Vierter gegen Zweiter. Lilien gegen Rote Teufel. Im Duell mit dem Verfolger gab es beim FCK drei Änderungen im Vergleich zum Auswärtssieg beim VfL Bochum. Chris Löwe, Markus Karl und Kevin Stöger rückten für André Fomitschow, Karim Matmour und Simon Zoller in die Startelf.
Vier Spieltage vor dem Ende war es angerichtet zum direkten Duell im oberen Tabellendrittel. Die Stimmung im Stadion am Böllenfalltor war entsprechend prächtig, die Spannung schon zu Spielbeginn mit den Händen zu greifen. Beide Mannschaften ließen sich jedoch nicht von der Nervosität anstecken und boten von Beginn an einen heißen Kampf auf hohem Niveau. Mit dem besseren Beginn für dir Roten Teufel. Nach zwölf Minuten legte sich Kerem Demirbay den Ball zum Eckball zurecht und schlug in gefährlich vor das Tor der Lilien – so gefährlich, dass Keeper Christian Mathenia hinter sich greifen musste. 1:0 nach direkt verwandeltem Eckball. Wahnsinn am „Bölle“! Der nur fünf Minuten später auf der anderen Seite weiterging, als Marius Müller gegen den anstürmenden Marcel Heller klärte, Schiedsrichter Wolfgang Stark zum Entsetzen der Roten Teufel und der lautstarken FCK-Fans aber auf den Punkt zeigte. Romain Brégerie behielt die Nerven und verwandelte zum Ausgleich. Zwei Minuten später war die Partie ganz auf den Kopf gestellt, als Ronny König die Kugel nach einem langen Ball flach im linken Eck versenkte. Achterbahnfahrt der Gefühle für alle Beteiligten. Die Hausherren zogen sich nach der Führung weiter zurück und spekulierten auf Konter und Standardsituationen, die Roten Teufel dagegen spielten wütend nach vorne und suchten nach der Lücke in der massierten Darmstädter Defensive. Stattdessen konnten die Lilien mit einem ihrer wenigen Angriffe fünf Minuten vor der Pause die Führung ausbauen. Nach einer Flanke von rechts bekam die FCK-Abwehr den Ball nicht richtig weg, Hanno Behrens fackelte nicht lange und versenkte ihn aus 20 Metern zum 3:1 für die Hausherren im Netz. Das war dann auch gleichzeitig der Halbzeitstand.
Der zweite Durchgang startete gleich wieder mit einer Schrecksekunde, als Brégerie nach einer Ecke mit dem Kopf den Pfosten traf. Ansonsten konnten sich die Roten Teufel weitgehend in der gegnerischen Hälfte festsetzen, hatten aber Probleme gegen die kompakte Abwehr der Lilien zu gefährlichen Torchancen zu kommen. Der FCK machte mit fortdauerndem Spiel immer weiter auf und boten den Lilien so auch mehr Platz zum kontern. Der FCK bäumte sich auf und war fast nur noch komplett in der gegnerischen Hälfte zu finden. Eine Viertelstunde vor Ende hatte der eingewechselte Karim Matmour nacheinem Freistoß die gute Möglichkeit zum Anschluss, der Ball wurde von Mathenia aber noch um den Pfosten gewickelt. Vor allem über die rechte Seite machten die Roten Teufel jetzt immer wieder Druck. Spätestens als mit Simon Zoller der dritte frische Offensivspieler eingewechselt wurde, standen alle Ampeln auf Schlussoffensive. Als Kevin Stöger zwei Minuten vor dem regulären Ende einen Freistoß von der Eckfahne scharf vors Tor drosch und Mathenia den Ball durch die Finger zum 3:2 in die Maschen gleiten lies, war der FCK endgültig am Drücker und warf alles nach Vorne. Auch Marius Müller hielt nichts mehr hinten, der Torhüter eilte bei Standardsituationen mit nach vorne. Am Ende sollte es aber nicht mehr reichen. Die Schlussoffensive war nicht von Erfolg gekrönt und so musste der FCK die zweite Niederlage des Kalenderjahres einstecken.



