Am 14. September 1955 verstarb Dr. Ludwig Müller, der erste Präsident des 1. FC Kaiserslautern, vor nunmehr 70 Jahren.
Dr. Müller führte unseren Verein erstmals von 1931 bis 1936 und kehrte in den 1950er Jahren noch einmal an die Spitze zurück. In seine zweite Amtszeit fielen mit den Deutschen Meisterschaften 1951 und 1953 die größten sportlichen Erfolge in der Geschichte des FCK. Damit bleibt sein Name eng mit einem der glanzvollsten Kapitel des Lauterer Fußballs verbunden.
Zugleich ist es uns ein wichtiges Anliegen, auch die Schattenseiten seiner Amtsführung nicht zu verschweigen.
Unter Dr. Müllers Vorsitz wurde am 21. April 1933 eine Satzungsänderung beschlossen, die den sogenannten „Arierparagraphen“ einführte und damit die jüdischen Mitglieder des Vereins ausschloss. Dieser Schritt war Ausdruck von „vorauseilendem Gehorsam“ gegenüber dem NS-Regime und markiert eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte des 1. FC Kaiserslautern.
Zeitzeugen berichten zugleich, dass Dr. Müller den persönlichen Kontakt zu ausgeschlossenen jüdischen Mitgliedern nicht abreißen ließ, was ihn 1936 sogar in ein Parteigerichtsverfahren der NSDAP brachte. Diese Umstände zeichnen ein widersprüchliches Bild seiner Person: Einerseits die Anpassung und Opportunismus als Vereinsfunktionär, andererseits seine menschliche Loyalität im Privaten.
Wir gedenken Dr. Ludwig Müller am 70. Jahrestag seines Todes mit Respekt vor seiner Rolle als erster Präsident und als Funktionär in Zeiten großer sportlicher Erfolge, ebenso aber auch an seine Verantwortung für fragwürdige und schwierige Entscheidungen in Zeiten des Nationalsozialismus.
Der 1. FC Kaiserslautern versteht Erinnerung als Verpflichtung: Die sportlichen Verdienste zu würdigen, ohne die schwierigen Kapitel unserer Geschichte zu verschweigen. Diesem Anspruch werden wir uns auch in Zukunft stellen.



