Am Freitagabend, 19. September 2025, treffen die Roten Teufel auf den SC Preußen Münster. Anpfiff der Begegnung im Fritz-Walter-Stadion ist um 18:30 Uhr.
So wie viele Traditionsvereine blickt auch der SCP auf eine besondere Gründungsgeschichte zurück. Eine Schülermannschaft des heutigen Johann-Conrad-Gymnasiums ist für die Gründung des späteren Bundesliga-Gründungsmitglieds verantwortlich. Unter dem Namen „FC Preußen Münster“ nahm der Verein 1907 den Spielbetrieb im Westdeutschen Spielverband auf. Seit der Umbenennung 1920 ist der Verein unter dem Namen „SC Preußen Münster“ bekannt.
Die Vergangenheit mit den Adlerträgern
Erst neunmal trafen die Roten Teufel auf die Preußen aus Westfalen. Die Bilanz ist nahezu ausgeglichen: Die Adlerträger konnten im direkten Vergleich einen Dreier mehr einfahren. Zwei Partien endeten mit einem Unentschieden. Das Finale um die Deutsche Meisterschaft am 30. Juni 1951 war das erste Duell der beiden Bundesliga Gründungsmitglieder. Nach einem Rückstand konnte der FCK das Finale durch zwei Tore von Ottmar Walter mit 2:1 für sich entscheiden.
In jüngster Vergangenheit konnte der FCK sowohl das Hinspiel als auch das Rückspiel für sich entscheiden. Am 20. Spieltag der vergangenen Saison trafen die beiden Mannschaften zuletzt aufeinander. Dem FCK gelang durch den späten Siegtreffer von Luca Sirch in der zweiten Minute der Nachspielzeit ein 2:1-Heimerfolg auf dem Betze. Auch damals sah der Spielplan zuvor ein Duell mit der SpVgg Greuther Fürth vor, welches der FCK für sich entscheiden konnte.
So ist die Lage
Am vergangenen Sonntag konnte der FCK den ersten Auswärtsdreier der Saison einfahren. Nach dem spielfreien Wochenende in der Liga konnten die Roten Teufel an den 3:1-Heimerfolg gegen Darmstadt 98 anknüpfen. Durch den Führungstreffer von Naatan Skyttä in der ersten Halbzeit und den Doppelpack von Ivan Prtajin stand am Ende ein verdienter 3:0-Erfolg für die Roten Teufel gegen die SpVgg Greuther Fürth. Die Fürther Mannschaft musste nahezu 90 Minuten in Unterzahl spielen: Bereits nach 27 Sekunden sah Verteidiger Noah König nach einer Notbremse an Faride Alidou die Rote Karte. Eine historische in der Zweitligageschichte – noch nie wurde ein Spieler im deutschen Unterhaus so früh des Platzes verwiesen. Nach dem Auswärtssieg wurde der Blick in einer kurzen Trainingswoche schnell auf die kommende Aufgabe am Freitag gerichtet.
Verletzungsbedingt ausfallen werden weiterhin Simon Asta und Kenny Prince Redondo. Daniel Hanslik konnte wieder teilintegriert ins Mannschaftstraining einsteigen, steht aber für das Spiel am Freitag noch nicht zur Verfügung.
Das kommt auf uns zu
Der SC Preußen Münster steht aktuell mit sieben Punkten im Mittelfeld der Zweitliga-Tabelle. Vor der Länderspielpause konnten die Adlerträger gegen den 1. FC Nürnberg und beim VfL Bochum jeweils mit 2:1 gewinnen. Am vergangenen Spieltag konnten die Münsteraner nicht an diese Serie anknüpfen. In einem Spiel auf Augenhöhe mussten sich die Preußen trotz 1:0-Führung vor heimischer Kulisse gegen Düsseldorf geschlagen geben. Ab der 60. Spielminute kippte die Begegnung innerhalb weniger Minuten. Zwei Standards auf gegnerischer Seite sorgten für die 1:2-Heimniederlage gegen die Fortuna. Die Mannschaft von der Hammer Straße zeichnet sich diese Saison vor allem durch das Spiel mit dem Ball aus. Das Team von Alexander Ende hat die beste Passquote der Liga zu verzeichnen – 89,7% der gespielten Bälle kamen an – so viele wie bei keiner anderen Mannschaft an den ersten fünf Spieltagen.
Am Freitag gibt es ein Wiedersehen mit den an den SCP ausgeliehenen Jannis Heuer. Der Innenverteidiger wechselte im vergangenen Sommer für ein Jahr an die Hammer Straße. Außerdem kehrt Oliver Batista Meier an seine Station aus der Jugend zurück: Der 24-Jährige durchlief bis zur U17 die Betze-Nachwuchsmannschaften. In seiner Zeit beim FCK konnte er bereits die ersten Einsätze für die Junioren-Nationalmannschaften sammeln.
Ausfallen werden beim SC Preußen Münster Antonio Tikvic wegen eines Kreuzbandrisses und Marcel Benger aufgrund von Sprunggelenksproblemen. Zudem fehlt Joshua Mees, der sich im letzten Spiel einen Sehnenabriss im Oberschenkel zuzog.
Stimmen zum Spiel
Auch vor dem kommenden Heimspiel gegen den SC Preußen Münster beantwortete FCK-Cheftrainer Torsten Lieberknecht die Fragen der Medienvertreter (im von Ausrüster Castore präsentierten Re-Live auf YouTube). Der FCK-Coach erwartet einen Gegner mit einem klaren Konzept: „Münster spielt im 4-3-1-2, hat klare Muster im Anlaufverhalten und klare Muster mit dem Ball, wie sie den Gegner bespielen wollen. Das ist über viel Ballbesitz, sie wollen den Gegner locken, um dann die Tiefe zu bespielen.“ Mit dem Wissen, „dass es immer schwierig ist, auf dem Betze von einem Geduldsspiel zu sprechen, kann es durchaus ein Geduldsspiel werden“, so der FCK-Cheftrainer. „Bei jedem Heimspiel ist das oberste Ziel, es mit drei Punkten zu beenden“, gibt Torsten Lieberknecht die Marschroute für die kommende Aufgabe vor.
Um dieses Ziel zu erreichen, „brauchen wir morgen Abend die Körperlichkeit, die athletischen Voraussetzungen – insbesondere gegen Preußen Münster, die auch viele Kilometer laufen. Das Wichtigste ist, dass wir total frisch in dieses Spiel gehen – das ist unser Hauptaugenmerk, um morgen Abend physisch alles in die Waagschale zu werfen“, betont Torsten Lieberknecht. „Dafür wurde in dieser Woche ein Break eingelegt“, berichtet der FCK-Cheftrainer von der Trainingswoche.
Von einer ähnlichen Herangehensweise berichtet Alexander Ende. Der gegnerische Cheftrainer blickt auf die ebenfalls kurze Trainingswoche der Preußen zurück: „Wir haben nicht so lang und intensiv trainiert, sondern geschaut, dass wir regenerieren.“
Trotz der Niederlage zeigt er sich zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft im letzten Spiel: „Wir wollen viel aus dem Spiel gegen Düsseldorf auf den Betzenberg transportieren.“ Er unterstreicht die Besonderheit eines Auswärtsspiels bei den Roten Teufeln: „Der Betzenberg hat in dieser Liga nicht zu Unrecht diesen Ruf – das ist ganz viel Wucht, ganz viel Energie, ganz viel Leidenschaft und ganz viel Emotionalität. Da müssen wir die richtigen Antworten finden. Es gilt nicht nur gut Fußball zu spielen, sondern auch körperlich, emotional und als Gruppe da zu sein, um die richtigen Signale zu senden.“ „Den Betzenberg erstürmst du nur, wenn du mit vollem Herzen dabei bist und alles auf dem Platz lässt und das ist unser Auftrag fürs Wochenende“, so Alexander Ende weiter.
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