Karl Mildenberger wurde durch seinen Kampf gegen die Box-Ikone Muhammad Ali am 10. September 1966 weltbekannt. Am Donnerstag, 23. November 2017, wird der gebürtige Lauterer und ehemalige Box-Europameister 80 Jahre alt. Alles Gute, Karl Mildenberger!

Es ist der 17. September 1966:  Am Betzenberg trägt der 1. FC Kaiserslautern sein Bundesliga-Heimspiel gegen den SV Werder Bremen aus. Die Mannschaften und das Schiedsrichtergespann laufen in das Stadion ein und stellen sich zur Begrüßung auf, doch wie auf einen geheimen Befehl hin rennen die Spieler des FCK zur Nordtribüne zurück und umringen eine Person: Schwergewichts-Europameister Karl Mildenberger, der nach seinem großen Kampf gegen Muhammad Ali zu Gast auf dem Betze war.

Unter dem tosendem Applaus der gut 20.000 Zuschauer lässt sich „Milde“ von den Fußballkameraden und den Fans feiern. Karl Mildenberger hat den Boxkampf im Frankfurter Waldstadion gegen den Weltmeister aus den USA zwar verloren, sein Auftreten und seine Leistung im Ring über zwölf Runden hinweg begründen jedoch seinen bis heute nicht verblassten Ruhm.

1937 wird Karl Mildenberger in Kaiserslautern geboren. Sein Onkel Richard Mildenberger, ein bekannter Boxsportler und Trainingsleiter der Boxabteilung des 1. FC Kaiserslautern, begeistert den Jungen für das Boxen und fördert ihn. 1946 beginnt Karl mit dem Training in der Jugendstaffel. Da im gerade erst zu Ende gegangenen Zweiten Weltkrieg etwa 60 Prozent aller Gebäude in Kaiserslautern zerstört oder stark beschädigt wurden, mangelt es an Turnhallen und Trainingsmöglichkeiten. Karl Mildenberger und seine Boxkameraden trainieren daher im Sommerhalbjahr auf dem Rasen des Betzenbergs, während im Winter in den Katakomben der damals noch sehr bescheidenen Nordtribüne geübt wird.

Das Können und der Trainingsfleiß Karl Mildenbergers werden bald belohnt: Mit elf Jahren bestreitet er seinen ersten Amateurboxkampf und gelangt 1956 in die bundesdeutsche Amateurstaffel. Nach dem Gewinn der deutschen Amateurmeisterschaft im Halbschwergewicht wird Mildenberger 1958 Boxprofi. Der schlagstarke Linkshänder macht als „Rechtsausleger“ durch mehrere K.o.-Siege auf sich aufmerksam und wird bereits mit Deutschlands großer Boxlegende Max Schmeling verglichen. Bruno Müller, seit 1960 Mildenbergers Manager und Trainer, verbessert die technischen Möglichkeiten des Pfälzers, kann im Frühjahr 1962 jedoch einen Karriererückschlag nicht verhindern: In einem Kampf gegen den Briten Dick Richardson geht Mildenberger bereits nach zweieinhalb Minuten zu Boden.

Im Laufe des Jahres 1962 gewinnt Karl Mildenberger seine Selbstsicherheit zurück und verlässt immer wieder als Sieger den Ring. 1964 kann er seinen bislang größten Erfolg feiern. Durch einen Sieg über Santo Amonti wird „Milde“ Europameister im Schwergewicht. Diesen Titel kann er in den Folgejahren sechs Mal verteidigen.

Das Jahr 1966 bringt die größten Herausforderungen für den Boxmeister aus Kaiserslautern. Zunächst besiegt er Eddie Machen, der lange die Weltrangliste angeführt hat, ehe es am 10. September zur Auseinandersetzung mit dem US-amerikanischen Weltmeister Cassius Clay kommt, der sich Muhammad Ali nannte. Der Kampf wird vor mehr als 30.000 Zuschauern im Frankfurter Waldstadion ausgetragen und findet weltweit Beachtung.

Fachleute aus aller Welt räumen Karl Mildenberger nicht die geringste Chance gegen den großartigen Amerikaner ein, umso größer ist die Überraschung, als Karl Mildenberger seinem Gegner lange Zeit einen großen Kampf liefert und ihm als „Rechtsausleger“ vor allem in der neunten und zehnten Runde sehr zusetzt. Doch dann setzt sich Muhammad Alis einmalige Klasse durch: In der zwölften Runde bricht der Ringrichter den Kampf nach einer schweren Augenbrauenverletzung Mildenbergers ab. Der „Größte“ zollt seinem unterlegenen Gegner großen Respekt und bezeichnet ihn als „Gentleman“ und besten Gegner seit Sonny Liston. In einem späteren Interview äußert Muhammad Ali, Karl Mildenberger sei nicht der Stärkste, aber der Schönste gewesen, gegen den er je geboxt habe.

Nach dem WM-Duell mit Muhammad Ali kämpft der Kaiserslauterer noch siebenmal. Als er am 18. September 1968 gegen den Europatitel-Halter Henry Cooper verloren hatte, steigt er endgültig aus dem Ring. Fast elf Jahre hat „Milde“ als Profi geboxt und von seinen insgesamt 62 Fights sage und schreibe 53 gewonnen, drei Kämpfe enden unentschieden, sechs verliert er. Ausgerechnet eine Niederlage aber überstrahlt alle seine Kämpfe bis zum heutigen Tag: sein bravouröser Fight gegen Muhammad Ali.

Karl Mildenberger ist als untadeliger Sportsmann sowie als freundlicher und bescheidener Mensch in bester Erinnerung geblieben. Nach seiner Boxkarriere arbeitet er bei der Bayerischen Brauerei in Kaiserslautern, in deren Firmenmannschaft er längere Zeit  Fußball spielt und dabei durch seine besondere Fairness auffällt. Er lässt sich zum Rettungsschwimmer ausbilden und wirkt lange Jahre bis zum Pensionsalter als beliebter und zuverlässiger Bademeister in seiner Heimatstadt Kaiserslautern. Krankheitsbedingt lebt Karl Mildenberger heute sehr zurückgezogen im Stadtteil Hohenecken.

Nicht nur den Boxsportfreunden des FCK und in Deutschland bleibt Karl Mildenberger unvergessen – als Europameister und jener Boxer, der dem Weltmeister Muhammad Ali am 10. September 1966 einen überragenden Kampf lieferte.

Zu seinem 80. Geburtstag wünscht der 1. FC Kaiserslautern Karl Mildenberger von Herzen alles Gute!

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