Blicken wir heute auf die FCK-Ära der 1970er und 1980er Jahre zurück, darf der Name Jürgen Groh nicht fehlen. Der bei Fans und Mannschaftskameraden meist „Joschi“ genannte Defensivspezialist begann am Betzenberg seine Profikarriere und trug jeweils zwischen 1976 und 1980 sowie noch einmal zwischen 1986 und 1989 das Trikot der Roten Teufel. Dazwischen verbrachte er fünf erfolgreiche Jahre beim Hamburger SV und kickte ein Jahr beim damals bereits sechsfachen türkischen Meister Trabzonspor an der türkischen Schwarzmeer-Küste.  Am heutigen 17. Juli 2021 wird Jürgen Groh 65 Jahre alt. Matthias Gehring blickt auf seine Karriere zurück.

Das Licht der Welt erblickte Jürgen Groh in Heppenheim, an der hessischen Bergstraße. Dort begann er auch als Knirps beim heimischen Starkenburgia Heppenheim mit dem Fußballspielen. Im Alter von 18 Jahren wechselte er zum nur wenige Kilometer entfernten VfR Bürstadt, der damals von Lothar Buchmann trainiert wurde. Mit den Bürstädtern wurde er 1975 Deutscher Amateur-Meister. Ein Jahr später wechselte er dann zum 1. FC Kaiserslautern. Sein Trainer Lothar Buchmann hatte dem damaligen FCK-Trainer Erich Ribbeck einen Tipp gegeben, seinen Schützling mal in Augenschein zu nehmen. Anlässlich des Hessentages 1976 in Bensheim, gastierte der FCK zu einem Freundschaftspiel. Gegner war der VfR Bürstadt. Der FCK gewann am 8. Juni 1976 vor rund 5.000 Zuschauern mit 3:0 und die Eindrücke, die Jürgen Groh bei jener Partie hinterlassen hatte, überzeugten die FCK-Verantwortlichen. Man traf sich im Dorint-Hotel zum Gespräch. Präsident Willi Müller, Trainer Erich Ribbeck und Udo Sopp überzeugten Jürgen Groh von einem Wechsel in die Pfalz. Wobei Erich Ribbeck darauf bestand, den Nachwuchskicker gleich mit einem Profivertrag auszustatten und ihn nicht zunächst der Amateurmannschaft zuzuordnen, wie es Willi Müllers Vorstellung war. Damit war der Beginn von Jürgen Grohs Profikarriere in trockenen Tüchern.

Sein Debüt beim 1. FC Kaiserslautern gab er gleich am ersten Spieltag der neuen Saison beim Auswärtsspiel in Köln, als er in der 63. Minute für Heinz Wilhelmi eingewechselt wurde. Der FCK verlor das Gastspiel bei den Domstädtern mit 1:3. Sein erstes Tor im Dress des FCK erzielte Jürgen Groh am 31. Spieltag, als er beim Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt am 21. April 1977 nach einer knappen halben Stunde die Führung für die Lauterer markierte. Noch vor der Halbzeit erhöhte Klaus Toppmöller auf 2:0, doch Bernd Hölzenbein gelangen noch zwei Treffer zum 2:2-Endstand. In seinen ersten vier Jahren reifte der junge Jürgen Groh am Betzenberg zum gestandenen Bundesliga-Profi. Dazu gehörte auch, dass er sich einen Spielerberater zugelegt hatte, der für ihn auch immer wieder den Markt sondierte. So kam es 1980 zu einer Anfrage des Hamburger SV. Manager Günter Netzer hatte wohl überzeugende Argumente auf den Tisch geblättert und der damalige Trainer Branco Zebec wollte ihn unbedingt verpflichten. So wechselte Jürgen Groh zum Beginn der Spielzeit 1980/81 von Kaiserslautern nach Hamburg.

Dort avancierte er spätestens ab der Spielzeit 1981/82 zu einer festen Größe im Spielsystem des neuen Trainers Ernst Happel, der zum Rundenbeginn Alexander Ristic abgelöst hatte. Branco Zebec, der Jürgen Groh in den Norden gelotst hatte, war bereits im Dezember von den HSV-Verantwortlichen entlassen worden. Mit dem HSV wurde Jürgen Groh zweimal Deutscher Meister und erreichte 1982 das Finale im UEFA-Pokal. Dort unterlagen die Hamburger gegen den IFK Göteborg, der im Halbfinale übrigens den 1. FC Kaiserslautern aus dem Wettbewerb geworfen hatte. Sowohl das Hinspiel (1:0) als auch das Rückspiel in Hamburg (3:0) konnten die Schweden für sich entscheiden. Ein Jahr später schaffte es der HSV auf internationaler Bühne sogar ins Endspiel um den Europapokal der Landesmeister. Gegner war Juventus Turin. Im Athener Olympiastadion erzielte Felix Magath das Tor des Tages und sicherte dem HSV damit die Fußballkrone im höchsten europäischen Vereinswettbewerb. Auch für Jürgen Groh bis zum Ende seiner Karriere der größte sportliche Erfolg. Während seiner letzten beiden Jahre beim HSV spielte Jürgen Groh übrigens auch noch mit Franz Beckenbauer zusammen, von dessen fußballerischen Qualitäten er bis heute schwärmt.

Da sein Vertrag bei den Hamburgern 1985 auslief, wechselte Jürgen Groh in die Türkei zu Trabzonspor. Auf Betreiben von Trainer Jürgen Sundermann, der die dortige Mannschaft im Sommer des gleichen Jahres übernommen hatte. Er war damit der erste deutscher Spieler beim noch jungen Club am Schwarzen Meer. Nach nur einem Jahr kehrte er zurück nach Deutschland und schloss sich erneut dem 1. FC Kaiserslautern an. Dort spielte er bis 1989 und beendete seine Profi-Laufbahn. Seine Karriere als aktiver Fußballer ließ er bei der SV Edenkoben ausklingen. Nach seiner Karriere hatte er für die Entsorgungsfirma des dortigen Hauptsponsors und Vorsitzenden Hans Frühbis gearbeitet und versucht als Trainer beruflich Fuß zu fassen. Doch nach einem Jahr ging er wieder in seinen alten Beruf zurück und arbeitete als Briefträger. Auch ein Zeichen der Bescheidenheit des zuverlässigen Defensiv-Arbeiters Jürgen Groh, der nie einen Hehl aus seiner Abneigung gegenüber dem harten Trainergeschäft machte. In einem Interview bekannte er einmal: „Ich habe schnell gemerkt, dass es nichts für mich ist. Man muss manchmal als Trainer ein bisschen Arschloch sein und das konnte ich nicht“. Jürgen Groh hatte als Fußballer viel erreicht. Er habe nie gerne im Rampenlicht gestanden, sei stets der ganz normale Jürgen Groh gewesen, war mit dem Erreichten stets zufrieden und realisierte, dass es eben irgendwann vorbei sei, begründete er seine Entscheidung, dem Fußball den Rücken zu kehren.

Seit dem Ende seiner aktiven Spieler-Karriere zieren 464 Pflichtspiele seine Vita, 351 davon in der Fußball-Bundesliga. Dabei trug er in 197 Partien das Trikot des FCK, für den er insgesamt 232 Pfichtspiele absolvierte. In 154 Spielen lief er mit der Raute des Hamburger Traditionsclubs auf der Brust in der Beletage des deutschen Fußballs auf. Außerdem absolvierte Jürgen Groh zwei A-Länderspiele, neun B-Länderspiele und 14 Spiele für die Olympia-Auswahlmannschaft. Sein erstes A-Länderspiel bestritt er übrigens am 26. Mai 1979 beim 3:1 im Spiel gegen Island, bei dem er auch in der Startaufstellung stand. Dieses Testspiel war für vier Jahre sein letztes Länderspiel. Durch seine Leistungen beim Hamburger SV bot er sich erneut Bundestrainer Jupp Derwall an und so kam er am 7. September 1983 gegen Ungarn zu seinem zweiten und letzten A-Länderspiel. Die Partie endete 1:1.

Auch wenn er die Fußballschuhe längst an den Nagel gehängt hat, verfolgt er das Geschehen rund um seine Ex-Vereine natürlich auch heute noch. Mit Herzblut vor allem den FCK, bei dem er sich nach eigenem Bekunden immer sehr wohl gefühlt habe. Am heutigen 17. Juli feiert Jürgen Groh seinen 65. Geburtstag. Die FCK-Familie und das Museumsteam gratulieren ganz herzlich!

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