Am Mittwochabend stand in Deidesheim das letzte Spiel in der Saison der U19 auf dem Plan. Im Finale des Verbandspokals trafen die jungen Roten Teufel auf den SV Viktoria Herxheim, der sich auf seinem Weg ins Finale u.a. gegen den 1. FSV Mainz 05 durchgesetzt hatte. Und eine Entscheidung stand dabei schon vor Anpfiff fest: Da sich der FCK bereits über die U19 DFB-Nachwuchsliga für den DFB-Pokal der Junioren qualifiziert hatte, wird auch der Verbandsligist unabhängig vom Finalausgang in der kommenden Spielzeit im nationalen Pokalwettbewerb antreten. Für viele der FCK-Spieler war das Finale ihr letztes Spiel im Juniorenfußball, bevor in der Sommerpause der Übergang in den Herrenbereich ansteht.
Der Außenseiter aus Herxheim spielte von Beginn an mutig mit und hatte in der ersten Viertelstunde auch die ersten guten Abschlüsse der Partie. Die Nachwuchsteufel hatten zwar mehr Ballbesitz, taten sich aber schwer, gegen diszipliniert und gallig verteidigende Herxheimer in gute Abschlusssituationen zu kommen. So nutzte dann auch zehn Minuten vor der Pause der SV Viktoria seine nächste gute Chance zur Führung: Im Anschluss an einen Freistoß aus dem Halbfeld fiel der Ball Moritz Becker vor die Füße, der aus 16 Metern sehenswert in den linken Winkel traf. Die Roten Teufel fanden aber noch vor der Pause eine Antwort und die war genauso sehenswert. Marvin Yüsün nahm im Strafraum den Ball mit dem Rücken zum Tor an und jagte ihn aus der Drehung ebenfalls in den linken Winkel. Mit einem Unentschieden ging es also in die Pause.
Und auch nach dem Seitenwechsel erwischte der Außenseiter den besseren Start: Zehn Minuten nach Wiederbeginn köpfte Herxheims Innenverteidiger Alhaji Ali Kamara eine Freistoßhereingabe mithilfe des Pfostens zur erneuten Führung ins Tor. Und das Bild blieb das gleiche: Der FCK hatte weiterhin viel Ballbesitz und spielte geduldig weiter nach vorne, während die Viktoria mit viel Einsatz dagegenhielt. In der Schlussviertelstunde nahm das Spiel dann nochmal richtig Fahrt auf. Den Auftakt macht eine gelb-rote Karte gegen den erst zwei Minuten zuvor eingewechselten Amjad Romeih, der sich mit zwei Fouls binnen 120 Sekunden direkt wieder vorzeitig aus dem Spiel verabschieden musste. Auf dem Feld boten sich so mehr Räume, was sich zehn Minuten später noch verstärkte, als auch die Lautrer durch einen Platzverweis personell geschwächt wurden und Mohamed Benslaiman wegen einer vermeintlichen Beleidigung glatt Rot sah. Die jungen Roten Teufel zeigten sich vom Platzverweis aber wenig geschockt, sondern schlugen nur wenig später zurück. Ein Kopfball des aufgerückten Tanyel Eckstein wurde von Viktoria-Schlussmann Steve Tankeu Boda noch stark pariert, beim Abstauber des kurz zuvor eingewechselten Federico Passariello war er dann aber machtlos – der Ausgleich fünf Minuten vor dem Ende. Die Nachwuchsteufel machten weiter Druck und belohnten sich dann in der Schlussminute der regulären Spielzeit mit dem Siegtreffer. Ein direkter Freistoß von Dzenan Resic rutschte unter der Mauer und unter dem Keeper hindurch zum vielumjubelten 3:2 in die Maschen. Die Titelverteidigung im Verbandspokal war somit durch den späten Doppelschlag perfekt.
„Es war eine sehr enge Nummer. Wir haben gegen eine sehr aufopferungsvolle Herxheimer Mannschaft gespielt. Daher gilt es auch, einen riesengroßen Respekt an die Leistung der Viktoria zu zollen, die es uns heute sehr schwer gemacht. Aber das haben wir auch so erwartet, uns war bewusst, was auf uns zukommt. Gleichzeitig auch einen großen Respekt an meine Mannschaft, die eine unfassbare Mentalität gezeigt hat und in der Schlussphase zurückgekommen ist. Insgesamt war es ein sehr umkämpftes Spiel mit wenigen Torchancen auf beiden Seiten, das wir am Ende dann doch noch verdient für uns entschieden haben, weil wir nicht nur mehr Spielanteile hatten, sondern auch viel Hartnäckigkeit an den Tag gelegt haben. Es war eine spannende Partie, die viel Spaß gemacht hat. Ich bin stolz auf die Truppe, die sich für die harte Saison noch mit dem Titelgewinn belohnt hat. Dafür sind wir sehr dankbar“, resümierte U19-Trainer Eimen Baffoun nach dem Schlusspfiff.
Statistik:
SV Viktoria Herxheim – 1. FC Kaiserslautern U19 2:3 (1:1)
Herxheim: Boda – Bach, Menke, Eckert, Becker, Danilov, Lis, Ries, Kamara, Kavuke, Fedo
FCK-U19: Hülsmann – Senkyire (46. Acar/81. Passariello), Tautenhahn, Eckstein, Ammann (46. Sahib) – Mehmetaj (63. Bousfia), Resic – Stadel, Benslaiman – Yüsün (63. Lombardo), Ramadani (90.+1 Melissopoulos)
Tore: 1:0 Becker (38.), 1:1 Yüsün (43.), 2:1 Kamara (55.), 2:2 Passariello (85.), 2:3 Resic (90.)
Gelb-Rote Karte: Romeih (75.)
Rote Karte: Benslaiman (84.)
Schiedsrichter: Lukas Nofts
Zuschauer: 820

