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11.12.2025

„Die Basics abrufen“ – der Vorbericht

Am Samstag, 13. Dezember 2025, gastiert der 1. FC Kaiserslautern zum letzten Auswärtsspiel im Jahr 2025 auf der Bielefelder Alm. Anpfiff der Partie bei Arminia Bielefeld ist um 13:00 Uhr.

Seit 1926 ist der Deutsche Sportclub auf der Bielefelder Alm beheimatet. Die Heimspielstätte war ursprünglich nicht mehr als eine einfache Wiese, die mit den Bedingungen eines Fußballstadions wenig gemein hatte – gepflegten Rasen oder Umkleidekabinen für die Mannschaften suchte man vergeblich.

Der Legende nach soll ein Beobachter beim Anblick des Geländes gesagt haben: „Hier sieht es ja aus, wie auf einer Alm.“ Bis heute hält sich bundesweit der Ruf der Bielefelder Alm, auch wenn der Verein die Namensrechte seit 2004 an Schüco abgegeben hat. Gepachtet wurde die Wiese einst von Bauer Lohmann – dem Namensgeber des heutigen Klubmaskottchens.

 

Die Vergangenheit mit dem Deutschen Sportclub

Insgesamt standen sich beide Mannschaften bislang 41-mal gegenüber: 26 Begegnungen in der Bundesliga, zwölf Duelle in der 2. Bundesliga und drei Partien im DFB-Pokal. Die Bilanz spricht dabei für die Lautrer: Die Roten Teufel entschieden 20 Spiele für sich, während die Ostwestfalen zehnmal als Sieger vom Platz gingen. In elf Partien trennten sich die Teams unentschieden.

Ein Spiel bei der Arminia, das sich bei den FCK-Fans wohl für immer ins Gedächtnis eingebrannt hat: Am 32. Spieltag der Saison 2017/18 stiegen die Roten Teufel auf der Bielefelder Alm ab. Nach einer 2:0 Führung durch einen Doppelpack von Sebastian Andersson, drehte der DSC das Spiel. Zwei Treffer von Fabian Klos und ein Treffer von Andreas Voglsammer besiegelten den ersten Abstieg in die 3. Liga in der Geschichte des 1. FC Kaiserslautern.

Nach dem Abstieg trennten sich die Wege der beiden Klubs zunächst – fünf Spielzeiten dauerte es, bis sie sich wieder trafen. Beim jüngsten Aufeinandertreffen auf der Bielefelder Alm konnten die Lautrer das damalige Trauma überwinden: Im Hinspiel der Saison 2022/23 siegten die Roten Teufel mit 3:2. Ein später Treffer von Daniel Hanslik in den Schlussminuten brachte den viel umjubelten Auswärtsdreier.

Im Rückspiel auf dem Betzenberg behielt jedoch die Arminia die Oberhand. Obwohl Tyger Lobinger in der 88. Minute noch ausglich, erzielte Janni Serra in der siebten Minute der Nachspielzeit den Siegtreffer für die abstiegsgefährdeten Bielefelder. Zwei Spieltage später fanden sich die Ostwestfalen dennoch auf dem Relegationsrang wieder – und nach zwei verlorenen Spielen gegen Wehen Wiesbaden folgte schließlich der zweite Abstieg in Serie – u.a. erzielte Ivan Prtajin im Hinspiel in Wiesbaden das frühe 1:0 für den SVWW.

Für zwei FCK-Akteure ist die Reise auf die Bielefelder Alm zugleich eine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte. Fabian Kunze lief von 2019 bis 2022 in 65 Spielen für die Ostwestfalen auf. Gleich im ersten Jahr war er Teil der Aufstiegsmannschaft, anschließend sammelte er beim DSC zwei Jahre lang Bundesliga-Erfahrung.

Noch etwas verbindet den gebürtigen Bielefelder mit seiner alten Heimat: Sein Zwillingsbruder Lukas steht aktuell bei der Arminia unter Vertrag. Nach gemeinsamen Stationen in der Knappenschmiede auf Schalke und beim SV Rödinghausen trennten sich ihre fußballerischen Wege. Ob es am Wochenende zum Bruderduell kommt, ist noch offen – Lukas Kunze stand zuletzt nicht im Spieltagskader der Ostwestfalen.

Auch für FCK-Co-Trainer Carsten Rump wird es ein besonderes Wiedersehen. Sowohl auf dem Platz als auch an der Seitenlinie war er viele Jahre für den DSC aktiv. Mit Ausnahme eines dreijährigen Abstechers zum VfB Lübeck verbrachte Rump seit 1998 seine gesamte aktive Karriere bei der Arminia – größtenteils in der zweiten Mannschaft in der Regionalliga. Zudem absolvierte er zwei Zweitliga-Partien für das Profiteam. Bereits während und nach seiner aktiven Karriere war er in verschiedenen Positionen für den Verein tätig.

Ab Sommer 2016 bis Ende 2018 fungierte Carsten Rump schließlich als Co-Trainer der Profimannschaft. In dieser Zeit stand er in vier Spielen sogar als Interimstrainer an der Seitenlinie.

 

So ist die Lage

Nach zwei Niederlagen und dem Aus im DFB-Pokal-Achtelfinale beendete der FCK die Englische Woche mit einem Heimdreier gegen Dynamo Dresden. Die Treffer von Naatan Skyttä (17.) und Marlon Ritter (52.) stellten die Weichen auf Sieg. Eine herausragende Vorarbeit von Naatan Skyttä krönte Mika Haas mit seinem zweiten Profitor (70.). Für den 3:1-Endstand sorgte schließlich Jakob Lemmer in der 76. Minute. Zwei Spieltage vor dem Ende der Hinrunde steht der FCK damit bei 26 Punkten und rangiert auf dem sechsten Tabellenplatz.

Weiterhin verzichten muss das Team auf Simon Asta, Kenny Prince Redondo, Jisoo Kim, Mahir Emreli und Ivan Prtajin. Zudem fehlt Mika Haas, der im vergangenen Heimspiel seine fünfte Gelbe Karte gesehen hat und somit für die Partie gegen Bielefeld gesperrt ist. Dion Hofmeister hatte in der vergangenen Trainingswoche mit Knieproblemen zu kämpfen, daher ist sein Einsatz noch fraglich.

 

Das kommt auf uns zu

Hinter der Arminia liegt ein historisches Jahr: Erstmals in der 120-jährigen Vereinsgeschichte erreichten die Bielefelder das DFB-Pokalfinale in Berlin. Als Drittligist setzten sie sich dabei unter anderem gegen die Bundesligisten SC Freiburg, Werder Bremen und Bayer Leverkusen durch. Zudem krönte man die Saison als Meister der 3. Liga und kehrte nach zwei Jahren zurück in die 2. Bundesliga.

Nachdem die Ostwestfalen aus der Bundesliga in die Dritte Liga durchgereicht worden waren, folgte im Sommer 2023 ein Neustart mit einem großen personellen Umbruch. Unter dem neu verpflichteten Cheftrainer Mitch Kniat wurde ein nahezu rundum neuer Kader zusammengestellt. Einziger Spieler, der blieb, war der langjährige Kapitän Fabian Klos – mittlerweile zum ersten Ehrenspielführer der Vereinsgeschichte ernannt. Nachdem die Arminia in der Vorsaison erst am vorletzten Spieltag den Klassenerhalt gesichert hatte, folgte eine starke Spielzeit in der 3. Liga, die im Wiederaufstieg mündete.

Mit zehn Punkten aus den ersten fünf Ligaspielen und dem Weiterkommen im Pokal gegen Werder Bremen gelang dem Aufsteiger ein überzeugender Start in die aktuelle Saison. Zuletzt zeigte die Formkurve jedoch nach unten: Nach einem 4:0-Heimsieg gegen den KSC folgten drei Niederlagen in Serie – darunter die beiden Derbys gegen Preußen Münster und den VfL Bochum. 17 Punkte bedeuten derzeit Platz 12 im Zweitliga-Tableau.

Obwohl die Bielefelder in den drei vergangenen Partien nur ein Tor erzielten, stellt Arminia ähnlich wie die Roten Teufel einer der stärksten Offensiven der Liga: 26 Treffer stehen bei Arminia zu Buche, die Roten Teufel haben bislang 27-mal getroffen.

Unter Mitch Kniat hat sich die Arminia zu einer der laufintensivsten Mannschaften in Deutschland entwickelt. Die Arminen spulen so viele Kilometer ab wie kein anderes Team in der Ersten und Zweiten Bundesliga: 1852,6 Kilometer. Großen Anteil daran hat Kapitän Mael Corboz, der in den vergangenen 15 Partien beeindruckende 195,2 Kilometer zurücklegte – ebenfalls ligaweiter Spitzenwert.

Neben Jeredy Hilterman kann DSC-Cheftrainer Mitch Kniat gegen den FCK nicht auf Roberts Uldrikis zurückgreifen, der sich nach einem Kreuzbandriss noch im Aufbautraining befindet.

 

Stimmen zum Spiel

Auch vor dem Auswärtsspiel bei Arminia Bielefeld hat FCK-Cheftrainer Torsten Lieberknecht die Fragen der Medienvertreter (im von Ausrüster Castore präsentierten Re-Live auf YouTube) beantwortet.

Bevor es am Samstag weitergeht, blickte der FCK-Cheftrainer noch einmal auf das letzte Heimspiel zurück, besonders lobte er die Reaktion der Betze-Anhänger. Er fand die Einstellung des Publikums sehr bemerkenswert: „Man hätte nach der Niederlage in Berlin auch etwas anderes erwarten können. Aber ich hatte das Gefühl, dass es trotz einer gewissen Erwartungshaltung an die Mannschaft ein sehr geduldiges Publikum war. Es war brutal hilfreich für die Mannschaft, dass da wirklich von allen Tribünen eine Geduld und eine Unterstützung zu spüren war.“

Torsten Lieberknecht möchte von seiner Mannschaft am Samstag viel Zweikampf- und Kampfbereitschaft sehen: „Es geht darum, in einem sehr hitzigen Stadion gegen die laufstärkste Mannschaft die Basics abzurufen und die direkten Eins-gegen-Eins-Duelle zu gewinnen. Wir treffen auf eine Mannschaft, die einfordert, dass man ins Laufen und Sprinten kommt und auch in den direkten Duellen seinen Mann steht.“ Mit Arminia erwartet uns die „beste Mannschaft im Spiel auf erste, zweite Bälle – hier haben sie eine sehr hohe Qualität.“

Der FCK-Chefcoach über die Atmosphäre, die er auf der Bielefelder Alm erwartet: „Bei der Arminia ist es ähnlich wie bei uns auch. Wenn sie zu Hause spielen, werden sie auch von einem Stadion getragen, das eine geile Atmosphäre bieten kann.“

„Wir haben es schon gezeigt, dass wir auswärts funktionieren können. Fakt ist, wir haben auch auswärts den Anspruch, etwas zu entwickeln. Wenn du immer im Dunstkreis oben dabei sein willst, brauchst du auch auswärts mehr Punkte“, blickt Torsten Lieberknecht zuversichtlich auf die Aufgabe beim DSC.

Auch auf der Gegenseite hat der DSC-Cheftrainer Mitch Kniat viel Respekt vor den Qualitäten des FCK: „Der FCK ist eine sehr gute Mannschaft in der Liga, die es gegen den Ball sehr mannorientiert hält und auch mit dem Ball eine extrem hohe Qualität hat – wenn ich zum Beispiel an Ritter oder Skyttä denke. Hier müssen wir durch Fleiß immer wieder gute Lösungen finden. Es ist eine Topmannschaft und trotzdem glaube ich, können wir immer wieder Lücken finden. Wir müssen ans Limit gehen, um eine Chance zu haben.“

Er stellt sein Team zudem auf eine zähe Partie ein: „Gegen die Mannorientierung von Kaiserslautern musst du es tausendmal probieren und vielleicht kommst du dann durch – bis dahin ist es ein langer Weg und da darfst du halt nicht müde werden.“

Um gegen den FCK zu bestehen, möchte Mitch Kniat von seiner Mannschaft eine souveräne Defensivleistung sehen: „Wir müssen im taktischen Bereich ein paar Sachen verbessern – wie die Boxverteidigung oder wie wir Flanken verteidigen.“

 

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