Am 24. Juni 2021 feiert Bernhard Winkler seinen 55. Geburtstag. Zu seinem Ehrentag blickt Matthias Gehring vom FCK-Museumsteam auf die Zeit Winklers im Trikot der Roten Teufel zurück und erinnert sich dabei vor allem an zwei ganz besondere Treffer.

Während seiner drei Jahre am Betzenberg absolvierte Bernhard Winkler für den FCK zwischen 1990 und 1993 leider nur 18 Spiele in der Bundesliga und erzielte dabei vier Tore. Zwei dieser Treffer haben sich für immer ins kollektive FCK-Gedächtnis gebrannt. Am letzten Spieltag der Saison 1990/91 traf Bernhard Winkler gleich zweimal ins Tor, als die Roten Teufel im Köln-Müngersdorfer Stadion beim legendären 6:2-Sieg gegen den rheinischen „Effzeh“ den Deckel auf eine überragende Saison machten und sich den dritten Meistertitel der Vereinsgeschichte sichern konnten. Seinen Durchbruch schaffte er aber erst nach seinem Wechsel zum TSV 1860 München, für den er zwischen 1993 und 2002 insgesamt 219 Pflichtspiele absolvierte, davon immerhin 160 in der Bundesliga.

Seine fußballerischen Jugendjahre verbrachte der in Würzburg geborene Bernhard Winkler in seiner Heimatstadt. Zunächst beim SV Veitshöchheim, einem nördlich gelegenen Vorortverein. 1985 kam er mit 19 Jahren zum SV Heidingsfeld, ebenfalls in einem Stadtteil der unterfränkischen Residenzstadt. Hier lernte er übrigens den ehemaligen Bundesligaspieler Werner Lorant kennen, der zum damaligen Zeitpunkt Spielertrainer der ersten Mannschaft des SV Heidingsfeld war. Diese Funktion übte er ab 1986 auch beim 1. FC Schweinfurt 05 aus, wo er 1987 seine Spielerkarriere auch beendete. Werner Lorant war es dann, der den athletischen Angreifer 1989 zum damaligen Bayernligisten in die nordbayrische Hafenstadt am Main holte. In der folgenden Saison, in der Bernhard Winkler Torschützenkönig wurde, stiegen die Schweinfurter in die Zweite Liga auf. Genau wie sein Trainer hatte aber auch Bernhard Winkler schon vor Saisonende seinen Abschied aus Schweinfurt angekündigt.

Der damalige Mitkonkurrent im Aufstiegskampf, der TSV 1860 München, hatte sich zwar stark bemüht Bernhard Winkler zu einem Wechsel in die bayrische Landeshauptstadt zu bewegen, doch dieser entschied sich für ein Angebot aus der Pfalz. Er wechselte in die Bundesliga, zum 1. FC Kaiserslautern. Ein mutiger Schritt, der ihm auch zunächst viel Geduld und Trainingsfleiß abverlangte. Sein Debüt im Trikot der Roten Teufel und damit im Profifußball, gab Bernhard Winkler dann am 20. Spieltag. Beim Heimspiel gegen Borussia Dortmund am 9. März 1991 wurde er in der 72. Minute für Uwe Scherr eingewechselt. Nur acht Minuten später erzielte er sein erstes Bundesligator zum 2:2 Endstand. Bis zum Saisonende wurde er acht weitere Mal eingewechselt. Erst am letzten Spieltag beim Auswärtsspiel in Köln stand er erstmals in der Startaufstellung. Nachdem Marco Haber schon in der 5. Spielminute die FCK-Führung markiert hatte, legte Bernhard Winkler neun Minuten später nach und baute den Lauterer Vorsprung aus. Nach dem Anschlusstreffer durch Frank Ordenewitz in der 32. Minute, war es dann Bernhard Winkler, der kurz vor dem Halbzeitpfiff mit seinem zweiten Tor des Tages den alten Vorsprung wieder herstellte. Tom Dooley (45.), Marco Haber (77.) und Markus Schupp (90.) legten noch drei Treffer nach, nachdem Frank Greiner zwischenzeitlich auf 2:4 verkürzt hatte. Der Rest ging als eine der überschwänglichsten Partys in die Geschichte des pfälzischen Traditionsclubs ein.

In der Saison 1991/92 trug Bernhard Winkler bis zur Winterpause in der Bundesliga nur sechsmal das Trikot der Roten Teufel. Hinzu kamen noch zwei Partien im Europapokal der Landesmeister. Daher wurde er bis zum Saisonende an den Ligakonkurrenten SG Wattenscheid 09 ausgeliehen. In der Hinrunde der Saison 1992/93 absolvierte er die letzten beiden FCK-Spiele in der Bundesliga sowie ein Spiel im UEFA-Pokal. Während der ersten Jahreshälfte 1993 spielte er auf Leihbasis beim Zweitligisten SC Fortuna Köln. Im Sommer 1993 nahm er dann ein Angebot des TSV 1860 München an, wo er wieder auf Werner Lorant traf, der die Münchner Löwen in der vorangegangenen Spielzeit zu-rück in die 2. Bundesliga geführt hatte. Gemeinsam mit Peter Pacult, der ebenfalls frisch nach München gekommen war, bildete er ein Sturmduo, das mit 34 Toren maßgeblich am erneuten Aufstieg und der damit verbundenen Rückkehr in die Bundesliga beteiligt war.

Bis 1999 schoss er in der Bundesliga in jeder Saison mindestens 10 Tore! Die meisten gelangen ihm in der Spielzeit 1996/97, als er 17 Treffer markieren konnte. Lange führte er in dieser Saison die Torjägerliste der Bundesliga an, doch in den letzten Spielen konnte er verletzungsbedingt seine Quote nicht mehr verbessern. In der Spielzeit 1999/2000 gelangen Bernhard Winkler nur noch drei Treffer und in der Hinrunde der nächsten Saison kam er mit einer Ausnahme im Dezember nur noch zu Kurzeinsätzen. In der Rückrunde absolvierte er sein einziges Spiel am letzten Spieltag. Nach drei weiteren Kurzeinsätzen im Herbst 2001 beendete er seine aktive Laufbahn. Seitdem läuft er regelmäßig für die Traditionsmannschaft des TSV 1860 auf, zeitweise hat er diese auch geleitet.

In den 219 Pflichtspielen, die er in neun Jahren für die Sechzger absolvierte, erzielte er immerhin 94 Tore. Neben 160 Bundesligaspielen kam er bei 13 Spielen im DFB-Pokal zum Einsatz, wo er 11 Tore erzielte, und neunmal in europäischen Vereinswettbewerben, in denen er dreimal traf. Mit 64 Treffern in der Bundesliga steht er bei den Löwen in der vereinsinternen Statistik auf Platz 2 hinter Rudi Brunnenmeier, der 66 Tore in 119 Spielen erzielte. Nach seiner aktiven Karriere war er von August bis Ende Oktober 2005 Trainer beim FC Ismaning. Im Juli 2009 kehrte er wieder zu den Münchner Löwen zurück, wo er neben Abder Ramdane zunächst Assistent von Trainer Ewald Lienen war. Zwischen dem 1. Juli 2010 und dem 31. August 2011 war er auch Cheftrainer der U23 von 1860 München. Am 24. Juni 2021 feiert Bernhard Winkler seinen 55. Geburtstag. Auch das Museumsteam des FCK gratuliert aufs Herzlichste.
mg

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