Nach der Länderspielpause steht für den 1. FC Kaiserslautern das zweite Heimspiel in Folge an. Gegner am 13. Spieltag der Zweitligasaison 2025/26 ist Bundesliga-Absteiger Holstein Kiel, Anpfiff der Begegnung ist um 13:30 Uhr im Fritz-Walter-Stadion.
Genauso wie der FCK feiert Holstein Kiel in diesem Jahr sein 125-jähriges Vereinsjubiläum. Der 7. Oktober 1900 gilt als das Gründungsdatum des Vorgängervereins 1. Kieler Fußball-Verein von 1900. Seit der Fusion mit dem SV Kieler Fußball-Club Holstein von 1902 im Jahre 1917 firmieren die Störche unter ihrem heutigen Vereinsnamen Kieler Sportvereinigung Holstein von 1900. Während bei den Roten Teufel die Feierlichkeiten im Rahmen des Jubiläumsjahres hauptsächlich im Sommer stattfanden und mit der großen Choreo im Rahmen des Traditionsspieltags gegen Hertha BSC vor zwei Wochen einen weiteren Höhepunkt fanden, rief Holstein rund um den Geburtstag am 7. Oktober einen Jubiläumsmonat aus.
Die Vergangenheit mit den Störchen
Nach der Gründung der beiden Vereine im Jahr 1900 dauerte es 53 Jahre, ehe sich die beiden Teams zum ersten Mal in Pflichtspielen begegneten. Auf dem Weg zu ihrem zweiten Meistertitel setzten sich die Roten Teufel in der Gruppenphase der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft 1953 mit 2:1 und 4:2 gegen die Störche durch. Für Ottmar Walter war das Aufeinandertreffen mit den Kielern auch eine Begegnung mit seiner eigenen Vergangenheit: Als 19-Jähriger war der spätere Weltmeister als Mitglied der Marine in Kiel-Wik zu einem Lehrgang stationiert und lief daher im Jahr 1943 als sogenannter Kriegsgastspieler für die Störche auf, mit denen er ins Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft einzog.
Nach einem Sieg im DFB-Pokal-Achtelfinale 1966 dauerte es dann über 50 Jahre, ehe sich die beiden Mannschaften in der Zweitligasaison 2017/18 erstmals im Ligaalltag gegenüberstanden. Seitdem gab es sechs Duelle in der 2. Bundesliga. In der Gesamtbilanz der bisherigen neun Aufeinandertreffen konnte der FCK sechs Siege einfahren, zweimal war Kiel erfolgreich, ein Duell endete unentschieden.
Bei der letzten Begegnung konnten die Roten Teufel im Saisonendspurt 2024 im Auswärtsspiel beim späteren Bundesligaaufsteiger mit Trainer Friedhelm Funkel einen extrem wichtigen 3:1-Sieg feiern und durch die Treffer von Daniel Hanslik, Filip Kaloc und Marlon Ritter einen entscheidenden Schritt zum Klassenerhalt machen.
So ist die Lage
Nach der 0:1-Niederlage im Samstagabend-Topspiel gegen Hertha BSC hatten die meisten Roten Teufel am vergangenen Wochenende spielfrei. Lediglich Simon Simoni, Enis Kamga und Naatan Skyttä waren für ihre Nationalmannschaften im Einsatz – Jisoo Kim, Mahir Emreli und Mika Haas konnten verletzungs- oder krankheitsbedingt nicht zu ihren Verbänden reisen. Trotz der entsprechend verkleinerten Trainingsgruppe nutzten die Roten Teufel die Länderspielpause zu intensiven Trainingseinheiten, um sich bestmöglich auf die verbleibenden Spiele in der Vorrunde vorzubereiten, bevor es in gut vier Wochen in die Winterpause geht.
Für einen Roten Teufel wird Duell mit den Störchen ein Treffen mit seinem Ex-Club: Daniel Hanslik wechselte im Sommer 2019 aus der zweiten Mannschaft des VfL Wolfsburg an die Kieler Förde, bevor er über eine Leihstation bei Hansa Rostock gut ein Jahr später an den Betzenberg kam. In den zurückliegenden Duellen mit Holstein zeigte sich der Angreifer meist gut aufgelegt: In drei von vier Spielen gegen die KSV konnte „Hansi“ treffen und damit zu zwei Siegen und einem Unentschieden gegen seinen früheren Arbeitgeber beitragen.
Im aktuellen Spiel gegen Holstein Kiel muss FCK-Cheftrainer Torsten Lieberknecht verletzungsbedingt auf die Dienste von Jisoo Kim, Simon Asta, Kenny Prince Redondo und Mahir Emreli verzichten. Auch Afeez Aremu steht nach einer Zahn-OP noch nicht zur Verfügung.
Das kommt auf uns zu
Nach dem Aufstieg im Sommer 2024 stand für Holstein Kiel in der vergangenen Spielzeit die erste Saison in der Bundesliga auf dem Spielplan. Am Ende der Premierensaison in Deutschlands Oberhaus stand Platz 17 zu Buche, so dass die Störche in diesem Jahr erneut in der 2. Bundesliga zu Hause sind. Nach dem Abstieg kam es zu einem größeren personellen Umbruch im Kieler Kader, Leistungsträger und langjährige Identifikationsfiguren wie Shuto Machino (Borussia Mönchengladbach), Nicolai Remberg (Hamburger SV), Armin Gigovic (Young Boys Bern), Benedikt Pichler (Hannover 96), Finn Porath und Timo Becker (beide Schalke 04), Fiete Arp (Odense BK) oder Lewis Holtby (NAC Breda) verließen den Verein. Den ehemaligen Lautrer Tymoteusz Puchacz, in der vergangenen Rückrunde bereits nach England verliehen, verschlug es leihweise zum Sabah FK nach Aserbaidschan.
Auf Neuzugangsseite orientierten sich die Störche u.a. ins benachbarte Skandinavien und zahlten nach Medienberichten beispielsweise für den Norweger Jonas Therkelsen (Strømsgodset) sowie die beiden Dänen Kasper Davidsen (Aalborg BK) und Frederik Roslyng (AC Horsens) Millionenablösen. Auch für den slowakischen Nationalspieler Adrián Kaprálik soll eine siebenstellige Ablöse geflossen sein, so dass die Störche insgesamt rund die Hälfte der angeblich in diesem Sommer erzielten Ablösen in Höhe von rund 14 Millionen Euro direkt wieder in Neuzugänge investiert haben sollen.
Sportlich brauchte der Umbruch des Teams von Trainer Marcel Rapp ein wenig Zeit. Nach zwei Niederlagen zum Saisonauftakt in Paderborn und gegen Bielefeld zeigte das junge Team der Störche aber eine deutliche Aufwärtsentwicklung. Nach dem ersten Pflichtspielsieg der Saison im DFB-Pokal beim FC Homburg gab es auch in der 2. Bundesliga aus den nächsten vier Spielen drei Siege in Fürth, auf Schalke sowie gegen den KSC zu feiern. Es folgte eine Phase von fünf Zweitligaspielen ohne Sieg, in der Holstein drei Unentschieden holte, ehe vor der Länderspielpause gegen Fortuna Düsseldorf der vierte Saisonsieg gelang. Auch im DFB-Pokal hatten die Störche sich zwischenzeitlich mit einem Auswärtssieg beim Bundesligisten VfL Wolfsburg den Einzug ins Achtelfinale gesichert.
Im Zweiliga-Tableau steht somit insgesamt aktuell nach zwölf Spielen mit 15 Punkten der zehnte Tabellenplatz. Mit nur zwölf Gegentoren stand die Defensive bisher recht sicher und ließ beispielsweise zwei Gegentreffer weniger zu als der FCK – offensiv erzielte Holstein Kiel mit 13 eigenen Toren aber bislang sieben weniger als die Roten Teufel.
Personell muss das Team von Trainer Marcel Rapp bei der Fahrt auf den Betzenberg voraussichtlich auf Patrick Erras, der nach mehreren Gehirnerschütterungen seit knapp einem Jahr ausfällt, Mladen Cvjetinovic (Syndesmoseriss), Andu Kelati (Knie-OP) und Steven Skrzybski (Sehnenreizung im Fuß) verzichten.
Stimmen zum Spiel
Vor dem Heimspiel gegen Holstein Kiel stellte sich Torsten Lieberknecht wie gewohnt den Fragen der Medienvertreter (im von Ausrüster Castore präsentierten Re-Live auf YouTube). Nach der Länderspielpause richtete der FCK-Cheftrainer den Blick auf die anstehende Aufgabe und den kommenden Gegner. „Holstein Kiel ist ein Bundesliga-Absteiger und hat sich zu Saisonbeginn erstmal sortieren müssen. Aber wenn man die Qualität im Kader sieht, ist das auf keinen Fall Mittelmaß. Sie haben beispielsweise im Pokal beim VfL Wolfsburg gewonnen, schon alleine das zeigt, dass sie bei uns nicht unter dem Radar fliegt. Es ist eine sehr unangenehme Mannschaft – es treffen also zwei Teams aufeinander, die den Anspruch haben, sehr unangenehm zu sein.“ Dementsprechend erwartet der Trainer ein aus taktischer Sicht sehr interessantes Spiel, das aber durchaus intensiv und auch mal wild werden könnte.
„Ich habe schon öfter gegen Marcel Rapp und seine Mannschaften spielen dürfen. Und da treffen dann immer zwei Mannschaften aufeinander, die einen sehr mannorientierten Stil pflegen. Dadurch hat man viele Eins-gegen-Eins-Duelle, sowohl offensiv als auch defensiv. Daher spielt die Tagesform eine entscheidende Rolle, wer diese fünf Prozent mehr will, die im Fußball oft entscheidend sind.“
Auch sein Gegenüber Marcel Rapp freut sich auf die Partie am Sonntag. „Der Betzenberg ist was die Fußballromantik angeht schon etwas Besonderes. Wir werden da den Jungs, gerade den jüngeren Spielern und den Spielern aus dem Ausland, die bisher vielleicht noch nicht so auf dem Schirm haben, wie es in Kaiserslautern aussieht, näherbringen, wie es am Betzenberg zugeht. Wir freuen uns sehr auf das Spiel, es wird eine sehr gute Stimmung im Stadion sein – und wir haben auch auf Schalke gezeigt, dass wir unter solchen Voraussetzungen gute Leistungen bringen können.“ Sportlich erwartet der Störche-Coach ebenfalls eine intensive Partie: „Es wird ein Spiel werden mit vielen Zweikämpfen. Kaiserslautern ist eine Mannschaft, die viele Duelle sucht und findet. Wir müssen uns darauf einstellen, dass es viele Eins-gegen-Eins-Situationen geben wird.“
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