Im Laufe der Zeit hat sich das Fritz-Walter-Stadion baulich immer mal wieder verändert. Am 16. August 1986 wurde beispielsweise die neugebaute Westtribüne am Betzenberg eröffnet. Genau 35 Jahre danach erinnert Matthias Gehring vom FCK-Museumsteam an die Umgestaltung von einer Kurve zur geraden Hintertor-Tribüne.

Im Jahr 2020 durfte der 1. FC Kaiserslautern ein besonderes Jubiläum begehen. Das heutige Fritz-Walter-Stadion war im vergangenen Jahr 100 Jahre alt geworden. Man schrieb das Jahr 1920, als sich der noch junge Verein anschickte, auf der Anhöhe südlich der Innenstadt eine Sportstätte zu errichten. Anfänglich eher einen Sportplatz. Es dauerte noch etliche Jahre, ehe man der Anlage Stadion-Charakter nach heutigen Maßstäben attestieren konnte. In den Jahrzehnten auf dem Weg zum Stadion heutiger Prägung hat der „Betze“ dann immer wieder Änderungen erfahren. Ein erster signifikanter Ausbau fand Anfang der 1960er Jahre zum Start der Fußball-Bundesliga statt. In den frühen 1970er Jahren reifte in der Führungsetage des 1. FC Kaiserslautern dann eine Vision, die in konkrete Planungen mündete und letztlich zum mehrstufigen Ausbau des Stadions zum echten Schmuckkästchen führte. Am 16. August 1986 wurde mit der Einweihung der neu überdachten Westkurve ein vorletzter Ausbauschritt eingeweiht.

Schon Ende der 1960er Jahre wurden erste Überlegungen angestellt, das Stadion den wachsenden Anforderungen im Liga-Betrieb durch Modernisierung und Ausbau Rechnung zu tragen. 1972 wich die alte Nordtribüne einem Tribünen-Bauwerk, das zunächst einmal wenigstens den Lückenschluss zwischen den Kurven-Tribünen im Osten und im Westen herstellte. Mit Blick auf die Fußball-WM 1974 gab es im Schatten des Auswahlprozesses, sich als WM-Austragungsort zu bewerben, tatsächlich auch in Kaiserslautern schon Überlegungen das Betzenberg-Stadion zu vergrößern, auf eine Kapazität von rund 50.000 Besuchern. Auf eine Bewerbung verzichtete man jedoch zugunsten des rheinland-pfälzischen Bewerbers Ludwigshafen mit seinem Südwest-Stadion. Dennoch führten die Überlegungen jener Jahre zu ersten konkreten Plänen, das Stadion im Zuge eines weiteren Ausbaus komplett zu überdachen.

Es war ein ehrgeiziges Vorhaben, das die Verantwortlichen des FCK in Angriff nahmen. Unter dem neuen Präsidenten Jürgen „Atze“ Friedrich sollten die Pläne des Lauterer Architekten Folker Fiebiger Schritt für Schritt Realität werden. Man begann in der Sommerpause des Jahre 1978 mit einem ersten Ausbauschritt. Die auf einem als Kurvenbogen aufgeworfenen Erdwall konzipierte Ostkurve, die eine etwas geringere Volumendimension hatte als das Pendant im Westen, wurde begradigt und überdacht. Zusammen mit den markanten leicht geneigten Flutlichtmasten bekam das Stadion ein erstes charakteristisches Äußeres. Die Finanzierung teilten sich das Land Rheinland-Pfalz, die Stadt und der Verein. Realisiert wurde das Bauvorhaben in der wegen der WM 1978 etwas längeren Sommerpause. Nur 16 Wochen Bauzeit wurden benötigt. Dennoch wich der FCK für die ersten beiden Heimspiele nach Ludwigshafen ins Südweststadion aus.

Es sollte acht weitere Jahre dauern, bis die treuesten und lautesten FCK-Fans, die seit jeher ihre Stadionheimat im Westen der Sportarena hatten, sich endlich auch über mehr Komfort beim Stadionbesuch freuen durften. Bis dahin schaute man bei so manchem schlecht besuchten Heimspiel an tristen und regnerischen Herbst- oder frostigen und bitterkalten Winter-Nachmittagen ein wenig neidisch hinüber zur Osttribüne. Dort konnten die Gästefans schon während der ersten Feldkamp-Ära im Trockenen stehen, während einem selber die Regenbrühe in den Kragen rann oder den Gerstensaft im Plastikbecher verwässerte. Trotzdem hatten schon ab den frühen 1980er Jahren verschiedenste Initiativen und auch ein Förderverein immer wieder Geld für den Ausbau der Westkurve eingesammelt. Doch die wirtschaftliche Situation des Vereins zwang die Verantwortlich in jenen Jahren, den weiteren Ausbau immer wieder hinauszuzögern. Aus wirtschaftlicher Sicht eine richtige Strategie.

Als 1985 FCK-Präsident Udo Sopp sein Amt niederlegte und sein Vorgänger „Atze“ Friedrich auch gleichzeitig dessen Nachfolger wurde, nahmen auch die Pläne rund um den Stadionausbau wieder Fahrt auf. Auch weil in jener Zeit vielerorts Überlegungen anstanden, den in Fußballstadien rückläufigen Besucherzahlen entgegenzuwirken. Das hatte an vielen Standorten zur Folge, dass bei Modernisierungsvorhaben schon in den Grundüberlegungen ein Paradigmenwechsel weg von der Masse, hin zu mehr Klasse zu spüren war. Der Stadionbesucher verlangte einfach nach mehr Komfort. Hochpreisigere Sitzplätze inklusive mehr Service drängten in den Vordergrund. Aber auch der Stehplatzgast freute sich über ein gewisses Maß an „Grundversorgung“. Die begann für viele Fans schon damit, dass man die Akteure auf dem Rasen auch bei schlechter Witterung 90 Minuten lang trocken und windgeschützt anfeuern kann. Mit Blick auf das Jahr 1986 machte der FCK dann Nägel mit Köpfen. Das Ausbauprojekt Westkurve wurde zunächst mit etwa 7,5 Millionen DM veranschlagt. Da man mit dem Bau einer Rasenheizung jedoch ein weiteres, damals durchaus zukunftsweisendes Bauelement im Stadion realisieren wollte, stiegen die kalkulierten Kosten auf knapp 9,0 Millionen D-Mark. Nach langen teils kontroversen Diskussionen wurden letztlich beantragte Zuschüsse des Landes Rheinland-Pfalz in Höhe von 4,5 Millionen D-Mark und der Stadt in Höhe von 2,0 Millionen D-Mark bewilligt. 2,5 Millionen D-Mark musste der FCK selbst aufbringen.

Nach dem letzten Heimspiel der Horror-Saison 1985/86 gegen Hannover 96 Ende April 1986 standen im Grunde schon die Bagger bereit. Ein magerer 1:0-Heimsieg vor einer tristen Kulisse mit nur 13.194 Besuchern. Wer damals mit dabei war, wird sich erinnern, dass man nach dem Abpfiff mit ein wenig Wehmut die Blockstufen der geschwungenen Westkurve hinauf und auf der anderen Seite die langgezogene Treppenanlage wieder hinunter stapfte. Im Wissen, dass dies der letzte Gang aus dem Stadion war, bei dem man eine unüberdachte Tribüne hinter sich ließ. Eine Woche später, am letzten Spieltag, gastierte der FCK im Saarbrücker Ludwigspark und demontierte den saarländischen Rivalen mit 6:0, um damit noch auf dem 11. Tabellenplatz zu landen. Die aufgrund der WM 1986 wieder etwas längere bevorstehende Sommerpause wurde dann für eine erneut rekordverdächtige Bauzeit genutzt.

In den knapp dreieinhalb Monaten wurde der Wall der alten Westkurve abgetragen, wurden die Stahlbetonträger für die neuen Blockstufen aufgerichtet, die Bauelemente für die Stufenstruktur hochgezogen, die Treppenaufgänge gefertigt, das Stahldach aufgesattelt, die neue Rasenheizung eingebaut und der neue Rasen eingebracht. Viele Fans nutzten die Sommerpause, um der Baustelle immer mal wieder einen Besuch abzustatten und den Baufortschritt vor Ort unter die Lupe zu nehmen. Pünktlich zum Saisonbeginn sollte dann am ersten Spieltag die neue Westtribüne eingeweiht werden. Gegner am ersten Spieltag der Saison 1986/87 war Borussia Mönchengladbach. Wenige Tage vor dem Saisonauftakt ließ der FCK über die Presse verlauten, dass man mit knapp 30.000 Zuschauern rechnen würde und man mit 3.917 verkauften Dauerkarten einen damaligen Zeitpunkt neuen Vereinsrekord erreicht habe. Niemand konnte damals ahnen, dass Jahre folgen würden, in denen man mehr als 30.000 Dauerkarten absetzen konnte. Dennoch blieb zum ersten Saisonheimspiel in der Anschluss-Ecke zwischen der Westtribüne und der Nordtribüne eine Lücke. Dort mussten 361 Plätze gesperrt bleiben, weil die Fertigteile zu kurz geraten waren.

Am Spieltag selbst sorgte ein buntes Begleitprogramm für einen würdigen Rahmen. Vor der Bundesliga-Partie fand ein Vorspiel zweier D-Jugendmannschaften statt, wobei die FCK-Jugend auf ein englisches Jugendteam aus Ludwigshafens Partnerstadt Havering traf. Mit dem rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Dr. Bernhard Vogel, Innenminister Kurt Böckmann und Kultusminister Dr. Georg Gölter fand sich reichlich Polit-Prominenz ein. Die sportliche Prominenz führte kein Geringerer als Fritz Walter an, dessen Name das einstige Betzenberg-Stadion seit 1985 trug. Auf dem Rasen wurde mit einer symbolischen Schlüsselübergabe das schon lange vor Anpfiff gut besetzte Tribünen-Juwel seiner Bestimmung übergeben. Für viele FCK-Fans hatte das Stadion in seiner damaligen Ausbaustufe die optimale Fassung und die charmanteste Dimension. Ein Stadion mit nah an die Spielfeldbegrenzung heranreichenden Tribünen, auf deren Rängen die leidenschaftlichen Fans der Roten Teufel eine unverwechselbare Atmosphäre schufen, die Kulisse für so manches legendäre Spiel und für eine bis heute legendäre Meisterschaft im Jahr 1991 wurde. Schon mit dem nächsten Ausbauschritt, dem Umbau und der Vergrößerung der Haupttribüne im Norden des Stadions, ging davon ein wenig verloren, weil fortan die oft als „Rentnertribüne“ titulierte Nordtribüne gut zehn Meter vom Spielfeldrand wegrückte.

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Betze News

24.09.2022 11:13
Wolfgang Wolf feiert heute seinen 65. Geburtstag. Von 1976 bis 1988 trug er das Trikot der Roten Teufel, lief 242-mal für den #FCK in der Bundesliga auf. Später stand er in den Jahren 2005 bis 2007 auch als Trainer an der Seitenlinie am #Betze. Wir wünschen alles Gute! 🥂

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22.09.2022 20:58
Der #FCK setzt sich mit 4:1 beim FK Pirmasens durch. Vor 1.356 Zuschauern trafen Muhammed Kiprit, zweimal Lex Tyger Lobinger und Mike Wunderlich für die Roten Teufel, Silas Gutmann markierte in der Schlussphase den Ehrentreffer für den FKP: t.co/LRq2iEetUB #Betze #FKPFCK
22.09.2022 20:42
Auch der FKP trifft, zum 1:4 durch Silas Gutmann (81.) #Betze #FKPFCK
22.09.2022 20:40
Der vierte Treffer für den FCK nach 79 Minuten. Mike Wunderlich, heute als Kapitän auf dem Feld, trifft aus rund 12 Metern, nachdem Lex Tyger Lobinger die Kugel mit dem Kopf abgelegt hat. #Betze #FKPFCK
22.09.2022 20:21
3:0 für den #Betze, Lex Tyger Lobinger, eine Stunde gespielt. #FKPFCK
22.09.2022 20:20
1.356 Zuschauer sind hier im Stadion Husterhöhe dabei. Die sehen jetzt die Einwechslung von Angelos Stavridis, der für Max Hippe in die Partie kommt. Schön dass Du wieder auf dem Platz stehst, Gekas. #Betze #FKPFCK
22.09.2022 20:09
@TBoyd91 @rossikl Wir geben uns Mühe;-)
22.09.2022 20:02
Zur Halbzeit steht es beim Testspiel zwischen dem FK Pirmasens und dem #FCK 2:0 für unsere Mannen in Rot. Kiprit und Lobinger erzielten die Treffer für den #Betze. Auch die zweite Halbzeit könnt ihr live im Fanradio verfolgen: t.co/Qiqr36dr4f #FKPFCK
22.09.2022 19:48
Da lässt Aaron Opoku mal eben drei Gegner aussteigen, und wie. Da bekommt man schon richtig Lust, unseren Neuzugang auch bald im Ligaspiel zu sehen. #Betze #FKPFCK
22.09.2022 19:40
Schönes Ding! Mo Kiprit mit starker Vorbereitung, flankt auf den Kopf von Lex Tyger Lobinger, der trifft zum 2:0 für den #Betze (34.). #FKPFCK
22.09.2022 19:33
Rund eine halbe Stunde gespielt hier in Pirmasens. Der FCK führt 1:0 beim FKP, ist die klar dominierende Mannschaft und hatte noch einige gute Offensivaktionen, die bislang aber noch nicht zu einem weiteren Treffer geführt haben. #Betze #FKPFCK
22.09.2022 19:12
Nach sechs Minuten die Führung für den #FCK. Muhammed Kiprit mit einem feinen Solo, tanzt dann auch noch FKP-Keeper Florian Barth aus und schiebt die Kugel zum 0:1 ein. So kann es hier gerne weitergehen. #Betze #FKPFCK
22.09.2022 19:06
Die Mannschaften sind auf dem Feld. Schiedsrichterin Fabienne Michel hat die Partie soeben angepfiffen. Und jetzt alle rüber zum Fanradio: t.co/Qiqr36dr4f #FKPFCK #Betze
22.09.2022 19:04
Die Spieler, die heute nicht im Kader stehen, sind natürlich trotzdem hier in Pirmasens im Stadion vor Ort. #Betze #FKPFCK
22.09.2022 19:00
So Leute, hier in Pirmasens geht es gleich los mit dem Testspiel vom #Betze beim FKP. Wir werden hier ein wenig berichten, empfehlen Euch aber unser Fanradio. Die Jungs sitzen hier im Stadion und kommentieren die Partie für Euch unter t.co/Qiqr36dr4f
22.09.2022 18:56
@TBoyd91 @KWahnwitz Cool, wir machen dann mal Pause;-)
22.09.2022 18:11
In 50 Minuten startet das Testspiel des #FCK beim FK Pirmasens. Diese Elf schickt Cheftrainer Dirk Schuster heute ins Rennen. #Betze #FKPFCK
22.09.2022 17:00
Um 19.00 Uhr tritt der #FCK zum Testspiel beim FK Pirmasens an. Für alle, die es selbst nicht auf die Husterhöhe schaffen, ist unser FCK-Fanradio powered by @RadioRPR aus Pirmasens live auf Sendung. Los geht's kurz vor Anpfiff. #Betze #FKPFCK 📻: t.co/Qiqr36dr4f
22.09.2022 08:49
Hey Chef, wir wünschen Dir alles Liebe zu Deinem Geburtstag 🎉 Lass es Dir heute gut gehen & feier schön! #Betze
21.09.2022 21:05
In einem packenden Oberligaspitzenspiel auf Augenhöhe musste sich die #FCK-U21 knapp mit 0:1 beim FK Pirmasens geschlagen geben. Im zweiten Durchgang verpasste Jean-René Aghajanyan dabei vom Elfmeterpunkt den möglichen Ausgleich: t.co/yQh1PRxRDt #Betze