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ITN_04_Bielefeld_2016_17

PORTRAIT Hallo Baris, da Du noch neu beim FCK bist, stell Dich doch einmal kurz vor. Du bist in Frankenthal geboren und hast dort auch Deine Kindheit verbracht… Ja, genauer gesagt bin ich in Mörsch aufgewachsen, einem Dorf, das zu Frankenthal gehört. Dort habe ich eine sehr schöne Kindheit mit meinen drei Geschwistern, einem großen Bruder, einer großen Schwester und einem kleinen Bruder, verbracht. Du bist also in der Pfalz geboren, hast einen deutschen Pass, aber türkische Wurzeln. Wo ist Heimat für Dich? Meine Eltern kommen aus der Türkei, ich bin hier geboren. Ich fühle mich schon beiden Seiten zugehörig. Ich kann weder sagen, dass ich mich nur als Deutscher oder nur als Türke fühlen würde. Daher würde ich mal sagen, ich bin Deutsch-Türke. In Frankenthal hast Du auch mit dem Fußball angefangen? Ja, im Verein habe ich zunächst eine Saison beim VT Frankenthal gespielt, bevor ich dann zu Waldhof Mannheim gewechselt bin. Aber auch neben dem Vereinsfußball habe ich viel gekickt, wir hatten in Mörsch eine Straßenfußballmannschaft. Da haben wir gegen die anderen Blöcke Fußball 16 I 1. FC KAISERSLAUTERN gespielt, haben untereinander Turniere veranstaltet. Wir haben uns immer auf einem bestimmten Bolzplatz in Mörsch getroffen, der heißt „Vier Felder“. Es sind immer viele Fußballer zusammengekommen, auch aus Frankenthal selbst, und wir haben gegeneinander gespielt. Das hat sehr viel Spaß gemacht. Hat Dich das auch als Fußballer geprägt? Dir wird gerne nachgesagt, Du seist ein „Straßenfußballer“… Definitv! Ich bin ein echter Vollblut- Straßenfußballer! Auch meine Mentalität hat das beeinflusst. Ich will jedes Spiel unbedingt gewinnen, das stammt noch von damals. Das ist auf der Straße einfach so gewesen, dass du immer gewinnen musstest und das nimmt man dann auch mit ins Profidasein. Dein fußballerisches Vorbild war Ronaldinho – hast Du als Kind versucht, Dein Spiel nach seinem zu modellieren? Natürlich habe ich mir seine Tricks angeschaut, aber so einen wie ihn wird es so nie mehr geben, er war ein einzigartiger Fußballer. Ich habe schon versucht, mir Dinge von ihm abzuschauen, aber wir sind dennoch zwei komplett unterschiedliche Spielertypen. Ich habe auch eine gute Technik, aber kann mich da nicht mit Ronaldinho vergleichen, der hat die Technik ja sozusagen erfunden (lacht). Ich mache daher auch nicht so viele „Faxen“ wie er, versuche, eher geradliniger zu spielen, aber dennoch viel mit meiner guten Technik zu machen. Wie ist Deine fußballerische Ausbildung gelaufen? Du hast schon viele verschiedene Positionen bekleidet… In der Hoffenheimer A-Jugend unter Julian Nagelsmann habe ich meist als alleinige Spitze gespielt, danach in der U23 viel auf der Acht. Zuletzt in Graz habe ich dann wieder etwas offensiver gespielt, auf der Zehn, als hängende Spitze oder auf dem linken Flügel. In der Jugend habe ich auch manchmal auf der Sechs gespielt. Ich würde es also so ausdrücken, dass ich im Offensivbereich bis zur Sechs eigentlich alle Positionen spielen kann. Für einen Mittelstürmer hast Du vielleicht nicht unbedingt Gardemaß. Hat Deine Körpergröße von 1,69 Meter Deine fußballerische Entwicklung beeinflusst? Bis zur U19 war ich echt schmächtig und konnte meinen Körper kaum einsetzen, aber dann habe ich einen körperlichen Schub bekommen und auch angefangen, viel in diesem Bereich zu trainieren. Jetzt habe ich ein Körpergewicht von 73 Kilogramm, andere Spieler mit meiner Größe haben meist viel weniger. Daher kann ich mittlerweile meinen Körper extrem gut einsetzen und es macht mir auch nichts aus, dorthin zu gehen, wo es wehtut. Daher hatte ich auch nie Probleme, im Sturmzentrum zu spielen. Viele Abwehrspieler waren eher verwundert, wie ich mit meiner Körpergröße dagegengehalten habe. Ich kann sehr gut meinen Körper reinstellen und dementsprechend ist es auch eine meiner Stärken, dass ich nur sehr schwer vom Ball zu trennen bin.


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