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24.10.2025

„Gegner in den Basics bearbeiten“ – der Vorbericht

Am Sonntag, 26. Oktober 2025, empfangen die Roten Teufel den 1. FC Nürnberg zum 10. Spieltag der aktuellen Zweitligasaison. Ab 13:30 Uhr rollt der Ball im Fritz-Walter-Stadion.

Genau wie der FCK feierte der Club im vergangenen Sommer sein 125-jähriges Jubiläum. In dieser Zeit konnte der Verein einige historische Erfolge verzeichnen: Neunmal holten die „Glubberer“ die Deutsche Meisterschaft und viermal den DFB-Pokal. Daneben trägt der Verein den Titel einer „Fahrstuhlmannschaft“: Kein Verein ist häufiger abgestiegen als der FCN – gleich neunmal ging es aus der Bundesliga eine Liga tiefer. Zusammen mit Arminia Bielefeld führen sie mit acht Aufstiegen auch die Liste der Rekordaufsteiger an. Seit 2019 hat sich der FCN allerdings zu einem etablierten Zweitligisten entwickelt.

 

Die Vergangenheit mit dem 1. FC Nürnberg

Die 125-jährige Vereinsgeschichte der beiden Bundesliga-Gründungsmitglieder wurde durch zahlreiche Duelle zwischen dem FCK und dem FCN begleitet. So begegneten sich der FCK und der „Glubb“ in bereits 75 Pflichtspielen. Das erste bestritten die beiden Mannschaften im Jahr 1948 – bereits 15 Jahre vor Gründung der Bundesliga. Am Samstag wartet nun die 17. Begegnung im deutschen Unterhaus, in denen die Lautrer bereits siebenmal das Nachsehen hatten. Insgesamt spricht die Bilanz allerdings für die Roten Teufel: 27-mal holte der FCN den Dreier, 32-mal gingen die Roten Teufel als Sieger vom Platz und 16-mal wurden die Punkte geteilt.

Zwei Spieler in den Reihen des 1. FC Kaiserslautern trugen in der Vergangenheit das Trikot der der Franken: Erik Wekesser und Mahir Emreli, der im Sommer vom Ligarivalen in die Pfalz wechselte. Beim letzten Aufeinandertreffen gelang Emreli das Tor zum 0:2 aus Lautrer Sicht, der FCK musste sich im Abendspiel auf dem Betzenberg mit 1:2 geschlagen geben. Seitdem hat der FCK unter Torsten Lieberknecht eine besondere Heimstärke entwickelt und in jedem Pflichtspiel vor heimischer Kulisse dreifach gepunktet.

An der Seitenlinie der Nürnberger steht ein allseits bekanntes Gesicht in der Pfalz: Miroslav Klose trainiert in seiner zweiten Saison den FCN. Der 1. FC Kaiserslautern war Kloses erste Station im deutschen Profifußball. Zwischen 2000 und 2004 lief der spätere WM-Rekordtorschütze in 147 Pflichtspielen für die Roten Teufel auf und traf dabei 52-mal. Der Weltmeister von 2014 wurde bereits beim letzten Aufeinandertreffen auf dem Betzenberg herzlich empfangen.

 

So ist die Lage

Nach dem Heimerfolg gegen den VfL Bochum (3:2) konnten die Roten Teufel am vergangenen Wochenende einen Derbysieg beim Karlsruher SC einfahren. Ein Spiel, das in der Schlussphase auf beide Seiten kippen konnte, wurde durch eine starke Umschaltaktion des eingewechselten Marlon Ritter entschieden. In der dritten Minute der Nachspielzeit ließ er den Auswärtsblock jubeln.

Nun wartet auf den FCK eine Englische Woche. Den Beginn legt das Heimspiel am Sonntagmittag gegen die „Glubberer“. Schon am Mittwoch folgt das Pokalspiel in Fürth, bevor es zum Abschluss zum Ligakonkurrenten nach Düsseldorf geht.

Neben Fabian Kunze, der nach seiner fünften gelben Karte ein Spiel aussetzen muss, werden Simon Asta und Kenny Prince Redondo weiterhin verletzungsbedingt im Aufgebot der Roten Teufel fehlen. Außerdem stehen Jisoo Kim aufgrund einer Zerrung und Mahir Emreli aufgrund eines grippalen Infekts nicht zur Verfügung. Auch Ivan Prtajin fällt am Sonntag wegen eines kleinen Muskelfaserrisses aus. Maxwell Gyamfi hingegen ist nach seiner abgesessenen Rotsperre aus dem Spiel in Paderborn wieder einsatzbereit.

 

Das kommt auf uns zu

Der 1. FC Nürnberg steht nach neun Spieltagen mit acht Punkten auf dem 15. Tabellenplatz der Zweitligatabelle. Nach einem durchwachsenen Saisonstart mit einem Punkt aus den ersten fünf Spielen und dem Ausscheiden im DFB-Pokal gegen den Regionalligisten FV Illertissen wurde am sechsten Spieltag gegen den VfL Bochum erstmals dreifach gepunktet. Vor der Länderspielpause konnte ein 3:2-Auswärtsdreier bei Fortuna Düsseldorf gefeiert werden. Am vergangenen Wochenende gab es ein 1:1-Remis im heimischen Max-Morlock-Stadion gegen Holstein Kiel. Ein Treffer der Störche in den Schlussminuten verhinderte den zweiten Heimsieg in der laufenden Spielzeit.

Personell muss FCN-Cheftrainer Miroslav Klose am Sonntag auf einige seiner Spieler verzichten: Henri Koudossou, Tarek Buchmann, Danilo Soares und Noah Maboulou fehlen verletzungsbedingt. Levin Chiumento befindet sich im Rehaprozess nach einer OP und steht daher ebenfalls nicht im Aufgebot der Franken.

 

Stimmen zum Spiel

Auch vor dem kommenden Heimspiel hat sich FCK-Cheftrainer Torsten Lieberknecht den Fragen der Medienvertreter gestellt (im von Ausrüster Castore präsentierten Re-Live auf YouTube).

Vorab geht Torsten Lieberknecht auf den Ausfall von Fabian Kunze und weiteren Spielern ein. Es sei eine Chance für die Spieler, die jetzt in die Startelf rücken: „Jetzt gibt es die Möglichkeit für andere, sich zu präsentieren mit dem Wissen, dass sie von mir die 1000-prozentige Unterstützung und das Vertrauen haben, mit ihrem Leistungsvermögen und mit ihrer Qualität dem Spiel ihren Stempel aufzudrücken.“

Nach einem holprigen Saisonstart „zeigen sich die Nürnberger in der Grundsystematik verändert. Aus der Dreierkette ist wieder mehr eine Viererkette geworden. Man spielt eher ein 4-3-3 mit einem sehr schwimmenden zentralen Lubach als Stürmer, sodass es oftmals auch wie eine Route aussieht. Das ist das, was wir aus den letzten Spielen seit der Umstellung rausziehen können“, bereitet sich der FCK-Cheftrainer auf die Spielweise des Clubs vor.

Egal, gegen welchen Gegner es geht: Es gelte auch am Sonntag „hier zu Hause wuchtig zu spielen und den Gegner in den Basics zu bearbeiten“ lautet die Herangehensweise des FCK-Chefcoachs. Die Roten Teufel wollen den Gegner „in Zweikämpfe verwickeln. Dann entwickelt der Betze seine Wucht“, so Torsten Lieberknecht.

Auch Miroslav Klose ist sich dieser Wucht bewusst und hat sein Team dementsprechend auf die Bedingungen eingestellt: „Ich habe selber dort gespielt und weiß, was das Stadion mit einem machen kann. Deswegen haben wir die Neuzugänge dementsprechend auch vorbereitet, dass die Lautrer die Spiele drehen können und dass eine Aktion manchmal ausreicht, um den Funken aufs Publikum zu übertragen. Wir sind auf vieles vorbereitet, aber letzten Endes geht es auch darum, unseren Matchplan umzusetzen. Das wird entscheidend sein.“

Auf die intensive Spielweise der Roten Teufel ist er ebenfalls eingestellt: „Wir wissen, wie sie die letzten Spiele bestritten haben. Wir wissen, dass sie in einem Hoch sind.“ Gleichzeitig verweist er auf die spannende Zweite Bundesliga: „Jeder kann jeden schlagen. Wir fahren auch mit den Ambitionen dahin, auf jeden Fall was mitzunehmen und unseren Weg weiter zu bestreiten.“

An seine letzte Begegnung gegen den FCK erinnert sich der Club-Coach gerne zurück: „Einmal war ich da als Trainer. Das war sehr schön. Auch drei Punkte konnte ich mitnehmen. Das war auch das letzte Mal, als der Betze verloren hat. Das war gegen uns. Dann schauen wir mal, wie es am Sonntag aussieht.“

 

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