„Wir sind sehr glücklich, den wichtigen Dreier mit nach Hause genommen zu haben“, sagte Cheftrainer Kosta Runjaic nach der Partie. Auch wenn der Coach zurecht die Konzentration auf die eigenen Spiele und die eigene Leistung betonte, sind den Lautrern die anderen Ergebnisse des Wochenendes nicht verborgen geblieben. Als einziges Topteam verbuchte der FCK dabei einen Dreier und befindet sich nach dem 26. Spieltag wieder in Schlagdistanz zu den begehrten Plätzen. Die Roten Teufel sind wieder mittendrin im Aufstiegsrennen.
„Der Spieltag ist für uns gut verlaufen“, so Coach Kosta. Und das auch, weil sich mehrere Umstellungen bezahlt machten. Mit Simon Zoller, Srdjan Lakic und Mo Idrissou bot Kosta Runjaic gleich drei nominelle Stürmer von Beginn an auf, wobei der oft auf den Flügel ausweichende Idrissou seine Mitspieler einige Male hervorragend in Szene setzte. Dem aufmerksamen und spritzigen Zoller fehlten in der ersten Halbzeit nur Zentimeter zum zwölften Saisontreffer, und auch Lakic war kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit seinem ersten Tor ganz nahe.
Dass am Ende gejubelt werden durfte, war schließlich Marcel Gaus zu verdanken. Der Linksfuß spielte für den angeschlagenen Karim Matmour auf der rechten Seite und war in der 55. Minute mit einem noch leicht abgefälschten Flachschuss erfolgreich. „Arjen Robben“, lachte Markus Karl nach dem Schlusspfiff in Richtung des Torschützen. Erinnerte der Treffer doch tatsächlich sehr an die typischen Einzelaktionen des Niederländers. Die neue Position sei etwas ungewohnt gewesen, sagte Gaus. Sie habe ihm aber sehr viel Spaß gemacht. Das kann man wohl glauben. Den Siegtreffer, noch dazu in so einem wichtigen Spiel, erzielt man ja nicht alle Tage.
Spaß hatte vermutlich auch Tobias Sippel, der am Tag nach seinem 26. Geburtstag eine ganz starke Partie ablieferte und mehrere Chancen der Löwen glänzend parierte. So stand zum zweiten Mal in Folge hinten die Null. Ein Umstand, der Sippel und seinen Vorderleuten Sicherheit für das langsam aber sicher nahende Saisonfinale geben sollte. Der Auftakt in die „Woche der Wahrheit“ ist erfolgreich gemeistert. Sechs Punkte sind bis zum kommenden Samstag noch zu vergeben. Und die wollen die Roten Teufel alle haben.
An diesem Vorhaben wurde daher auch am Tag danach gearbeitet. Wie gewöhnlich absolvierten die Spieler, die in München im Einsatz gewesen waren, eine aktive Regenerationseinheit im Kraftraum, während sich die Reservisten auf dem Platz bei wechselhaftem Aprilwetter ins Zeug legten. Bei sich abwechselndem Hagel und Regen gab es unter anderem ein intensives Trainingsspiel zu sehen. Als Coach Kosta die Einheit beendete, lugte schließlich auch die Sonne wieder durch die dichte Wolkendecke.
Nicht dabei war der am Mittwoch mit seiner fünften Gelben Karte pausierende Mo Idrissou, der mit einer leichten Prellung nur individuell arbeitete. Auch Tobias Sippel und Ruben Jenssen mussten mit einer leichten Erkältung kürzer treten – genau wie Karim Matmour, der nach seinen Muskelproblemen aber aller Voraussicht nach am Dienstag wieder ins Training einsteigen kann. Auch Albert Bunjaku ist auf einem guten Weg und steht kurz vor der Rückkehr ins Mannschaftstraining. Dann werden alle wieder ins Team drängen, schließlich wollen sie in der entscheidenden Saisonphase mittendrin sein, und nicht nur dabei.