertspiel“.

Für Klaus Toppmöller selbst jedoch hat der Auswärtssieg bei den Münchner Bayern drei Jahre später einen höheren Stellenwert. Schließlich trug er am 10. April 1979 mit drei Treffern wesentlich zum 4:3-Sieg des FCK im Münchner Olympiastadion bei. Der FC Bayern führte durch Tore von „Jupp“ Kapellmann, Franz „Bulle“ Roth und Uli Hoeneß bereits mit 3:1. Klaus Toppmöller hatte das zwischenzeitliche 1:1 erzielt. Gleichzeitig der Halbzeitstand. Dann verkürzte Hannes Riedl in der 57. Spielminute und schließlich traf Toppi nach einer guten Stunde und neun Minuten vor Spielende noch zweimal. Wegen einer schweren Knieverletzung zu Beginn der Saison 1979/80 ließ in seiner letzten Lauterer Spielzeit nur noch fünf Bundesligaeinsätze zu. Bis zum Ende seiner Zeit am Betzenberg trug Klaus Toppmöller in der Bundesliga, dem DFB-Pokal und auf internationaler Bühne (UI-Cup, UEFA-Cup) in 241 Pflichtspielen das Trikot der Roten Teufel. Insgesamt 133-mal traf er dabei für den FCK ins gegnerische Tor. Seine Trefferquote und sein überragendes Offensivspiel bescherten ihm auch drei Einsätze in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. 1976 gegen Spanien und 1979 gegen Malta und die Türkei. Bei seinem Länderspieldebüt am 22. Mai 1976 in München im EM-Qualifikationsspiel gegen Spanien schoss er beim 2:0-Sieg sein erstes und einziges Länderspieltor.

Trotz seiner Knieverletzung wechselte Klaus Toppmöller nach seinem Weggang vom Betzenberg in die USA zu den Dallas Tornados. Ein nur einjähriges, aber auch aufregendes Engagement in einer zur damaligen Zeit eher exotischen Liga. Im Sommer 1981 kehrte er nach Deutschland zurück und schloss sich dem damaligen Oberligisten FSV Salmrohr an. Auch dort avancierte er zur personifizierten Torfabrik, kam in der Oberliga auf 168 Einsätze und erzielte dabei 114 Tore. Am Ende der Spielzeit 1985/86 stieg der Verein mit Klaus Toppmöller in die zweite Bundesliga auf, in der er in der Saison 1986/87 noch zu 31 Einsätzen kam. Ein Tor sollte ihm in seiner letzten Spielzeit als aktiver Profikicker nicht mehr gelingen. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Rekordtorschütze des FCK bereits seine Trainerkarriere im Visier. Noch als aktiver Spieler wurde er im März 1987 in seiner letzten Saison beim FSV Salmrohr Spielertrainer. Klaus Toppmöller soll einmal gesagt haben, den Trainerschein habe er nur gemacht, um eines Tages Trainer beim FCK zu werden. Dieser gewünschte Karrierebaustein sollte ihm allerdings versagt bleiben. Zumindest nah dran an einem Wechsel war er im Jahr 2000. Der FCK war auf der Suche nach einem Nachfolger für Otto Rehhagel. Doch Toppis damaliger Brötchengeber, der 1. FC Saarbrücken, verweigerte die Freigabe.

Seine ersten drei Stationen am Anfang seiner Trainerkarriere waren eher von kurzer Dauer. Beim FSV Salmrohr, dem SSV Ulm 1846 und dem FC Wismut Aue blieb er jeweils nur ein Jahr, ehe er 1991 zum Lauterer Rivalen SV Waldhof Mannheim wechselte, mit dem er 1993 nur knapp den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga verpasste. Auch in den Jahren danach sollte es für den Trainer Klaus Toppmöller meist eng zugehen, ihm ein Titel unterm Strich verwehrt bleiben. Trotz seiner unverkennbaren Handschrift zu einem erfrischenden Offensivfußball. Bei Eintracht Frankfurt formte er mit so genialen und talentierten Spielern wie Anthony Yeboah, Jay-Jay Okocha oder Maurizio Gaudino ein Top-Team, an das sich Eintracht-Fans noch heute gerne zurückerinnern. Doch im Schlussdrittel der Saison ging den Frankfurtern die Puste aus, Toppi musste gehen. Er wechselte anschließend zum VfL Bochum, mit dem er in der Saison 1997/98 bis ins Achtelfinale des UEFA-Pokals vordrang. Im Hinspiel hatte der VfL bei Ajax Amsterdam sogar bereits 2:0 geführt, ging am Ende aber doch mit 2:4 unter und kam auch im Rückspiel nicht über ein 2:2 hinaus.

Es folgte die zitierte Trainerstation beim 1. FC Saarbrücken, mit dem Klaus Toppmöller 2000 den Aufstieg in die 2. Bundesliga schaffte, dann allerdings im November 2000 seinen Platz räumen musste. Im Sommer 2001 unterschrieb Klaus Toppmöller bei Bayer 04 Leverkusen. Mit der Werkself erreichte er 2002 das Finale der Champions League sowie das DFB-Pokalfinale und die Vizemeisterschaft in der Bundesliga. Ein Markenzeichen seiner Mannschaft war bedingungsloser Angriffsfußball im „One Touch“-Stil. Klaus Toppmöller wurde daraufhin im Jahr 2002 als erster Trainer überhaupt von den deutschen Sportjournalisten zum Trainer des Jahres gewählt. Dann verließen Michael Ballack und Zé Roberto den Club. Durch eine fatale Verletzungsmisere geriet die Mannschaft in akute Abstiegsgefahr. Der Trainer musste gehen. Auch bei seiner nächsten Station beim Hamburger SV nahm die Geschichte kein glückliches Ende. Auch dort endete sein Trainerengagement leider mit einem Rauswurf, den er vor allem dem von Schiedsrichter Robert Hoyzer manipulierten Pokalspiel gegen den SC Paderborn verdankte. Es war sein letztes Traineramt bei einem Verein. 2006 übernahm er die Nationalmannschaft Georgiens, wo sein Vertrag jedoch im Frühjahr 2008 frühzeitig aufgelöst wurde.

Noch während seiner Zeit in Georgien kehrte Klaus Toppmöller im Spätjahr 2007 übrigens kurzzeitig als Funktionär an den Betzenberg zurück, 28 Jahre nach dem Ende seiner Spielerkarriere. Als Aufsichtsratsmitglied mit alleiniger sportlicher Verantwortung. Doch bereits sechs Wochen später, am 20. Dezember 2007, zog sich Klaus Toppmöller aus privaten Gründen aus dem Gremium zurück. Bis heute hat er kein weiteres Engagement im Profifußball mehr angenommen. Am heutigen 12. August feiert der einstige Stürmer des FCK nun seinen 70. Geburtstag. Auch das Museumsteam übermittelt auf diesem Wege die herzlichsten Glückwünsche. Alles Gute Toppi, bleib gesund, fit und feier schön!

Im zweiten Anlauf den Titel gesichert – Am 6. August 1991 gewann der FCK erstmals den Supercup

Es ist ein Titelgewinn des 1. FC Kaiserslautern, der in der Erinnerung ein wenig hinter den anderen Titeln zurücksteht: Als amtierender Deutscher Meister gewann der FCK am 6. August 1991 gegen Werder Bremen den Supercup. Matthias Gehring erinnert zum 30. Jahrestag des Gewinns an diesen Titel.

Der Supercup gehört heute zum festen Bestandteil des Rahmenterminplans im deutschen Fußball. Seit 1987 treten dabei unmittelbar vor Saisonbeginn der Deutsche Meister und der DFB-Pokalsieger der abgelaufenen Saison gegeneinander an. Folglich durfte sich auch der FCK in den erfolgreichen 1990er Jahren nach zwei Meistertiteln und zwei Pokalsiegen gleich viermal einen zusätzlichen Spieltermin im Kalender vermerken. Dreimal waren die Roten Teufel im Supercup gefordert, einmal im Ligapokal, der ab 1997 den Supercup zunächst abgelöst hatte und als Mini-Turnier ausgespielt wurde. Beim Supercup 1990 unterlagen die Lauterer als amtierender Pokalsieger dem damaligen Meister FC Bayern München noch mit 1:4. Ein Jahr später jedoch sicherte sich der FCK dann erstmals die Supercup-Trophäe. Mit 3:1 bezwangen die Roten Teufel als amtierender Deutscher Meister den damaligen Pokalsieger SV Werder Bremen. Am 6. August 2021 jährt sich das Finalspiel zum 30. Mal.

Unter der Regie des Deutschen Fußballbundes wurde der Wettbewerb als DFB-Supercup erstmals im Jahre 1987 ausgetragen und mit einer Partie zwischen Meister und Pokalsieger zunächst auch bis 1996 in dieser Form beibehalten. Ab 1997 wurde aus dem Supercup zunächst der DFB-Ligapokal, der ab 2005 Premiere Ligapokal hieß. In Turnierform wurde nicht nur zwischen den beiden amtierenden Titelträgern aus Meisterschaft und Cupgewinner der Sieger ausgetragen. Der Ligapokal wurde bis 2007 als Turnier gespielt. Seit 2010 wird der Wettbewerb als DFL-Supercup wieder als Kräftemessen in der ursprünglichen Fassung ausgetragen, also ein Spiel, bei dem der Deutsche Meister gegen den DFB-Pokalsieger antritt. Doch ausgerechnet der Supercup des Jahres 1991, an dem auch der FCK aufgrund seines Meistertitels teilnahm, wurde in einer leicht abweichenden Form ausgespielt. Es gab nämlich vier statt wie sonst zwei Mannschaften. In der Saison 1990/91 gab es auch in der ehemaligen DDR noch einmal eine reguläre Meisterschaft und einen nationalen Cup-Wettbewerb.

Es war die letzte Spielzeit der höchsten Spielklasse der DDR. Da im Laufe der Saison die Wiedervereinigung vollzogen wurde und der nationale Fußballverband der DDR dem Deutschen Fußball-Bund beitrat, diente der neu gegründete Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) als offizieller Namensgeber für die einstige DDR-Oberliga, wobei die Bezeichnung Oberliga Nordost ebenfalls gebräuchlich war. Auch das Pendant zum DFB-Pokal, der auf der sozialistischen Seite des geteilten Deutschlands bisher als FDGB-Pokal ausgespielt wurde, suchte in der Saison 1990/91 als NOFV-Pokal nach einem Sieger. So kam es, dass im Rahmen des Supercups zu den Bundesliga- und DFB-Pokalsiegern der Vorsaison, dem 1. FC Kaiserslautern und dem SV Werder Bremen, auch der SV Hansa Rostock als Meister der NOFV-Oberliga um den Supercup spielen durfte. Da die Rostocker in der abgelaufenen Spielzeit jedoch Meister und Pokalsieger wurden, durfte der im NOFV-Pokalfinale unterlegene Finalist FC Stahl Eisenhüttenstadt den vierten Platz belegen. Im Halbfinale der beiden Meister, gewann der FCK am 30. Juli 1991 im Rostocker Ostseestadion mit 2:1. Die Lauterer führten nach Treffern von Marcel Witeczek und Tom Dooley bereits zur Halbzeit mit 2:0, die Rostocker konnten im zweiten Durchgang durch Florian Weichert lediglich noch verkürzen. Beim Duell der beiden Pokalgewinner setzte sich am 31. Juli im zweiten Halbfinale der SV Werder Bremen mit 1:0 gegen den FC Stahl Eisenhüttenstadt durch. Wynton Rufer erzielte das Tor des Tages.

So kam es im Supercup-Finale des Jahres 1991 zu einer Neuauflage des denkwürdigen DFB-Pokalfinales aus dem Vorjahr: 1. FC Kaiserslautern gegen Werder Bremen! Austragungsort war das Niedersachsenstadion in Hannover, das mit offiziell 8.000 Zuschauern einen bis dahin bedauerlichen Minusrekord bei den Supercup-Finalspielen verzeichnete. Für den Autor, damals noch in Hannover wohnhaft, natürlich dennoch ein Festtag! Wobei die tropischen Temperaturen am Ende des Finaltages auch sichtbare Spuren und Schäden bei der rot-weißen Gesichtsbemalung hinterlassen hatten. Trainer Karl-Heinz Feldkamp vertraute im Finalspiel erneut auf seinen „Abwehrchef“ Stefan Kuntz. Im Angriff allerdings rotierte der Trainerfuchs und bot den jungen, vom VfL 93 Hamburg gekommenen Jürgen Degen sowie Bernhard Winkler auf. Zwischen den Pfosten stand nicht wie gewohnt Gerry Ehrmann, sondern Michael Serr, der über die 90 Minuten mit einigen glanzvollen Paraden auffiel und für seine Leistung viel Lob erhielt. Die Bremer hatten anfangs mehr vom Spiel und erarbeiteten sich einige Torgelegenheiten. Doch wieder sollte das Näschen von Karl-Heinz Feldkamp recht behalten. Nach feinem Kombinationsspiel zwischen Tom Dooley und Marco Haber landete das Leder beim strohblonden Jürgen Degen, der die Roten Teufel in der 27. Minute in Führung brachte. Es war auch der Neuling im Dress der Roten Teufel, der im zweiten Durchgang (65.) nach Vorlage von Guido Hoffmann auf 2:0 für den FCK erhöhte. Kurz vor Ende der Partie verkürzte Wynton Rufer (88.) per Flugkopfball, doch in der Schlussminute sorgte Bernhard Winkler mit seinem Treffer zum 3:1 für die Entscheidung. Die Roten Teufel hatten 3:1 gesiegt, der FCK sich binnen 16 Monaten den dritten nationalen Titel gesichert und Karl-Heinz Feldkamp, nach 1988 mit Eintracht Frankfurt und 1990 mit dem 1. FC Kaiserslautern, in seinem dritten Anlauf erstmals den Supercup gewonnen. Während der FCK in der Bundesligasaison 1991/92 als Titelverteidiger mit Rang 5 eine ordentliche Saison spielte, enttäuschte Bremen am Ende der Spielzeit auf Platz 9 der Tabelle. Dafür gewannen die Kicker von der Weser den Europapokal der Pokalsieger. Hansa Rostock hingegen startete fulminant in die Saison, gewann am 2. Spieltag beim FC Bayern mit 2:1, deklassierte am 3. Spieltag Borussia Dortmund im heimischen Stadion mit 5:1 und stieg am Ende doch noch ab.

Im Supercup 1996 unterlag der FCK übrigens als Pokalsieger dem amtierenden Deutschen Meister Borussia Dortmund im Mannheimer Carl-Benz-Stadion mit 3:4 im Elfmeterschießen. Zwei Jahre später schied der FCK als Sensationsmeister im dann ausgetragenen Ligapokal bereits im Halbfinale im Ludwigshafener Südweststadion mit 2:3 gegen den VfB Stuttgart aus. Doch der Supercup-Titelgewinn, der sich am heutigen 6. August zum 30. Mal jährt, steht unverrückbar in den Annalen der Roten Teufel. Lediglich eine Replik der schmucken Trophäe, die an eine schlanke Vase erinnert, fehlt noch im Bestand des heutigen FCK-Museums. Eine Aufgabe für die Zukunft, um den damaligen Titelgewinn auch einen optischen und haptischen Anstrich zu verleihen.

Bescheidener und zuverlässiger Defensiv-Arbeiter – Der Ex-FCK-Profi Jürgen „Joschi“ Groh feiert 65. Geburtstag

Blicken wir heute auf die FCK-Ära der 1970er und 1980er Jahre zurück, darf der Name Jürgen Groh nicht fehlen. Der bei Fans und Mannschaftskameraden meist „Joschi“ genannte Defensivspezialist begann am Betzenberg seine Profikarriere und trug jeweils zwischen 1976 und 1980 sowie noch einmal zwischen 1986 und 1989 das Trikot der Roten Teufel. Dazwischen verbrachte er fünf erfolgreiche Jahre beim Hamburger SV und kickte ein Jahr beim damals bereits sechsfachen türkischen Meister Trabzonspor an der türkischen Schwarzmeer-Küste.  Am heutigen 17. Juli 2021 wird Jürgen Groh 65 Jahre alt. Matthias Gehring blickt auf seine Karriere zurück.

Das Licht der Welt erblickte Jürgen Groh in Heppenheim, an der hessischen Bergstraße. Dort begann er auch als Knirps beim heimischen Starkenburgia Heppenheim mit dem Fußballspielen. Im Alter von 18 Jahren wechselte er zum nur wenige Kilometer entfernten VfR Bürstadt, der damals von Lothar Buchmann trainiert wurde. Mit den Bürstädtern wurde er 1975 Deutscher Amateur-Meister. Ein Jahr später wechselte er dann zum 1. FC Kaiserslautern. Sein Trainer Lothar Buchmann hatte dem damaligen FCK-Trainer Erich Ribbeck einen Tipp gegeben, seinen Schützling mal in Augenschein zu nehmen. Anlässlich des Hessentages 1976 in Bensheim, gastierte der FCK zu einem Freundschaftspiel. Gegner war der VfR Bürstadt. Der FCK gewann am 8. Juni 1976 vor rund 5.000 Zuschauern mit 3:0 und die Eindrücke, die Jürgen Groh bei jener Partie hinterlassen hatte, überzeugten die FCK-Verantwortlichen. Man traf sich im Dorint-Hotel zum Gespräch. Präsident Willi Müller, Trainer Erich Ribbeck und Udo Sopp überzeugten Jürgen Groh von einem Wechsel in die Pfalz. Wobei Erich Ribbeck darauf bestand, den Nachwuchskicker gleich mit einem Profivertrag auszustatten und ihn nicht zunächst der Amateurmannschaft zuzuordnen, wie es Willi Müllers Vorstellung war. Damit war der Beginn von Jürgen Grohs Profikarriere in trockenen Tüchern.

Sein Debüt beim 1. FC Kaiserslautern gab er gleich am ersten Spieltag der neuen Saison beim Auswärtsspiel in Köln, als er in der 63. Minute für Heinz Wilhelmi eingewechselt wurde. Der FCK verlor das Gastspiel bei den Domstädtern mit 1:3. Sein erstes Tor im Dress des FCK erzielte Jürgen Groh am 31. Spieltag, als er beim Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt am 21. April 1977 nach einer knappen halben Stunde die Führung für die Lauterer markierte. Noch vor der Halbzeit erhöhte Klaus Toppmöller auf 2:0, doch Bernd Hölzenbein gelangen noch zwei Treffer zum 2:2-Endstand. In seinen ersten vier Jahren reifte der junge Jürgen Groh am Betzenberg zum gestandenen Bundesliga-Profi. Dazu gehörte auch, dass er sich einen Spielerberater zugelegt hatte, der für ihn auch immer wieder den Markt sondierte. So kam es 1980 zu einer Anfrage des Hamburger SV. Manager Günter Netzer hatte wohl überzeugende Argumente auf den Tisch geblättert und der damalige Trainer Branco Zebec wollte ihn unbedingt verpflichten. So wechselte Jürgen Groh zum Beginn der Spielzeit 1980/81 von Kaiserslautern nach Hamburg.

Dort avancierte er spätestens ab der Spielzeit 1981/82 zu einer festen Größe im Spielsystem des neuen Trainers Ernst Happel, der zum Rundenbeginn Alexander Ristic abgelöst hatte. Branco Zebec, der Jürgen Groh in den Norden gelotst hatte, war bereits im Dezember von den HSV-Verantwortlichen entlassen worden. Mit dem HSV wurde Jürgen Groh zweimal Deutscher Meister und erreichte 1982 das Finale im UEFA-Pokal. Dort unterlagen die Hamburger gegen den IFK Göteborg, der im Halbfinale übrigens den 1. FC Kaiserslautern aus dem Wettbewerb geworfen hatte. Sowohl das Hinspiel (1:0) als auch das Rückspiel in Hamburg (3:0) konnten die Schweden für sich entscheiden. Ein Jahr später schaffte es der HSV auf internationaler Bühne sogar ins Endspiel um den Europapokal der Landesmeister. Gegner war Juventus Turin. Im Athener Olympiastadion erzielte Felix Magath das Tor des Tages und sicherte dem HSV damit die Fußballkrone im höchsten europäischen Vereinswettbewerb. Auch für Jürgen Groh bis zum Ende seiner Karriere der größte sportliche Erfolg. Während seiner letzten beiden Jahre beim HSV spielte Jürgen Groh übrigens auch noch mit Franz Beckenbauer zusammen, von dessen fußballerischen Qualitäten er bis heute schwärmt.

Da sein Vertrag bei den Hamburgern 1985 auslief, wechselte Jürgen Groh in die Türkei zu Trabzonspor. Auf Betreiben von Trainer Jürgen Sundermann, der die dortige Mannschaft im Sommer des gleichen Jahres übernommen hatte. Er war damit der erste deutscher Spieler beim noch jungen Club am Schwarzen Meer. Nach nur einem Jahr kehrte er zurück nach Deutschland und schloss sich erneut dem 1. FC Kaiserslautern an. Dort spielte er bis 1989 und beendete seine Profi-Laufbahn. Seine Karriere als aktiver Fußballer ließ er bei der SV Edenkoben ausklingen. Nach seiner Karriere hatte er für die Entsorgungsfirma des dortigen Hauptsponsors und Vorsitzenden Hans Frühbis gearbeitet und versucht als Trainer beruflich Fuß zu fassen. Doch nach einem Jahr ging er wieder in seinen alten Beruf zurück und arbeitete als Briefträger. Auch ein Zeichen der Bescheidenheit des zuverlässigen Defensiv-Arbeiters Jürgen Groh, der nie einen Hehl aus seiner Abneigung gegenüber dem harten Trainergeschäft machte. In einem Interview bekannte er einmal: „Ich habe schnell gemerkt, dass es nichts für mich ist. Man muss manchmal als Trainer ein bisschen Arschloch sein und das konnte ich nicht“. Jürgen Groh hatte als Fußballer viel erreicht. Er habe nie gerne im Rampenlicht gestanden, sei stets der ganz normale Jürgen Groh gewesen, war mit dem Erreichten stets zufrieden und realisierte, dass es eben irgendwann vorbei sei, begründete er seine Entscheidung, dem Fußball den Rücken zu kehren.

Seit dem Ende seiner aktiven Spieler-Karriere zieren 464 Pflichtspiele seine Vita, 351 davon in der Fußball-Bundesliga. Dabei trug er in 197 Partien das Trikot des FCK, für den er insgesamt 232 Pfichtspiele absolvierte. In 154 Spielen lief er mit der Raute des Hamburger Traditionsclubs auf der Brust in der Beletage des deutschen Fußballs auf. Außerdem absolvierte Jürgen Groh zwei A-Länderspiele, neun B-Länderspiele und 14 Spiele für die Olympia-Auswahlmannschaft. Sein erstes A-Länderspiel bestritt er übrigens am 26. Mai 1979 beim 3:1 im Spiel gegen Island, bei dem er auch in der Startaufstellung stand. Dieses Testspiel war für vier Jahre sein letztes Länderspiel. Durch seine Leistungen beim Hamburger SV bot er sich erneut Bundestrainer Jupp Derwall an und so kam er am 7. September 1983 gegen Ungarn zu seinem zweiten und letzten A-Länderspiel. Die Partie endete 1:1.

Auch wenn er die Fußballschuhe längst an den Nagel gehängt hat, verfolgt er das Geschehen rund um seine Ex-Vereine natürlich auch heute noch. Mit Herzblut vor allem den FCK, bei dem er sich nach eigenem Bekunden immer sehr wohl gefühlt habe. Am heutigen 17. Juli feiert Jürgen Groh seinen 65. Geburtstag. Die FCK-Familie und das Museumsteam gratulieren ganz herzlich!

Dem Schatten des Vaters längst entrückt – Der ehemalige FCK-Profi Robin Koch wird am 17. Juli 2021 25 Jahre alt

Harry Koch genießt beim FCK bis heute hohes Ansehen! Aber auch Robin Koch, der älteste Sohn des legendären Publikumslieblings, hat beim FCK Spuren hinterlassen und steht unverrückbar in den Annalen des pfälzischen Traditionsclubs. Allerdings verlief seine Karriere diametral invers zu der seines Vaters Harry, der erst mit 25 Jahren Profi wurde, 1995 von Vestenbergsgreuth zum Betzenberg wechselte und immerhin 187 Bundesligaspiele für die Roten Teufel absolvierte. Sohn Robin begann beim FCK mit dem Fußballspielen und hat längst auch die internationale Bühne betreten. Am heutigen 17. Juli wird er 25 Jahre alt. Matthias Gehring vom FCK-Museumsteam blickt auf seine Zeit beim FCK zurück.

Robin Koch wurde in Kaiserslautern geboren, noch während der aktiven Zeit seines Vaters beim FCK. Im zarten Alter von fünf Jahren begann er am Betzenberg bei den „Bambinis“ mit dem Kicken. Mit dem Umzug seiner Familie nach Dörbach in der Südeifel im Landkreis Bernkastel-Wittlich schloss er sich als Siebenjähriger dem SV Dörbach an. 2009 wechselte er zum SV Eintracht Trier, wo er im defensiven Mittelfeld zum gestandenen Fußballer heranreifte. In der Saison 2014/15 rückte er nach Abschluss seiner Ausbildung zum Industriekaufmann in den Kader der zweiten Herrenmannschaft der Trierer auf, die in der Rheinlandliga antrat. Nach der Saison wechselte Robin Koch zurück nach Kaiserslautern. Dort spielte er für die zweite Mannschaft des FCK, in der Regionalliga Südwest, und wurde regelmäßig auf beiden defensiven Außenbahnen eingesetzt. Im September 2016 erhielt er folgerichtig einen bis Juni 2019 gültigen Profivertrag und rückte zum 8. Spieltag in den Zweitligakader der ersten Mannschaft auf. Dort besetzte der mittlerweile 20-Jährige die Planstelle des gewechselten Sascha Mockenhaupt, setzte sich gegen Stipe Vučur durch und spielte mit seinen wechselnden Partnern Ewerton und Tim Heubach hinter dem Sechser Patrick Ziegler. Nach einer Verletzung Zieglers rückte Robin Koch ab März 2017 für den Rest der Spielzeit auf dessen Position vor.

Im August 2017 wechselte Robin Koch als Nachfolger von Marc Torrejón für eine Ablöse von etwa 3,5 Millionen Euro zum Bundesligisten SC Freiburg und avancierte damit zum zweitteuersten Abgang des FCK nach Miroslav Klose. Bis dahin hatte er 28 Pflichtspiele für den 1. FC Kaiserslautern absolviert, davon 27 in der zweiten Bundesliga. In insgesamt 27 Spielen in der Regionalliga Südwest trug er als Teil der zweiten FCK-Mannschaft das Trikot der Roten Teufel. Sein Bundesligadebüt gab er dann beim SC Freiburg beim 1:1 gegen Hertha BSC am 9. Spieltag im Oktober 2017, als er in der 85. Spielminute für Philipp Lienhart eingewechselt wurde. Nach einer Serie von acht sieglosen Partien befand sich die Mannschaft im Frühjahr im Abstiegskampf und konnte den Gang in die zweite Liga nicht mehr verhindern. Trotz allem soll wenig später ein Angebot des FC Sevilla beim SC Freiburg eingegangen sein, das Robin Koch jedoch ablehnte, wohl auf den Rat seines Vaters Harry und auch aufgrund seiner bisherigen positiven Entwicklung unter seinem Cheftrainer und Mentor Christian Streich. Die Fachpresse lobt bis heute sein Gespür für die Umschaltmomente sowie seine Stärken in der Spieleröffnung.

Im Sommer 2020 wechselte Robin Koch nach England zum Premier-League-Aufsteiger Leeds United, wo er einen bis Juni 2024 gültigen Vertrag unterschrieben hat. Victor Orta, Sportdirektor und Chefscout des Vereins, hatte ihn bereits während seiner Zeit in Kaiserslautern beobachtet und ihn im Januar 2020 erstmals direkt kontaktiert. Auf internationaler Bühne erschien der Koch-Sprössling allerdings schon 2018, als er am 12. Oktober mit der deutschen U21-Nationalmannschaft gegen Norwegen spielte und somit erstmals für ein deutsches Nationalteam auflief. Er wurde in der 73. Minute für Eduard Löwen eingewechselt. Bei der EM 2019, bei der Deutschland bis ins Endspiel vordrang, spielte der Defensiv-Allrounder aber lediglich acht Minuten lang. Am 7. Oktober 2019 wurde Robin Koch von Bundestrainer Joachim Löw für das Testspiel gegen die argentinische Nationalmannschaft und für das EM-Qualifikationsspiel gegen Estland erstmals für die A-Nationalmannschaft nominiert. Im Spiel gegen Argentinien gab er einen Tag später in Dortmund sein Debüt und spielte durch. Die Partie endete 2:2. Auch an der erfolgreichen Qualifikation zur Europameisterschaft 2021 wirkte der ehemalige FCK-Akteur als Teil einer Dreierkette neben Antonio Rüdiger und Emre Can in einer Partie aktiv mit. Das Ende der paneuropäischen Spiele, die aufgrund der Corona-Pandemie erst 2021 ausgespielt wurde, ist mit dem bitteren Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft gegen England noch allen in bester Erinnerung.

Robin Koch feiert am 17. Juli 2021 seinen 25. Geburtstag. Wir wünschen ihm zum Vierteljahrhundert-Jubiläum sowie für den weiteren Verlauf seiner noch jungen Karriere alles Gute und hoffen natürlich alle, dass es irgendwann einmal eine Rückkehr zum Betzenberg gibt.

Flucht, Hoffnung und Verhängnis: DDR-Nationalspieler Lutz Eigendorf wäre heute 65 Jahre alt

Der frühere FCK-Profi Lutz Eigendorf wäre am Freitag, 16. Juli 2021, 65 Jahre alt geworden. Auch 38 Jahre nach seinem Tod steht sein Name noch für viel Ungewisses. Hans Walter vom FCK-Museumsteam erinnert sich an den DDR-Nationalspieler, seine Flucht in den Westen und seinen ungeklärten Tod.

Er gehörte zu den ganz großen Talenten des Fußballs in der DDR, der am 16. Juli 1956 in Brandenburg an der Havel geborene Lutz Eigendorf. Mit dem Fußballspielen begann er im Alter von acht Jahren bei der BSG Motor in seiner Heimatstadt, besuchte von 1970 bis 1973 die Kinder- und Jugendsportschule Berlin und wurde in die Nachwuchsabteilung des DDR-Spitzenclubs BFC Dynamo Berlin aufgenommen. Eigendorf durchlief die für die DDR-Jugend üblichen Organisationen, versah seinen Zivildienst bei der VoPo und leistete seinen Wehrdienst bei einem Wachregiment. Zwischen 1973 und 1975 hatte er seiner Altersklasse entsprechend erste internationale Auftritte in den DDR-Juniorennationalmannschaften.

Ab 1974 wurde er als hochkarätiger Nachwuchsspieler in der ersten Mannschaft des BFC Dynamo eingesetzt. Der antrittsschnelle, zweikampfstarke und technisch versierte Eigendorf bestritt bis zum März 1979 nicht weniger als 100 Oberligabegegnungen für den Berliner Vorzeigeclub, 1978 wurde er in die DDR-Auswahlmannschaft berufen, mit der er binnen eines Jahres sechs Länderspiele absolvierte.

Lutz Eigendorf galt als „politisch zuverlässig“, er konnte – wie auch andere DDR-Spitzensportler – gewisse Privilegien genießen; er gründete mit seiner Gabriele eine Familie und wurde Vater.

Doch Eigendorf hatte Träume und Wünsche, von denen in seinem Umfeld niemand etwas ahnte. Er sehnte sich nach einem Leben und einer Karriere im Westen. Der Gedanke, dem Überwachungs- und Drangsalierungsstaat DDR entfliehen zu können, nahm wohl in dem Momente konkrete Formen an, als Eigendorf von dem für den 20. März 1979 geplanten Freundschaftsspiel seines BFC Dynamo im Westen – in Kaiserslautern! – erfuhr. Er wollte die Gelegenheit nutzen, seiner Heimat den Rücken zu kehren. Ehefrau und Tochter würde er zu einem späteren Zeitpunkt nachholen – ein naiver Gedanke!

Der BFC Dynamo Berlin gastierte also am 20. März 1979 auf dem Betzenberg.

Tags darauf traten die Berliner per Omnibus die Rückreise an. Dabei legte man in Gießen noch eine Pause ein. Lutz Eigendorf nutzte diese einzigartige Chance und bestieg in einem günstigen Moment ein Taxi und ließ sich nach Kaiserslautern fahren. Er kannte niemanden in der fremden Stadt, aber er hatte das Glück, beim damaligen Geschäftsführer des FCK abgesetzt zu werden, bei Norbert Thines.

Thines war sich der ganz besonderen Brisanz dieses Vorganges durchaus bewusst und zeigte sich als hervorragender Krisenmanager, der alles tat, um den knapp 23-jährigen Flüchtling zu schützen und vor der Öffentlichkeit zu verbergen.

Während die Presse im Westen mit großen Schlagzeilen von der „Flucht des Beckenbauers der DDR“ berichtete, hielt man in der DDR den Ball flach. In einem kleinen Artikel erfuhren die Fußballfreunde jenseits von Mauer und Stacheldraht lediglich, dass ein BFC-Spieler bei einem Gastspiel im Westen für Geld angelockt und zur Republikflucht veranlasst wurde.

Der 1. FC Kaiserslautern bot den Ostberlinern eine Ablösesumme von 100.000 DM an, was von Dynamo selbstverständlich abgelehnt wurde. Eigendorf wurde von der FIFA für ein Jahr gesperrt. Er arbeitete in dieser Zeit als Aushilfe auf der Geschäftsstelle des FCK, erwarb den B-Trainerschein und trainierte die B-Jugendmannschaft des FCK. Manche Spieler dieses Teams rühmen heute noch Lutz Eigendorf als einen der besten Trainer, den sie je erlebten.

Im Frühjahr 1980 erhielt Eigendorf endlich die ersehnte Spielberechtigung.

Er fügte sich fast nahtlos in die mit Spielern wie Briegel, Funkel, Geye, Melzer, Neues und Hellström stark besetzte Mannschaft. Lutz absolvierte 53 Bundesliga-, vier Pokal- und zehn UEFA-Cup-Begegnungen für den FCK.

Doch die Freude war nicht ungetrübt. Innenminister und Stasi-Chef Erich Mielke hatte die Schmach, von einem seiner Lieblingsspieler hintergangen worden zu sein, nicht verwunden. Er setzte seinen Stasi-Spitzelapparat sowohl gegen Lutz Eigendorf als auch gegen dessen Eltern und Ehefrau in Szene. Die Stasi-Organisation „Horch und Guck“ verfügte auch im Westen über zahlreiche Agenten, die jeden Schritt und jedes Wort beobachteten und dokumentierten. Aber auch Eltern und Ehefrau im Osten wurden rund um die Uhr bespitzelt. Kritische Äußerungen Eigendorfs in einem TV-Interview über die mangelnde Freizügigkeit im Osten wurden von der SED-Führung in diesem Zusammenhang sehr negativ vermerkt.

Besonders niederträchtig war der Einsatz eines „Romeo“-Agenten gegen die Ehefrau von Lutz Eigendorf, der dazu führte, dass Gabriele Eigendorf einer Schnellscheidung von dem „Verräter“ zustimmte. Dieser Agent hat sie später sogar geheiratet.

Lutz Eigendorf schien zu spüren, dass er ununterbrochen observiert wird. Obwohl er inzwischen wieder geheiratet hatte, fühlte er sich nicht glücklich. Den FCK-Verantwortlichen und Trainer Kalli Feldkamp schien ein Ortswechsel für Lutz eine gute Lösung und so ließ er sich von Eintracht Braunschweig unter Vertrag nehmen.

Ihm waren jedoch nur wenige Einsätze an seiner neuen Wirkungsstätte in Niedersachsen vergönnt.

Am 5. März 1983 erfuhr die Öffentlichkeit von einem Autounfall, bei dem sich Lutz Eigendorf schwerste Verletzungen zugezogen hatte. Zwei Tage später folgte die Nachricht vom Tod des knapp 27-jährigen Ex-DDR-Nationalspielers. Es wurde Alkohol in seinem Blut festgestellt, aber bald flammten auch Vermutungen auf, er sei von Stasi-Agenten betäubt und durch Injektionen alkoholisiert worden. Neue Nahrung erhielten die Gerüchte um eine Verstrickung der Stasi in den Tod von Lutz Eigendorf nach der Wende, als in den Spitzel-Unterlagen belastende Anmerkungen und Zitate gefunden wurden.

Da war vom „Verblitzen“, also vom absichtlichen Blenden des Autofahrers die Rede und im Raum stand auch die unmissverständliche Aussage, dass ein Verräter liquidiert werden müsse.

Aber all diese Hinweise führten zu keiner eindeutigen Schuldzuweisung; die Staatsanwaltschaft hat die Akte Eigendorf vor einigen Jahren geschlossen.

Lutz Eigendorf fand seine letzte Ruhestätte auf dem Hauptfriedhof in Kaiserslautern. Er gehörte keiner Kirche an, aber Ex-FCK-Präsident und Pfarrer Udo Sopp bereitete ihm, „dem Suchenden“, dennoch eine würdige Bestattung.

Alle Anhänger des 1. FC Kaiserslautern gedenken an Eigendorfs 65. Geburtstag eines hervorragenden Fußballspielers, in dessen Leben und Schicksal sich die Geschichte der beiden deutschen Staaten auf besonders unheilvolle Weise gespiegelt hat.

Fußballfachmann und sympathischer Spitzbub – Alles Gute zum 45. Geburtstag, Thomas Riedl

Am Freitag, 18. Juni 2021, wird Thomas Riedl 45 Jahre alt. Matthias Gehring vom FCK-Museumsteam blickt auf die Karriere des FCK-Eigengewächs zurück, das mit den Roten Teufeln unter anderem den Pokalsieg 1996 und die Deutsche Meisterschaft 1998 feiern konnte.

Als Thomas Riedl 1987 zur FCK-Jugend kam, brachte er mit seinem Familiennamen einen gewichtigen Rucksack mit. Immerhin hatte sein Vater „Hannes“ Riedl, der zwischen 1974 und 1981 stolze 251 Bundesligaspiele für den FCK absolviert hatte und mit den Roten Teufeln zweimal im DFB-Pokalfinale stand, am Betzenberg Kultstatus. Doch die Fußstapfen seines Vaters sollten für die Entwicklung des smarten jungen Kickers nicht hinderlich sein. Bis 1999 blieb Thomas Riedl beim FCK, ehe er für zwei Spielzeiten zum TSV 1860 München wechselte, um dann 2001 zum Betzenberg zurückzukehren, wo er sich noch einmal fünf Jahre lang in die Herzen der Fans spielte. Heute ist er unter anderem als Talentförderer im nahegelegenen Alsenborn tätig. Thomas Riedl feiert am 18. Juni 2021 seinen 45. Geburtstag.

Im heimischen Otterbach begann er als sechsjähriger Knirps beim dortigen FC Phönix 1913 damit, dem Ball nachzujagen, ehe er dann 1987 zum Betzenberg kam. Er durchlief die Jugendmannschaften des FCK und erhielt mit Beginn der Saison 1994/95 einen Profivertrag. Doch es sollte über ein Jahr dauern, ehe er sein Profi-Debüt gab. Das erfolgte am 18. November 1996 vor heimischem Publikum, als er beim 0:0 gegen den TSV 1860 München in der Startelf stand. Am Ende der denkwürdigen Saison 1995/96 stieg der FCK erstmals aus der Bundesliga ab. In der ersten Zweitligasaison des Vereins kam Thomas Riedl 23-mal zum Einsatz, erzielte dabei fünf Tore und stieg mit dem FCK am Ende souverän auf. In der darauffolgenden Saison 1997/98 dann die märchenhafte Sensation. Der FCK wurde als Aufsteiger Deutscher Meister. Thomas Riedl trug in der Meistersaison nur sechsmal das Trikot der Roten Teufel, erzielte ein Tor. Im Sommer 1999 wechselte er dann zu den Münchner Löwen, wo er sich in einem ganz besonderen Spiel auch in der blau-weißen Fangemeinde Legendenstatus erarbeitete. Am 27. November 1999 erzielte er im Derby gegen den FC Bayern München durch einen sehenswerten Weitschuss in der 85. Spielminute den 1:0-Siegtreffer. Damit schafften die Sechziger den ersten Derbysieg seit 22 Jahren.

Im Sommer 2001 kehrte Thomas Riedl zum FCK zurück und blieb fünf weiter Jahre am Betzenberg. In der Saison 2005/06 verlor er seinen Stammplatz. Sein Kontrakt sollte zum Saisonende nicht mehr verlängert werden. Der FCK stieg am Ende der Spielzeit ab. Thomas Riedl ging nach Österreich und unterschrieb beim als FC Superfund auftretenden ASKÖ Pasching in der österreichischen Bundesliga. Im Sommer 2010 kehrte er nach Deutschland zurück und unterschrieb einen Vertrag beim Regionalligisten Eintracht Trier. Im Januar 2011 wechselte er zum Südwest-Oberligisten SC Idar-Oberstein, mit dem er am Saisonende Meister wurde. Zur Saison 2011/2012 wechselte er zum FK Pirmasens und beendete dort nach der Saison seine aktive Karriere. Für den FCK absolvierte Thomas Riedl 209 Pflichtspiele, davon 156 in der Bundesliga.

Ein Jahr später begann er eine Karriere als Trainer beim SC 07 Idar-Oberstein in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar, an der Seite von Olaf Marschall. In der ersten Spielzeit verpasste seine Mannschaft knapp den Aufstieg und erreichte den 6. Platz in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar. Nach einer schwachen Anfangsphase der Saison 2014/15 musste er seinen Platz räumen. Fußball war für Thomas Riedl nach seiner Profikarriere nicht alles. Er war stets darauf bedacht, auch auf ein solides Standbein außerhalb des grünen Rasens setzen zu können. Er absolvierte ein Studium in Sportmanagement und BWL und schloss vor ein paar Jahren die IHK-Prüfung als Versicherungsfachmann ab.

Dem Fußballsport, in dem er als aktiver Kicker in seiner gesamten Karriere beeindruckende 435 Pflichtspiele absolvierte, bleibt er auch weiterhin verbunden. In Alsenborn, einem Ort mit großer Fußballtradition. Dort haben vor acht Jahren der SV Alsenborn, die SpVgg NMB Mehlingen und der FC Eiche Sippersfeld den Junioren-Förderverein Nord-West-Pfalz gegründet. In enger Verzahnung mit der Fußballschule des ehemaligen FCK-Profis Axel Roos sollen dort Talente der beteiligten Vereine ausgebildet werden und auf eine Laufbahn als Fußballer vorbereitet werden. Sportlich, aber auch menschlich. Denn der JFV, der sich selbst den Namen „Fritz-Walter-Jugend“ verliehen hat, sieht sich in der Tradition des FCK-Idols und Weltmeisters von 1954 und legt in der Ausbildung auch höchsten Wert auf die Vermittlung von Primärtugenden, die untrennbar mit dem Namen Fritz Walter verbunden sind. Hier bringt Thomas Riedl seit sechs Jahren sein Können und sein Wissen mit ein. Am heutigen 18. Juni feiert der einstige Mittelfeldmann mit dem spitzbübischen Grinsen, mit dem er auch heute noch jeden einfangen kann, seinen 45. Geburtstag. Auch das Museumsteam gratuliert auf das Herzlichste.

Ein leuchtendes Vorbild – heute mehr denn je: Zum 19. Todestag von Fritz Walter

Neunzehn Jahre ist es her, dass sich die Nachricht von Fritz Walters Tod verbreitete. Am 17. Juni 2002 verstarb der Weltmeister und Ehrenspielführer der Deutschen Nationalmannschaft in seinem Haus in Enkenbach-Alsenborn. Ein halbes Jahr nach dem Tod seiner Frau Italia Walter, mit der er 53 Jahre lang eine glückliche Ehe führte. Matthias Gehring und Hans Walter vom FCK-Museumsteam erinnern an den größten deutschen Fußballer aller Zeiten.Am 31. Oktober des vergangenen Jahres wäre Fritz Walter 100 Jahre alt geworden. Zu diesem Anlass waren auch die Vorbereitungen und Arbeiten zur Sonderausstellung „Das Wunder von Kaiserslautern. Fritz Walter zum 100. Geburtstag“ abgeschlossen. Eine Ausstellung, die im FCK-Museum und im Stadtmuseum Kaiserslautern (Theodor-Zink-Museum | Wadgasserhof) das Leben des populären Lauterer Sohnes abbildet und die wegen der Corona-Pandemie der Öffentlichkeit bisher nicht zugänglich gemacht werden konnte. Doch in wenigen Wochen dürfen sich die FCK-Fans darauf freuen, das nachholen zu können, was im letzten Viertel des Jahres 2020 nicht mehr möglich war.

Fritz Walters Kindheit und Jugend waren gekennzeichnet von den wirtschaftlichen Nöten in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg. Sein überragendes Talent und die Liebe zum Fußballsport entfalteten sich beim Straßenfußball, wo beim „Kanälchers“ seine jüngeren Brüder Ludwig und Ottmar sowie einige Buben aus dem Umfeld der Uhlandstraße einfachsten selbstgefertigten Bällen hinterherjagten. Den Vereinssport begann Fritz Walter beim FV Kaiserslautern, der 1931 in „1. FC Kaiserslautern“ umbenannt wurde. Die Vereinsverantwortlichen erkannten sehr bald seine außerordentlichen Talente. Bereits 1934 nahm die Presse erstmals Notiz von Fritz und kaum 18 Jahre alt, wurde er in der ersten Mannschaft des 1. FCK eingesetzt. Seine Torjägerqualitäten und seine Spielintelligenz führten bald zu einer Empfehlung an Reichstrainer Sepp Herberger. Es erfolgte die Einladung zu einem Lehrgang mit der Nationalmannschaft. Am 14. Juli 1940 konnte Fritz Walter in Frankfurt zu seinem ersten Länderspiel auflaufen und sich gleich mit drei Treffern in die Torjägerliste eintragen. Auf Anhieb war er Stammspieler der deutschen Nationalmannschaft geworden.

Inzwischen war der Zweite Weltkrieg in Europa ausgebrochen und auch Fritz Walter wurde zur Wehrmacht eingezogen. Er konnte zwar weiterhin für seinen FCK spielen, wurde dann aber nach Lothringen abkommandiert, wo er einige Zeit für Diedenhofen (Thionville) zum Einsatz kam. Einige Begegnungen bestritt er überdies mit der „Pariser Soldatenelf“. Gegen die Slowakei absolvierte Fritz Walter sein 24. und bedingt durch den Krieg vorerst letztes Länderspiel für Deutschland. Der Krieg war Fritz Walter zuwider. Seine Versetzung 1943 nach Italien, auf die Insel Sardinien, brachte ihm eine Infektion mit der tückischen Krankheit Malaria. Fortan machte ihm heißes Klima immer zu schaffen. Reichstrainer Sepp Herberger und der Jagdflieger und Geschwaderkommodore Hermann Graf setzten im Hintergrund die Versetzung Fritz Walters zur Luftwaffe und zur Einheit Grafs nach Ostfriesland durch. Ein Glücksfall für den talentierten Kicker, der so nach Deutschland zurückkehren und alsbald in der von Hermann Graf aufgestellten Soldatenmannschaft auch wieder Fußball spielen konnte.

Kurz vor Kriegsende ergab sich die Einheit von Oberst Graf den Amerikanern, wurde dann jedoch der Sowjetarmee ausgeliefert. So gelangte Fritz Walter in ein Gefangenenlager auf rumänischem Boden, Marmaros Sziget. Dort erlitt er einen erneuten Ausbruch der Malaria-Erkrankung. Wieder waren es glückliche Fügungen, die ihn im Lager mit seinem Bruder Ludwig zusammenführten und ihm durch den Fußball einen besonderen Status verschafften. Er durfte mit der Wachmannschaft des Lagers Fußball spielen und schließlich blieb ihm und Bruder Ludwig der Abtransport ins Innere Russlands oder nach Sibirien erspart. Mit dem Einverständnis des fußballbegeisterten Lagerkommandanten wurden sie einem Westtransport zugeordnet. Nach Westen, das bedeutete in die Heimat, nach Kaiserslautern!

Schon kurz nach seiner Rückkehr im Oktober 1945 begann Fritz Walter mit dem Aufbau einer neuen Mannschaft beim 1. FC Kaiserslautern. Er leitete persönlich das Training und wirkte überdies als Geschäftsführer seines Vereins. Die wichtigste und schwierigste Herausforderung in den bitterarmen Nachkriegsjahren war das Beschaffen von Nahrungsmitteln und Ausrüstungsgegenständen, um überhaupt Fußball spielen zu können. Legendär wurden die Spiele des FCK gegen Mannschaften aus dem ländlichen Umfeld der Stadt Kaiserslautern, die man „Kalorien-“ oder „Grumbeerspiele“ nannte. In dieser Zeit wuchs eine Mannschaft heran, die bald zu den besten in Deutschland zählen sollte und die unter dem Synonym „Walter-Mannschaft“ bis heute Legenden-Status innehat. Nicht nur bei FCK-Fans!

Unter Fritz Walters Führung stellten sich in den nachfolgenden „goldenen Jahren“ für den 1. FC Kaiserslautern jene Erfolge ein, die ihn zu den besten Vereinen Deutschlands werden ließen: Meisterschaften in der Französischen Besatzungszone, Südwestmeisterschaften, 1951 und 1953 Deutsche Meisterschaften, 1948, 1954 und 1955 Vizemeisterschaften – und vor allem die Berufung von fünf Spielern des FCK in die Nationalmannschaft (Fritz und Ottmar Walter, Werner Liebrich, Werner Kohlmeyer und Horst Eckel) für das Weltmeisterschaftsturnier in der Schweiz 1954. Für Fritz Walter war der sensationelle Gewinn des Endspiels gegen die „Wundermannschaft“ aus Ungarn, das „Wunder von Bern“, der strahlende Höhepunkt seiner Laufbahn als Fußballspieler. Es folgte 1958 ein weiterer Einsatz bei der Weltmeisterschaft in Schweden, bei der aber eine schwere Verletzung im Halbfinale das Ende seiner internationalen Karriere bedeutete. Ein Jahr später zog sich Fritz Walter auch vom Spielbetrieb beim FCK zurück. Er wurde Repräsentant mehrerer Firmen und betrieb in Kaiserslautern zunächst einen Waschsalon und mit dem „Universum“ schließlich ein großes Kino. Als Berater des Dorfvereins SV Alsenborn geriet Fritz in den Sechzigerjahren beim „Wunder von Alsenborn“ noch einmal in die Schlagzeilen. Soziales Engagement bewies Fritz Walter mit seinem jahrelangen Einsatz für die Sepp-Herberger-Stiftung und mit seinem unermüdlichen Engagement für den Fußballernachwuchs, der ihm sehr am Herzen lag. Am 17. Juni 2002 ist Fritz Walter in seinem Haus in Alsenborn verstorben.

Überdauert haben nach dem Tod von Fritz Walter Werte, für die er selbst ein Leben lang eingetreten ist. Dazu gehören Heimatverbundenheit und Vereinstreue. Immerhin hat er nie für einen anderen Verein als den 1. FC Kaiserslautern spielen wollen. Auch nicht für unfassbar viel Geld. „Dehääm is dehääm“, pflegte er zu sagen. Der Name Fritz Walter steht aber auch unerschütterlich für Kameradschaftlichkeit, Fairness, Anstand, Respekt, Toleranz und Demut. Charakterzüge, die für ihn selbstverständlich waren. Vor allem aber zeichneten ihn menschliche Grundtugenden, wie sympathische Bescheidenheit und Natürlichkeit aus. Nur wenige Sportlerpersönlichkeiten sind so lange nach ihrem Tod derart nachhaltig im kollektiven Gedächtnis hängengeblieben, wie Fritz Walter. Seine außerordentliche Beliebtheit und Hochachtung, die ihm über seinen Tod im Jahre 2002 hinaus zuteil wird, liegt nicht nur in seinen großartigen sportlichen Erfolgen begründet. Sie ist in besonderem Maße dem Menschen geschuldet, der bis heute nichts von seiner Ausstrahlung verloren hat und dessen Werte, die ihn ein Leben lang geleitet haben, auch in unserer Gegenwart Gültigkeit besitzen. Wir tun gut daran, uns dies tagtäglich vor Augen zu halten und uns dessen nicht nur zu erinnern, sondern zumindest zu versuchen, es auch ein Stück weit zu leben.

Das ihm gewidmete Museum des 1. FC Kaiserslautern sieht es als seine vornehmste Aufgabe an, die Erinnerung an diesen außergewöhnlichen Fußballspieler und Menschen wach zu halten und daran zu erinnern, was der Mensch Fritz Walter war, ist und bleibt. Ein leuchtendes Vorbild – heute mehr denn je! Gerade in einer Zeit, in der Umgangskultur oft völlig enthemmt wirkt, stehen wir in der Pflicht, die kostbaren Ideale und Werte Fritz Walters auch zukünftigen Generationen zu vermitteln. Auf dass sie wieder salonfähig werden. Fritz, wir werden Dich nie vergessen!

„Kleiner Bruder“, Torjäger, Weltmeister – in memoriam Ottmar Walter

Acht Jahre sind vergangen, seit uns am 16. Juni 2013 die Nachricht vom Tode Ottmar Walters ereilte. Hans Walter vom FCK-Museumsteam erinnert sich an diesem Tage an die FCK-Legende und den Weltmeister von 1954.

Bei den Anhängern des 1. FC Kaiserslautern ist die Erinnerung an den einstigen Mittelstürmer, Torjäger und Meisterspieler, den jüngeren Bruder des „großen Fritz“, überaus lebendig geblieben; unvergessen sind seine Tore, die dem FCK zu Meisterehren verhalfen sowie seine Sturmläufe und Treffer im Trikot der deutschen Nationalmannschaft — und vor allem natürlich sein schier unermüdlicher Einsatz im Endspiel um die Weltmeisterschaft 1954, als er mit seinem Bruder Fritz und drei weiteren Kameraden vom Betzenberg das „Wunder von Bern“ perfekt machen konnte.

Ottmar wurde am 6. März 1924 als Jüngster der drei Walter-Buben in Kaiserslautern geboren. Bereits im Vorschulalter war zu beobachten, wie er unverdrossen mit seinen großen Brüdern Fritz und Ludwig und Freunden aus der Nachbarschaft in der Uhlandstraße „Kanälches“ spielte und dabei ein Gummibällchen, einen zusammengewickelten Stoffklumpen oder eine leere Konservendose in die Öffnung eines Gullys zu befördern versuchte. Wie seine Brüder gelangte auch er mit acht Jahren in die Schülermannschaft des FCK.

Zunächst stand er im Schatten seines ältesten Bruders Fritz, dessen Ausnahmetalent früh erkannt wurde und ihn bereits mit 17 Jahren in die erste Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern katapultierte und ihm erste Berufungen in Auswahlmannschaften einbrachte. Auch Reichstrainer Sepp Herberger überzeugte sich vom großen Können des jungen Fritz Walter, berief ihn zu Lehrgängen und setzte ihn im Juni 1940 erstmals als Nationalspieler in einem Länderspiel ein.

Der zu diesem Zeitpunkt sechzehnjährige Ottmar träumte zwar davon, Rennfahrer zu werden, beschäftigte sich gerne mit Motoren und absolvierte schließlich eine Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechaniker. Aber er spielte auch gerne und sehr gut Fußball – und das Vorbild seines Bruders Fritz reizte seinen Ehrgeiz. Vollmundig verkündete er, eines Tages auch Nationalspieler zu werden. Das wiederum traute Vater Ludwig seinem „steifen Jockel“ nicht zu und es wurde schließlich sogar um ein Fass Bier gewettet, ob Ottmar je das Trikot der Nationalmannschaft tragen würde oder nicht. Immerhin absolvierte der gerade 17 Jahre alt gewordene Ottmar am 9. März 1941 sein erstes Spiel in der Ligamannschaft seines FCK und während der nachfolgenden Saison 1941/42 brachte er es in 17 Einsätzen auf 15 Torerfolge in der 1. Liga des Gaues Westmark.

Das sportliche Geschehen wurde jedoch überschattet von dem seit 1939 tobenden Zweiten Weltkrieg – und nach Fritz, der 1940 zur Wehrmacht einrücken musste, ereilte nun auch Ottmar der unheilvolle ‘Ruf zu den Waffen’. Ottmar Walter entschied sich für den Dienst bei der Marine.

Nach Einsätzen an Marinestützpunkten im besetzten Frankreich und in den Niederlanden gelangte Ottmar nach Kiel. Dort konnte er als wertvoller Gastspieler bei den „Störchen“ von Holstein Kiel Fußball spielen und mit seiner Mannschaft sogar in die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft vordringen. Bis heute ist der torgefährliche Stürmer aus Kaiserslautern in Kiel nicht vergessen. In dieser Zeit wurde auch Reichstrainer Sepp Herberger auf den Bruder von Fritz, der bis zur kriegsbedingten Einstellung der Länderspiele im Herbst 1942 bereits 24-mal international gespielt hatte, aufmerksam und er sah ihn für die Zeit nach dem Krieg für die Nationalmannschaft vor. Nach Ottmars Versetzung nach Cuxhaven folgte dort sein nächstes fußballerisches Gastspiel.

Eine dramatische Wende nahm sein Leben im Sommer 1944, als er mit seinem Minensuchboot zu einem Einsatz im English Channel kommandiert wurde. Seit der Invasion besaßen allerdings die Alliierten die Oberhand zu Wasser und in der Luft und sein Schiff wurde von US-amerikanischen Seestreitkräften beschossen und versenkt. Von den 130 an Bord befindlichen Marinesoldaten konnten nur zwölf gerettet werden – darunter Ottmar Walter.

Bei dem Gefecht hatte Ottmar jedoch schwere Verletzungen erlitten; Splitter waren in seine Schulter und in sein Knie eingedrungen und es schien zunächst so, als könne er nie mehr richtig laufen und natürlich auch keinen Fußball mehr spielen. In der Gefangenschaft auf englischem Boden vermochte ein geschickter Chirurg die Splitter aus Ottmars Knie zu entfernen und somit das Bein zu retten. Mit anstrengenden und schmerzhaften Übungen schaffte er es unter großer Willensstärke, das Bein beweglich zu halten und auch wieder beim Fußballsport zu belasten.

Im Spätsommer 1946 wurde Ottmar Walter aus der Gefangenschaft entlassen und kehrte nach Kaiserslautern zurück. Dort war man glücklich, den Stürmer in der inzwischen von Spielertrainer Fritz neu formierten Mannschaft des FCK einsetzen zu können.

Die „Walter-Mannschaft“ machte nachhaltig von sich reden, sie wurde wiederholt Meister der Französischen Zone und kämpfte sich 1948, als wieder ein Deutscher Meister ausgespielt wurde, in das Endspiel vor. Diese Begegnung ging im August 1948 in Köln gegen den 1. FC Nürnberg zwar mit 1:2 verloren, doch der FCK galt nun als eine deutsche Spitzenmannschaft.

1950 endete die durch Krieg und Nachkriegszeit verursachte Isolation des deutschen Fußballsports und in Stuttgart kam es zum ersten Länderspiel in der Geschichte der jungen Bundesrepublik Deutschland. Gegner war die Schweiz. Fritz Walter konnte bei dieser Begegnung wegen einer Verletzung nicht auflaufen, doch Trainer Herberger vertraute dem jüngeren Bruder seines Spielmachers und ermöglichte ihm sein erstes Länderspiel. Ottmar erwies sich prompt als der auffälligste Spieler auf dem Rasen des Neckarsstadions und zeigte, dass er auch ohne seinen Bruder Fritz bestehen konnte.

Endgültig konnte Ottmar Walter seine Klasse unter Beweis stellen, als er – trotz vorangegangener Verletzungspause – das Endspiel 1951 gegen Preußen Münster mit zwei Toren zum 2:1-Sieg und zum Gewinn der ersten Deutschen Meisterschaft seines FCK entscheiden konnte.

Nach einem zweiten Meisterschaftstriumph mit dem FCK 1953 folgte ein Jahr später das Weltmeisterschaftsturnier 1954 in der Schweiz. Längst war Ottmar Stammspieler der Nationalmannschaft und er konnte mit vier Torerfolgen seinen Beitrag zum Einzug seiner Mannschaft in das Finale von Bern gegen die „Wundermannschaft“ aus Ungarn leisten. Die Torschützen in dem legendären Endspiel vom 4. Juli 1954 waren zwar Max Morlock und zwei Mal Helmut Rahn, doch Ottmar beschäftige die ungarische Abwehr ständig mit seinen Sturmläufen und seinem Rochieren auf die Flügel und hatte somit ebenfalls einen hohen Anteil an dem Erfolg.

Als Weltmeister kehrten Ottmar und sein Bruder Fritz Walter sowie Werner Liebrich, Werner Kohlmeyer und Horst Eckel nach Kaiserslautern zurück. Als Familienvater hatte er zur Existenzsicherung zuvor, am 8. Dezember 1953, in seiner Heimatstadt eine Tankstelle mit KFZ-Service eröffnet. Sogar die Wochenschau „Welt im Bild“ berichtete von diesem Ereignis. das nun in den bundesdeutschen Kinos zu sehen war. In der Pfalz drückte man seine Dankbarkeit für den Torjäger mit dem Spruch aus: „Willst Du´s dem Ottmar Walter danken, dann musst Du fleißig bei ihm tanken.“

In den Jahren nach dem Triumph von Bern blieb Ottmar von Verletzungen nicht verschont; weitere Operationen an seinem lädierten Knie wurden notwendig und waren der Grund, weshalb er es bis 1956 nur auf 21 Einsätze in der Nationalmannschaft brachte. Mit dem FCK erreichte er 1956 und 1957 erneut die südwestdeutsche Meisterschaft, doch in der Saison 1958/59 folgte mit dem Rückzug von Fritz und Ottmar Walter das Ende der glanzvollen Ära der Walter-Mannschaft.

Die Bilanz von Ottmar Walter, dem „Sigismund“ oder „Ottes“, wie er auch genannt wurde, ist sensationell: In 279 Oberligaspielen erzielte er die stattliche Anzahl von 307 Toren. Rechnet man seine in den Endrunden-, Zonenmeisterschafts- und Pokalspielen erzielten Treffer hinzu, so stehen für ihn 389 Tore zu Buche, die er für seinen FCK erzielen konnte, womit er der Rekordtorjäger des Vereines ist.

Einen geschäftlichen und persönlichen Tiefpunkt Ende der Sechzigerjahre konnte er – auch mit dem Zuspruch Sepp Herbergers und seines Bruders Fritz – aus eigener Kraft überwinden. Er gab die Tankstelle auf und wirkte bis zum Erreichen der Pensionsgrenze als zuverlässiger und beliebter Mitarbeiter bei der Stadtverwaltung Kaiserslautern.

Nach dem Tode von Fritz im Jahre 2002 übernahm er für den DFB Repräsentationsaufgaben und er war bei den Fernsehsendern wegen seiner stets freundlichen, bescheidenen und natürlichen Art ein kompetenter Interviewpartner.

Die letzte Phase seines Daseins erlebte er in einem Seniorenheim am Stadtpark von Kaiserslautern. Dort ist er am 16. Juni 2013 verstorben — von unzähligen Fußballfreunden in ganz Deutschland betrauert – aber bis zum heutigen Tag nicht vergessen.

In Dankbarkeit erinnern sich alle FCK-Fans am heutigen Tage des großen Torjägers und Meisterspieler Ottmar Walter.

Der Star war unumstritten die Mannschaft – Am 15. Juni 1991 gewann der FCK seinen dritten Meistertitel

30 Jahre ist es her, dass der 1. FC Kaiserslautern seinen dritte Deutsche Meisterschaft – nach den beiden Titeln der Walter-Elf 1951 und 1953 – gewinnen konnte. Matthias Gehring erinnert sich an eine herausragende Spielzeit in der langen Geschichte der Roten Teufel und das unvergessene Saisonfinale in Köln.

Es war ein überraschender und gleichzeitig ein überzeugender Triumph. Am 15. Juni 1991 wurde der 1. FC Kaiserslautern zum dritten Mal in seiner Geschichte Deutscher Meister! Nach 1951 und 1953, zum ersten Mal seit Bestehen der Bundesliga. Mit einem furiosen 6:2 wurde am letzten Spieltag der Saison der 1. FC Köln im Müngersdorfer Stadion vor rund 40.000 mitgereisten Pfälzer Fans niedergerungen. Mit drei Punkten Vorsprung vor den Münchner Bayern konnte sich die Mannschaft von Trainerlegende Karl-Heinz Feldkamp und um Kapitän Stefan Kuntz nach einer souveränen Saison verdientermaßen den Titel sichern. Die legendäre Partie in Köln mit dem Gewinn der Meisterschale jährt sich nun zum 30. Mal.

Niemand hatte zum Beginn der Spielzeit 1990/91 den FCK auf dem Zettel! Die Roten Teufel hatten sich zwar zum Ende der vorangegangenen Spielzeit den DFB-Pokal geholt, dennoch hätte niemand dem FCK zugetraut, im Jahr darauf in der Bundesliga überhaupt oben mitspielen zu können, geschweige denn den Titel zu holen. Immerhin war die Mannschaft in der vorangegangenen Saison nur knapp dem Abstieg entronnen. Diese entscheidenden Wochen im Schlussspurt der Spielzeit 1989/90 sollten jedoch das Fundament für die beiden Titel zu Beginn der Neunziger sein. Unumstrittener Regisseur: Trainer Karl-Heinz Feldkamp, der im März 1990 von ägyptischen Hauptstadtclub Al Ahly Kairo zum Betzenberg kam. Er löste Gerd Roggensack ab, der nach dem 22. Spieltag und der bitteren 0:4-Niederlage beim SV Waldhof seinen Platz räumen musste. Der Ausgang ist bekannt, der FCK hielt die Klasse und schaffte es obendrein, als Außenseiter im DFB-Pokalfinale den Favoriten Werder Bremen mit 3:2 zu schlagen.

Die Erleichterung über den Klassenerhalt und die Pokaleuphorie bescherten der Mannschaft mit ihrem Trainer Karl-Heinz Feldkamp, dem Verein und den Fans ein Gefühl von Leichtigkeit und Unbeschwertheit, die mit in die neue Spielzeit genommen wurden und sicher mit dazu beigetragen haben, dass sich der FCK eher unverkrampft den Weg zum Titel bahnte. Saisonziel sollte ein einstelliger Tabellenplatz sein, was durchaus realistisch erschien. Doch die meisten Fans hätten sich auch schon mit einer sorglosen Spielzeit ohne Abstiegsangst zufriedengegeben. Es sollte anders kommen.

Der sensationelle Erfolg beruhte vor allem auf einer Grundlage. Der Star war unumstritten die Mannschaft! Es ragte kein einziger Spieler von seinen fußballerischen Qualitäten überragend heraus. Jeder konnte jeden ersetzen, es wurde regelmäßig rotiert und die Anfangsformation geändert. Eigentlich spielte das Team zwei Systeme. Auswärts mit ruhigem und abgeklärtem Fußball und dann der Fußball vor heimischem Publikum. „Ball nach vorne und alle hinterher“, beschrieb Meister-Spieler Rainer Ernst einmal die Spiel-Philosophie im eigenen Stadion. Die Mannschaft überzeugte auch durch viele strategische Wechsel und durch ihre Variabilität. Kapitän Stefan Kuntz zum Beispiel spielte in dieser Saison von der Libero-Position bis zur Stürmer-Rolle eigentlich alles. „So hatten wir einige im Team, die Du überall hinstellen konntest. Das war unser großer Trumpf“, skizzierte auch schon Co-Trainer Rainer Hollmann die Erfolgsfaktoren zum dritten Meistertitel.

Nach einem guten Saisonstart mit zwei Auswärtssiegen in Hamburg (3:1) und Dortmund (2:0) sowie einem 1:1-Unentschieden im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt, setzten sich die Roten Teufel jedoch schnell in der Spitzengruppe der Liga fest. Zur Winterpause lag der FCK noch auf Platz drei, zwei Punkte hinter Herbstmeister Werder Bremen, ein Punkt hinter den Zweitplatzierten Münchner Bayern. Doch nach dem 2:1 auf dem Betzenberg am 22. Spieltag gegen Titelfavorit Bayern München übernahm der FCK die Tabellenspitze und gab sie bis zum Saisonende nicht mehr her. Daran änderten auch unzählige Sticheleien aus der bayrischen Landeshauptstadt nichts, denen man eher mit Humor begegnete. Man erinnere sich nur an die T-Shirts mit dem Aufdruck “…lieber Betzenberg als Effenberg”. Ein Merchandise-Artikel, der seinerzeit reißenden Absatz erfuhr und nur eine von vielen sichtbaren Reaktionen auf die Giftpfeile waren, die in der Rückrunde von den Münchner Bayern geschossen wurden.

Im Fernduell mit den Münchner Bayern den Titel vor Augen, sollten aber vor allem die letzten drei Spieltage noch einmal eine Achterbahn der Gefühle werden. Am 32. Spieltag siegte der FCK auswärts mit 2:1, während die Münchner Bayern im Ruhrpott Federn ließen und bei der SG Wattenscheid 09 mit 2:3 unterlagen. Der Titel war zum Greifen nah und am 33. Spieltag hätte vor heimischem Publikum ein Remis gereicht, um sich die Schale zu sichern. Doch die Fohlen vom Niederrhein führten zur Pause schon mit 2:0 und bauten in der 82. Minute den Vorsprung gar noch aus. Erst in den letzten beiden Spielminuten verkürzten Markus Kranz und Bruno Labbadia noch einmal auf 2:3, doch mehr war an dem Tag nicht drin. Der FC Bayern München war nach einem 1:0-Auswärtserfolg beim 1. FC Nürnberg wieder auf Schlagdistanz. Es kam also zum Showdown am letzten Spieltag der Spielzeit 1990/91. Für den 1. FC Kaiserslautern hätte ein Punktgewinn in Köln gereicht, um den ersten Deutschen Meistertitel, seit den beiden bis dato größten Erfolgen der Vereinsgeschichte in den Jahren 1951 und 1953, in die Pfalz zu holen.

Es begann die größte „Völkerwanderung“ in der Geschichte des pfälzischen Traditionsvereins. Am 15. Juni 1991 traten unglaubliche 40.000 FCK-Fans den Weg nach Köln an. Ein Zuschauerrekord für die Ewigkeit! Die Kölner hatten vor dieser Begegnung eigentlich noch Chancen, sich für den UEFA-Cup zu qualifizieren. Doch der Club aus der Domstadt hatte versäumt, frühzeitig den Kartenverkauf zu reglementieren. Die einfallsreichen Fans der Roten Teufel ließen sich diesen Steilpass nicht entgehen und räumten den Karten-Markt derart ab, dass die lediglich 15.000 einheimischen FC-Fans sich einer unglaublichen Übermacht an FCK-Anhängern gegenüber sahen und im Verlaufe des Spiels weder akustisch noch optisch eine Chance hatten, dagegen anzukommen. Ein denkwürdiges FCK-Heimspiel in Müngersdorf! Ein erstes akustisches Opfer der Pfälzer Invasion war damals Weltmeister Pierre Littbarski. Vielleicht erinnern sich noch viele an die Szene, als das Kölner Idol zum Aufwärmen auf den Rasen trabte. Nach einem dezenten Gruß in Richtung seiner Südkurve schlug ihm aus dem kompletten Stadion-Oval – außer aus den Südkurvenblöcken – ein gellendes Pfeifkonzert entgegen, was ihn auch kurz innehalten ließ. Damit hatte er, damit hatte die Mannschaft der Kölner insgesamt nicht gerechnet. Das war mehr als ein Heimspiel für unseren FCK. Das war eine akustische und optische Demütigung der Heimmannschaft schon lange vor dem Anpfiff.

Aber auch die Mannschaft um Kapitän Stefan Kuntz hatte vor dem Anpfiff nicht die leisesten Zweifel, dass man an diesem Tag Geschichte schreiben würde. So offenbarte beispielsweise Tom Dooley schon vor Jahren einmal mit welch inbrünstiger Siegessicherheit er seinem damaligen Kontrahenten auf dem Platz begegnet war. Für den FCK-Defensivmann war klar, „wir werden dieses Match gewinnen, selbst wenn wir zu allerhärtesten Mitteln greifen müssen. Ich hab zu meinem Gegenspieler Littbarski gesagt, notfalls brech ich Dir die Beine!“

Der FCK übernahm vom Anpfiff weg das Kommando und ließ überhaupt keine Zweifel aufkommen, hier nur auf Remis spielen zu wollen, was zum Titel ja eigentlich gereicht hätte. Bereits nach fünf Minuten erzielte der junge Marco Haber mit einem Fernschuss die 1:0-Führung für den FCK. Weltmeister Bodo Illgner im Kölner Gehäuse war dabei chancenlos. Als der 1. FC Köln noch an diesem frühen Gegentreffer knabberte, legte eben jener Bernhard Winkler, den Kalli Feldkamp überraschenderweise für Bruno Labbadia von Anfang an spielen ließ, in der 14. Spielminute schon zum 2:0 nach. Die Fangemeinde des FCK war völlig aus dem Häuschen. Die Mannschaft trug dazu bei, dass die Feierstimmung bis zum Schlusspfiff anhielt und natürlich darüber hinaus. Der FC verkürzte zwar nach einer halben Stunde durch einen Elfmeter von Frank Ordenewitz noch zum 1:2, doch bis zur Pause stand es bereits 4:1 durch einen Doppelschlag von Bernhard Winkler und Tom Dooley unmittelbar vor der Pause. Die FCK-Fans befanden sich nun bereits in einem regelrechten Siegesrausch und feierten auch die ganze Pause hindurch weiter. Da sollte doch nun wirklich nichts mehr schief gehen, zumal die Gastgeber nach einem frühen Platzverweis in der 30. Minute gegen den heutigen Bayern- und künftigen Bundestrainer Hans-Dieter Flick nur noch zehn Mann auf dem Platz hatten.

Kurz nach dem Wechsel verkürzte dennoch Frank Greiner, der später selbst zum FCK wechseln sollte, noch auf 2:4, der Sieg der Pfälzer geriet aber nicht mehr in Gefahr. Marco Haber und Markus Schupp erhöhten in der Endphase der Begegnung auf 6:2 für den 1. FC Kaiserslautern. Die Kölner leisteten zu diesem Zeitpunkt schon längst keine wirkliche Gegenwehr mehr. Nun stürmten aber bereits, obwohl das Spiel noch lief, mehrere Tausend Gästefans den Innenraum des Stadions und formierten sich rund um die Spielfläche, sodass sogar kurzfristig ein Abbruch dieser Begegnung drohte. Aber Schiedsrichter Manfred Harder behielt die Nerven und brachte die letzten Minuten noch regulär über die Bühne. Nach dem Abpfiff kannte der Jubel der Roten Teufel dann endgültig keine Grenzen mehr. Mannschaft und Fans des 1. FC Kaiserslautern feierten lautstark und ausgelassen diese als sensationell zu bezeichnende dritte Deutsche Meisterschaft des FCK – in der Domstadt am Rhein, in der pfälzischen Heimat und überall dort, wo FCK-Fans die Farben ihres Herzensvereins auch in der Ferne vertreten.

Die Mannschaft trat nach dem Triumph in Köln die Rückfahrt mit einem Schiff auf dem Rhein an. Damit ging es bis Koblenz, wo man erst am frühen Morgen ankam. Das Sportstudio wurde von Bord gesendet. Auch der am 7. Juni 2021 verstorbene Norbert Thines, der vor allem auf der Rückreise das „Gute-Laune-Zepter“ schwang und zum Feierbiest avancierte, hat häufiger amüsante Details zum Besten gegeben. „Do war ich ganz vorne an de Spitz vun dem Schiff geschdann. Da kam ein Polizeiboot und die haben mir zugerufen, Sie sind ja lebensmüde, gehen Sie da weg! Do hab ich zurückgeruf, des geht net, ich bin doch besoff!“ In Kaiserslautern bereiteten die Massen der Mannschaft einen triumphalen Empfang, Fritz Walter gratulierte persönlich und strahlte vor Stolz. Ein rauschendes Fest mit hunderttausend Gästen begann. Die Party in Kaiserslautern dauerte lange an und unzählige Fans berichten heute noch, dass man eigentlich über Tage aus dem Feiern nicht mehr rausgekommen war. Ach, was war das schön!

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Betze News

07.10.2022 18:42
Bevor morgen Abend die Profis in Hamburg spielen, ist morgen Nachmittag erstmal noch die #FCK-U21 im Einsatz. Nach zwei Wochenenden ohne Spiel trifft die Elf von Trainer Peter Tretter um 16 Uhr auf Arminia Ludwigshafen: t.co/ut0yEORsqD #Betze

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07.10.2022 13:53
Die Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel morgen Abend in Hamburg ist zu Ende. Das Video findet Ihr im Nachgang wie gewohnt auf unserem YouTube-Kanal. #Betze #HSVFCK
07.10.2022 13:39
DS: Unser Ziel ist es, nicht mit leeren Händen aus Hamburg abzureisen. #Betze #HSVFCK
07.10.2022 13:38
DS: Die Partie wird für uns eine große Herausforderung. Es ist aber auch eine Auszeichnung, das Topspiel am Samstagabend bestreiten zu dürfen. Wir wollen den @HSV ärgern und freuen uns sehr auf die enorme Fanunterstützung. #Betze #HSVFCK
07.10.2022 13:36
DS: Der @HSV gehört zu den Aufstiegsfavoriten, hat zuletzt fünf Spiele in Folge gewonnen. Die Favoritenrolle für das Spiel ist klar verteilt. #Betze #HSVFCK
07.10.2022 13:35
DS: Alle Spieler brennen auf das Spiel. Es wird für uns schon schwierig, die Auswahl für den Spieltagskader zu treffen. Der Konkurrenzkampf ist hoch. #Betze #HSVFCK
07.10.2022 13:32
Personell müssen die Roten Teufel weiterhin auf Ben Zolinski verzichten. Andreas Luthe und Aaron Opoku haben ihre Sperren abgesessen. #Betze #HSVFCK
07.10.2022 13:32
Das komplette Kontingent von 5.400 Tickets für den Gästeblock war zum Vorverkaufsstart binnen kürzester Zeit vergriffen. Wir rechnen mit rund 8.000 #FCK-Fans in Hamburg. #Betze #HSVFCK
07.10.2022 13:31
#FCK-Cheftrainer Dirk Schuster hat seinen Platz auf dem Podium eingenommen. Die Pressekonferenz vor #HSVFCK beginnt. #Betze t.co/L4Bf0CFzBM
07.10.2022 11:21
Morgen geht es für den #FCK zum Top-Spiel nach Hamburg! Vor der Partie gegen den @HSV haben wir mit Erik Durm gesprochen. #Betze #HSVFCK t.co/jkYrx1BAvb
07.10.2022 09:04
Unser Fan-Tipper Leon tippt morgen ein 2:2-Unentschieden für #HSVFCK! Mit vielen Fans im Rücken dürfte für die Roten Teufel auf jeden Fall was drin sein. Wenn Du einen anderen Tipp für die Partie hast, kannst Du ihn direkt hier abgeben: t.co/xYpjlY7m25 // #Betze
06.10.2022 14:02
Morgen zeigen wir Euch ab 13.30 Uhr LIVE die Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel beim @HSV! #Betze #HSVFCK 📺 t.co/L4Bf0CnYKe
06.10.2022 08:46
Lieber Hansi, wir wünschen Dir alles Liebe zu Deinem 26. Geburtstag 🎉🍻 @krombacher #Betze
05.10.2022 16:15
Am Samstagabend geht es für den #FCK mit großer Unterstützung auf den Rängen zum @HSV! Wir haben für alle Auswärtsfahrer hier die wichtigsten Infos zusammengefasst: t.co/TfDT8pHaUb // #HSVFCK
04.10.2022 15:53
Deswegen können wir nur immer wiederholen: Informiert Euch über die Arbeit der @DKMS_de, lasst Euch schnell & einfach als Stammzellenspender registrieren und helft, Leben zu retten! 💻 t.co/GZ1BoiiECs
04.10.2022 15:53
Alle 12 Minuten erhält in Deutschland ein Mensch die niederschmetternde Diagnose Blutkrebs, weltweit alle 27 Sekunden. Auch uns erreichen oft Anfragen und Hilferufe, weil auch viele Menschen aus der #FCK-Familie dringend eine Stammzellenspende benötigen.
04.10.2022 12:06
📅 Fokus auf den @HSV! So sieht die Trainingswoche unserer Roten Teufel aus. #Betze #HSVFCK
04.10.2022 10:24
Gute Leistung und ein Tor werden belohnt: Herzlichen Glückwunsch zur Berufung in die kicker "Elf des Tages", lieber Bobo! 💪 #Betze #FCKEBS
02.10.2022 17:18
Wir haben uns nach #FCKEBS mit Boris Tomiak und Kevin Kraus zur "Nachspielzeit" getroffen: t.co/Ow9piSmU94 // #Betze
02.10.2022 15:28
In einem kurzweiligen Spiel auf dem #Betze trennen sich der #FCK und Eintracht Braunschweig mit einem 1:1-Unentschieden. Nachdem Lion Lauberbach die Gäste kurz nach der Pause in Führung brachte, sorgte Boris Tomiak für den postwendenden Ausgleich: t.co/yDvfrdPnn8 #FCKEBS