Am 31. Oktober 2017 wäre Fritz Walter 97 Jahre alt geworden; Fritz Walter, unser Ehrenbürger, Ehrenspielführer, Weltmeister, Deutscher Meister, Idol einer Generation. Hans Walter vom FCK-Museumsteam erinnert sich anlässlich des Ehrentages an die FCK-Legende.

Kurz vor dem 31. Oktober 2017 erhielt unser Fritz postum eine weitere Ehre: Für die Jahre 2018/2019 hat die Deutsche Bahn Namen für die neuen Schnellzüge „ICE 4″ gesucht. Über 2.500 Namensvorschläge trudelten bei der Bahn ein. Einer davon war Fritz Walter und er wurde unter die Top 25 gewählt. Demnächst rangt also das Konterfei und der Name von Fritz Walter auf einem ICE der Deutschen Bahn.

Sein großartiges Wirken, seine glänzenden Erfolge und seine einzigartige Persönlichkeit werden im Museum des 1. FC Kaiserslautern lebendig gehalten und in zahlreichen Bildern, Filmausschnitten, Texten und Exponaten dokumentiert und veranschaulicht – für die Älteren unter uns als kostbare Erinnerung, für die Jüngeren zur Anregung, sich mit Kaiserslauterns bedeutendstem Spieler auseinanderzusetzen und zu ergründen, was ihn derart berühmt und zeitlos beliebt gemacht hat.

Fritz Walters Karriere als überragender Fußballsportler endete bereits vor 57 Jahren und nur die über 70-Jährigen unter uns haben ihn noch als aktiven Spieler auf dem Rasen des Betzenberg-Stadions erlebt. Was aber weiß die jüngere Generation über Fritz Walter? Was bedeutet er den Kindern, den Jugendlichen unserer Zeit? Den Mitarbeitern des FCK-Museums bietet sich bei Besuchen von Schulklassen, der Fußballcamp-Gruppen oder auch von Familien mit Kindern die gute Gelegenheit, mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen.

Bei diesen Führungen, die zeitlich immer begrenzt sind und eine thematische Schwerpunktsetzung nötig machen, setze ich den Anstoß, dass es doch Gründe geben muss, weshalb in Kaiserslautern das Stadion, eine Schule, eine Straße und ein Eisenbahnzug, ja sogar ein Wetter nach Fritz Walter benannt sind. Die meisten Kinder reagieren mit dem Hinweis, dass er ein ausgezeichneter Fußballer und Weltmeister war. Manche verweisen auf seine zahlreich erzielten Tore, auf seine Funktion als Mannschaftskapitän oder seine Fähigkeiten als überragender Spielgestalter und seine großen Erfolge. Weitere Impulse lenken den Blick schließlich auf den Menschen Fritz Walter und mit kleinen Beispielen und Hinweisen vermögen die Jugendlichen selbst die charakterlichen Eigenschaften zu benennen, die ihn zum Vorbild, zum Idol, haben werden lassen: seine sportliche Fairness, seine Kameradschaftlichkeit, seine Leistungsbereitschaft, seine Treue zum Verein, seine Heimatverbundenheit, seine Hilfsbereitschaft, seine stete Freundlichkeit, sein soziales Engagement und vor allem seine große Bescheidenheit.

Nach und nach verstehen die jungen Leute, weshalb Fritz Walter so beliebt und geschätzt gewesen ist, warum man ihn zum Ehrenspielführer des FCK und der deutschen Nationalmannschaft sowie zum Ehrenbürger von Kaiserslautern und Rheinland-Pfalz ernannt hat. Sie wissen nun, weshalb der FCK so stolz auf seinen ehemaligen Meisterspieler sein kann.

Ein etwa zehn Jahre alter Junge fasste bei der Sommer-Fußballcamp-Führung seine Eindrücke von Fritz Walter mit dem Satz zusammen: „Fritz Walter hatte eine schöne Seele!“ Diesen ebenso richtigen wie rührenden Satz darf man getrost stehen lassen. Während der letzten Minuten einer Führung haben die Jugendlichen Gelegenheit, Fragen über Fritz Walter und die anderen großen Spieler des FCK zu stellen. Dabei können auch falsche Einschätzungen korrigiert werden. Ein Mädchen behauptete beispielsweise, mit Fritz Walter habe der FCK alle Spiele gewonnen. Leider war dies nicht der Fall. Und gleich schloss sich die Frage an, wie ein so großer Spieler wie Fritz Walter mit Niederlagen umgegangen ist.

Wie jeder Fußballer wollte auch Fritz alle Spiele gewinnen, sowohl mit seinem FCK, als auch mit der Nationalmannschaft. Als sehr sensibler Mensch hat Fritz Walter seine Leistung immer kritisch hinterfragt und sich nach Niederlagen überlegt, was er hätte noch besser machen können. Oft lastete er sich unerbittlich selbst die Ursache für eine Niederlage an und wirkte hinterher sehr niedergeschlagen.

Bundestrainer Sepp Herberger wusste um Fritz Walters Sensibilität, er wusste, dass bei einem guten Fußballspieler nicht nur die körperliche Fitness und das spielerische Können, sondern auch innere Ausgeglichenheit und ein gesundes Selbstvertrauen von größter Bedeutung sind. Herberger hat manches unternommen, um seinem Kapitän neue Zuversicht einzuflößen und sein Selbstbewusstsein zu stärken. Eine Verbündete hatte er dabei in Italia, Fritz Walters Ehefrau. Nach einer Niederlage musste sie in ihrem Haushalt darauf achten, dass ihrem Mann keine Zeitungen und Sportmagazine mit eventuell negativen Berichten und Kommentaren in die Hände fallen konnten. Auf diese Weise gelang es im Oktober 1952, Fritz nach dem verlorenen Spiel gegen Frankreich und seinem nicht überzeugenden Auftritt im Pariser Prinzenparkstadion von seinem Abschied aus der Nationalmannschaft abzubringen.

FCK-Vereinstrainer Richard Schneider nutzte Fritz Walters Tendenz zum Aberglauben und ließ bei der Abfahrt des Mannschaftsbusses zu wichtigen Auswärtsspielen an dieser oder jener Ecke ganz „zufällig“ einen Schornsteinfeger um die Ecke kommen. Jetzt war auch Fritz überzeugt, dass an diesem Tag nichts schief gehen konnte…

Fritz Walter erlebte bittere Niederlagen in seiner langen Karriere. Das Spiel in Paris 1952 wurde bereits erwähnt, aber auch die Endspielniederlagen seines FCK 1948 gegen den 1. FC Nürnberg, 1954 gegen Hannover 96 und insbesondere 1955 (nach einem Abseitstor) gegen Rot-Weiß Essen. Nicht zu vergessen ist ebenfalls das verlorene Halbfinalspiel gegen Schweden bei der Weltmeisterschaft 1958. Trotzdem blieb Fritz Walter auch nach Niederlagen der untadelige, faire Sportsmann, der dem Gegner ehrlichen Herzens zum Erfolg gratulierte. Fritz Walter hatte im Krieg und in der Nachkriegszeit harte Wochen und lebensbedrohliche Situationen bewältigen müssen – seine Malariaerkrankung auf Sardinien, den Verlust guter Kameraden bei der Luftwaffe, der Weg in die US-amerikanische Gefangenschaft und die Auslieferung an die Sowjets, die zunächst hoffnungslosen Tage im russischen Lager Marmaros-Sziget, ehe ihn der Fußball auf wundersame Weise vor dem Abtransport nach Sibirien bewahrte, die glückliche Rückkehr in eine zu 60% zerstörte oder beschädigte Heimatstadt, die Sorge um die Zukunft, um das tägliche Brot.

Fritz Walter wusste, dass es im Leben wichtigere und schlimmere Begebenheiten gibt, als ein verlorenes Fußballspiel oder einen vorübergehend ungünstigen Tabellenplatz.

Als Kapitän der Nationalmannschaft und des 1. FC Kaiserslautern war er sich seiner besonderen Verantwortung den Kameraden gegenüber bewusst. Dieses Verantwortungsgefühl, gepaart mit seiner Anhänglichkeit an den Verein und seine Heimatstadt Kaiserslautern, ließen ihn die verlockenden Angebote in den frühen fünfziger Jahren ablehnen, in Spanien oder Italien spielen und ein reicher Mann werden zu können. Sein Verantwortungsbewusstsein drängte ihn stets zu besonderem Trainingsfleiß und einer vorbildlichen Lebensführung – und dazu, dass er trotz seiner Sensibilität und seines latenten Hanges zum Pessimismus seinen Mitspielern immer ein blendendes Beispiel für Leistungsbereitschaft und kämpferischen Einsatz war. Ja, Fritz Walter konnte seine Kameraden durchaus ermutigen und sie im Spiel mitreißen – dank seiner ganz besonderen Fähigkeiten, seiner körperlichen Fitness, seiner menschlichen Qualitäten, zu denen auch ein liebenswürdiger Humor zählte.

Fritz Walter, „unser Fritz“, hat seinen Platz in den Geschichtsbüchern, vor allem aber in unseren Herzen und in unserer Erinnerung, redlich verdient. Der FCK und sein Museumsteam sind sich ihrer Verpflichtung bewusst, das Andenken an diesen einzigartigen Fußballer und Menschen zu bewahren und ihn als wirkliches Idol der jungen Generation begreifbar werden zu lassen – und dies nicht nur an einem Tag wie seinem Geburtstag.

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