Thorsten Lill ist seit dem 01. April 2025 Teil des vierköpfigen Vorstandsteams des 1. FC Kaiserslautern e.V. Nun blickt er auf die ersten vier Monate seiner Tätigkeit zurück und spricht über seine bisherige Arbeit und Erfahrungen.
„Verspreche, mich mit voller Kraft für die Interessen des Vereins einzusetzen“

Vorstandsmitglied Thorsten Lill
Thorsten, du bist seit dem 1. April 2025 Teil des nun vierköpfigen Vorstandsteams des 1. FC Kaiserslautern e.V. Wie waren die ersten vier Monate deiner Tätigkeit? Was hat dich begeistert und was überrascht?
Ehrlich gesagt blieb bislang kaum Zeit, die vergangenen Monate in Ruhe zu reflektieren – da es die Aufgabenfülle und Termindichte schlicht nicht zugelassen hat. Ich bin sehr stolz, wie meine drei Vorstandskollegen in den letzten Jahren diese Vielzahl an Themen unter einen Hut gebracht haben. Wir sprechen hier nicht nur vom „klassischen“ Vereinsalltag mit Sitzungen, Gremienarbeit und strategischen Entscheidungen, sondern von einer umfassenden Unternehmensführung mit vielen außerplanmäßigen Projekten, spontanen Abstimmungen und dringenden Herausforderungen, die sofortiges Handeln erfordern. Überrascht hat mich vor allem, wie komplex und eng verzahnt viele Themen sind: Von der Abteilungsarbeit über Mitgliederbelange, vom Forderungsmanagement bis hin zur Liquiditätsplanung und der Abstimmung mit unserer Tochtergesellschaft, der 1. FC Kaiserslautern GmbH & Co. KGaA. All das erfordert einen hohen Grad an Koordination – und es funktioniert nur, weil im Hintergrund viele engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Ehrenamtliche täglich an einem Strang ziehen. Natürlich verändert sich auch die eigene Perspektive: Als Fan steht man auf der Tribüne, fiebert mit und diskutiert über Aufstellung oder Taktik. Als Vorstandsmitglied verschiebt sich der Blickwinkel – plötzlich sind es auch Vertragsklauseln, Finanzierungskonzepte oder organisatorische Abläufe, die deine Aufmerksamkeit fordern. Der sportliche Erfolg unserer Profimannschaft als nach außen sichtbarstem Gradmesser ist und bleibt wichtig, aber er ist eben nur ein Teil des großen Ganzen. Der überwiegende Teil spielt sich an der Basis ab.
Womit hast du dich in den letzten Monaten schwerpunktmäßig beschäftigt? Was sind aus deiner Sicht die maßgeblichen Aufgaben in naher und ferner Zukunft? Wie konntest du das übrige Team unterstützen?
Mein Einstieg war von Anfang an durch eine klare Schwerpunktsetzung geprägt: Aufgrund meiner beruflichen Erfahrung übernehme ich vor allem Projekte mit überwiegend juristischer und/oder wirtschaftlicher Relevanz. Ein zentrales Thema ist dabei die finale Entschuldung des Vereins. Wir sind gefordert, zu den jeweiligen Stichtagen, eine Lösung präsentieren, die langfristig tragfähig ist, den Verein finanziell handlungsfähig macht und gleichzeitig die Interessen der Mitglieder wahrt. In diesem Zusammenhang prüfen wir wie angekündigt auch intensiv die Möglichkeiten rund um die sog. Fansäule, die vielen Mitgliedern besonders am Herzen liegt. Wir wollen hier ein fundiertes und transparentes Ergebnis erreichen, das wir spätestens auf der nächsten Jahreshauptversammlung vorstellen. Daneben beschäftigen wir uns aktuell mit einer punktuellen Anpassung unserer Vereinssatzung. Die letzte Änderung liegt zwar noch nicht lange zurück, jedoch haben sich in den letzten Monaten kleinere Themen herauskristallisiert, die wir überarbeiten bzw. aufnehmen müssen. Neben diesen Projekten nehme ich natürlich aktiv an den Vorstandssitzungen, Mitarbeitermeetings und Gremienterminen teil. Dabei ist es mir wichtig, dass wir Entscheidungen im Team treffen, jeder über die relevanten Themen informiert ist und wir uns gegenseitig den Rücken stärken.
Als durch den Vorstand bestelltes Vorstandsmitglied musst du gemäß unserer Satzung bei der nächsten Jahreshauptversammlung durch die Mitglieder bestätigt werden. Worauf können sich die Mitglieder künftig mit dir im Vorstandsteam, einstellen – und worauf verlassen?
Mir ist bewusst, dass ich das Vertrauen meiner Kollegen und natürlich auch der Mitglieder nicht nur durch Worte, sondern vor allem durch Taten gewinnen und bestätigen muss. Deshalb möchte ich die kommenden Wochen und Monate nutzen, um gemeinsam mit meinen Vorstandskollegen sichtbare Fortschritte bei den zentralen Projekten zu erzielen. Ich verspreche mich mit voller Kraft für die Interessen unseres Vereins und seiner Mitglieder einzusetzen. Die Themen Entschuldung und weitergehende Einbindung unserer Mitglieder und Fans in die Konzernstruktur unseres FCK werde ich mit der gleichen Leidenschaft und Zielstrebigkeit angehen, mit der ich auch in meinem Beruf arbeite – strukturiert, lösungsorientiert und mit Blick auf das große Ganze. Darüber hinaus möchte ich im Vorstand als Brückenbauer wirken: zwischen den verschiedenen Organen, zwischen haupt- und ehrenamtlicher Arbeit und zwischen den unterschiedlichen Interessen innerhalb unseres Vereins. Ein starker FCK lebt von Zusammenhalt, gegenseitigem Respekt und dem Willen, gemeinsam Lösungen zu finden.



