Er spielte von 1989 bis 1991 zweieinhalb Jahre für den 1. FC Kaiserslautern, mit dem DFB-Pokalsieg 1990 und der Deutschen Meisterschaft hat er sich dabei stark in die Erinnerung der FCK-Fans eingebrannt – am 8. Februar 2021, feiert Bruno Labbadia seinen 55. Geburtstag. Matthias Gehring vom FCK-Museumsteam erinnert sich an die Karriere des früheren Stürmers und heutigen Trainers.

Es gibt zahlreiche Spielszenen, an die sich FCK-Fans gerne erinnern, wenn sie an den quirligen Angreifer Bruno Labbadia im Dress der Roten Teufel denken. Dazu gehören gewiss seine beiden Tore im Finale des DFB-Pokal 1990. Oder die Szene in der Meistersaison 1990/91 als er am 25. Spieltag beim Gastspiel in Leverkusen einen Treffer markierte, der ihm die Auszeichnung „Tor des Monats“ einbrachte. Beim Stand von 2:0 für die Gastgeber tankte sich Bruno Labbadia von rechts in den Strafraum, blieb dabei gleich zweimal an einem Gegenspieler sprichwörtlich hängen, kam zu Fall, rappelte sich blitzschnell wieder auf, umkurvte mit dem Ball am Fuß einen weiteren Gegenspieler, zog in den Fünfmeterraum und traf mit einem satten Schuss ins kurze Eck zum 1:2! Der Anschlusstreffer zum späteren 2:2-Endstand und ein weiterer Baustein zum späteren Meistertitel. Am 8. Februar feiert Bruno Labbadia seinen 55. Geburtstag.

Geboren wurde Bruno Labbadia in Darmstadt, als Sohn italienischer Gastarbeiter. Zusammen mit acht Geschwistern wuchs er in einfachen Verhältnissen auf. Mit dem Fußballspielen begann er beim FSV Schneppenhausen und dem SV Weiterstadt, wo seine zielstrebige und unkonventionelle Spielweise schon in seinen Jugendjahren nicht lange unbeobachtet blieb. 1984 wurde er vom damaligen Zweitligisten SV Darmstadt 98 verpflichtet. Mit den Lilien spielte er drei Jahre in der 2. Liga, schoss dabei insgesamt 44 Tore. Zur Saison 1987/88 wurde er vom Hamburger SV verpflichtet und wechselte somit erstmals in die 1. Bundesliga. Sein Debüt gab er dort gleich am ersten Spieltag. Im Spiel gegen den FC Schalke 04 am 1. August 1987 wurde er zur Halbzeit eingewechselt und schoss in der 90. Minute das Tor zum 5:2-Endstand. In seiner ersten Spielzeit in der Hansestadt erzielte er elf Tore.

Nach nur eineinhalb Jahren wechselte der Angreifer in der Winterpause der Spielzeit 1988/89 dann in die Pfalz zum 1. FC Kaiserslautern. Bis zum Ende der Saison absolvierte er alle 17 Bundesligapartien und erzielte fünf Tore für den FCK. Mit Beginn der neuen Saison kam mit Gerd Roggensack ein neuer Cheftrainer, mit dem der FCK bis zum Winter scheinbar unvermeidlich dem erstmaligen Abstieg entgegen taumelte. Nach gutem Saisonauftakt fanden sich die Roten Teufel in der Winterpause auf einem Abstiegsplatz wieder, waren am 18. Spieltag gar Tabellenschlusslicht. Nach einer bitteren Klatsche gegen den SV Waldhof Mannheim wurde Trainer Gerd Roggensack nach dem 22. Spieltag entlassen. Für ihn kam Karlheinz Feldkamp, der es verstand, der Truppe wieder Leben einzuhauchen. Der FCK schaffte den Klassenerhalt und belegte am Ende Rang 12. Obendrein hatte die Mannschaft das Finale des DFB-Pokals erreicht. Vor allem Bruno Labbadia drückte zusammen mit seinem kongenialen Sturmpartner Stefan Kuntz dem Spiel früh den Stempel auf. Der FCK führte gegen den Favoriten SV Werder Bremen bereits nach einer halben Stunde mit 3:0! Bruno Labbadia hatte in der 19. Minute die Führung erzielt, die er selbst nur sieben Minuten später mit seinem zweiten Treffer ausbaute. Stefan Kuntz markierte dann in der 30. Minute das dritte Lauterer Tor. Die Bremer kamen im zweiten Durchgang zwar noch einmal zurück, verkürzten durch Frank Neubarth und Manfred Burgsmüller noch auf 2:3, doch am Ende sicherte sich der FCK erstmals den DFB-Pokal. Auch Bruno Labbadias erster großer Titel.

Dass sich der zweite Titel schon eine Spielzeit später einstellen würde, konnte auch Bruno Labbadia da noch nicht ahnen. Mit Trainer Karlheinz Feldkamp ging man entspannt in die neue Saison, die zunächst ohne Bruno Labbadia stattfinden sollte. Mehr als zwei Monate lang laborierte der FCK-Angreifer an einer Viruserkrankung und kam erst am 12. Spieltag beim Heimspiel gegen Wattenscheid erstmals in der Saison zum Einsatz. Zu diesem Zeitpunkt stand der FCK fast ganz oben in der Tabelle. Der Fast-Absteiger der Vorsaison war in den ersten Saisonwochen mit seiner unbekümmerten Spielweise zu einem festen Bestandteil der oberen Tabellenregion geworden. Vor allem das Fernduell mit dem FC Bayern wird jedem FCK-Anhänger noch heute in den Ohren klingeln. Auch wenn Bruno Labbadia in der verbleibenden Spielzeit noch neun Treffer gelingen sollten, ausgerechnet im Rückspiel gegen die Münchner Bayern stand er nicht im Kader. Bitter dürfte für den ehrgeizigen Angreifer sicher auch gewesen sein, dass Trainer Karlheinz Feldkamp ihn am letzten Spieltag beim legendären Saisonfinale im Köln-Müngersdorfer Stadion zunächst auf der Bank schmoren ließ. Den Vorzug hatte der junge Bernhard Winkler bekommen, der seinen Einsatz mit zwei Treffern zum 6:2-Erfolg des FCK dankte. Erst drei Minuten vor Spielende kam Bruno Labbadia für Guido Hoffmann und durfte noch einmal zu einem Kurzeinsatz ran.

Der Meistertitel war bis dato sicher die Krönung der noch jungen Karriere Bruno Labbadias. Doch Differenzen mit Trainer Karlheinz Feldkamp hatten sich schon vor Saisonende abgezeichnet. Angeblich soll es auch mit einigen Mitspielern nicht mehr ganz so harmonisch zugegangen sein. Im Sommer 1991 folgte die Trennung mit einem Wechsel ausgerechnet zum Ligakonkurrenten FC Bayern München. Insgesamt 625 Pflichtspiele absolvierte Bruno Labbadia in den knapp 20 Jahren seiner aktiven Spielerkarriere. Nur zweieinhalb Jahre lang stand er beim 1. FC Kaiserslautern unter Vertrag und trug in 67 Bundesligapartien das Dress der Roten Teufel. Auf 80 Pflichtspiele und 26 Tore kam er in seiner Zeit am Betzenberg und bis heute genießt der sympathische Mittelstürmer bei den FCK-Fans Kultstatus.

In München errang Bruno Labbadia mit dem FC Bayern am Ende der Spielzeit 1993/94 seinen zweiten Meistertitel. Im Sommer 1994 verließ er die Bayern, da der neue Trainer Giovanni Trapattoni auf die neu verpflichteten Angreifer wie Jean-Pierre Papin und Alain Sutter setzte. Er wechselte für eine Saison zum 1. FC Köln, danach zu Werder Bremen und den Zweitligisten Arminia Bielefeld und Karlsruher SC. Im Jahr 1999 wurde er mit 28 Treffern für Arminia Bielefeld Torschützenkönig der 2. Bundesliga. Im Sommer 2001 wechselte er dann zum Karlsruher SC wo er zwei Jahre später seine Spielerkarriere beendete.

In 328 Bundesligaspielen erzielte Bruno Labbadia 103 Tore und in 229 Spielen in der 2. Liga 101 Tore. Damit ist er der einzige Spieler, der in Deutschlands erster und zweiter Bundesliga jeweils mehr als 100 Tore erzielte. Am 11. August 1987 trug Bruno Labbadia übrigens erstmals das Nationaltrikot, als er für die U21-Nationalmannschaft im Moselstadion in Trier bei der 0:2-Heimniederlage gegen Frankreich in der 46. Minute für Maurizio Gaudino eingewechselt wurde. Sein erstes Länderspieltor erzielte er am 8. September beim 2:0-Sieg über die englische U21-Nationalmannschaft in Lüdenscheid. Fünf Jahre später wurde er beim 4:1-Sieg im Test-Länderspiel in Montevideo gegen Uruguay erstmals in die A-Nationalmannschaft berufen. Seinen zweiten und letzten Einsatz erhielt er 1995 in einem weiteren Test-Länderspiel, das Deutschland mit 2:1 im damals neu eröffneten Brüsseler König-Baudouin-Stadion gegen Belgien gewann.

Nach dem Ende seiner Laufbahn als Profi-Kicker kehrte Bruno Labbadia im Mai 2003 zum SV Darmstadt 98 als Trainer zurück, wo einst seine Spielerkarriere begann. Er war dort bis zum Ende der Saison 2005/06 tätig. Gleich im ersten Jahr als Verantwortlicher stieg er mit dem Verein in die Regionalliga auf. Ab der Saison 2007/08 trainierte er die SpVgg Greuther Fürth in der 2. Bundesliga, schloss auf Tabellenplatz sechs ab und verpasste damit den Aufstieg in die Bundesliga. Es folgten Trainerstationen beim Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen (2008 bis 2009), dem Hamburger SV (2009-2010), dem VfB Stuttgart (2010-2013), erneut beim HSV (2015-2016), dem VfB Wolfsburg (2018-2019) sowie bei Hertha BSC (2020-2021). Am 8. Februar feiert Bruno Labbadia seinen 55. Geburtstag. Das Museumsteam wünscht alles Liebe und Gute, vor allem viel Gesundheit.

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