In Zeiten wie diesen, wenn die Lauterer Fußballseele sportlich von mehr Schatten gekühlt als von Licht erwärmt wird, braucht das FCK-Gemüt einen Ankerplatz. Einen Ort, um neue Energie zu tanken und um beispielsweise mit Erinnerungen den Akku wieder aufzuladen. So war das FCK-Museum auch im Jahr 2018 für unzählige Fans, für viel Prominenz und für Gäste aus aller Welt, eine Anlaufstelle an zahlreichen Spieltagen, ein Austragungsort von Sonderveranstaltungen oder schlicht eine Arbeitsbühne zum Aufbereiten und Füllen von Lücken in der FCK-Historie. Das Team rund um das FCK-Museum war im Jahr 2018 aber auch mehr denn je Ansprechpartner für die Umsetzung von Aktionen und Aktivitäten, die teilweise weit außerhalb der Museums-Räumlichkeiten stattfanden.

Auch in diesem Jahr öffnete das FCK-Museum an zahlreichen Heimspieltagen interessierten Besuchern die Tore. Trotz des bitteren Abstiegs in die dritte Liga blieb auch in der aktuellen Saison der Besucherzuspruch ungebrochen groß. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des FCK-Museums durften in den Räumlichkeiten hinter der LOTTO-Osttribüne in diesem Jahr an den Öffnungstagen in etwa gleich viele Besucher begrüßen wie in den Jahren zuvor. Für den Verein und für das Museum ein gutes und hoffnungsvolles Zeichen. Darüber hinaus erfreute sich 2018 auch das Angebot von Gruppenführungen wachsender Beliebtheit. Zahlreiche unterschiedlich große Gruppen, mit teilweise mehr als 50 Gästen gleichzeitig, fanden so in diesem Jahr den Weg in die Ausstellungsräume. Ganz gleich ob Schulklasse oder Seniorengruppe, ob im Rahmen eines Betriebsausfluges, eines Junggesellenabschiedes oder im Rahmen einer Jubiläumsfahrt, das Museum wirkte auch in diesem Jahr als Publikums-Magnet und wird von den FCK-Fans immer öfter auch außerhalb von Heimspieltagen in die Überlegungen zur Programm-Gestaltung für einen Ausflugstag einbezogen.

Dabei lädt das liebevoll gestaltete und mit Charme erfüllte Ausstellungskonzept dazu ein, Geschichte sichtbar, erlebbar und greifbar zu machen. Beim Vorbeischlendern an Vitrinen und Holzkisten – egal ob man am Heimspieltag alleine oder im Rahmen einer Führung in der Gruppe im Museum unterwegs ist – stets standen und stehen die ehrenamtlichen Helfer des Museums-Teams parat, um Fragen zu beantworten und um mit unzähligen Anekdoten das eine oder andere Exponat in ganz anderem Glanz erstrahlen zu lassen. Ein besonderes Schmankerl sind dabei immer wieder die Erzählungen von Museumsteam-Mitglied Gerhard Ahrens, der von 1953 bis 1958 unter anderem zusammen mit Fritz Walter Teil einer legendären FCK-Mannschaft war und somit als Zeitzeuge einen unschätzbaren Beitrag leistet, das Erlebnis FCK-Geschichte mit eigenen Erinnerungen und Geschichten aufzuwerten.

Doch das Präsentieren von Geschichte muss nicht immer weit in die Vergangenheit zurückreichen. So hat das Museumsteam in diesem Jahr mit einer eigens zusammengestellten Vitrine auch die erfolgreiche Arbeit unserer U19-Mannschaft gewürdigt, die es 2018 immerhin in zwei Finalspiele geschafft hat. Im IKK-Südwest-Verbandspokal Pokal konnte sich die Truppe unter Trainer Marco Laping gegen den 1.FSV Mainz 05 in einem dramatischen Spiel in der Nachspielzeit mit 3:2 durchsetzen. Beim DFB-Verbandspokal der A-Junioren am 19. Mai in Berlin musste sich der FCK jedoch gegen den SC Freiburg mit 1:2 geschlagen geben. Zahlreiche Exponate, darunter der Verbandspokal, erinnern die Besucher noch einmal detailliert an die beiden Finalspiele im Mai diesen Jahres.

Die Ausstellung zur langen und einzigartigen Historie unseres Traditionsvereins erlebte auch abseits von Heimspieltagen bei einigen weiteren Anlässen regen Zuspruch. So erlebte das Museum beim traditionellen Stadionfest auch in diesem Jahr einen regelrechten Ansturm, so dass sich im Eingangsbereich hinter der Osttribüne vor Block 18.1 lange Schlangen bildeten. Gefragte Anlaufstelle und beliebtes Ausflugsziel war das FCK-Museum jedoch auch am verkaufsoffenen Sonntag im Mai, beim überraschend gut besuchten Trainingsauftakt der Profimannschaft im Juni oder bei der „Rolli-Autogrammstunde“ Anfang November. Außerdem fanden sich im Juni mehr als 2.000 Telekom-Mitarbeiter zu einem Mitarbeiter-Event des Telekommunikations-Unternehmens auf dem Betzenberg ein. Zahlreiche Interessierte des Konzerns mit der Magenta-Farbe nutzten die Pausen im dicht gedrängten Programmablauf und belagerten das Museum.

Ein Ereignis, das die Museums-Mitarbeiter gleich mehrfach forderte, überstrahlte im Jahr 2018 jedoch alles! Bis heute ist der 1.FC Kaiserslautern der erste und einzige Verein, der es geschafft hat aus der zweiten Liga in die Beletage des deutschen Fußballs aufzurücken und dann als Aufsteiger direkt Deutscher Meister zu werden! 20 Jahre liegt diese Sensationsmeisterschaft nun zurück und so war das Jahr 2018 folgerichtig ein Jubiläumsjahr, das besondere Aufmerksamkeit verdient hatte. Bereits im März gastierte das Sportmagazin Kicker mit seiner Veranstaltungsreihe „Triff Deine Legende“ in der Museums-Loge des Fritz-Walter-Stadions und erinnerte im Rahmen einer Diskussionsrunde mit Olaf Marschall, Harry Koch und Thomas Riedl an den sensationellen Titel im Jahr 1998. Im April veranstaltete das FCK-Museum in der Walter-Elf-Lounge eine Talkrunde, bei der vor über 100 Besuchern FCK-Sportvorstand Martin Bader, Aufsichtsratsvorsitzender Patrick Banf, der ehemalige FCK-Profi Andreas Buck sowie Gerhard Ahrens bei der „Jubiläumstalkrunde – 20 Jahre Deutsche Meisterschaft 1998“ über alte und neue FCK-Zeiten sprachen. Das unumstrittene Highlight zum Meisterjubiläum war jedoch die Veranstaltung „Heimkehr der Helden“ am 8. August. Mittelpunkt des Top-Events war ein Benefizspiel der Meistermannschaft von 1998 gegen ein von Berti Vogts trainiertes Team aus ehemaligen Nationalspielern.

Das Jahr 2018 hat übrigens einmal mehr gezeigt, dass Museum und Wissensvermittlung zur Geschichte eines Vereins wie dem 1.FC Kaiserslautern nicht nur an die Ausstellungsräumlichkeiten gebunden sein muss. Im nun zu Ende gehenden Jahr fanden auch einige Aktivitäten außerhalb des eigentlichen Museums statt. Einige der ehrenamtlichen Mitstreiter engagierten sich im Sinne von Kulturförderung, Kontaktpflege und Fanbindung an teils weit entfernten Orten. Dabei ist auch der Hauptfriedhof in Kaiserslautern mittlerweile eine regelrechte Spezialität im Repertoire des Museums-Teams.

Im Rahmen einer rund zweistündigen Führung werden rund 20 Grabstellen besucht, die einen direkten Bezug zum FCK haben. Darunter natürlich die Grabstellen der Lauterer Weltmeister von 1954. Initiator Rolf Conrad durfte sich bei den beiden in diesem Jahr angebotenen Führungen am 4. Juli und am 1. August bei herrlichem Sommerwetter über regen Zuspruch eines höchst interessierten Publikums erfreuen. Bereits im Juni waren sowohl zahlreiche FCK-Exponate aus dem Museumsbestand – darunter die Meisterschalenreplik von 1998 – sowie einige ehrenamtliche Mitstreiter bei der „Langen Nacht der Kulturen“ zu Gast im „Theodor-Zink-Museum“, um dort den 1.FC Kaiserslautern mit dem Schwerpunktthema „Deutsche Meisterschaft 1998“ zu repräsentieren.

Ein ganz besonderes Angebot bietet der FCK seinen Fans und Mitgliedern seit Ende 2017. Auf Anfrage können die großen Trophäen des FCK wie DFB-Pokal und Meisterschale zu entsprechenden Anlässen von Fanclubs, Firmen oder auch Privatpersonen ausgeliehen werden. Gleich viermal gingen in diesem Jahr Trophäen aus dem Museums-Bestand auf Reisen. So hatte der ASV 1905 Edigheim anlässlich eines Lokalderbys die DFB-Pokal-Replik angefordert, der dann am 25. März in Begleitung dreier Museumsmitarbeiter im Vereinsheim der Edigheimer präsentiert werden konnte. Eine besonders lange Reise traten Ende Mai die Pokal-Replik und die Meisterschalen-Replik von 1998 an. Zusammen mit zwei Begleitern aus dem Team reisten die wertvollen Exponate in die tschechische Hauptstadt nach Prag. Miroslav Kadlec hatte gebeten, die Trophäen für das 20-jährige Firmenjubiläum seines Arbeitgebers SPORT INVEST zur Verfügung zu stellen, wo am 22. Mai im Rahmen einer Trophäenschau rund 50 weitere Pokale, Cups und unzählige Medaillen präsentiert wurden. Da sollten die Glanzstücke aus Kaiserslautern natürlich nicht fehlen. Nur wenige Tage später ging die Meisterschalen-Replik erneut auf Reisen. Der FCK-Fanclub „Rodter Teufel“ hatte zu seinem 20-jährigen Jubiläum in die Südeifel eingeladen. Das frühere Fanbeirats-Mitglied Erich Nemeth hatte sich das Highlight ausgedacht seinen Mitgliedern und Gästen dabei die silberne „Salatschüssel“ präsentieren zu wollen. So gastierte die Trophäe zusammen mit drei Helfern aus dem Museums-Team am 26. Mai in Zemmer-Rodt. Einen letzten Auftritt hatte die Meisterschalen-Replik dann am 1. Juni als Werbeträger für „Heimkehr der Helden“ beim Strohhutfest in Frankenthal, wo unter anderem der frühere FCK-Profi Stefan Ertl zusammen mit dem Glanzstück vielen Fans als Fotomotiv diente.

Wie in den vergangenen Jahren besuchten auch 2018 wieder zahlreiche ehemalige Spieler und prominente Gäste das Museum. Vor allem im Rahmen des Meisterschafts-Jubiläums von 1998 ließen es sich einige der früheren Erfolgs-Kicker nicht nehmen, Erinnerungsstücke aus dem Jahr ihres einzigartigen Triumphs aus nächster Nähe zu betrachten. So statteten trotz des eng gesteckten Zeitplans am 8. August unter anderem Pavel Kuka, Miroslav Kadlec, Marian Hristov oder Thomas Reinke nebst Familie dem Museum einen Besuch ab. Auch abseits der 98er-Feierlichkeiten waren über das Jahr hinweg Akteure wie Martin Wagner, Thomas Riedl, Andy Buck, Marco Reich oder Olaf Marschall immer mal wieder gern gesehene Gäste und im Museum jederzeit herzlich willkommen. Darüber hinaus durften wir uns über Besuche von Oliver Schäfer zusammen mit Miriam Welte freuen, die auch aus ihrem privaten Fundus einige interessante Stücke für die Ausstellung zur Verfügung stellten. Auch Idole wie Ronnie Hellström, Hans-Peter Briegel oder der Besuch von Nationalspielerin Nadine Kessler sorgten bei ihrer Stippvisite im Museum bei Besuchern wie auch bei den Team-Mitgliedern für strahlende Augen. Auch zahlreiche Spieler der letztjährigen und der aktuellen Lizenzmannschaft statteten den Museumsgästen an Heimspieltagen regelmäßige Besuche ab und versorgten Fans mit Autogrammen, Fotos oder standen im direkten Austausch mit den Besuchern.

Passend zum Jubiläumsjahr der Meisterschaft von 1998 durften sich der FCK und seine Fans zusammen mit Otto Rehhagel über dessen 80. Geburtstag freuen. Insbesondere deshalb, weil „König Otto“ trotz des respektvollen Alters noch so jung und frisch wirkt wie eh und je. Der FCK und das Museums-Team gedachten in diesem Jahr aber auch bereits verstorbenen früheren FCK-Kickern, die 2018 einen runden Geburtstag hätten feiern dürfen. Karl-Heinrich „Heinz“ Jergens wäre in diesem Jahr 95 Jahr alt geworden, der unvergessene Jacobus „Co“ Prins hätte seinen 80. Geburtstag begehen können.

Abschied nehmen hingegen musste der 1. FC Kaiserslautern im Jahr 2018 von seinem ehemaligen Trainer Rudi Kröner, der bereits kurz vor dem Weihnachtsfest 2017 im Alter von knapp 76 verstorben war. Boxlegende Karl Mildenberger, der erst am 23.11.2017 seinen 80. Geburtstag gefeiert hatte, war leider am 5.Oktober dieses Jahres von uns gegangen und vom FCK in einer bewegenden Trauerfeier geehrt worden. Erst kürzlich musste der FCK auch von seinem einstigen Abwehrchef Dietmar Schwager Abschied nehmen, der leider am 20. November im Alter von 78 Jahren verstorben war.

Der 1. FC Kaiserslautern und das Museumsteam bedanken sich bei allen Leihgebern, Schenkern und Besuchern für die großartige Unterstützung im Jahr 2018. Ein ganz besonderer Dank gilt dem ehrenamtlichen Team der Initiative Leidenschaft e.V., das den FCK auch in diesem Jahr wieder unermüdlich unterstützt und somit einen wertvollen Beitrag zur Weiterentwicklung des FCK-Museums geleistet hat. Das Museum wird seine Pforten nach der Winterpause zum Heimspiel gegen die SG Sonnenhof Großaspach am Samstag, 26. Januar 2019, wieder öffnen und freut sich auf das nächste ereignisreiche und spannende Museumsjahr.

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