Am Sonntag, 25. Januar 2026, gastieren die Roten Teufel zum ersten Auswärtsspiel des Jahres 2026 beim Ruhrgebietsklub auf Schalke. Anstoß der Partie in der VELTINS-Arena ist um 13:30 Uhr.
„Kennt ihr den Mythos vom Schalker Markt…“, ist weit mehr als ein beliebter Fangesang der rund 193.000 Mitglieder der Knappen. Er verweist auf die Entstehungsgeschichte des Traditionsvereins. Im Herzen des Gelsenkirchener Stadtteils Schalke spielte sich einst das Leben ab. Dort ansässige Läden, Tabakgeschäfte und Gaststätten machten den Schalker Markt zu einem zentralen Treffpunkt für Fans und Spieler.
Dort, am Schalker Markt, wurde der Verein im Jahr 1904 unter dem Namen „Westfalia Schalke“ gegründet. 1928 verlegte der FC Schalke 04 auch seine Geschäftsstelle an den Markt. Von diesem Zeitpunkt an, entwickelte sich der Schalker Markt endgültig zum Mittelpunkt des Vereinslebens.
Die Roten Teufel gegen die Königsblauen in der Vergangenheit
Zwei Klubs, die mit ihren insgesamt elf Meistertiteln und sieben Pokalsiegen nicht aus der Bundesligageschichte wegzudenken sind, stehen sich am Sonntag gegenüber. Das unterstreichen auch die Zahlen: Auf kein anderes Team aus dem aktuellen Zweitliga-Aufgebot traf der FCK häufiger. Bereits 93 Pflichtspiele wurden zwischen den beiden Mannschaften ausgetragen.
Die Bilanz könnte dabei kaum ausgeglichener sein. 35-mal behielten die Knappen die Oberhand, 34-mal gingen die Roten Teufel als Sieger vom Platz und 24-mal wurden die Punkte geteilt.
Zur allerersten Begegnung zwischen den beiden Teams kam es bereits am 24. Mai 1942. Das Achtelfinale der 35. Deutschen Meisterschaft entschieden die Knappen mit 9:3 für sich. Es folgten vier weitere Aufeinandertreffen in der Vorrunde der Deutschen Meisterschaft. Neben fünf Begegnungen im DFB-Pokal verbindet die beiden Klubs als Gründungsmitglieder der Bundesliga eine lange gemeinsame Historie im deutschen Oberhaus. Dort standen sie sich in bislang 78 Partien gegenüber. Im direkten Duell halten sich die beiden Klubs die Waage: Sowohl die Königsblauen als auch die Roten Teufel gingen jeweils 28-mal als Sieger vom Platz.
In der noch jungen gemeinsamen Zweitliga-Historie haben hingegen die Pfälzer die Nase vorn. Nur eins der fünf Duelle ging an die Knappen. Zuletzt standen sich beide Teams im August zum Auftakt in die laufende Spielzeit gegenüber. Unter Flutlicht endete die Partie mit einem 1:0-Heimsieg für die Roten Teufel. Marlon Ritter trug sich per Foulelfmeter gegen seinen Ex-Verein in die Torschützenliste ein.
Neben FCK-Kapitän Marlon Ritter, der von 2002 bis 2008 in der Jugend für den S04 spielte, kehren zwei weitere Spieler aus dem aktuellen Kader an ihre alte Wirkungsstätte zurück. Auch Fabian Kunze und Maxwell Gyamfi absolvierten Teile ihrer fußballerischen Ausbildung in der Schalker Knappenschmiede.
Auch auf Seiten der Königsblauen kommt es zu einem Wiedersehen mit bekannten Gesichtern: Mittelfeldspieler Janik Bachmann stand eineinhalb Jahre für den FCK auf dem Platz, ehe er 2021 zum SV Sandhausen wechselte. Der achtmalige deutsche Nationalspieler Amin Younes lief in der Saison 2014/15 leihweise in der Pfalz auf.
So ist die Lage
Am vergangenen Wochenende feierten die Roten Teufel zum Rückrundenauftakt einen 3:1-Heimsieg. Lange Zeit verlief die Partie auf Augenhöhe, bis die Mannschaft von Torsten Lieberknecht den 0:1-Rückstand in den Schlussminuten noch drehte. Den Ausgleich erzielte in der 74. Minute der eingewechselte Ivan Prtajin. Nur zwei Minuten später wurde der Hannoveraner Waniss Taibi mit Gelb-Rot des Platzes verwiesen.
Semih Sahin, ebenfalls eingewechselt, erzielte das entscheidende 2:1 und feierte damit sein erstes Tor im Trikot des FCK. Den 3:1-Endstand markierte Naatan Skyttä, der nach Vorlage von Sahin frei auf die Westkurve zulief und seinen bereits zehnten Pflichtspieltreffer in dieser Saison erzielte.
Der FCK wurde unter der Woche nochmal auf dem Transfermarkt aktiv. Am Mittwoch vermelde der FCK den Zugang von Atanas Chernev. Der 23-jährige Innenverteidiger kommt leihweise vom portugiesischen Erstligisten CF Estrela Amadora an den Betzenberg.
Wie zuletzt muss Torsten Lieberknecht weiterhin auf die Dienste von Jisoo Kim, Mahir Emreli und Avdo Spahic verzichten.
Das kommt auf uns zu
Mit 38 Zählern führt die Mannschaft aus dem Ruhrgebiet aktuell die Tabelle der 2. Bundesliga an. Nach 18 Partien ergibt sich hieraus ein Punkteschnitt von 2,1.
Zum Rückrundenauftakt in die laufende Zweitliga-Saison mussten die Knappen am vergangenen Samstagabend bei Hertha BSC antreten. Die größeren Torchancen waren auf Seiten der Hauptstädter, doch die Königsblauen zeigten mit einer stabilen Abwehrleistung erneut, was sie in dieser Spielzeit so stark macht.
Nicht zuletzt trug S04-Keeper Loris Karius mit zahlreichen Paraden wesentlich zum Punktgewinn bei. Insgesamt blieben die Schalker in zehn Partien ohne Gegentor – gemeinsam mit Hertha BSC ligaweiter Spitzenwert. Demgegenüber stehen nur 22 geschossene Tore. Damit trifft mit dem FCK die zweitstärkste Offensive der Liga (32 Tore) auf die beste Defensive der Liga mit nur zehn kassierten Treffern.
Darüber hinaus ist die Mannschaft unter Miron Muslic für einen intensiven Spielstil bekannt. Mit den meisten Sprints und den drittmeisten intensiven Läufen der Liga legt das Team Woche für Woche eine hohe Laufbereitschaft an den Tag. Ein wesentlicher Faktor ist Neuzugang Sofiane El-Faouzi, der vom Drittligisten Alemannia Aachen kam. Mit 236 gewonnenen Zweikämpfen ist er nicht nur der zweikampfstärkste Spieler der Königsblauen, sondern mit drei Vorlagen auch bester Assistgeber.
In der Winterpause verließ Ibrahima Cissé den Klub und wechselte bis Saisonende zum S04-Partnerverein FC Aarau in die Schweiz. Außerdem gewann Miron Muslic mit dem 18-jährigen Dylan Leonard eine Option für die Defensive, dessen Spielgenehmigung nach dem Transfer im Herbst mit dem Jahreswechsel in Kraft trat. Nachdem er sich unter der Woche eine schwere Spunggelenksverletzung zugezogen hat, fehlt er den Königsblauen allerdings vorerst.
Unter der Woche gab es weitere personelle Veränderungen im Team. Justin Heekeren, bis dato Vertreter hinter Loris Karius, verlässt den Verein Richtung RSC Anderlecht. Als Ersatz kam Kevin Müller vom 1. FC Heidenheim.
Am Donnerstagmittag vermelden die Königsblauen dann einen echten Transfercoup: Sie verstärken sich mit dem mittlerweile 39-jährigen Edin Dzeko. Nach seinen Stationen bei den europäischen Topklubs Manchester City, AS Rom, Inter Mailand, Fenerbahce Istanbul und AC Florenz kehrt der Bundesliga-Torschützenkönig der Saison 2009/10 zurück nach Deutschland. Bis zum Saisonende schließt sich der bosnische Rekordnationalspieler dem Ruhrgebietsklub an.
Nebem dem Ausfall von Dylan Leonard plagen den Herbstmeister aktuell einige weitere Verletzungssorgen. Adrian Gantenbein hat sich am vergangenen Wochenende eine Wadenverletzung zugezogen und fällt daher aus, genauso wie Henning Matriciani, der in der Wintervorbereitung einen Kreuzbandriss erlitten hat. Auch Vitalie Becker, Anton Donkor, Tomas Kalas, Max Grüger, Emil Höjlund und Bryan Lasme stehen verletzungsbedingt nicht zur Verfügung.
Stimmen zum Spiel
In der Presskonferenz (im von Ausrüster Castore präsentierten Re-Live auf YouTube) am Freitagmittag stand FCK-Cheftrainer Torsten Lieberknecht wie gewohnt den anwesenden Medienvertretern Frage und Antwort.
Zunächst blickte der FCK-Cheftrainer nochmal auf den erfolgreichen Rückrundenauftakt und darauf, was sein Team aus diesem Spiel für die kommende Aufgabe mitgenommen hat, zurück: „Für das Spiel gegen den Tabellenersten müssen die Basics abgerufen werden. Wenn wir auf Hannover blicken, waren die Basics wie die Zweikämpfe herausragend gut – das müssen wir auswärts auch zeigen. Wir wollen immer versuchen, auswärts die drei Punkte zu holen und haben unsere Herangehensweise – ohne permanent 90 Minuten zu attackieren, sondern indem wir eine saubere Grundordnung auf den Platz bekommen.“
Um auf Schalke zu bestehen, ist nicht der schönste Spielstil gefordert. Stattdessen legt Torsten Lieberknecht viel Wert auf die Einstellung seiner Mannschaft: „Es wird sicher ein sehr intensives Spiel werden: viele zweite Bälle, tiefes Verteidigen, der Versuch Nadelstiche zu setzen – alles das, die Taktik, spielt eine untergeordnete Rolle. Die Hauptrolle wird und muss darin liegen, wieder eine hohe Bereitschaft, eine Zweikampfintensität in der Luft und am Boden mitzubringen, uns dagegen zu stemmen. Es wird ein sehr scharfes und intensives Spiel, auf das wir uns vorbereiten.“
Wie viele Fußballfans in Deutschland freut sich der FCK-Chefcoach auf das Traditionsduell am Sonntag: „Der Traum vieler Fußballromantiker ist es, diese beiden Klubs wieder in der ersten Liga zu sehen. Schalke und wir haben es uns verdient, dieses Spiel zu spielen, um im Aufstiegsrennen dabeizubleiben. Das ist der Verdienst aller – der Mannschaft und aller, die um mich herum arbeiten. Aber die Fußballromantiker – und dazu gehöre ich auch – würden dieses Spiel gerne in der Bundesliga sehen. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg.“
Sein Gegenüber am Sonntag, Miron Muslic, sprach auf der Schalker Pressekonferenz über den Transfer von Edin Dzeko, der für viel Aufstehen gesorgt hat: „Edin ist absolut fit, er ist gesund. Wir werden alle brauchen, auch Edin.“
Trotzdem möchte der S04-Cheftrainer den Fokus auf seine gesamte Mannschaft legen: „Es geht für mich um Schalke gegen Kaiserslautern. Wir haben diese Vorfreude auf Sonntag, mit dem ersten gespielten Ball das ganze Stadion mitzunehmen und dass Schalke, so wie zuletzt, zu Hause als Macht auftritt. Das ist unser Plan und wir wollen uns nicht mit einem einzelnen Spieler beschäftigen“, so Miron Muslic über die Herangehensweise am Sonntag.
Dementsprechende bereitet er sein Team auf einen starken Gegner vor: „Man muss sich nur die Tabelle anschauen, um zu sehen, dass Lautern da ist. Sie sind die einzige Mannschaft, die am letzten Spieltag aus den Top 7 gewonnen hat.“ Der Chefcoach der Knappen sieht den FCK „ähnlich zu uns unglaublich heimstark. Auswärts zeigen sie ein anderes Gesicht und das wollen wir uns zu Nutze machen.“
„Wir brauchen eine Topleistung gegen Kaiserslautern. Wenn man sich die Tabellensituation anguckt, weiß man, dass das eine Mannschaft mit sehr viel Qualität ist, die auch ganz nebenbei einen 0:1-Rückstand gedreht hat. Das ist Kaiserslautern. Wir sind gewarnt, aber wir sind sehr gut vorbereitet“, freut sich Miron Muslic auf den Rückrundenheimauftakt in der VELTINS-Arena.
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