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20.03.2026

Interview mit FCK-Kapitänin Lea Gruber

Die Spielführerin der FCK-Frauen Lea Gruber im Gespräch über die aktuelle Saison, die besondere DNA des Vereins und ihre Botschaft an die FCK-Talente von morgen.

Hi Lea, wenn Du auf die Vorrunde zurückblickst: Wie würdest Du die letzten Monate zusammenfassen?

Die letzten Monate waren für uns insgesamt sehr erfolgreich. Wir haben die Vorrunde ohne Niederlage abgeschlossen und stehen verdient auf Tabellenplatz eins. Darauf sind wir natürlich stolz. Gleichzeitig haben wir die Winterpause intensiv genutzt, um individuell weiterzuarbeiten. Dadurch fühlen wir uns jetzt sehr gut vorbereitet und gehen mit viel Selbstvertrauen in die Rückrunde.

Gab es einen ganz bestimmten „Turning Point“, ein Spiel oder ein Kabinen-Moment, der Euch als Team in dieser Saison besonders zusammengeschweißt hat?

Einen einzelnen, entscheidenden Moment gab es eigentlich nicht. Vielmehr ist es unser Zusammenhalt, der über die Zeit gewachsen ist. Wir haben noch viele Spielerinnen aus der vorherigen Saison in der Mannschaft, gleichzeitig haben sich die neuen Spielerinnen von Anfang an sehr gut eingefunden, auch unsere gemeinsamen Teamevents tragen dazu bei, dass wir als Gruppe noch enger zusammen wachsen. All das zusammen macht uns als Team stark und erfolgreich.

Woran erkennt man, dass die Mannschaft im Vergleich zur Vorsaison Fortschritte gemacht hat?

Ich denke, man sieht, dass wir in der vorherigen Saison schon vieles richtig gemacht haben. In dieser Saison bauen wir darauf auf und versuchen noch einen Schritt weiterzugehen. Die Fortschritte erkennt man vor allem an unserer Konstanz. Wir liefern regelmäßig starke Leistungen ab und können das in unseren Spielerergebnissen sehen. Gleichzeitig merkt man, dass wir uns als Team noch besser verstehen und miteinander auf dem Platz agieren.

Man spricht oft von den „Betze-Tugenden“. Wie interpretiert Ihr diese Werte in Eurem Spielstil?

Für uns bedeuten die Betze-Tugenden vor allem, dass wir als Team immer füreinander kämpfen, egal wie das Spiel läuft. Wir bringen Leidenschaft auf den Platz, geben nie auf und bleiben dabei bodenständig. Gerade unser Zusammenhalt ist dieses Jahr ein großer Faktor. Jede arbeitet für jede, und genau das macht uns aktuell so stark.

In welchen Bereichen seht Ihr noch Potenzial für die kommenden Wochen?

Wir wissen, dass jetzt mit der Rückrunde sowie dem Kreis- und Verbandspokal noch wichtige Wochen vor uns liegen. Genau darin sehen wir auch unser größtes Potenzial: Wir wollen die starke Vorrunde bestätigen und in allen Wettbewerben weiterhin auf hohem Niveau performen. Unser Ziel ist es, das Maximum aus der Saison herauszuholen. Nachdem es im letzten Jahr für das Double gereicht hat, ist die Motivation natürlich groß, dieses Jahr noch einen Schritt weiterzugehen und im besten Fall das Triple zu holen. Dafür müssen wir aber weiter konzentriert arbeiten und unsere Leistungen konstant abrufen.

Du stehst als Kapitänin im Fokus. Was bedeutet es für Dich, als Frau im Fußball eine Vorbildrolle zu haben?

Klar steht man als Kapitänin ein Stück weit im Fokus und hat eine besondere Verantwortung. Was die Vorbildrolle angeht, macht es für mich keinen Unterschied, ob im Frauen- oder Männerfußball, wer auf dem Platz steht, übernimmt automatisch eine gewisse Vorbildfunktion. Mir ist es wichtig, Leistung zu zeigen, Verantwortung zu übernehmen und die Werte des Teams zu vertreten. Wenn ich anderen Spielerinnen zeigen kann, dass sich Einsatz und Leidenschaft lohnen, dann ist das natürlich etwas sehr Schönes.

Welche Botschaft würdest Du jungen Mädchen geben, die davon träumen, auch irgendwann mal für den FCK zu spielen?

Ich würde jungen Mädchen mitgeben, dass sie an ihre Träume glauben und die Chancen nutzen sollen, die sie heute haben. Beim 1. FC Kaiserslautern gibt es mittlerweile eine gute Struktur mit vielen Jugendmannschaften. Das war früher so in der Form noch nicht gegeben. Ich selbst bin erst später zum FCK gekommen, weil es diese Möglichkeit damals noch nicht gab. Umso schöner ist es zu sehen, dass sich da so viel entwickelt hat. Genau deshalb kann ich nur sagen nutzt diese Chance, arbeitet hart, zeigt Einsatz und Leidenschaft, dann ist der Weg nach oben auf jeden Fall möglich.

Gibt es Frauen im Sport, die Dich persönlich inspirieren?

Im Fußball ist für mich ganz klar Giulia Gwinn ein großes Vorbild. Sie spielt auf meiner Position, ist Kapitän und Nationalspielerin und geht ihre Rolle unglaublich professionell an. Vor allem ihre Mentalität nach Verletzungen und die Umgang mit Druck beeindruckt mich sehr. Aber auch in anderen Sportarten gibt es viele Frauen, die mich inspirieren, zum Beispiel Simone Biles im Turnen oder Serena Williams im Tennis. Sie zeigen unglaubliche Disziplin und mentale Stärke, brechen Rekorde in Sportarten, die traditionell von Männern dominiert werden. Ich finde, daran kann sich jeder ein Beispiel nehmen, egal, ob Frau oder Mann.

Welche Entwicklungen im Frauenfußball wünschst Du Dir für die kommenden Jahre – speziell hier beim FCK?

Ich würde mir wünschen, dass sich der Frauenfußball beim 1. FC Kaiserslautern weiterhin strukturell entwickelt und noch mehr Möglichkeiten für junge Spielerinnen geschaffen werden. Es ist großartig, dass es inzwischen ein starkes Jugendangebot gibt. Genau das sollte weiter ausgebaut werden, damit Talente früh gefördert werden und den Weg in die Damenmannschaft schaffen können. Außerdem fände ich es schön, wenn die Sichtbarkeit des Frauenfußball weiter steigt. Mehr Spiele, mehr Zuschauerinnen und Zuschauer, mehr mediale Aufmerksamkeit. Das motiviert nicht nur die Spielerinnen, sondern zeigt auch jungen Mädchen, dass Frauenfußball hier genauso ernst genommen wird wie der Männerbereich.

Zum Abschluss: Worauf bist Du persönlich in dieser Saison am meisten stolz?

Es gibt in dieser Saison viele Dinge, auf die ich stolz bin. Ganz einfach, ein Teil dieser Mannschaft zu sein und die Rolle als Kapitän ausfüllen zu dürfen. Wir haben schon viele besondere Momente miteinander erlebt, wie zum Beispiel die Auswärtsfahrt nach Dortmund. Ich bin stolz darauf, dass wir konstant gute Leistungen bringen und dabei nie den Spaß am Spiel verlieren. Diese Mischung aus Erfolg, Zusammenhalt und Freude macht diese Saison für mich besonders.