Am Samstag, 31. Januar 2026, empfangen die Roten Teufel die SV Elversberg zum Topspiel. Anpfiff im Fritz-Walter-Stadion ist um 20:30 Uhr.
Noch nicht einmal zweieinhalb Jahre ist es her, dass sich die Roten Teufel und die SV Elversberg erstmals im Ligabetrieb gegenüberstanden. Trotz der geographischen Nähe der beiden Teams, die nur rund 50 Kilometer auseinanderliegen, dauerte es also bis zur Saison 2023/24, ehe sich die Roten Teufel und die „Elv“ erstmals im Ligaalltag der 2. Bundesliga begegneten. Zuvor duellierten sich die Saarländer im Zeitraum zwischen 1983 und 2016 in der Ober- oder der Regionalliga 40-mal mit der Lautrer Zweitvertretung.
Die Roten Teufel gegen die Elv in der Vergangenheit
In den bisherigen fünf Duellen in der 2. Bundesliga steht noch kein Auswärtssieg zu Buche. Das allererste Aufeinandertreffen im August 2023 drehten die Roten Teufel mit späten Toren von Ragnar Ache und Jean Zimmer in einen 3:2-Sieg, nachdem Semih Sahin die SVE zuvor in Führung geschossen hatte. In der vergangenen Saison gab es am Betze ein 1:1-Unentschieden. An der Kaiserlinde dagegen konnte sich die Elv in den drei Duellen jeweils durchsetzen, in der Hinrunde sorgte Frederik Schmahl mit einem Treffer in der 90.+2 Minute für den 2:1-Sieg des Relegationsteilnehmers des vergangenen Sommers. Dort waren die Saarländer nur haarscharf gegen den 1. FC Heidenheim am Bundesligaaufstieg gescheitert.
Für Semih Sahin und Jan Gyamerah ist die Partie eine Begegnung mit ihrer jüngeren Vergangenheit. Während Semih Sahin vor der aktuellen Saison den Weg aus dem Saarland an den Betzenberg bestritt, ging „Gyambo“ den entgegengesetzten Weg und schloss sich vom FCK kommend der SVE an. Auch für Carlo Sickinger und Bambasé Conté ist die Partie am Betze eine Rückkehr an ihre alte Wirkungsstätte. Carlo Sickinger lief von 2012 bis 2021 für die Roten Teufel auf und schaffte dabei den Weg aus der eigenen Jugend bis zum Kapitän der Profis. Bambasé Conté verbrachte von 2016 bis 2018 zwei Jahre am FCK-Nachwuchsleistungszentrum, ehe er zur TSG Hoffenheim weiterzog.
So ist die Lage
Die Roten Teufel sind mit vier Zählern aus der Winterpause gestartet. Nach dem 3:1 im Heimauftakt gegen Hannover 96 gab es am vergangenen Wochenende ein 2:2 bei Spitzenreiter FC Schalke 04. Der eingewechselte Ivan Prtajin schoss den FCK mit einem Doppelpack 2:0 in Führung, ehe die Knappen in den Schlussminuten doch noch zum Ausgleich kamen. Trotz des ärgerlichen Spielverlaufs können die Roten Teufel viel Positives aus dem Auftritt beim Spitzenreiter mitnehmen und wollen sicherlich auch gegen Elversberg an die gezeigten Leistungen der vergangenen beiden Wochen anknüpfen.
Personell gab der kurz vor dem Spiel verpflichtete Atanas Chernev direkt sein Debüt in der Innenverteidigung der Roten Teufel und fiebert nun auf sein erstes Heimspiel im Fritz-Walter-Stadion hin.
Verletzungsbedingt verzichten muss der FCK dagegen weiterhin auf Avdo Spahic, Jisoo Kim und Mahir Emreli.
Das kommt auf uns zu
Die SV Elversberg ist mit einer Niederlage in Nürnberg und einem Unentschieden gegen den VfL Bochum aus der Winterpause gekommen. In der Tabelle, in der die „Elv“ auf Platz 2 und damit auf einem direkten Aufstiegsplatz überwinterte, sind die Mannen von Trainer Vincent Wagner damit aktuell auf den vierten Tabellenplatz zurückgerutscht, mit bislang 35 Zählern aber nach wie vor ganz dick im Aufstiegsrennen mit dabei – vier Punkte Vorsprung vor den Roten Teufeln weist die Tabelle vor dem direkten Aufeinandertreffen aus.
Personell gab es in der Winterpause vor allem in Angriff eine einschneidende Veränderung: Toptorschütze Younes Ebnoutalib, der in der Hinrunde zwölf Tore erzielte, wechselte zum Bundesligisten Eintracht Frankfurt. Zwar konnte die SVE mit kolportierten acht Millionen Euro Ablöse wirtschaftlich in bisher unbekannte Sphären vorstoßen, wie schnell die verbleibenden Offensivspieler und die im Winter verpflichteten David Mokwa (TSG Hoffenheim) und Raif Adam (Hamburger SV) die entstandene Lücke schließen können, muss sich in den kommenden Wochen zeigen.
Personell waren in der Trainingswoche vor der Fahrt nach Kaiserslautern alle Elversberger Spieler fit, so dass SVE-Coach Vincent Wagner voraussichtlich aus dem Vollen schöpfen kann.
Stimmen zum Spiel
In der Presskonferenz (im von Ausrüster Castore präsentierten Re-Live auf YouTube) am Donnerstagvormittag stand FCK-Cheftrainer Torsten Lieberknecht wie gewohnt den anwesenden Medienvertretern Frage und Antwort.
Der FCK-Cheftrainer freut sich auf das anstehende Topspiel am Samstagabend: „Die Fans sind motiviert, wir sind motiviert, die Mannschaft wird motiviert sein und der Gegner auch. Wir haben es uns verdient, am Samstagabend vor ausverkauftem Haus wieder ein Topspiel zu haben und weiter die Möglichkeit zu haben, Punkte zu sammeln. Bei einem Heimspiel wollen wir natürlich drei Punkte als Maximum herausholen.“
Dabei herrscht aber ein großer Respekt vor den Leistungen der SVE in den vergangenen Jahren: „Die SV Elversberg hat in den letzten Jahren gezeigt, dass sie ein sehr ernstzunehmender Konkurrent ist. Wenn eine Mannschaft in der Relegation zur Bundesliga scheitert und das aber wieder auffangen kann, dann zeigt das die Qualität. Das respektieren wir sehr. Sie versuchen, mit ihrer Art und ihrem Umfeld das Optimum zu erreichen, genauso wie wir mit unserem Umfeld versuchen, das Optimum rauszuholen. Am Ende entscheiden die Spiele sich dann aber auf dem Platz.“
Auch das Hinspiel mit dem Elversberger Siegtreffer in der Nachspielzeit ist den Lautrern noch in Erinnerung: „Wenn man ein Spiel verloren hat, wie es für uns im Hinspiel der Fall war, dann möchte man die Rechnung begleichen und das im Rückspiel wieder ausgleichen und das Spiel auf unsere Seite ziehen. Revanchegelüste oder solche Dinge sollten keine Rolle spielen, aber eine kleine Rechnung ist vielleicht noch offen.“
SVE-Trainer Vincent Wagner formulierte ebenfalls seine Vorfreude auf die Partie: „20:30 Uhr ist schon ein Highlight, das ist eine schöne Zeit, um Fußball zu spielen und wir freuen uns sehr. Das wird bestimmt ein sehr schönes Spiel.“ Auch sportlich erwartet er einen interessanten Vergleich: „Fußballerisch treffen schon zwei Welten aufeinander. Aber genau das ist ja das schöne am Fußball, dass verschiedene Wege nach Rom führen. Wir kommen eher über den spielerischen Ansatz im Kurzpassspiel. Die Lautrer spielen auch, aber eher mit einem längeren Ball, um dann vernünftig auf den zweiten Ball zu spielen.“
„Das Stadion tut dann sein Übriges. Ich war vor zwei Wochen gegen Hannover live da. Dort konnte man gut sehen, was das Stadion anrichten kann. Demzufolge kommt unheimlich viel Wucht auf uns zu und wir freuen uns, dem mit unserer Art Fußball zu begegnen“, bereitet Wagner sein Team auf die Fahrt auf den Betze vor.
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