Am Freitag, 24. April 2026, empfangen die Roten Teufel Eintracht Braunschweig. Anpfiff der Begegnung ist um 18:30 Uhr im Fritz-Walter-Stadion.
Eintracht Braunschweig spielte lange in der Bundesliga mit und wurde in der Saison 1966/67 zum ersten und seither einzigen Mal in der Vereinshistorie deutscher Meister. 1977 verpasste Braunschweig knapp einen zweiten Meisterschaftstitel, als die Löwen die Saison mit nur einem Punkt Rückstand auf Spitzenreiter Borussia Mönchengladbach und mit lediglich einem schlechteren Torverhältnis als die zweitplatzierten Schalker beendeten. Inzwischen kämpfen die Niedersachsen im deutschen Unterhaus – und gestalten es nie langweilig. Vergangenes Jahr musste die Eintracht gegen Saarbrücken in die Relegation und sicherte sich erst in der Nachspielzeit des Rückspiels den Klassenerhalt.
Die Vergangenheit mit den Löwen
Am Freitag steht die 70. Begegnung der beiden Traditionsklubs an. Die vergangenen Duelle zeichnen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem FCK und Eintracht Braunschweig ab, bei dem die Roten Teufel knapp im Vorteil sind: Die Pfälzer konnten 27 Spiele gewinnen, während Braunschweig 24 Siege holte. 18 Partien endeten unentschieden. Das frühste Kapitel dieser Aufeinandertreffen wurde als Gründungsmitglieder in der ersten Bundesligasaison 1963/64 geschrieben, wobei sich die Roten Teufel mit 2:1 durchsetzten. Die letzten beiden Duelle entschied Braunschweig jeweils mit 2:0 für sich. Im Hinspiel der Saison 2025/26 trafen Erencan Yardimci und Max Marie gegen Lautern und sicherten den Niedersachsen somit den Heimsieg. Zu Hause möchten die Lautrer nun dagegenhalten und die Bilanz positiv ausbauen.
Seitens der Gäste treffen viele Spieler auf alte Bekannte: Faride Alidou kehrt am Freitagabend zu seiner alten Mannschaft zurück – jedoch in gelb-blau. Der 24-Jährige wurde zu Beginn der Rückrunde an den Ligakonkurrenten ausgeliehen. Aaron Opokus letzter „Besuch“ auf dem Betze ist auch noch nicht lange her. Er lief von 2022 bis 2025 im FCK-Dress auf und erzielte in 61 Spielen sieben Tore für die Lautrer, unter anderem das 5:0 gegen Braunschweig in der Saison 2023/24. Anfang dieses Jahres kam er als Winterneuzugang zu den Niedersachsen, in der Partie am Freitagabend wird er verletzungsbedingt jedoch nicht auf dem Platz mitwirken können. Ex-Lautrer Grant Ranos ist ebenfalls seit Februar Teil der Löwen. Der Stürmer spielte in der Rückrunde der Saison 2024/25 auf dem Betzenberg und kam dabei auf fünf Einsätze.
Anas Bakhat, der ebenso Anfang des Jahres zu Braunschweig wechselte, kehrt am Freitagabend an eine Station seiner fußballerischen Ausbildung zurück. Der 26-Jährige durchlief von 2017 bis 2023 die Jugend des FCK und konnte dabei 24 Einsätze in der Profimannschaft sammeln. Auch Leon Bell Bell spielte von 2011 bis 2017 in den Jugenden der Roten Teufel und lief dabei 32-mal für die zweite Mannschaft der Lautrer auf.
Auf Seiten der Lautrer kommt es für Cheftrainer Torsten Lieberknecht am Samstag zu einem besonderen Wiedersehen. Nach vier Jahren als Eintracht-Spieler beendete er 2007 seine aktive Karriere und startete seine Trainerlaufbahn an der Seitenlinie der Gelb-Blauen. Über zehn Jahre lang blieb er dort Trainer und führte die Mannschaften zu 151 Siegen.
So ist die Lage
Nach zwei erfolgreichen Spielen gegen Fortuna Düsseldorf (3:0) und Hertha BSC (1:0) mussten sich die Roten Teufel vergangenes Wochenende bei Holstein Kiel geschlagen geben. Bereits in der ersten Halbzeit erzielten die Gegner drei Tore gegen die weit angereisten Pfälzer. Diese schafften es bis zum Schluss nicht mehr, in den Spielstand einzugreifen und mussten die drei Punkte in Kiel lassen. An der tabellarischen Situation änderte der Ausgang jedoch wenig: Kaiserslautern bleibt mit 46 Zählern zum fünften Mal in Folge auf Platz 7 stehen.
FCK-Trainer Torsten Lieberknecht tritt bekanntermaßen ohne den verletzten Ivan Prtajin auf. Auch Erik Wekesser ist keine Option für den Kader, er ist infolge eines gripalen Infekts noch im Aufbautraining.
Das kommt auf uns zu
Braunschweig befindet sich nach 30 Spieltagen auf Rang 16 der Tabelle und somit auf dem Relegationsplatz. Mit 31 Zählern auf dem Konto sind die Niedersachsen punktgleich mit der aktuell auf dem ersten direkten Abstiegsplatz stehenden Fortuna aus Düsseldorf, weisen allerdings ein positiveres Torverhältnis auf. Obwohl sie seit über einem Monat keinen Sieg mehr eingefahren haben, tritt die Mannschaft um ihren neuen Trainer Lars Kornetka unberechenbar auf: Vergangenes Wochenende holten die Braunschweiger Löwen in der zweiten Halbzeit noch einen Punkt gegen die deutlich besser platzierte Hertha (1:1), genauso wie gegen den Tabellenneunten, Nürnberg. Sowohl in Bochum als auch im Testspiel gegen Bielefeld musste sich die Eintracht allerdings mit 1:4 klar geschlagen geben. Erwartet wird dennoch ein schnelles Spiel seitens der Gäste: Stürmer Erencan Yardimci zählt zu den Top drei Spielern mit den meisten Sprints in der Liga.
Lars Kornetka, Cheftrainer der Eintracht, wird personell ohne Patrick Nkoa (Knieprobleme) und Sidi Sané (Oberschenkelverletzung) anreisen. Auch der ehemalige FCK-ler Aaron Opoku steht nicht zur Verfügung, da sich dieser vor Kurzem einen Muskelfaserriss zuzog.
Stimmen zum Spiel
In der Pressekonferenz (im von Ausrüster Castore präsentierten Re-Live auf YouTube) am Mittwochmittag stand FCK-Cheftrainer Torsten Lieberknecht wie gewohnt den anwesenden Medienvertretern Frage und Antwort.
Torsten Lieberknecht betonte, dass nicht nur nach der Partie in Kiel die Mentalität seiner Spieler stimmen müsse: „Es gibt ein Thema, das eben nicht verhandelbar ist, und das ist Einsatzbereitschaft, Kampfbereitschaft.“ Das zeige sich zudem gerade nach solchen Partien: „Man kann mal Spiele verlieren, aber dann gibt es diesen Moment, wer kristallisiert sich heraus und hält die Mannschaft in dem Moment zusammen, wer ist der Anker?“ Das sei auch für das kommende Spiel wichtig. Neben einer ähnlichen tabellarischen Situation und einem entsprechenden Kampfwillen erwarte die Lautrer auch eine ähnliche sportliche Herangehensweise wie bei Kiel. „Wenn ein Gegner kommt, der wie Braunschweig mit dem Trainerwechsel sehr viel Pressing spielt und das Spiel schnell überbrückt, musst du davon ausgehen, dass es ein sehr zweikampfbetontes Spiel wird“, so der Lautrer Cheftrainer.
Lars Kornetka strebt sein sechstes Saisonspiel mit der Mannschaft aus Niedersachsen an. Auf dem Betzenberg war er schon lange nicht mehr: „Ich habe mir tatsächlich viel angeschaut und war natürlich beeindruckt von der Atmosphäre. Da geht schon die Post ab und darauf sind wir auch vorbereitet.“ Besonders wichtig ist ihm dabei, dass sein Team der Heimstärke der Pfälzer entgegenwirkt: „Die Mannschaft spielt zu Hause definitiv anders und auch stärker, aggressiver. Wir bereiten uns darauf vor, dass uns ein Kampf, eine richtige Schlacht erwartet und wir von der ersten Minute an dagegenhalten müssen.“
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