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15.05.2026

„Mit höchstmöglicher Seriosität auftreten“ – der Vorbericht

Am Sonntag, 17. Mai 2026, steht das letzte Spiel der Zweitliga-Saison 2025/26 an. Zum Abschluss treffen die Roten Teufel auswärts auf den 1. FC Magdeburg. Anpfiff der Begegnung ist um 15:30 Uhr in der Avnet Arena.

Die aktuelle Heimspielstätte des 1. FC Magdeburg wurde am 10. Dezember 2006 feierlich mit dem Tag der Offenen Stadion-Tür eröffnet. Wegen des zunehmenden Sanierungsbedarfs des alten Ernst-Grube-Stadions wurde zuvor nach fast 50 Jahren ein Abriss der alten Anlage beschlossen. Die Einweihung geschah durch Franz Beckenbauer, später wurde ein Spiel einer Oldstar-Auswahl des 1. FC Magdeburg und einer DDR-Oldstar-Auswahl ausgetragen, welches die FCM-Auswahl mit 6:3 gewann. Spieler wie Jürgen Sparwasser, Dirk Heyne und „Maxe“ Steinbach spielten für den FCM, Joachim Streich, Konrad Weise und „Dixie“ Dörner hingegen für die DDR-Auswahl.

 

Die Vergangenheit mit dem 1. FC Magdeburg

Erst 13 Pflichtspiele wurden bislang zwischen den Roten Teufeln und den Magdeburgern ausgefochten. Die Bilanz spricht dabei für die Gastgeber aus Sachsen-Anhalt: Während der FCK nur zwei Siege feiern konnte, entschied Magdeburg sechs Duelle für sich. Fünf Begegnungen endeten ohne Sieger. Besonders zu Hause tritt der FCM mit Rückenwind auf: Von sechs Partien in der Magdeburger Arena konnte der FCK nur einmal den Dreier mit nach Kaiserslautern nehmen. Im Hinspiel dieser Saison mussten sich die Pfälzer jedoch auch vor heimischer Kulisse geschlagen geben. Nach einer dreifachen Führung der Gäste, bewiesen die Roten Teufel Mentalität und brachten sich durch die Tore von Daniel Hanslik und Marlon Ritter innerhalb von drei Minuten zurück ins Spiel. Ein Anschlusstreffer zum 3:3 gelang allerdings nicht und so endete die Partie mit dem ersten Sieg auf dem Betzenberg in der Magdeburger Vereinsgeschichte.

Am Sonntag kehrt ein Roter Teufel an seine alte Wirkungsstätte zurück. Mergim Berisha lief in der Hinrunde der Saison 2018/2019 fünfmal für die Blau-Weißen auf. Fünf weitere Stationen folgten, bis er Anfang dieses Jahres den Weg zum FCK fand.

Auch auf der gegnerischen Seite kommt es zu Wiedersehen. Barış Atik, der in der Hinrunde 2017/18 für den 14-mal für den FCK spielte und ein Tor erzielte, läuft seit 2021 für den 1. FC Magdeburg auf. Bislang traf er fünfmal gegen seinen ehemaligen Klub. Auch Philipp Hercher trifft auf alte Bekannte. Er verbrachte fünf Jahre lang am Betzenberg, bevor er 2024 nach Magdeburg wechselte. Insgesamt absolvierte der Offensivspieler 132 Pflichtspiele für den FCK und erzielte dabei 19 Tore – u.a. den Treffer zum 2:0-Endstand in der Aufstiegsrelegation in Dresden. Neuster Zugang der Magdeburger mit FCK-Bezug ist allerdings Richmond Tachie. Noch in der Hinrunde dieser Saison war er auf dem Betzenberg beheimatet, seit 2023 hatte er dort 55 Spieleinsätze und neun Tore für die Roten Teufel erbracht.

 

So ist die Lage

Nach drei Niederlagen in Folge konnten die Roten Teufel vergangenes Wochenende gegen Bielefeld einen Sieg feiern. Nach der emotionalen Verabschiedung von Daniel Hanslik, Kenny Prince Redondo, Avdo Spahic, Luca Sirch und Florian Kleinhansl verwandelte Marlon Ritter direkt zu Beginn einen Elfmeter für Kaiserslautern. Kurze Zeit später lieferte er Simon Asta auf der rechten Außenbahn eine Vorlage, welcher den Ball schließlich zum 2:0 im Kasten unterbrachte. Auch Norman Bassette traf im zweiten Durchgang für die Roten Teufel, das Tor wurde allerdings als abseits gewertet und es blieb beim 2:0. Durch den Sieg am Freitagabend rückten die Roten Teufel kurzzeitig auf Platz sechs der Tabelle auf. Hertha BSC konnte allerdings auch einen Dreier einfahren, sodass der FCK mit nun 49 Zählern weiterhin auf Tabellenplatz sieben verblieb. Mit einem Sieg am Wochenende und einer gleichzeitigen Niederlage der Hauptstädter könnte das Ziel, besser als Platz sieben abzuschneiden, erreicht werden.

Trainer Torsten Lieberknecht wird im letzten Saisonspiel verletzungsbedingt erneut ohne Ivan Prtajin (Achillessehnenriss) und Mika Haas (muskuläre Rückenprobleme) anreisen. Auch Semih Sahin fehlt aufgrund einer Bauchmuskelverletzung, der Einsatz von Norman Bassette ist zudem aufgrund einer Verletzung am Fuß noch fraglich. Paul Joly und Fabian Kunze stehen nach ihrer abgesessenen Gelbsperre wieder zur Verfügung, stattdessen fehlt Luca Sirch, welcher in der Partie gegen Bielefeld seine fünfte gelben Karte erhielt.

 

Das kommt auf uns zu

Magdeburg ist mit drei Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz noch nicht ganz raus aus dem Abstiegskampf, ein Punkt fehlt den Elbestädtern zum sicheren Klassenhalt. Aus den vergangenen fünf Spielen konnten sie allerdings dreimal als Sieger hervorgehen, vergangene Woche gewannen sie 3:1 in Kiel. Die Mannschaft hegt trotz ihrer Tabellensituation eine starke Offensive, mit 52 geschossenen Toren sind sie ein Tor vor Kaiserslautern und auch insgesamt ragen sie mit 515 Torschüssen in der Saison heraus. Die Defensive allerdings weist mit 57 erhaltenen Toren einige Lücken auf, die hohe Ergebnisse für einen Sieg erfordern.

Cheftrainer Petrik Sander muss im letzten Heimspiel verletzungsbedingt auf Rayan Ghrieb und Ersatzkeeper Noah Kruth verzichten.

 

Stimmen vor dem Spiel

In der Pressekonferenz (im von Ausrüster Castore präsentierten Re-Live auf YouTube) am Donnerstagmittag stand FCK-Cheftrainer Torsten Lieberknecht wie gewohnt den anwesenden Medienvertretern Frage und Antwort.

Der Trainer und die Mannschaft sind fokussiert darauf, am letzten Spieltag nochmal alles reinzuwerfen: „Magdeburg ist aufgrund ihrer Situation nochmal eine Herausforderung am letzten Spieltag. Sie sind keine Mannschaft, die nur auf einen Punkt spielen, das haben wir auch schon gemerkt. Sie haben in der Saison teilweise gespielt wie ein Tabellenerster, daher wird es nochmal eine Herausforderung, der wir allerdings nicht mit Angst begegnen wollen, sondern der wir uns stellen wollen, um auch dort auswärts etwas mitzunehmen.“ Der Heimsieg letzte Woche schaffe dabei Zuversicht, solle allerdings niemanden in Sicherheit wägen: „Der Sieg gegen Bielefeld war wichtig, um nach drei Niederlagen wieder ein anderes Gesicht zu zeigen und bei den Fans etwas wiedergutzumachen. Jetzt geht es für uns darum, am letzten Spieltag noch einen Platz gutzumachen. Wir müssen unserer Pflicht nachkommen, auch dem letzten Spiel mit einer höchstmöglichen Seriosität zu begegnen.“ Die schlechte Bilanz gegen Magdeburg und ihre derzeitige Tabellensituation seien dabei nicht der einzige Faktor, dem man mit Wucht begegnen müsse. „Für die Mannschaften, die in Magdeburg spielen, gilt es immer, Dinge abzuarbeiten, die im Kopf eine große Herausforderung darstellen. Denn alle elf Mann werden auf dem Platz gebraucht, um Spieler wie Mateusz Żukowski, Alexander Nollenberger oder Barış Atik in Schach zu halten“, erklärte der Cheftrainer.

Auch FCM-Trainer Petrik Sander benannte die Wichtigkeit der Sonntagmittag-Partie: „Wir wissen genau, dass wir noch eine Aufgabe zu erfüllen haben und das merkt man auch der Mannschaft an. Es ist eine Mischung aus Konzentration auf diese Aufgabe und der notwendigen Lockerheit.“ Auch seinen eigenen Gemütszustand sprach er an: „Eine gewisse Anspannung ist auch bei uns nötig, denn wir müssen das vorleben, was die Jungs auf dem Feld rüberzubringen haben.“

 

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