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28.09.2026

„Lebe meinen Traum“: Mika Haas im Portrait

Aus dem NLZ zu den Profis, seit einem Jahr Teil des Stammpersonals und auch in dieser Saison bereits in fünf von sechs Ligaspielen von Beginn an auf dem Platz: Der gebürtige Lautrer Mika Haas hat sich beim 1. FC Kaiserslautern längst etabliert.

Insgesamt 20 Tage liegen zwischen dem 1:0-Heimerfolg gegen Eintracht Braunschweig und dem kommenden Auswärtsspiel beim Bundesliga-Absteiger 1. FC Heidenheim. Erstmalig ruht der Ball in der 2. Bundesliga aufgrund einer Länderspiel-Pause für eine so lange Zeit. Für einige Akteure bietet sich damit die Möglichkeit, nach sechs Spieltagen und einem intensiven Saisonstart erstmals etwas abzuschalten. Auch Mika Haas nutzte die zurückliegenden vier freien Tage, die das Trainerteam der Mannschaft ausgesprochen hatte: Der 21-Jährige reiste mit seinem Bruder und einem Freund übers Wochenende in einen Kurzurlaub. „Ein bisschen den Kopf freibekommen“, erklärt der ehrgeizige Linksfuß, der am liebsten schon an diesem Wochenende wieder um Punkte gespielt hätte: „Auch wenn ein paar Tage frei sicherlich mal guttun, ist das schon eine sehr lange Zeit ohne Pflichtspiel. Daher fand ich das in der Vergangenheit ehrlich gesagt besser.“

Von der Kurve auf den Rasen

Dass es für den dreifachen deutschen U20-Nationalspieler möglichst schnell in der Liga weitergehen soll, dürfte mit Blick auf den bisherigen Saisonverlauf wohl nur die wenigsten überraschen. Schließlich steht nach sechs Spieltagen gerade einmal eine Niederlage zu Buche. Der Defensivakteur weiß: „Wir haben in den ersten Partien direkt gezeigt, dass wir in der Vorbereitung auf die neue Saison gut gearbeitet und uns im Vergleich zur letzten Saison nochmal gesteigert haben. Zudem stehen wir hinten sehr stabil und sind ganz rigoros in den Zweikämpfen.“ Denn der FCK blieb als bis dato einziger Zweitligist in allen drei Heimspielen ohne Gegentor und hat damit immer noch eine Weiße Weste auf dem Betzenberg – dort, wo Haas bereits als kleiner Junge regelmäßig seine Wochenenden verbrachte: „Früher haben meine Eltern und ich hier auf der Tribüne gesessen. Der FCK begleitet mich seit der Kindheit. Wie für fast jeden Jungen, der hier in der Region aufwächst, war es auch mein Ziel, einmal für den FCK auflaufen zu können. Daher macht mich das natürlich unfassbar stolz, für meinen Heimatverein spielen zu können. Ich lebe gerade eigentlich meinen Traum, den viele Kinder auch gerne leben würden“, gibt Haas, der mittlerweile bei 40 absolvierten Pflichtspielen für die Roten Teufel steht, Einblicke in seine Gefühlswelt.

Einen wichtigen Schritt dorthin erreichte der gebürtige Kaiserslautrer vor etwas mehr als zwei Jahren: Im September 2024 feierte er im Auswärtsspiel bei Hannover 96 sein Zweitliga-Debüt. Zum Stammspieler reifte der linke Schienenspieler dann in der darauffolgenden Saison unter Torsten Lieberknecht, als er beim Heimsieg am 2. Spieltag gegen Schalke 04 seine Startelf-Premiere gab und auch fortan zum festen Stammpersonal zählte: „Ich bin dem Trainer sehr dankbar, dass er mir die Chance gegeben hat und dass ich ein fester Bestandteil der Mannschaft bin. Daran hat er einen großen Anteil. Ich bin froh, dass ein Trainer an der Seitenlinie steht, bei dem ich weiß, dass er mir vertraut.“ So entwickelte sich Haas nicht nur zum Stammspieler, sondern durfte sich Ende des vergangenen Jahres vor heimischer Kulisse auch über sein erstes Tor im FCK-Trikot freuen. Dass dies auch für ihn ein besonderer Moment war, ist selbsterklärend – zumal er die besondere Atmosphäre auf dem Betzenberg einst selbst noch als Zuschauer erlebte: „Ich kann mich noch an eines meiner ersten Spiele erinnern, bei dem ich in der Westkurve gestanden habe und vom Spiel kaum etwas mitbekommen habe, weil ich die ganze Zeit die feiernden Menschen um mich herum angeschaut habe. Deswegen hatte ich meine Blicke fast mehr auf den Rängen als auf dem Spielfeld, weil mich das einfach so fasziniert hat.“

Aus dem NLZ für die NLZ-Spieler

Als Spieler, der nun selbst auf dem Rasen steht, hat sich der Fokus des 21-Jährigen natürlich wieder auf das Geschehen auf dem Grün verlagert. Das Eigengewächs weiß dabei nicht nur auf dem Platz zu überzeugen, sondern nimmt auch abseits des Spielfeldes eine wichtige Rolle ein – etwa als Ansprechpartner für Spieler aus dem Nachwuchsleistungszentrum, die bei den Profis mittrainieren: „Jeder junge Spieler ist bei mir, egal welche Fragen er hat, immer gut aufgehoben. Ich bin immer mit einer der ersten Ansprechpartner und kümmere mich gerne um sie.“ Schließlich kann sich wohl auch kaum einer besser in die Situation versetzen als der Linksfuß, der selbst über acht Jahre die verschiedensten Jugendmannschaften im Nachwuchsleistungszentrum der Roten Teufel durchlief und einst mit der U19 den direkten Wiederaufstieg in die A-Junioren-Bundesliga schaffte. So fühlt sich Haas noch immer eng mit dem NLZ verbunden und verfolgt daher die Entwicklung im Nachwuchs ganz genau.

„Ich interessiere mich immer noch stark dafür, was dort passiert. Wenn es klappt, versuche ich auch immer bei den Spielen der U21 da zu sein. Letztens war ich auch beim Auswärtsspiel in Homburg vor Ort“, verrät der gebürtige Pfälzer, der die nächste Partie des Teams von Eimen Baffoun am Freitagabend (2. Oktober, 19:00 Uhr) beim SV Sandhausen allerdings nicht vor Ort verfolgen kann. Schließlich ist die Profimannschaft um Mika Haas am selben Tag ab 18:00 Uhr im Testspiel gegen den Drittligisten SG Sonnenhof Großaspach gefordert. Fast zur gleichen Zeit eine Woche später (Fr., 9. Oktober, 18:30 Uhr) und nach 20 Tagen Pflichtspiel-Pause geht es dann für den 1. FC Kaiserslautern und Mika Haas endlich auch wieder in der Liga um wichtige Punkte.