Über 300 Pflichtspiele absolvierte Wolfgang Schnarr in seiner Karriere für den 1. FC Kaiserslautern und stand beim ersten Bundesligaspiel der Roten Teufel zwischen den Pfosten. Am 27. März 2025 ist er im Alter von 83 Jahren verstorben. Wir erinnern uns an einen der bedeutendsten Tormänner der FCK-Geschichte.

Der FCK hatte in den zurückliegenden Jahrzehnten bei der Besetzung der Torwart-Position eher selten Sorgen. Das war auch in der Zeit schon so, als die Bundesliga laufen lernte. Seinerzeit hütete Wolfgang Schnarr für den FCK den Kasten. Auch als im August 1963 der erste Spieltag der neu gegründeten Fußball-Bundesliga angepfiffen wurde. Doch zu diesem Zeitpunkt hatte Wolfgang Schnarr, der 1959 zum FCK kam, bereits 109 Oberliga-Partien für den FCK absolviert. Bis zum Ende seiner Zeit am Betzenberg im Jahr 1970 kam er auf insgesamt 335 Pflichtspiele für die Roten Teufel, davon 182 Partien in der Bundesliga. Über 300 Pflichtspiele zwischen den Pfosten des FCK – das schafften neben Wolfgang Schnarr lediglich Gerry Ehrmann und Ronnie Hellström.

Wolfgang Schnarr wurde in Neustadt an der Weinstraße geboren und verbrachte beim FV Bruchmühlbach seine fußballerischen Jugendjahre. Im Alter von erst 18 Jahren holte ihn der damalige FCK-Trainer Richard Schneider im Sommer 1959 an den Betzenberg. Nach Fritz Walters Karriereende, stand in so manchem FCK-Mannschaftsteil ein Umbruch an. Das galt auch für die Torhüterposition. Wolfgang Schnarr sollte als Nachfolger des langjährigen Stammkeepers Willi Hölz aufgebaut werden. Sein Debüt im FCK-Trikot gab er am sechsten Spieltag der Saison 1959/60 in der Fußball-Oberliga Südwest beim Heimspiel gegen Wormatia Worms. Die Partie endete mit einem torreichen 3:3 und schon am Ende seiner ersten Saison beim FCK hatte sich Wolfgang Schnarr bereits zum Stammkeeper entwickelt. Der langjährige Stammtorhüter Willi Hölz kam zu acht Saison-Einsätzen, Wolfgang Schnarr stand in 22 Partien im Lauterer Tor. In seiner ersten FCK-Saison, an deren Ende der FCK einen respektablen fünften Rang belegte, spielte er übrigens noch mit den Weltmeistern Horst Eckel und Werner Liebrich zusammen.

In den nächsten beiden Spielzeiten festigte er seinen Stammplatz im Tor der Roten Teufel und fehlte in diesen zwei Runden nur in einem einzigen Spiel. Im letzten Jahr der Fußball-Oberliga, in der Spielzeit 1962/63, wurde der FCK unter Trainer Günter Brocker Meister der Oberliga Südwest und sicherte sich damit den Einzug in die Endrunde um die deutsche Meisterschaft 1963. Doch gegen die starke Konkurrenz des 1. FC Köln, des 1. FC Nürnberg und von Hertha BSC reichte es nur zum Gewinn von drei Punkten und Wolfgang Schnarr kassierte in den sechs Gruppenspielen 20 Gegentore. Sei’s drum, der FCK hatte sich auf jeden Fall für die Bundesliga qualifiziert! Zum Bundesligadebüt führte der Spielplan den FCK am 24. August 1963 zur Auswärtspartie bei Eintracht Frankfurt. Mit Wolfgang Schnarr im Tor des FCK. Vor 30.000 Zuschauern im altehrwürdigen Frankfurter Waldstadion hieß es am Ende 1:1.

Wolfgang Schnarr sollte auch an den folgenden beiden Spieltagen das Tor der Lauterer hüten, doch Trainer Günter Brocker setzte in immerhin 17 Saison-Spielen auch dessen Konkurrenten Horst-Dieter Strich ein, den der FCK zum Bundesligastart von Wormatia Worms verpflichtet hatte und dem angeblich eine Stammplatzgarantie versprochen wurde. Der FCK belegte mit seinem damaligen Neuzugang Jacobus Prins am Ende der ersten Bundesligasaison den zwölften Rang. Auch in der zweiten Spielzeit 1964/65 hatte Keeper Horst-Dieter Strich gegenüber Wolfgang Schnarr mit achtzehn zu zwölf Einsätzen noch die Nase vorn. Erst als zu Beginn der Saison 1965/66 Gyula Lóránt die Trainingsleitung am Betzenberg übernahm, änderte sich die Situation für Wolfgang Schnarr und er avancierte zum unangefochtenen Stammkeeper. Unter Gyula Lóránt absolvierte er in drei Runden 101 Spiele und belegte mit seiner Mannschaft 1967 mit dem fünften Rang die bis dahin beste Bundesligaplatzierung des FCK. Sein letztes Bundesligaspiel bestritt Wolfgang Schnarr am 3. Mai 1970 bei der 2:4-Auswärtsniederlage gegen Hannover 96. Neben seinen Auftritten in Oberliga und Bundesliga stand Wolfgang Schnarr auch im DFB-Pokal achtzehn Mal im Lauterer Kasten. Im nationalen Cup-Wettbewerb erreichte er 1961 mit dem FCK das Finale, wo die Roten Teufel gegen den SV Werder Bremen jedoch mit 0:2 unterlagen. Noch zweimal kam er mit dem FCK ins Halbfinale, wo der FCK 1966 dem Meidericher SV und 1969 dem FC Schalke 04 unterlag. Im Intertoto-Cup sind 20 internationale Einsätze für die Roten Teufel verzeichnet.

Nach elf Jahren beim FCK wechselte Wolfgang Schnarr 1970 zu Preußen Münster in die Regionalliga West und traf dort auf seinen alten Lauterer Trainer Richard Schneider, der aber ab November 1970 durch Krankheit seine Tätigkeit nicht mehr ausüben konnte. Aki Schmidt übernahm danach das Traineramt. Im westfälischen Münster belegte Wolfgang Schnarr mit den Preußen die Ränge neun und elf. 1972 ging er dann zurück in die pfälzische Heimat und schloss sich dem ASV Landau in der Regionalliga Südwest an. Dort belegte er mit dem ASV Landau in den letzten zwei Jahren des alten zweitklassigen Regionalligasystems die Plätze 6 und 9.

Obwohl er im Sommer 1974 eigentlich aufhören wollte, ließ er sich von Wormatia Worms tatsächlich noch einmal zu einem Drei-Jahres-Vertrag überreden. Doch erfüllen sollte er diesen nicht mehr. Bereits nach einem Tag im Trainingslager wurde ihm klar, dass er das dafür notwendige Leistungsniveau nicht mehr werde halten können. Er löste den Vertrag daher auf und beendete damit offiziell seine Spielerkarriere. Wolfgang Schnarr ging zurück nach Siegelbach, wo er eine Versicherungsagentur eröffnete, die er immerhin noch 30 Jahre lang betrieb. Das Kicken konnte und wollte er dennoch nicht lassen und so streifte er sich auch gerne jahrelang noch das Trikot der FCK-Traditionsmannschaft über.

Am 27. März 2025 ist Wolfgang Schnarr im Alter von 83 Jahren in Kaiserslautern verstorben. Der 1. FC Kaiserslautern trauert von ganzem Herzen und ist in seinen Gedanken bei der Familie und den Freunden von Wolfgang Schnarr und wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Auf der Seite des Bestattungsinstituts ist eine Gedenkseite mit Informationen zur Trauerfeier und der Möglichkeit zur Eintragung in ein digitales Kondolenzbuch eingerichtet.

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