Im kommenden Jahr feiert der 1. FC Kaiserslautern sein 120-jähriges Bestehen. Fast genauso alt ist die Tradition, die Mitglieder des Vereins regelmäßig über eine Vereinszeitschrift zu informieren. Im Juli vor 105 Jahren gab es erstmals eine Mitgliederzeitschrift! Beim FV Kaiserslautern, dem Vorgängerverein unseres heutigen FCK. Für uns Grund genug einmal zurückzublicken wie sich das Thema Mitgliederzeitschrift rund um den 1. FC Kaiserslautern über die mehr als einhundert Jahre hinweg entwickelt und auch immer wieder verändert hat.

Der Anfang einer Mitgliederzeitschrift datiert also ins Jahr 1914. Es war die erste sogenannte Halbmonatsschrift für die Mitglieder des FV Kaiserslautern e.V., die mit Datum 31. Juli 1914 als Jahrgang 1, Nummer 1 herausgegeben wurde. Immerhin zählte der Verein zu diesem Zeitpunkt bereits 500 Mitglieder. Der FVK war damit die Nummer 27 der mitgliederstärksten Vereine des Süddeutschen Fußballverbandes. Man hatte sich dabei viel vorgenommen. Die Vorstellung war, mit mindestens jeweils drei Textseiten die Mitglieder vierzehntägig auf dem Laufenden zu halten, da nicht alle Mitglieder regelmäßig an den Vereinsversammlungen teilnehmen konnten. Die Idee einer Vereinszeitung war indessen deutlich älter, scheiterte jedoch stets an den finanziellen Rahmenbedingungen. Die erste Ausgabe wurde dann durch das Entgegenkommen der Druckerei Rudolf Roch in der Theaterstraße 16 (heute Karl-Marx-Straße) ermöglicht. Streng genommen also einer der ersten Sponsoren des Vereins.

Doch das neue Medium, mit dem die Verantwortlichen regelmäßig über das Vereinsgeschehen berichten wollten, hatte nicht lange Bestand. Das deutsche Kaiserreich hatte am 1. August 1914 Russland und am 3. August 1914 Frankreich den Krieg erklärt. Der Beginn des 1. Weltkrieges, die sogenannte Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts. Der Krieg setzte den Bestrebungen um eine regelmäßige Mitgliederzeitschrift ein jähes Ende. Der Fußballsport wurde in den kommenden Jahren erst einmal in den Hintergrund gedrängt. Es sollte auch nach Ende des Krieges fast sieben weitere Jahre dauern, ehe die Vereinsführung das Vorhaben einer Vereinszeitung wieder aufgreifen wollte und vor allem konnte. Am 28. Februar 1925 erschien ein Heft als Jahrgang 1, Nummer 2 und schloss so nahtlos an die Ersterscheinung im Jahr 1914 an. Auch im dortigen Leitartikel bemüht sich der Verfasser, die Geselligkeit und den damit verbundenen Zusammenhalt der Mitglieder in den Vordergrund zu rücken. Intentionen, die bis heute Gültigkeit haben und behalten werden. Vor allem auch Beiträge wie die „Zehn Gebote für nörgelnde Vereinsmitglieder“ sowie „Zehn Gebote zur Lahmlegung des Vereinslebens“ zeugen von einer nicht unbedingt harmonischen Atmosphäre innerhalb des Vereins in jenen Zeiten. Ein Aspekt dem grade heute unglücklicherweise eine gewisse Aktualität innewohnt!

Die ersten drei Ausgaben wurden damals noch kostenlos an die Mitglieder ausgegeben. Doch schon beim vierten Heft kamen die Verantwortlichen um eine Gebühr von 20 Pfennigen zur Deckung der Kosten nicht herum, weswegen die Vereinszeitung auch schnell wieder eingestellt wurde. Erst zwei Jahre später griff man das Vorhaben wieder auf. Dabei hatte man aus Fehlern der Vergangenheit gelernt und mit Inseraten die Kostendecke so gestalten können, dass eine kostenfreie Abgabe an die Mitglieder möglich blieb. Ende 1927 hatte der Verein schließlich erstmals die Marke von 1.000 Mitgliedern überschritten. Vor allem den Inserenten war es zu verdanken, dass die Bemühungen, die Mitglieder mit einer Vereinszeitung regelmäßig über das Geschehen im Verein zu informieren, sechs Jahre lang währten. Ein Aspekt, der einem auch heute irgendwie bekannt vorkommen mag. Waren es doch vor allem kleinere lokale und regionale Unternehmen, die durch ihre regelmäßigen Inserate die Vereinszeitung aufrechterhielten und die teilweise heute noch existieren. Wie zum Beispiel das Café Bremer, die Gastwirtschaft Benderhof, Schuster & Sohn, das heutige Autohaus Rittersbacher oder das Möbelhaus Fuchs. Dennoch waren es vermutlich die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Ende der 1920er und Anfang der 1930er Jahre, die ab Februar 1931 die Verantwortlichen dazu zwangen, den regelmäßigen Druck des Mitgliedermagazins einzustellen. Im Juli des gleichen Jahres wurde dann der im Jahr 1929 aus dem FVK und dem SV Phönix entstandene Verein FV Kaiserslautern Phönix in 1. FC Kaiserslautern umbenannt.

Während der Zeit des Nationalsozialismus erschien keine Mitgliederzeitschrift. Aber auch in den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg ließen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eine Neuauflage einer Mitgliederzeitschrift nicht zu. Es bedurfte erst einer engagierten und treibenden Kraft, die sich dieses Themas annehmen sollte. Diese fand sich in Präsident Dr. Ludwig Müller, der 1952 das Thema wieder auf die Agenda brachte. Als Jahrgang 1, Heft 1 erschien dann im Oktober 1952 eine erste neue Mitgliederzeitschrift. Mit einem Titel, der heute noch vielen FCK-Fans geläufig sein wird. „Rund um den Betzenberg“ sollte das Magazin fortan heißen und diesen Namen immerhin bis zum Jahr 1996 behalten. Auch wenn nach dem Tode von Präsident Dr. Ludwig Müller im September des Jahres 1955 das Mitgliedermagazin zunächst von der Bildfläche verschwand. Erst mit Beginn des Jahres 1964 erschien das nächste Magazin mit dem Titel „Rund um den Betzenberg“, als der FCK bereits seine erste Saison in der neu gegründeten Fußball-Bundesliga spielte. Jährlich sechs Hefte gab der Verein an seine Mitglieder aus. Optisch noch angelehnt an die frühen 1950er Jahre. Schon ein Jahr später hatte sich der FCK dann ein neues und moderner anmutendes Logo verpasst, das den Verein für die nächsten Jahrzehnte repräsentieren sollte. Bis 1993 sollte auch das Mitgliedermagazin im DIN-A5-Format einen ganz eigenen Charme versprühen, ehe man ab September des gleichen Jahres das Magazin unter gleichem Titel fortan im DIN-A4-Format herausgab.

Mit der Jahrtausendwende und dem Jubiläumsjahr zum 100-jährigen Bestehen des Vereins erfolgte dann eine völlig neue Philosophie. Der Titel „Rund um den Betzenberg“ verschwand ab dem Jahr 2000. Das Mitgliedermagazin hieß ab nun „Fair“ mit weißem Hintergrund auf dem Deckblatt und erschien vierteljährlich als Kontrapunkt zum Stadionmagazin „Fair-Play“. Ab der Saison 2001/02 erschien dann erstmals ein kombiniertes Heft aus Stadion-Magazin und Mitglieder-Magazin mit dem Titel „Betze-Magazin“. Zunächst im DIN-A4-Format, ehe man auch aus Kostengründen ab der Saison 2008/09 wieder zum kompakteren DIN-A5-Format zurückkehrte. Ab der Saison 2010/11 erfolgte dann ein neuerlicher Philosophie-Wechsel, als man das Mitgliedermagazin erstmals mit dem Titel „In Teufels Namen“ herausbrachte um dann mit der Saison 2018/19 das vierteljährliche Magazin lediglich noch mit dem Begriff „Mitgliedermagazin“ zu zieren.

Trotz der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Situation des Vereins wollen die Verantwortlichen die rund 17.000 Mitglieder natürlich auch künftig regelmäßig und umfassend über das Vereinsgeschehen informieren. Wer am 28. Juli dem Mitgliederforum des 1. FC Kaiserslautern beiwohnte, konnte den Worten von Vereinsvorstand Wilfried de Buhr entnehmen, dass es das Mitgliedermagazin der Roten Teufel künftig sogar häufiger geben soll. Dies dann jedoch nur noch als Newsletter, der per Mail versandt wird. Die Bedeutung der Print-Version hatte bereits in den vergangenen Jahren abgenommen. Ein großer Teil der Mitgliedschaft hatte das Mitgliedermagazin da bereits als entsprechend gestaltetes E-Paper in digitaler Form erhalten.

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