Fundstücke

Danke für Eure Fundstücke

Der gestartete  Suchaufruf nach Schätzen und Erinnerungen der Fans war und ist ein großer Erfolg - alle können sehen, wie unser Museum wächst.

Dank der tollen Unterstützung aller Fans und Helfer werden auch das Museumsarchiv und die vereinshistorische Sammlung stetig größer, immer mehr Fundstücke aus der langen Vereinsgeschichte finden ihren Weg zu uns.

Unser Museumsteam stellt Ihnen hier regelmäßig ausgewählte „Fundstücke“ vor, die dem Museum als Leihgaben oder Schenkungen übergeben wurden.

Haben Sie auch Fundstücke für unser Museum? Dann nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf. Wir freuen uns über Ihre Unterstützung.

Edle Tropfen

Fritz Walter hat nicht nur einem Stadion seinen Namen verliehen, sondern auch einer Form des Niederschlags. Nein, wir sprechen nicht vom Boxen - die Rede ist vom legendären Fritz-Walter-Wetter, sprich Regen, bei dem FCK-Fans aufatmen und die Gegner aufstöhnen.

Was haben Malaria, sowjetische Kriegsgefangenschaft und der 1. FC Kaiserslautern gemeinsam? Richtig: Diese drei Dinge haben das Leben der FCK-Legende Fritz Walter maßgeblich beeinflusst. Walter, Jahrgang 1920, geriet nach dem Zweiten Weltkrieg in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Zu allem Überfluss erkrankte einer der weltbesten Fußballer aller Zeiten in dieser Zeit an Malaria, einer Krankheit, die damals relativ häufig bei Kriegsgefangenen auftrat. Unter anderem leiden die Patienten an hohem Fieber.

So auch Fritz Walter, der deswegen nur noch bei kühlem bzw. regnerischem Wetter zu Höchstleistungen im Stande war. Kein Wunder, dass Nationaltrainer Sepp Herberger vor dem WM-Finale 1954 folgenden Satz zu einem ungarischen Reporter sagte: „Ungarn ist uns zwar spielerisch überlegen, aber die Dinge können anderes verlaufen, wenn es am 4. Juli regnet.“ Und wie es regnete und wie die Dinge anders verlaufen sind!

Bis heute gilt Regen bei einem Fußballspiel als „Fritz-Walter-Wetter“ und erfreut vor allem die FCK-Fans, bei denen es eigentlich nur „Em Fritz sei Wedder“ heißt. Wie sehr der Betzenberg mit seinem Idol verbunden ist, wurde am 18. Mai 2008 deutlich. Nach einer Kraut-und-Rüben-Saison musste der FCK am letzten Spieltag gegen den 1. FC Köln gewinnen, um nicht abzusteigen. Im damaligen „Herzblutfinale“ fing es irgendwann an zu regnen und während sich die Kölner Spieler über den glitschigen Platz ärgerten, atmeten die zahlreichen FCK-Fans auf: Fritz Walter schaut zu – jetzt kann nichts mehr schiefgehen. Mit viel Leidenschaft und drei Toren gewann der FCK, sicherte den Klassenerhalt und widmete sich wieder höheren Zielen.

Nach dem großen Jubel ist es selbstverständlich, dass auch dieses Ereignis der Vereinsgeschichte mit diversen Exponaten im Museum behandelt wird. Vielleicht waren es auch einige Freudentränen, die Fritz Walter verdrückte, als er seinen FCK endlich wieder jubeln sah.

Weltklasse mit Schnauzbart

Als Torhüter hielt er überragend, Abseits des Platzes ist er immer bescheiden und sympathisch geblieben – Ronnie Hellström war zehn Jahre Torwart des 1. FC Kaiserslautern und ist bis heute Publikumsliebling in der Pfalz. Das FCK-Museum hat einige Schätze aus Hellströms Karriere in einer Vitrine gesammelt.

Eigentlich gibt es nur zwei Fußballer aus der schwedischen Stadt Malmö, die das Prädikat Weltklasse verdienen. Der eine kickt heute noch ganz passabel bei Manchester United, schießt ab und zu mal ein paar Traumtore und fällt eher wegen seiner langen Haare auf. Der andere war ein Weltklasse-Torhüter mit Schnorres, zeigte zehn Jahre lang Glanzparaden auf dem Betzenberg und arbeitete als Expansionschef bei einem deutschen Baumarkt in Schweden – immer noch mit Schnauzbart. Richtig, die Rede ist von Ronnie Hellström, heute 66 Jahre alt und von 1974 bis 1984 Torhüter des 1. FC Kaiserslautern. Der andere heißt Zlatan Ibrahimovic, aber das nur nebenbei.

Für 220.000 Deutsche Mark Ablöse wechselte Ronnie Carl Hellström 1974 in die Pfalz und unterschrieb einen handgeschriebenen (!) Zwei-Jahres-Vertrag. Der Betrag wurde übrigens in vier Raten bezahlt und versprach dem damaligen 25-Jährigen eine möblierte Drei-Zimmer-Wohnung. En Detail lässt sich der Vertrag, der gerade so auf ein DIN-A4-Blatt passte, in der Ronnie-Hellström-Vitrine des FCK-Museums bestaunen.

Dass der Schwede ganze zehn Lenze in Kaiserslautern bleiben würde, konnte keiner ahnen. Hellström entwickelte sich schnell zum Publikumsliebling – nicht umsonst gilt er als der beste Torhüter der FCK-Geschichte. 266 Bundesligaspiele, 28 Einsätze im DFB-Pokal und 17 Europapokal-Partien bestritt der Keeper für den FCK. Hellström machte nicht nur im Tor des FCK eine gute Figur: Er absolvierte 77 Länderspiele für Schweden und nahm an den Weltmeisterschaften 1970, 1974 sowie 1978 teil. Der FCK hatte Glück, dass Hellström seinen Vertrag vor der WM 1974 unterschrieben hatte, denn nach seinen überragenden Leistungen hätten 220.000 DM als Ablöse vermutlich nicht mehr ausgereicht.

Der schnauzbärtige Schwede hat seinen Wechsel in die Pfalz nie bereut und ist heute noch ein gern gesehener Gast in Kaiserslautern: „Die Pfalz ist meine zweite Heimat. Immer wenn ich in Kaiserslautern bin, werde ich von vielen Leuten angesprochen. Das sind Menschen aus meiner Generation, aber auch Jüngere. Für mich ist das eine große Anerkennung.“

Die Sympathien der Menschen und Fans in und um Kaiserslautern bescherten Hellström auch die Karriere nach der Karriere. Denn die Familie, die dem großen deutschen Baumarkt seinen Namen verleiht und im pfälzischen Bornheim lebt, kontaktierte den Torhüter bereits während seiner Karriere: „Sie haben mit mir Kontakt aufgenommen, weil sie große FCK-Fans waren“, sagt der Schwede.
Voller Anerkennung ist auch die Vitrine im FCK-Museum, die vom Wimpel seines Abschiedsspiels bis zum giftgrünen Torwarttrikot einige Schätze bereithält. Dass Hellströms Landsmann Ibrahimovic jemals bei einem Baurmarkt arbeiten wird, ist wohl genauso unwahrscheinlich wie Ronnie Hellström ohne Schnurrbart. Den trägt mittlerweile übrigens auch Zlatan Ibrahimovic, aber das nur nebenbei.

Olaf Marschall, Fussballgott

Manche wackeln mit den Fingern, andere posieren wie ein gegelter Rochen nach ihren Toren und manche nicken einfach. Olaf Marschall war kein Mann der großen Gesten, er schoss einfach Tore – meistens zumindest. Diese brachten ihm beim 1. FC Kaiserslautern schnell den Spitznamen „Fußballgott“ ein.

Was wird man später, wenn man im sächsischen Torgau geboren wurde? Richtig – Torjäger! Olaf Marschall (Fußballgott) wurde am 19. März 1966 in Torgau geboren und sollte später zu einem Publikumsliebling des 1. FC Kaiserslautern werden. Schon bei seiner ersten Profistation in Leipzig zeigte Marschall seine Qualitäten. In 135 Spielen für den 1. FC Lokomotive Leipzig schoss der Angreifer von 1983 bis 1990 43 Tore. Über Stationen in Österreich beim FC Admira/Wacker und Dynamo Dresden (hier bestritt der Stürmer sein erstes Bundesligaspiel) landete Marschall 1994 in der Pfalz. Sein Markenzeichen: Locken, um die ihn viele Damen vermutlich beneiden, und ein Torriecher, den er später mit dem (damals) modernen Nasenpflaster im wahrsten Sinne des Wortes auf die Spitze trieb.

„Keine Ahnung, ob das Nasenpflaster mir tatsächlich geholfen hat, das löste damals ja eine wissenschaftliche Diskussion aus. Aber zumindest brachte es mir Glück. Ich wurde mit Kaiserslautern Meister und während der Saison so oft fotografiert, dass keine bessere Werbung für die Nasenpflaster denkbar gewesen wäre“, berichtet Marschall bei „Spox.com“.

In 160 Einsätzen für den FCK netzte Marschall 59 mal und schoss dabei nicht irgendwelche Tore. Unvergessen bleiben beispielsweise seine drei Treffer gegen Borussia Mönchengladbach am 29. April 1998. Der 1. FC Kaiserslautern lag in der ersten Halbzeit 0:2 zurück. Papperlapapp, dachte sich der lockige Olaf und ballerte den FCK in der zweiten Hälfte per Hattrick zum Sieg. Als Marco Reich in gewohnter Manier nach innen zog und den Ball mit dem rechten Innenrist in den Strafraum flankte, war Marschall zur Stelle und markierte in der 90. Minute das 3:2. Seine Reaktion? Er blieb auf dem Boden liegen, lächelte und streckte beide Zeigefinger wippend in die Höhe. Typisch Marschall. „Nach dem 31. Spieltag gegen Gladbach und dem dramatischen 3:2-Siegtor in der letzten Minute wollten wir dann auch die Meisterschaft“, sagte Marschall später in einem Interview mit dem Fußballmagazin „11Freunde“.

Kein Mann der großen Worte, kein Stürmer mit ausschweifenden Jubelaktionen – aber ein echter Torjäger. Ein Jahr später schoss Marschall sogar das Tor des Jahres. Im Heimspiel gegen Hertha BSC zauberte er eine Flanke von Ciriaco Sforza per Fallrückzieher ins Netz. Auch hier zeigte Marschall keinen überschwänglichen Jubel. Er jubelte fast gar nicht. Marschall nickte kurz, klatschte seine Kollegen ab und nahm das Tor hin, als hätte er gerade in einem Benefizspiel das 14:8 gegen eine Kreisliga-Auswahl erzielt. War ja nur das Tor des Jahres. Schießt jeder mal. Nichts Besonderes. Von wegen, Olaf! Deine Locken, deine Tore und dein Nasenpflaster – leistungsfördernd oder nicht – werden auf ewig mit dem FCK verbunden bleiben. Der Beweis hängt in einer Vitrine –  frisch gewaschen natürlich! Und wer weiß, eventuell verirrt sich demnächst mal wieder ein FCK-Scout nach Torgau. Dort soll es gute Stürmer geben. 

Der Fußball-Athlet

Viele FCK-Fans entsinnen sich noch an Hans-Peter Briegel, den ehemaligen Zehnkämpfer, der später zur „Walz aus de Palz“ wurde. Im Trikot des 1. FC Kaiserslautern ragte noch ein Spieler mit ähnlichen Eigenschaften heraus: Werner Kohlmeyer.Das FCK-Museum erinnert an einen Fußball-Athleten, bei dem Mario Götze wohl nie einen Ball gesehen hätte.

Der Fußball habe sich verändert, er sei athletischer und schneller geworden, so liest man. Wenn man die Spieler von heute und damals vergleicht, wird dieser Eindruck verstärkt. Die Spiele wirken doppelt so schnell, die Spieler sind durchtrainierter und feilen an jedem Muskel ihres Körpers. Allerdings hatte der 1. FC Kaiserslautern in den 1950er Jahren bereits einen Spieler in seinen Reihen, der der Spielweise von einem heutigen, dynamischen und kraftvollen Fußballer, verdächtig nahe kam. Die Rede ist von Werner Kohlmeyer, dem gebürtigen Lautrer und Weltmeister von 1954. Im WM-Endspiel gegen Ungarn wurde Kohlmeyer zum Held, als er mehrere Schüsse der Ungarn vor der Linie parierte. Der damalige Radio-Reporter Herbert Zimmermann war aus dem Häuschen: „Der Regen prasselt. Keiner wankt im Wankdorf-Stadion zu Bern. Jetzt Gefahr! Schuss! Auf der Torlinie gerettet! Nachschuss müsste kommen. Noch mal auf der Torlinie gerettet. Das erste Mal Posipal. Das zweite Mal Kohlmeyer. Rettet. Rettet. Rettet!“

Kohlmeyer machte sich seine bullige Statur zunutze und wurde von den meisten Angreifern gefürchtet. Der linke Verteidiger war zudem schnell und versorgte die Stürmer mit Flanken von seiner Seite. Kein Wunder, war Kohlmeyer vor seiner Karriere Regionalmeister im Fünfkampf. Die Disziplinen: Weitsprung aus dem Stand, Diskuswurf, Speerwurf, ein 192-Meter-Lauf und Ringen im griechisch-römischen Stil. Klingt fast nach einer perfekten Fußballtrainingseinheit! „Der Kohli war ein Sportler. Ein ganz großer Sportler. Der hat alles gekonnt. Basketball, Radfahren. Tischtennis. Und er war extrem schnell. Ein Leichtathlet. Hoch- und Weitsprung. Der war sogar pfälzischer Meister im Fünfkampf“, erinnert sich Horst Eckel an seinen damaligen Mannschaftskameraden.

Der 1. FC Kaiserslautern vergisst seine Helden nicht und erinnert unter anderem mit einer Statue vor der Westkurve und seit kurzem auch mit einer eigenen Vitrine im FCK-Museum an Werner „Kohli“ Kohlmeyer. Leider kann der Held diese Huldigungen nicht mehr selbst bewundern. Der Pfälzer kam mit dem Rummel um seine Person und dem Ruhm nicht zurecht, verfiel dem Alkohol und starb mit gerade einmal 49 Jahren an Herzversagen. Viel zu früh für einen Fußball-Athleten.

Ein historisches Stück Papier

„Ei, mir müsse uns jo schäme, mer dürfen gar nimmie hämkumme“, schimpfte der damalige FCK-Präsident Werner Krabler nach der 1:5-Pleite im Finale um die deutsche Meisterschaft 1954. Leider gab es für die Roten Teufel an diesem sonnigen Tag in Hamburg gegen Hannover 96 nichts zu holen, trotz der großen Favoritenrolle. Dieses Exponat war live dabei.

Kein QR-Code, kein Karten-Scanner und schon gar kein Plastik. Dieses Stück deutscher Fußballgeschichte darf nur noch mit Samthandschuhen angepackt werden, schließlich besteht es aus Papier und ist 61 Jahre alt. Designtechnisch erinnert es zwar eher an eine Eintrittskarte für das Freibad Waschmühle in Kaiserslautern, doch von Photoshop konnte 1954 keine Rede sein. Sowieso ist das Aussehen dieses Exponats egal. Ob es rund, eckig oder die Form eines Dackels hätte – dieses teuflische Kleinod knipst automatisch die imaginären Mediatheken eines jeden FCK-Fans an.

Die Roten Teufel waren damals im Endspiel um die deutsche Meisterschaft gegen Hannover 96 der Favorit, ach was, der haushohe Favorit und verloren zur Überraschung von Fußballdeutschland 1:5. Vor 80.000 Zuschauern (davon etwa 3.000 aus Kaiserslautern) im Hamburger Volksparkstadion erwischte der FCK den besseren Start und ging in der elften Minute durch einen Treffer von „Windhund“ Horst Eckel in Front. Präziser drückt es der damalige Hörfunkkommentator Herbert Zimmerman aus: „Eckel donnert ein Ding in den Kasten!“. Danach donnerte es allerdings nur noch im Kasten der Lautrer. Hannover wirkte frischer und drehte vor allem in der zweiten Hälfte auf, nach dem Ausgleich von Hans Tkotz (45.) trafen Werner Kohlmeyer (47./Eigentor), Heinz Wewetzer (77.), Helmut Kruhl (80.) und erneut Tkotz zum 5:1-Sieg der Hannoveraner.

Dabei waren Betze-Fans in den Jahren zuvor gerade zu von der Walter-Elf verwöhnt worden. 1951 und 1953 wurde die Mannschaft deutscher Meister. Im ersten Finale 1951 traf Ottmar Walter in der zweiten Hälfte gegen Preußen Münster doppelt und wurde zum Meisterschafts-Held des FCK. Zwei Jahre später ließ der FCK dem VfB Stuttgart keine Chance und gewann mit 4:1 seine zweite deutsche Meisterschaft. Fritz Walter (37.), Karl Wanger (57.), Erwin Scheffler (78.) und Willi Wenzel (83.) schossen die Tore für den FCK. Für den VfB war Leo Kronenbitter (72.) erfolgreich. Kein Wunder, dass nach diesen Titeln achttägige Feierlichkeiten (!) in der Stadt folgten.

Die etwas traurigen Erinnerungen an das Endspiel 1954 wurden nur wenige Wochen später bei der Weltmeisterschaft in Bern von einer etwas anderen Walter-Elf in Freudentränen umgewandelt. So endet der Spielfilm aus der eigenen imaginären Mediathek mit weitgehend positiven Erinnerungen an eine glorreiche Zeit des 1. FC Kaiserslautern, die Dank dieses historischen Stück Papiers noch viele Jahre erhalten bleiben.

Der DFB-Pokal, ein schöner Wonneproppen

Seit diesem Sommer hat das FCK-Museum ein neues Schmuckstück. Der DFB-Pokal ist wieder da! Zumindest als Replik, was die Erinnerungen an die Erfolge des 1. FC Kaiserslautern in diesem Wettbewerb jedoch nicht schmälert.

„Der deutsche Fußballbund gibt hiermit bekannt, dass im Jahre 1964 folgendes Prachtexemplar das Licht der Fußballwelt erblickte: Er ist 52 Zentimeter groß, 5700 Gramm schwer und damit ein echter Wonneproppen. Mutter Gravur hat ihn bereits mit einigen feinen Verzierungen gesegnet und genügend Platz für spätere Gravuren gelassen.“ So oder so ähnlich könnte sie geklungen haben, die Geburtsanzeige für den DFB-Pokal. Die Fußballfamilie in Frankfurt war zu Recht stolz auf ihre aufgehübschte Wandertrophäe.

Und das Volumen erst! Schöpfer Wilhelm Nagel staunte nicht schlecht, als er bemerkte, dass sein Kunstwerk satte acht Liter Flüssigkeit fassen konnte. Als Borussia Dortmund 1965 das Objekt der Begierde zum ersten Mal in die Höhe stemmte, war allen Beteiligten klar: viel Wasser wird nicht im Inneren des Objektes landen. Bier und Schampus war den Spielern im Feiermodus dann doch lieber. Vielleicht sind die hochprozentigen Flüssigkeiten besser für die etwa 250 Gramm Feingold, die Nagel verarbeitete? Oder verträgt sich das Wasser nicht mit den zwölf Turmalinen, den zwölf Bergkristallen und den 18 Nephriten? Nagel wird es wissen, zahlreiche Fußballer und Offizielle haben es bis heute mehrfach erprobt.

Zweimal (1990 und 1996) dürfte der 1. FC Kaiserslautern diesen wunderschönen Pokal als Sieger hochhalten und ihn stolz auf dem Rathausbalkon der Stadt präsentieren, fünf weitere Male (1961, 1972, 1976, 1981 und 2003) stand man im Finale. 1990 wurde der SV Werder Bremen 3:2 (3:0) besiegt und sechs Jahre später schoss Martin Wagner den Ball durch die Hosenträger von Claus Reitmeier zum 1:0-Erfolg gegen den Karlsruher SC ins Netz. Ob die Spieler nach ihren Erfolgen ähnlich dubiose Dinge mit der Trophäe anstellten wie Lothar Matthäus mit dem WM-Pokal 1990, ist (leider) nicht überliefert. Lothar hielt sich nach dem Triumph (nackt) den Pokal in der Umkleide vor sein bestes Stück und ließ sich fotografieren. Legendär. Streichen wir diese Vorstellung schnell wieder aus unseren Gedanken und widmen uns wieder dem DFB-Pokal. Auf etwa 100.000 Euro wird sein Wert geschätzt, was den Pokal allerdings nicht unverwundbar macht: Nach dem Pokalendspiel 2002 krachte er zu Boden und war verbogen.

25 Jahre nach dem ersten Pokalsieg des FCK wollten die Verantwortlichen nicht länger auf den Pokal warten und haben sich seinen Zwillingsbruder ins FCK-Museum geholt. Die Silbermanufaktur Koch und Bergfeld Corpus in Bremen fertigte eine Replik des DFB-Pokals an, der nun im Museum zu bewundern ist. Ein echter Wonneproppen!

Konvolut der Handball-Abteilung

Kleiner als ein Fuß- oder Basketball ist dieses kleine rundliche Etwas. Findige Sportfans sehen auf dem ersten Blick, dass es sich um einen Handball handelt. Nicht nur die Größe entlarvt ihn, sondern auch die Spuren des Harzes, dass sich die Spieler auf die Finger kleben, damit der Ball daran besser haftet. Eventuell wäre das auch für einige Fußballer eine sinnvolle Maßnahme – natürlich für die Schuhe.

Mit Hilfe der von Günther Kämmer vermachten Objekte, Fotoreproduktionen, Literatur, seinen eigenen Angaben und Erzählungen sowie den sicher noch folgenden Informationen unserer FCK-Handballer, wollen wir sukzessiv die Geschichte der Handball-Abteilung in Wort, Bild und Ding weiter aufdecken und festhalten. Ein Dank an Günther Kämmer, der es somit ermöglichte, zum ersten Mal Exponate dieser Abteilung ausstellen zu können.

Wir freuen uns über jegliche Objekte und Informationen, die die lebendige die Geschichte der FCK-Handballer dokumentieren.

Standort: In der Fahnenwand hinter Glas
Schenkung: Günther Kämmer; Kaiserslautern

Aufwärmpulli Stefan Kuntz

Sponsor: Oki. Ausstatter: Erima / Möwe Sport. Getragen u. a. vor dem Pokalsieg 1990.

Hach, diese 1990er Jahre. Zuerst entwickelten sich (warum auch immer) Flanellhemden zum modischen Renner, Techno wummerte aus immer mehr Boxen und Tattoos wurden gesellschaftlich anerkannt. Und Stefan Kuntz? Trug weder ein Tattoo, vielleicht mal ein Flanellhemd und vielleicht hörte der heutige Vorstandsvorsitzende auch mal Techno im Auto, aber keiner der 90er-Trends kann mit diesem formschönen Aufwärmpulli mithalten, der einen FCK-Fan schon beim Ansehen aufwärmt. Kuntz selbst hat dieses gute Stück dankenswerterweise dem FCK-Museum zur Verfügung gestellt. Hach.

Standort: Trikotboxen. Obere Trikotreihe
Schenkung Stefan Kuntz; Vereinshistorische Sammlungen des FCK; Kaiserslautern

Fragment einer „Betze“ - Eintrittskarte für einen Jugend - Stehplatz aus der NS-Zeit; entwertet.

Vor kurzem gelangte die bisher älteste Eintrittskarte in das entstehende Vereins-Archiv: Dem geschulten Blick des Stadtarchivars Martin Klemenz entging dieses winzige Fragment der FCK-Geschichte aus der NS-Zeit nicht. Kaum gesichtet schenkte er sie dem FCK-Museum im Aufau. Auf der Karte sind Reichsadler und Hakenkreuz zu erkennen. Der Eintritt galt für einen „Stehplatz Jugend“ und kostete zwanzig Pfennig bzw. 0,20 "RM" (Reichsmark). Der Betrag enthielt den sogenannten „Sportgroschen“. Produziert wurde die Karte in der Druckerei Hornberger in Waldfischbach.

Die FCK-Geschichte der NS-Zeit wurde von dem national und international renommierten Historiker Dr. Markward Herzog in einer langjährigen Studie „Der Betze unterm Hakenkreuz“ umfassend erforscht.

Zusätzliche Erinnerungen und Objekte aus Kindheit und Jugend, die die Aktivitäten des Vereins für Kinder und Jugendliche in dieser Zeit dokumentieren, würden uns helfen, weitere Facetten dieser Phase der FCK-Geschichte zu beleuchten.

Außerdem bitten wir um Mithilfe bei den folgenden Fragen: Wer kann Angaben zur genauen Datierung der Karte machen, in welchem Zeitraum wurde sie verkauft. Wer kann sich an Spiele, Spieler, den Spielbetrieb in dieser Zeit erinnern und/oder uns sonstige Informationen hierzu geben.

Standort: Vitrine Phase WK I und WK II / NS-Zeit
Schenkung Martin Klemenz; Kaiserslautern

Sammelbilder Deutsche Meisterschaft 1953

Schon zu Fritz Walters Zeiten brachte der Fußball actionreiche Sammelbilder hervor. Besonders eindrücklich ist diese Sammelserie, die das Endspiel der deutschen Meisterschaft von 1953 dokumentiert. Werner Liebrich im Zweikampf, Willi Hölz bei einer Parade oder zahlreiche andere Szenen des Spiels, das der 1. FC Kaiserslautern 4:1 gewann, sind darauf zu sehen. Anders wie die bekannten Panini-Bildchen waren diese Bilder allerdings ein geschickter Schachzug der Zigarrenindustrie: Neun verschiedene Zigarrenmarken „verschenkten“ beim Kauf Gutscheine für die begehrten Sammelbilder der Firma Austria-Spielwerke. Wie gut, dass unsere FCK-Spieler in den Endspielen genug Puste hatten.

Fritz Fuchs, langjähriger FCK-Erfolgsspieler schenkte uns seine hochwertigen Sammelbilder.

In den 50-Jahren gab es keine Vorbehalte, Sport und Rauchen miteinander zu verbinden: Die Werbung stufte das Rauchen gar als „gesund“ ein. Wer in den 50er Jahren (viel) rauchte, wurde belohnt u. a. mit den genannten Sammelbildern: Gegen Vorlage u. a. der Austria-Bildwerk-Gutscheine, die sich in den Zigarettenpackungen den entsprechenden Marken befanden, erhielt man Sammelbilder unterschiedlichster Serien und Themen.

In unserer Ausstellung belegen weitere Objekte dieses damalige Phänomen: Im Nachlass von Fritz Walter fanden sich zwei Zigarettenspender in Form eines Fußballs, die er anlässlich der Deutschen Meisterschaft 1953 sowie der WM 1954 inklusive Feuerzeug erhielt. Die obere Hälfte des Balls lässt sich mechanisch anheben. In der unteren Hälfte entfaltet sich ein „Strauß“ Zigaretten zur leichteren Entnahme der „Glimmstängel“.

Die Firma Landewyck-Tabak warb lange Jahre im Betzenberg-Stadion für röstfrischen Tabakgenuss. Wer kann genaue Angaben über den Zeitraum der installierten Werbung machen? Lagert ggf. noch ein Teil der Werbung in einem Keller?

1.FCK : VFB Stuttgart am 21.6.1953.
Austria Bildwerk König Fußball (Folge 1). Reproduktionen
Standort: Auf der rechten Seite der Box der Deutschen Meisterschaft 1953
Schenkung Fritz Fuchs; Kaiserslautern; Vereinshistorische Sammlungen des FCK; Kaiserslautern

Trauerbinde, getragen zu Ehren Wolfram Wuttkes

„Welche Hobbys haben Sie?“, wurde Wolfram Wuttke einmal von einem Zeitungsleser gefragt – Wuttkes Antwort: „Tennis, Musik – und Faulenzen.“ Die Zeitung legte eine weitere Leserfrage nach: „Warum spielen Sie so oft mit dem Außenrist?“ Wuttke: „Weil's meine Spezialität ist.“ Doofe Fragen – prägnante Antworten! So war er, der Wolfram „Wutti“ Wuttke. Von 1985 bis 1989 zauberte er mit seinem Außenrist für den 1. FC Kaiserslautern und gilt als einer der genialsten Spielmacher der 1980er Jahre – aber auch als Enfant Terrible.

In der Pfalz erlebte er seine erfolgreichste Zeit, auch die FCK-Trainer wie Hannes Bongarz wussten, wie sie mit Wutti umzugehen hatten. „Wenn ich in Kaiserslautern mit schlechter Laune ins Training kam, sagte Bongartz: ‚Schieß ein paar Bälle aufs Tor, und lass dich dann massieren‘“. Am 1. März 2015 ist Wolfram Wuttke leider verstorben. Er wurde nur 53 Jahre alt. Zu seinen Ehren trugen die Spieler des FCK am 3. März im DFB-Pokalhalbfinale gegen Bayer Leverkusen eine Trauerbinde, die im FCK-Museum in einer Box zusammen mit Albert-Dusch-Box zu finden ist.

Standort: Box Albert Dusch

Die Trauerbinde befindet sich z. Zt. in der Box mit Objekten aus dem Nachlass des aus Lautern stammenden internationalen FIFA-Schiedsrichters Albert Dusch. Für die freundlichen Leihgaben bedanken wir uns bei Familie Dusch an dieser Stelle herzlich. Auch wenn sich der Spieler Wuttke und der Schiedsrichter Dusch zu Lebzeiten und in der Realität wahrscheinlich so nicht begegnet sind, wollten wir wissen, wie ein solches Aufeinandertreffen hätte verlaufen können. Hans Walter von der Initiative Leidenschaft, selbst ehemaliger Schiedsrichter, erlebte Dusch wie Wuttke in vielen Situationen und entwickelte aus seinen Beobachtungen folgenden Dialog:

Dialog Albert Dusch - Wolfram Wuttke

„„Wuttke: „Herr Schiedsrichter, das war doch niemals Abseits!“
Dusch: „Es war e Sach´ vun Millimeter - awwer es war Abseits!“
Wuttke: „Und Sie haben auch nicht gesehen, dass mich der Dingskirchner geschlagen hat!“
Dusch:“Ach was - geschlagen! Däs war doch nore e bissje geschmäächelt.“
Wuttke:“Können Sie denn nie einmal zugeben, dass Sie sich geirrt haben?“
Dusch:“Ich geh´ de gerade Weg. Es gäbt nor ä Weg, un das is der gerade Weg!“
Wuttke:“Aber Ihr Linienrichter winkt die Einwürfe immer für Grün - Weiß!“
Dusch:“ Lossen Se denne Mann in Friede, der winkt, was er sieht.“
Wuttke:“Der? Der scheißt sich ja vor sich selbst in die Hose!“
Dusch:“Mäßigen Sie sich - ich glaab, Sie ware geschtern zu lang uff em Derkemer Worschtmarkt!“
Wuttke:“Wurstmarkt? Ich bin Biertrinker und gehe nicht auf Weinfeste. Sind Sie vielleicht auch so ein militanter Asket?“
Dusch: „Mit dänne han ich nix ze due, ich bin prodeschdandisch.“
Wuttke: „Der Elfmeter, den Sie in der ersten Halbzeit gegen uns gepfiffen haben, der war aber viel zu hart!“
Dusch:“Ich saa Ihne klar und klipp: bei me Foul im Strafraum, do gäbts kää Hadde und kää Wääche, do werd getrillert un de Ball kummt uf de Dubbe!“
Wuttke: „Also, ich sehe schon: Sie sind unfehlbar und haben immer Recht!“
Dusch: „Tja, meer Schiedsrichter peifen hoch.“ Wuttke: „Hoch?“
Dusch:“Ja, in der Presse war zu lese: "Unsere Schiedsrichter pfeifen auf hohem Ni - ve - au."
Wuttke: „Wenn das stimmt, laufe ich barfuß von Hamburg nach Ahrensburg.““
Hans Walter; Kaiserslautern

Spielführerbinde Stefan Kuntz-Kapitänsbinde, 1990er Jahre

Diese Kapitänsbinde aus einem Mischgewebe musste elastisch sein. Denn wenn Stürmer Stefan Kuntz ein Tor erzielte – und das kam glücklicherweise sehr oft vor – setzte er zur Säge an. Er kniete sich auf den Rasen und imitierte mit seinen Armen eine Säge. Naja, zumindest konnte man sie erahnen. Kuntz war sozusagen der Erfinder der Luftsäge. Und die Kapitänsbinde? Die wippte mit, dehnte sich aus und hielt stand. 75 Mal traf Kuntz für die Roten Teufel, nicht immer feierte er diese Treffer mit seiner legendären Geste, aber meistens mit einer Kapitänsbinde. Seit ein paar Wochen hat Stefan Kuntz dem FCK-Museum eine davon vermacht, nicht ausgeleiert.

Standort: Vitrine 1990er Jahre in unmittelbarer Nähe des 91-er-Meisterschaftsballs
Schenkung Stefan Kuntz; Vereinshistorische Sammlung des FCK; Kaiserslautern

 

 

Trikot Michael Schjønberg-Christensen

Wo fangen wir an? Beim 1:0-Siegtreffer gegen den FC Bayern München am ersten Spieltag der unfassbaren Meistersaison 1997/98 oder seinem gehaltenen Elfmeter gegen den SC Freiburg am 33. Spieltag der Saison 1999/2000? Der Däne Michael Schjønberg wechselte 1996 zum 1. FC Kaiserslautern und wurde schnell zu einem der Publikumslieblinge. Er spielte in der Innenverteidigung solide, war sich für keine Grätsche zu schade und war – wie bereits erwähnt – auch noch torgefährlich. Unvergessen bleibt sein Kopfballtreffer gegen die Bayern nach Flanke von Ciriaco Sforza am ersten Spieltag der Meistersaison 1997/98. Noch kurioser wurde es wenige Jahre später: Weil sich Torhüter Georg Koch und später auch Ersatzmann Uwe Gospodarek verletzten, musste Schjønberg zwischen die Pfosten und hielt kurz vor Schluss sogar noch einen Elfmeter gegen Aleksandre Iaschwilli. Wahnsinn! Heute hängt ein getragenes (und gewaschenes) Trikot des Dänen im FCK-Museum.

Standort: Trikotboxen untere Reihe
Vereinshistorische Sammlungen des FCK; Kaiserslautern

 

 

Ehrenteller aus dem Nachlass des FCK-Boxers Heinz Przewosnik

Den Teller erhielt er 1966 als Vizemeister anlässlich der Südwestdeutschen Boxmeisterschaft.

Man kennt das: Viele Trainer posaunen vor ihren Spielen gerne in die Mikrofone, dass sie am nächsten Spieltag eine „schlagkräftige Truppe“ auf den Platz schicken werden. Klappt aber nur meistens. Absolut schlagkräftig ist die Boxabteilung des FCK, die schon Rechtsausleger wie Karl Mildenberger hervorgebracht hat und die 1948 neugeründet wurde. Die Ursprünge der Abteilung der „Starken Männer“, so die Festschrift zum 50-jährigen Vereinsbestehen des FCK geht auf eine Gründung des FV-Kaiserslautern im Jahr 1919 zurück.

Mildenberger kämpfte 1966 gegen Muhammad Ali und schrammte nur knapp an einer Sensation vorbei – der Kampf wurde nach elf Runden abgebrochen. „Ich habe auf beiden Augen nichts mehr gesehen, deswegen war es schon gut, dass der Schiedsrichter den Kampf abgebrochen hat“, sagte Mildenberger Jahre später. Sehen können Besucher des FCK-Museums zahlreiche Exponate aus dem Nachlass des FCK-Boxers Emil Schulz. Der Ehrenteller von Heinz Przewosnik, den er im Rahmen der Südwestdeutschenmeisterschaft von 1966 erhielt, steht zusammen mit den Exponaten des befreundeten Boxer Schulz in einer Vitrine. Wir danken Ursula Schulz und Gerlinde Przewosnik, dass sie uns diese Erinnerungsstücke zur Verfügung stellen.

Standort: In der Vitrine des FCK-Boxers Emil Schulz.
Schenkung Gerlinde Przewosnik; Queidersbach; Vereinshistorische Sammlungen des FCK; Kaiserslautern

Zigarettenspitze mit handgemalter FCK-Spieler-Figur. 1954

U. U. handelt es sich um ein Geschenk an die Mannschaft des FCK anlässlich der Südwest-Meisterschaft 1954.

„Von 1947 bis 1957 wurde der FCK achtmal Südwestmeister, und achtmal übertraf er die 100-Tore-Marke. 1949/1950 waren es gar 157 Tore, Baßler und Ottmar Walter teilten sich die Krone des Torschützenkönigs mit je 45 Treffern. 1948/1949 schoss Baßler sagenhafte 54 Tore und stellte damit einen Oberliga-Rekord in Deutschland auf, der nie gebrochen wurde.“ Opens external link in new windowhttp://www.dfb.de/die-mannschaft/news-detail/spielort-kaiserslautern-der-grosse-fritz-und-seine-freunde-45755/

Hersteller und Spender dieser Gabe war wahrscheinlich die Firma „Hacifa“, die Hamburger Cigarren Handels Gesellschaft L. Wolff (GmbH & Co), die in Kaiserslautern einen Produktionsstandort hatte. Ungewiss ist, ob es eine lebende Vorlage für die auf der Zigarettenspitze dargestellte Spielerfigur gab.

In den 50er Jahren gab es eine enge Verbindung von Tabakwerbung, Rauchen und Fußball. Diese Tatsache erscheint uns heute sehr fragwürdig. Doch ist diese Phase der Fußball- sowie unserer eigenen Stadiongeschichte durch viele Fotos und Objekte in unserer Sammlung gut dokumentiert. Einige davon stellen wir in Kürze vor.

Wer hat Fotos vom Stadion aus dieser Zeit? Wer kann genauere Angaben zu diesem „Werbegeschenk“ machen und/oder bestätigen, dass es sich um den angegebenen Hersteller handelt?

Standort: Vitrine 1945 - 1953
Leihgabe Rolf Conrad; Vereinshistorische Sammlungen des FCK-Museums Kaiserslautern; Reproduktion

Erinnerungsstücke aus dem Nachlass des FCK-Spielers Willy Reitgaßl

„Herr Reitgaßl, was haben sie denn da in ihren Stutzen“, fragte der Schiedsrichter den ehemaligen Mittelfeldspieler des FCK. Reitgaßls Antwort: „Miniaturschuhe – das sieht man doch!“. So oder so ähnlich könnte es sich in den 1960er Jahren zugetragen haben. Vielleicht hat man auch erst viel später von Reitgaßls Gimmick erfahren. Von 1962 bis 1968 zog der gebürtige Landshuter die Stutzen für den FCK hoch und packte dabei immer ein Paar Miniaturschuhe als Glücksbringer hinein. Dank dieser Leihgabe von Florian Schwarz; Enkel des Spitzenspielers der ersten Stunde, erhalten FCK-Fans einen Einblick in das Fußballerleben des Ex-Betze-Spielers, der in 157 Spielen 48 Tore für die Roten Teufel erzielte.

Auswahl aus dem Nachlass von Willy Reitgassl: Wimpel, Fotos, Glücksbringer Miniaturschuhe; Sammlung Pins auf Nadelkissen
Leihgabe Florian Schwarz; Vereinshistorische Sammlungen des FCK, Kaiserslautern
Standort: Box rechts neben der Vitrine: 1955 – 1972

Telegramm des DFB an den FCK; 1963

Das Telegramm ist ein Schlüsselobjekt der Bundesligageschichte. Es dokumentiert die Aufnahme des FCK in die Bundesliga und belegt somit auch seine Gründungsmitgliedschaft im Jahr 1963.

Wäre die erste Bundesliga 2015 gegründet worden, der 1. FC Kaiserslautern hätte seine Mitgliedschaft vermutlich per Twitter mit dem Hashtag #wirsinddabei verkündet.

Mal abgesehen davon, dass die Roten Teufel derzeit gar nicht erstklassig spielen. Aber 1963? Da war Twitter noch nicht mal ausgedacht. Damals teilte man dies klassisch mit, beziehungsweise wurde auf klassische Weise über seine Teilnahme informiert. Mit diesem Telegramm, welches dem FCK-Museum vorliegt, erfuhr der FCK 1963, dass er nun offiziell zur neugegründeten ersten Bundesliga zählt – schade, dass nicht gleich eine „Unabsteigbar-Klausel“ mit gesendet wurde.

Standort: Vitrine 1955 - 1972
Reproduktion; Original übergeben von Hans Rottmüller an Hans Walter von der Initiative Leidenschaft Fritz-Walter-Museum e. V; Archiv des FCK; Kaiserslautern

Die Deutsche Meisterschaft 1955

Sonderpostwertzeichen ausgegeben anlässlich des Meisterschaftsendspiels 1955 und Eintrittskarte zum Spiel im Niedersachsen-Stadion in Hannover Audio- oder visuelle Guides braucht es nicht, wenn man auf diese Eintrittskarte blickt. Die Menge tobt, die Sonne scheint und die Tore fallen. Am 25. Juni 1955 fand das Endspiel um die deutsche Fußballmeisterschaft zwischen Rot-Weiß Essen und dem 1. FC Kaiserslautern statt. Und fast hätte die Walter-Elf einen erneuten Titel gegen die Mannschaft von Weltmeister Helmut Rahn eingesammelt. Willi Wenzel wemste den FCK in der elften Minute in Front – Essens Franz Islacker egalisierte nach 18 Minuten. Der FCK war baff und Johannes Röhrig (27.) sowie Franz Islacker (43.) erzielten die 3:1-Pausenführung für Rot-Weiß. Nach der Pause kam der Betze nach den Treffern von Willi Wenzel (56.) und Werner Baßler (72./Elfmeter) sogar noch zum Ausgleich, doch Franz Islacker krönte seine Leistung und schoss Rot-Weiß Essen fünf Minuten vor dem Ende zur Meisterschaft. Wer kann Angaben zum Sammelbild rechts daneben stehend machen? Um welches Spiel in Köln handelt es sich hier?

Standort: Glasvitrine 1955 - 1972
Eintrittskarte: Reproduktionen; Schenkung o.A.; Archiv des FCK; Kaiserslautern Sonderpostkarte: Schenkung Norbert Rock; Dransfeld; Archiv des FCK; Kaiserslautern

Torwarthandschuhe von Tobias Sippel

Eigentlich ist Tobias Sippel Bäcker – zumindest hat er das im heimischen Betrieb bei Vater Reiner in Bad Dürkheim gelernt. Seine Brötchen verdient der ehemalige FCK-Torhüter heute allerdings bei Borussia Mönchengladbach. Dabei sah es lange nach einer ewigen Betze-Karriere für Sippel aus, der unter Torwarttrainer Gerry Ehrmann zu einem starken Keeper reifte. 2015 entschied sich der 27-Jährige nach zwölf Jahren beim 1. FC Kaiserslautern für die neue Herausforderung in der Bundesliga.

Dem FCK-Museum bleibt es „Sibbelsche“ weiterhin u. a. in Form seiner getragenen Handschuhe erhalten. Außerdem bewahren wir in unserer Sammlung sein Abschiedstrikot, und eine signierte Armschiene auf, die er uns nach einem Erzählabend mit Ronny Hellström übergab. Dann zeigen wir noch eine eigene Sippel-Box mit einer Auswahl von Erinnerungsstücken seiner FCK-Zeit.

Torwarthandschuhe „Response“ von Tobias Sippel; matchworn; Kunststoff; Kunstfaser-Krepp. Um 2008. Hersteller: Adidas. Um 2008? Nach dem Spiel des FCK 2008 in Osnabrück von Tobias Sippel an den Leihgeber übergeben.

Standort: Trikot-Vitrine obere Reihe liegend unter den Trikots
Leihgabe Christian Brandhorst; Fanclub Rote Teufel Ammerland; Vereinshistorische Sammlungen des FCK-Museums Kaiserslautern

Karikaturenkarte der Walter-Mannschaft um 1950/51 des Zeichners „Paul“

Fritz Walter(1928 – 1958) und Ottmar Walter (1933 – 1941; 1946 – 1959); Werner Liebrich (1938 – 1965? ) und Ernst Liebrich (1938 – 1955); Werner Kohlmeyer (1941 – 1957); Günther Grewenig (1945 – 1950); Heinz Christmann (1945 – 1951); Heinz Klee (1947 – 1953); Werner Baßler (1930 – 1957); Rudolf Huppert (1946 – 1951); Torwart Willi Hölz (1947 – 1950; 1952 – 1961).

Wer hat weitere Karikaturen von diesen und anderen FCK-Spielern aus der Zeit der Walter-Elf? Außerdem suchen wir zu allen Spielern dieser Zeit sowie Fritz Walter als Trainer (1945 – 1949) und zu FCK-Erfolgstrainer Richard Schneider (1950 – 1961) weitere Fotos und Ausrüstungsgegenstände.

Standort: Vitrine Nachkriegszeit / 50er Jahre: bis 1953
Reproduktion. Karikaturenkarte, Original: Schenkung Dr. Klaus Schifferstein; Erftstadt; Vereinshistorische Sammlungen des FCK-Museums Kaiserslautern

FCK-Abteilung Leichtathletik: Konvolut Stabhochsprung

So hoch ist nicht mal Hans-Peter Briegel gesprungen! Mit einer persönlichen Bestleistung von vier Metern, die 1961 in Straßburg aufgestellt wurde, ist Hermann Thelen der beste Stabhochspringer, den der 1. FC Kaiserslautern jemals hatte. Untypisch für die damalige Zeit, wurde Thelen nach eigener Aussage im Kino von dieser eleganten wie schwierigen Sportart fasziniert.

In einer Box ist nun eine Auswahl von Objekten und Erinnerungen aus der Laufbahn des erfolgreichen Athleten zu sehen. Unter anderem lassen sich zahlreiche Medaillen bestaunen, jede Menge Fotos und einige Urkunden – alles dankenswerterweise von Hermann Thelen leihweise persönlich zur Verfügung gestellt. Übrigens: Die Wurzeln der Leichtathletik-Abteilung beim 1. FC Kaiserslautern führen in das Jahr 1909.

Standort: Mittelgang; Zweiter Abschnitt, linke Seite; 2. Box
Leihgaben Herrmann Thelen; Kaiserslautern Vereinshistorische Sammlungen des FCK; Kaiserslautern

Torwarthandschuhe Gerry Ehrmann

Ab und zu springen sie über Fahrräder, ab und zu – so munkelt man – verbringen sie viel Zeit im Kraftraum und meistens – das sieht man – bringen sie die Gegner mit ihren Glanzparaden zur Weißglut. Die Rede ist von Torhütern des 1. FC Kaiserslautern, die von Torwarttrainer Gerald „Gerry“ Ehrmann geschult wurden. Ehrmann, von 1984 bis 1998 (!) selbst Keeper des FCK, ist seit 1996 Torwarttrainer der Roten Teufel. Unter anderem durchflogen Tim Wiese, Roman Weidenfeller, Kevin Trapp oder Tobias Sippel „Gerrys Flugschule“ und sind heute gestandene Torhüter, Weltmeister oder Wrestler. Gerry Ehrmann hat dem FCK-Museum freundlicherweise seine Handschuhe nach dem Training geschenkt. Übrigens ist das Design passend zu Ehrmanns Tigertrikot aus den 1990ern gehalten. Rrr!

Standort: Trikotbox; obere Reihe unter den Trikots liegend
Schenkung Gerry Ehrmann; Vereinshistorische Sammlungen des FCK-Museums Kaiserslautern

Fußballschuhe aus den 1930er Jahren

Sieh mal einer an – diese Schuhe sind doch heute fast schon wieder modern. Zumindest, wenn man sich so manchen Modetrend aus den letzten Jahren ansieht und – ganz wichtig -wenn man die Stollen entfernt. Obwohl, genau betrachtet sind es gar keine Stollen, sondern „Balken“ oder Riemen, die einfach unter den Schuh genagelt wurden. Damit wurde in den 1930er Jahren Fußball gespielt.

Bei Regen konnten diese Schuhe mehr als 1,5 Kilogramm wiegen – pro Fuß wohlgemerkt. Darüber können Mesut Özil, Mario Götze und Co. heute nur müde lächeln: Ihre Schuhe wiegen im Schnitt etwa 250 Gramm, sind dafür aber nicht so schön. Im FCK-Museum sind diese nostalgischen Treter in die Fußballschuh- und Fußballchronologie integriert. Getragen wurden sie von Peter Schuster im Einsatz für den TuS Lachen - Speyerdorf von 1929 bis1933. Wer kann Angaben zu diesem Exemplar machen oder uns weitere frühe Fußballschuhe aus der Region zur Verfügung stellen?

Standort: In der Sammlung J. Schmidt;. Linke Seite, untere Reihe, erstes Paar rechts:
Leihgabe Bernhard Sauter; Lachen-Speyerdorf, der sie von seinem Großvater Peter Schuster erbte und uns zur Verfügung stellte. Vereinshistorische Sammlungen des FCK; Kaiserslautern

FCK-Portugiesen

Ist das die zweite Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern, die da mit FCK-Trikots in der Kreisliga auftrumpft? Von wegen! Seit 1966 gibt es beim FCK die Abteilung „1. FCK-Portugiesen“, die als eigenständiges Team antritt. Etwa 1.000 Portugiesen leben in Kaiserslautern, damit gehören die Menschen zur drittgrößten Migrantengruppe der Stadt. Im letzten Jahr ist die Mannschaft nur knapp am Aufstieg in die A-Klasse gescheitert. Die Abteilung stellte uns ein schwarz-gelbes Trikot sowie ihren Wimpel zur Verfügung, wofür wir herzlich danken. Beide Objekte sind nun in der laufenden Ausstellung zu sehen.

Standort: Rechte Trikotwand in der Sammlung Peter Glöckner untere Reihe rechts außen
Leihgaben: Wimpel und Trikot; Portugiesische Fußball-Abteilung des FCK

Trikot von Mathias Abel; DFB-Pokal 2012

Es ist Samstag, der 13. November 2012 kurz nach 17 Uhr – der 1. FC Kaiserslautern liegt 2:3 gegen den VfB Stuttgart zurück. Die Niederlage scheint besiegelt. Doch dann kam Abel. In der 78. Minute schraubte sich der Innenverteidiger hoch und köpfte nach einem Freistoß den 3:3-Ausgleich. Das Stadion bebte und Mathias Abel tauchte in den Jubel vor der Westkurve ein. Heute sitzt der gebürtige Kaiserslauterer Abel im Aufsichtsrat seines Heimatvereins und sein von der Mannschaft signiertes Trikot aus dem Jahre 2012 hängt im FCK-Museum.

Standort: Trikotwand rechts; untere Reihe Mitte
Leihgabe: Jürgen Götze, Ingelheim

 

 

Trikot-Klaus-Topmöller

Viele Tore, starke Frisur – genau diese Dinge zeichneten einen der besten FCK-Stürmer aller Zeiten aus. 108 Tore in 204 Spielen hat Klaus Topmöller (unter anderem auch mit seiner Lockenpracht) für den 1. FC Kaiserslautern erzielt, was den gebürtigen Rivenicher zum Rekordtorschützen des FCK macht. Toppmöller kickte von 1972 bis 1980 für die Roten Teufel und war unter anderem daran beteiligt, als der FCK die Bayern mit 7:4 aus dem Stadion schoss. An der Trikotwand, neben den Trikots anderer FCK-Legenden wie Hans-Peter Briegel oder Mathias Abel, hängt heute dank einer freundlichen Leihgabe ein Trikot des Rekordtorjägers aus der Saison 1978/79.

Standort: Trikotwand rechts; untere Reihe rechts außen
Leihgabe: Jürgen Götze; Ingelheim

Miniaturball „Pokalsieger 1981“

Vor jedem Finale tüfteln die Marketingabteilungen der Vereine über das Design des
Siegershirts, überlegen sich pfiffige Sprüche oder grandiose Grafiken, die die Spieler im Falle des Triumphes in die Höhe strecken. Aber was passiert eigentlich, wenn die eigene Mannschaft verliert? Was passiert dann mit den im Voraus produzierten Produkten? Meistens verschwinden sie klammheimlich in irgendeiner dunklen Kammer – spurlos. Nicht so 1981! Der ehemalige FCK-Präsident Udo Sopp (von 1981 bis 1985) hat dem FCK-Museums einen Mini-Fußball vom DFB-Pokalfinale 1981 geschenkt. Aufschrift: „Pokalsieger!“ Tja, schön wär’s gewesen.

Standort: Box 1980er Jahre
Schenkung: Udo Sopp; Kaiserslautern

Martin-Wagner-Trikot

Von diesem Tor träumt der ehemalige Torhüter Claus Reitmaier sicher noch heute. Am 25. Mai 1996 drosch FCK-Spieler Martin Wagner im DFB-Pokalfinale gegen den Karlsruher SC den Ball durch die Mauer und die Hosenträger des Karlsruher Keepers. Das Ergebnis ist bekannt: Der 1. FC Kaiserslautern gewann 1:0 und den Pokal. Nur wenige Tage zuvor war der FCK erstmals in seiner Geschichte aus der Bundesliga abgestiegen dieser Sieg war Balsam für die Seelen der FCK-Fans. Heute hängt das Originaltrikot von Martin Wagner in der Ausstellung. Ein Jahr später stieg der FCK wieder in die Bundesliga auf und wurde direkt Deutscher Meister. „Der Pokalsieg war dann der Grund, dass man die Mannschaft auch in der 2. Bundesliga zusammengehalten hat. Der Abstieg war unser Fehler, und den wollten wir auch wieder ausbügeln. Ich merke noch heute, wenn ich ins Stadion gehe, dass die Fans immer noch dankbar dafür sind, dass wir sie vom Tal der Tränen wieder zurück in den Sonnenschein geführt haben“, erinnert sich Martin Wagner.

Standort: Linke Trikotwand in der Sammlung Peter Glöckner; Kaiserslautern
Leihgabe: Trikot Martin Wagner / Florian Gehrke

Stiller Star aus Plüsch: „Betze Jupp“ - Ein Leben für den FCK

Auch wenn der Einfluss von Maskottchen auf den Spielausgang nicht berechenbar ist, die Geschichte des FCK sähe ohne seine Glücksbringer anders aus. Wie, ist schwer zu sagen, aber eines steht fest: Wären sie alle im FCK-Museum versammelt, gäbe es ziemlich viel zu berichten.

Der Löwe World Cup Willie war 1966 anlässlich der WM in England die erste Merchandising-Figur einer internationalen Fußballbegegnung. Geißbock Hennes vom 1. FC Köln, seit 1950 im Einsatz, ist das Dienstälteste unter den deutschen Fußballmaskottchen. Seit der Saison 2006/07 wurde Attila, der lebende Steinadler, offizielles Maskottchen der Eintracht Frankfurt. Auch unser TEUFELSBANDE-Maskottchen Betzi ist Kult. 2011 sicherte er sich bei der ersten Maskottchenmeisterschaft im ZDF-Fernsehgarten den ersten Platz.

Unser hier vorgestelltes Fundstück, der „Betze Jupp“, ist ebenso Bestandteil der lebendigen FCK-Geschichte. Auch wenn sein Einsatz vorwiegend hinter Maschen und an Pfosten stattfand, hat er viel erlebt und ist weit gereist. Er und ein weiterer Kollege, den wir hier bald vorstellen, werden in Kürze hinter Glas in der Museumsausstellung ihren Platz beziehen. Ein großes Dankeschön, dass der „Betze Jupp“ ins Museum aufgenommen werden konnte, gebührt Karl-Werner Kaul. Der ehemalige Cheftrommler von den FCK-Freunden Waldböckelheim erzählt auch die Geschichte des Maskottchens:

„Betze Jupp wurde nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft 1991 in einem kleinen Geschäft am Stiftsplatz in Kaiserslautern, das zwei ältere Damen führten, gekauft. Die Damen hatten auch noch drei bis vier gleichgroße Teufel, doch Jupp war der beste! Nach meinem Einstieg bei den Trommlern 1994 saß Jupp bei jedem Spiel am Torpfosten links von der Westkurve gesehen. Bei Wind und Wetter behütete der rote Plüschteufel das Tor von Gerry Ehrmann, Tim Wiese oder Tobias Sippel. Diesen Platz verteidigte er bis zum Ende meiner Trommlerzeit und danach hatte er seinen zweiten Stammplatz zu Hause bei mir auf dem Sofa. Unvergessen sind die vielen Auswärtsspiele, die er mit uns besuchte. Auch international war Jupp mit von der Partie. Hier und da wurde er sogar von einem Servicemann auf den Flughäfen herumgetragen. Ob Bundesliga, DFB-Pokal, selbst bei Champions-League-Spielen war Jupp zur Stelle. Ein Highlight war sicherlich sein Einsatz beim Gastspiel gegen die befreundeten Münchner Löwen, wo er auf dem alten Olympiastadion-Rasen Platz nehmen durfte. Für eine Fernsehreportage war er außerdem mit einem SAT.1-Kamerateam unterwegs. Als stummer Reporter fragte er nach der Bedeutung des FCK für die Region und die Folgen des Abstiegs 1996. Ebenso wie viele Fans der FCK- Freunde Waldböckelheim bekam auch Jupp eine schwarze Leder-Fankutte an. FCK-Spieler, die Woche für Woche mit ihm auf dem Rasen standen, ließen sich mit Jupp ablichten. So zum Beispiel der ehemalige FCK-Stürmer Boubacar Sanogo auf einem der vielen Fanregionstreffen. Jetzt ist Jupp dort, wo er eigentlich hingehört, im FCK-Museum. Ein Stück Betze-Geschichte. Ich werde ihn so oft es geht im Museum besuchen.“

Wenn auch Ihr ein ähnliches Stück Betze-Geschichte besitzt, welches einen Platz in der Museumssammlung verdient hätte, könnt Ihr Euch jederzeit bei uns melden. Das Museumsteam sucht nach weiteren persönlichen Glücksbringern von Spielern und Fans, aber auch nach Euren eigenen, vielleicht selbstgemachten Dingen, die Glück brachten oder Euch auf Spielen begleiteten.

Wirtschaftlich, Politisch, Sportlich - Freundschaftsspiele im Laufe der Zeit

Die Anlässe zur Durchführung von Freundschaftsspielen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten gewandelt. Klaus Westrich beleuchtet für uns diese Thematik, die natürlich auch im Museum des 1. FC Kaiserslautern ihren Platz hat. So finden sich in der Museumssammlung zahlreiche Erinnerungsstücke an Freundschaftsspiele der Roten Teufel, von Eintrittskarten und Programmheften, über Gastgeschenke bis hin zu den Wimpeln der Gegner – wie zum Beispiel dem von Borussia Dortmund aus dem Test in dieser Wintervorbereitung.

10. August 1958. Der 1. FC Kaiserslautern gastiert zum Freundschaftsspiel im Städtchen Zons am Niederrhein. Als Gastgeschenk erhält Fritz Walter eine Radierung des bekannten Niederrheinmalers Theo Blum überreicht (die Radierung stammt aus dem Nachlass von Torwartlegende Willi Hölz und bereichert heute die vereinshistorische Sammlung. Unser herzlicher Dank geht an Gertrud Hölz, die uns das wertvolle Erinnerungsstück schenkte). Die Gemeinde steht Kopf. Nie zuvor hatte eine Sportveranstaltung in der Geschichte des Kreises bisher eine größere Resonanz hervor gerufen als diese Veranstaltung des FC Zons. Das Ergebnis des Spiels, der FCK gewann 5:0, war eigentlich nebensächlich. Viel wichtiger war für die Zuschauer, ihre Idole einmal aus der Nähe sehen zu können. Die damalige Oberliga Südwest war für die Leute am Niederrhein weit weg. Die Namen der Kaiserslauterer Spieler kannte man nur aus Zeitungsberichten und Radioübertragungen. Auch Fernsehgeräte waren eher noch selten.

Freundschaftsspiele hatten daher einen ganz anderen Stellenwert und eine andere Bedeutung als dies heute der Fall ist. In den ersten Jahren nach dem Krieg nutzten die Spitzenmannschaften ihren Bekanntheitsgrad und trugen Freundschaftsspiele u.a. dort aus, wo man ihren Auftritt, in Anbetracht der damaligen katastrophalen Versorgungslage, mit Naturalien entlohnte. So spielte der FCK in Gelsenkirchen-Horst für Kohlen, in Herxheim für Tabak oder in Alzey für Kartoffeln.

Auch wenige Jahre später war man aus wirtschaftlichen Überlegungen heraus gezwungen, während und insbesondere nach Ende der Punktspielrunde auf teilweise außerordentlich strapaziöse Freundschaftsspielreisen zu gehen. In der Saison 1951 / 52 z. B., als der FCK es wider Erwarten nicht geschafft hatte, Südwestmeister zu werden und damit auch die Einnahmen aus den lukrativen Spielen um die Deutsche Meisterschaft ausfielen, schlossen sich nach Abschluss einer ohnehin schon kräftezehrenden Punktspielrunde noch siebzehn (!) Freundschaftsspiele an.

Manchmal wurden aber auch Freundschaftsspiele ausgetragen, die durchaus politisch motiviert waren. Beispielsweise am 30. Oktober 1949, als es am Betzenberg erstmals wieder nach dem Krieg zu einem internationalen Spiel gegen die französische Profimannschaft von AS St. Etienne kam. In einem Grußwort im zweisprachig gedruckten Stadionprogramm stellte der damalige Kaiserslauterer Oberbürgermeister Alex Müller fest, dass die Sportler mit diesem Spiel einen Weg zur Versöhnung und Befriedung der beiden Völker beschreiten wollen und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass dieser Anfang weitere Kreise ziehen möge und damit zur Befriedung ganz Europas beitrage. Neben 19.000 Zuschauern, unter ihnen mehrere tausend hier stationierter französischer Soldaten, wohnten dem Spiel auch die gesamte deutsche regionale politische Prominenz sowie hohe französische Militärs bei.

Wenige Tage zuvor trat der FCK in einem Freundschaftsspiel im Stadion Kieselhumes beim 1. FC Saarbrücken an. Damals war das Saarland wirtschaftlich und zollpolitisch mit Frankreich vereint und sein künftiger politischer Status ebenso unbestimmt wie heftig umstritten. Die Einreise an den Grenzen des Saarlandes war bürokratisch und oftmals schikanös. Zwei Jahre zuvor waren auf Betreiben der französischen Behörden die in der Nord-Zonenliga (später Oberliga Südwest) spielenden saarländischen Vereine aus dem Spielbetrieb genommen und Spiele gegen bundesdeutsche Mannschaften verboten worden.

Nun strömten zu einem Freundschaftsspiel, bei dem erstmals dieses unsinnige Verbot wieder gelockert wurde, an einem Mittwochnachmittag über 30.000 Menschen ins Stadion und bescherten der Stadt einen Zuschauerrekord. Darunter aber auch viele, die weniger das Fußballspiel interessierte, sondern die mit ihrer Anwesenheit ihre Verbundenheit mit dem abgetrennten Deutschland demonstrieren wollten. So wurde der FCK von den Saarländern während des gesamten Spiels außergewöhnlich frenetisch gefeiert. Nach dem 5:3-Sieg des FCK wurden die Pfälzer Spieler von den Saarländern auf den Schultern aus dem Stadion getragen.

Ähnliches widerfuhr dem FCK am 6. Oktober 1956 beim Freundschaftsspiel gegen den damaligen Meister der DDR Wismut Karl-Marx-Stadt. 110.000 Zuschauer waren ins Leipziger Zentralstadion nicht nur wegen des Sports gekommen. Mit ihrer Anwesenheit wollten sie auch dem Wunsch und ihrer Hoffnung nach Annäherung im Verhältnis der beiden deutschen Staaten Ausdruck verleihen und für Lockerung und Öffnung der deutsch / deutschen Grenze demonstrieren. Sie taten dies, indem sie die Mannschaft des FCK bei jeder Aktion über Gebühr bejubelten und unterstützten. Die Organe der DDR-Staatssicherheit hatten panische Angst davor, dass die Geschehnisse außer Kontrolle geraten könnten. Dass sie letztlich an diesem Tag ein von beiden Seiten hervorragend geführtes Fußballspiel sahen und Zeuge des von Fritz Walter mit der Hacke erzielten "Jahrhundert-Tores" wurden, gab diesem Spiel sein besonderes Gepräge.

Im Laufe der Zeit hat sich die Motivation für Fußballfreundschaftsspiele sehr verändert, heute werden sie überwiegend zur Feststellung des jeweiligen Leistungsstandes ausgetragen. Interessante Gegner vorausgesetzt, erfreuen sie sich aber nach wie vor großer Beliebtheit bei den Fans. Das bewies auch wieder das Freundschaftsspiel gegen Borussia Dortmund, gut 34.000 Zuschauer waren bei der Partie auf dem Betzenberg zu Gast.

Im Laufe der Zeit – Fußballschuhe der Roten Teufel

Im Museum des 1. FC Kaiserslautern gibt es inzwischen eine Vielzahl von Sammlungsstücken, die jeden Besucher in alten Zeiten schwelgen lassen. Sie dokumentieren einerseits die Entwicklung des FCK, viele verdeutlichen aber auch die Geschichte des Fußballsports allgemein. So kann man beim Betrachten der unterschiedlichsten Spielerausstattungen und Ausrüstungsgegenstände eine spannende Reise durch die FCK-Zeit erleben. Ein Beispiel hierfür sind die Fußballschuhe von Otto Render, der 1953 mit dem FCK  Deutscher Meister wurde.

Die Ausrüstung der Roten Teufel hat sich seit der Gründung des Vereins im Jahre 1900 deutlich weiterentwickelt. An kaum einem Ausrüstungsgegenstand lässt sich die technische Evolution des Fußballs so gut nachvollziehen wie an Fußballschuhen. Haben die Sportartikelhersteller in den vergangen Jahrzehnten doch sehr viel Entwicklungsarbeit in die Fußbekleidung der Kicker investiert, so dass heutzutage auf dem Platz federleichte Schuhe aus High-Tech-Materialien zum Einsatz kommen und in allen möglichen Farben zur Schau getragen werden. Dass dies nicht immer der Fall war, zeigen beispielsweise die Schuhe von Otto Render, die dieser in den 50er-Jahren trug. Das Modell des Herstellers Puma mit Schraubstollen in Größe 43 ist u.a. aus den Materialien Leder, Kunststoff und Metall gefertigt und erinnert mehr an Stiefel als an heutige Fußballtreter. Die Schnürsenkel wurden zu Zeiten der Walter-Elf noch durch zusätzliche Ösen oberhalb des Knöchels und der Ferse geführt und aufgrund der Länge mehrfach um den gesamten Spann gewickelt. Auch das Gewicht der Schuhe war damals noch deutlich höher als dies heute der Fall ist. So konnten beispielsweise die Fußballschuhe der Ungarn mit genagelten Stollen im Endspiel der Weltmeisterschaft 1954 bei Regen bis zu 1,5 Kilo wiegen. Heutige Schuhe dagegen wiegen lediglich um die 250 Gramm. Das Gewicht des Schuhs von Otto Render, der aus seiner Endzeit bei den Roten Teufeln um 1957 stammt, liegt bei Regen irgendwo dazwischen.

Otto Render konnte als Spieler mit den Roten Teufeln große Erfolge feiern, kam nach der Deutschen Meisterschaft 1951 vom Lokalrivalen VfR Kaiserslautern auf den Betzenberg und feierte mit der Walter-Elf die zweite Meisterschaft 1953. Insgesamt sieben Jahre blieb er beim FCK, ehe er seine Spielerkarriere bei den Sportfreunden Saarbrücken und dem SV Alsenborn, für den er anschließend als Trainer tätig war, ausklingen ließ. Am 11. April 1969 kam Otto Render bei der Heimfahrt vom Training mit seinem Wagen von der regennassen Fahrbahn ab und verunglückte tragischerweise tödlich. Er war damit im Alter von nur 43 Jahren das erste Mitglied der Walter-Elf, das aus dem Leben schied.

Jakob Christmann, der die Schuhe vom Sohn Otto Renders, Achim Render, zur Verfügung gestellt bekam, hat diese nun dem FCK-Museum übergeben. Für die vereinshistorische Sammlung des FCK stellt diese Schenkung einen Glücksfall dar, da sie bisher ohne Originalschuh eines FCK-Spielers aus den 50er Jahren war. Beiden ist somit ein herzliches Dankeschön auszusprechen.

Das Museumsteam freut sich auch in Zukunft über viele weitere, möglichst von FCK-Spielern getragene, Fußballschuhe sowohl aus beiden Vorkriegs-, wie aus den Nachkriegszeiten bis in die 60er Jahre – egal in welchem Zustand. Aber auch alle weiteren Fußballschuhe aus allen Zeitperioden sowie Kinderfußballschuhe oder auch zu Fußballschuhen umfunktionierte Straßenschuhe würden die Museumssammlung sinnvoll ergänzen.

Erinnerung an das legendärste Tor Fritz Walters

Der gestartete Sammelaufruf nach Schätzen und Erinnerungen der Fans war und ist ein großer Erfolg – alle können sehen, wie unser Museum wächst. Dank der tollen Unterstützung aller Fans und Helfer werden auch das Museumsarchiv und die vereinshistorische Sammlung stetig größer. In Zukunft möchten wir Ihnen daher nun regelmäßig einige dieser Fundstücke vorstellen, die dem Museum als Leihgaben oder Schenkungen übergeben wurden. Den Beginn machen hierbei die Erinnerungsstücke an das legendäre Hacktentor von Fritz Walter.

Am 06. Oktober 1956 entstand im Leipziger Zentralstadion eines der wahrscheinlich unschärfsten Fotos von einem der spektakulärsten Tore der deutschen Fußballgeschichte: Fritz Walter schoss vor ca. 120.000 Zuschauern ein mit seinem Hackentrick einen als „Jahrhunderttor“ bekannt gewordenen Treffer. Was blieb von diesem nicht nur fußballhistorischen Ereignis? Zuerst natürlich die Erzählungen Fritz Walters. Im Lauf des Sammlungsaufbaus des Museums fügten sich die eintreffenden Leihgaben, Schenkungen, ein Fund aus eigenem Bestand, Spieler- und Zeitzeugenberichte aber auch Recherchen unserer forschenden Vereinsmitglieder zu einem immer dichteren Bild zusammen. Ein großer Glücksfall für unser kollektives Vereinsgedächtnis.

Mittlerweile kann das Museumsteam auf mehr als zehn Objekte, Dokumente, Fotos, Archivalien und Zeitzeugenberichte zurückgreifen, die fast alle bereits in der Museumsausstellung zu sehen sind. Zu den unterschiedlichen Raritäten, die an die Begegnung mit dem damals amtierenden DDR-Meister SC Wismut Karl-Marx-Stadt in Leipzig erinnern, gehören unter anderem vier Eintrittskarten der Begegnung im Zentralstadion und das Erinnerungsgeschenk an die Mannschaft, das jeder der Spieler damals erhielt,: ein Holzwappen mit Bergmannshämmern und Miniaturgrubenlampe. Auch die Spielankündigung mit den Worten „Sportler! Kämpft für den Frieden und die Einheit unseres deutschen Vaterlandes!“ bezeugt nicht nur den sportlichen Wert der Partie, den es im Nachhinein vor allem durch das legendäre Tor bekam, sondern vor allem auch die gesellschaftliche und politische Bedeutung des Aufeinandertreffens der west- und ostdeutschen Spitzenteams.

Das Stadionprogramm des Spiels, das damals 10 Pfennig (Ost) kostete, ermöglicht ebenfalls einen detaillierten Rückschluss auf die Wichtigkeit der Begegnung. Das Grußwort ist ein Meisterstück sportdiplomatischer Formulierungen und fairer sportlicher Einschätzungen. Es vermittelt die Hoffnung, dass dieses sportliche Ereignis Ost und West einander näher bringen möge: „Der 1. FCK gibt uns die Garantie, einen hochklassigen Fußball bewundern zu können.“

Neben den historischen Dokumenten vom Spiel direkt gibt es im Museum auch Erinnerungsstücke zu bewundern, die das Bild des Tores, von dem es leider keine bewegten Bilder gibt, abrunden. So zeigt ein Foto der Familie Lutzi aus dem Nachlass der Walters, Fritz Walter beim Training des “Flugabsatzkicks” und beweist so, dass das Tor keinesfalls dem Zufall entsprang, sondern von Fritz und Ottmar Walter genau so einstudiert war, wie es letztendlich gefallen ist. Auch die ausführliche Fan-Forschung zur Torgeschichte von Klaus Westrich, einem ehemaligen Spieler, ehemaligem Mitglied im Ältestenrat und Vereinsmitglied seit über 50 Jahren, Presseberichte von Gerd Ahrens und weitere Sportberichte, die u. a. die Stimmung und damalige Atmosphäre wiedergeben, lassen das Jahrhunderttor auch noch 57 Jahre nach seiner Entstehung lebendig werden.

Ein ausdrücklicher Dank für die Erinnerungen an dieses außergewöhnliche Ereignis gilt all denen, die diese Objekte und ihre Recherchen dem Museum zur Verfügung stellten, insbesondere der Familie Lutzi, Rolf Conrad, Klaus Westrich, Werner Muth und Familie Faul, sowie Gerd Ahrens und Gerd Miksa, die sich auch beim Erzählabend im Museum 2012 an die unvergessliche Atmosphäre und die unglaubliche Begeisterung erinnerten.

24. August 1963: Das Abenteuer Bundesliga beginnt

Eines der Ziele des  FCK-Museums ist es, die komplette Geschichte des Vereins bestmöglich erlebbar zu machen. Von großer Bedeutung für den Verein sind demnach auch  die ersten Bundesliga-Jahre nach Gründung der deutschen Eliteliga in ihrer heutigen Form 1963. Bereichert wurde die Museumsammlung mit aufschlussreichen Dokumenten und Objekten dieser Phase aus dem Nachlass von Willy Reitgaßl.

Spannende Wochen gingen dem Start des 1. FC Kaiserslautern in die neu gegründete Fußball–Bundesliga voraus. Durch den souveränen Gewinn der Meisterschaft 1962/63 in der Oberliga Südwest hatte sich der FCK für die Aufnahme in die höchste Spielklasse qualifizieren können. Die Bauarbeiten auf dem Betzenberg liefen auf Hochtouren,  um das ehrwürdige Stadion in einen bundesligatauglichen Zustand zu versetzen. Die bisherigen West- und Ostkurven wurden abgetragen und durch neue Stehplatzkurven ersetzt. Die ehemalige Südtribüne musste ebenfalls einem Neubau weichen.

Um eine andere Baustelle hatte sich derweil Trainer Günter Brocker zu kümmern: Seine Mannschaft musste verstärkt werden. Mit Harald Braner, Willi Wrenger und dem Torhüter Horst-Dieter Strich konnten vielversprechende Kräfte gewonnen werden. Am 24. August 1963 war es dann soweit und der FCK hatte am sehnlichst erwarteten ersten Spieltag eine Auswärtsbegegnung in Frankfurt gegen die Eintracht. Mit einem 1:1 konnten die Roten Teufel direkt den ersten Punktgewinn ihrer Bundesliga-Geschichte einfahren. Das Abenteuer Bundesliga hatte somit vor 50 Jahren begonnen.

Aus dem Nachlass von Willy Reitgaßl, der von 1962 bis 1968 als Mittelfeldspieler für den FCK spielte und somit auch die ersten Bundesliga-Jahre der Roten Teufel mitgestaltete, finden sich nun in unseren Beständen wichtige Exponate.  Ein großer Dank geht an seinen Enkel Florian Schwarz, der den Nachlass seines Großvaters aufbewahrte und dem Museum als Leihgabe zur Verfügung stellt. Darin befinden sich  einige Raritäten. So  hob Willy Reitgaßl, „Mister Fairplay“, wie ihn die Presse nannte, jede Meldung und jedes Foto seiner Einsätze auf. Zudem sammelte er Wimpel und Nadeln, die er auf einem Kissen zusammensteckte. Ebenso aufbewahrt hat er seine Verträge und Unterlagen aus seiner Zeit beim FCK. Sie geben nicht nur über die Rahmenbedingungen zu Beginn der Bundesliga Auskunft, sondern vermitteln darüber hinaus das Selbstverständnis und den Führungsstil des Vereins sowie des DFB. Hierzu zählen unter anderem auch die Disziplinarordnungen des Präsidiums und Verwaltungsrats aus dem Jahr 1966 für Lizenzspieler des FCK. Damals hörte sich das für einen Spieler beispielsweise so an: §3 Absatz 1 forderte einen „sportlich einwandfreien Lebenswandel“ und „volle Einsatzbereitschaft“ sowie „Ritterlichkeit gegenüber dem Gegner“.

Das Spektrum und die Fülle der Dokumente aus dem Nachlass ermöglichen nicht nur ein dichtes Bild der sportlichen Karriere Reitgaßls, sondern sie vermitteln auch einen umfangreichen Überblick über die damalige Berichterstattung und bieten darüber hinaus einen Eindruck vom Zeitgeist aus den Anfängen der Bundesliga.  Eine große Bereicherung für das Museum des FCK!

Größte FCK-Fahne dem Museum übergeben

Am Donnerstag, den 16. Mai 2013 wurde die bisher größte FCK-Schwenkfahne mit Unterschriften der FCK-Mannschaften von 1990 und 1997 dem Museum des FCK zur Verfügung gestellt. FCK-Fan Thorsten Schäfer aus Kaiserslautern übergab die sagenhafte 8x4 Meter große Fahne der FCK-Kuratorin Astrid Wegner.

Die Fahne wurde von Herrn Schäfers Bruder Andreas, der leider im März diesen Jahres verstorben ist,  über mehrere Monate hin in Handarbeit im Fach „textile Gestaltung“ in der Schule angefertigt. „Die Lehrerin war dagegen, doch er hat nur gesagt, selbst wenn Sie ihm eine 6 geben würde, macht er eine Fahne für den FCK“, erzählt Thorsten Schäfer stolz.

Die Fahne wurde seit 1982/83 bei jedem Heimspiel des FCK in der Karlsberg-Westtribüne von Andreas Schäfer geschwenkt und bisher nur einmal gewaschen. „Oft hatte er durch das Halten der Fahne blaue Flecken zwischen den Schienbeinen, aber das hat ihm nichts ausgemacht“, berichtet seine Schwägerin.

Dass die Fahne dem Museum als Schenkung übergeben wird, hat Thorsten Schäfer bereits im letzten Jahr mit seinem Bruder besprochen, „dort wo sie jeder bestaunen kann“, erzählt Herr Schäfer von diesem Gespräch.

1953: Eine Glocke für den Titel

Im Jahr 2013 jährt sich die zweite Deutsche Meisterschaft der Roten Teufel zum 60. Mal. Am 21. Juni 1953 besiegte der 1. FC Kaiserslautern im Berliner Olympiastadion den VfB Stuttgart mit 4:1. Zahlen und Daten, die jeder eingefleischte FCK-Fan im Schlaf aufsagen kann. Im Museum des FCK gibt es zu diesem historischen Triumph der legendären „Walter-Elf“ nun auch schon einige Exponate zu bestaunen, darunter sogar eine Glocke der besonderen Art. Dennoch werden gerade zu diesem wichtigen Kapitel der Vereinsgeschichte noch zahlreiche Objekte benötigt.

Nach einer überragenden Saison in der Oberliga Südwest mit nur zwei Niederlagen, setzte sich der FCK in der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft 1953 gegen den 1. FC Nürnberg, den Hamburger SV und den FC Schalke 04 durch. Im Endspiel im Berliner Olympiastadion wartete der VfB Stuttgart auf die Pfälzer, die sich bereits zwei Jahre zuvor ihren ersten Meistertitel erspielten. Zwar vergab ausgerechnet Fritz Walter in der Anfangsphase einen Elfmeter für die Roten Teufel, doch danach lief es besser und der Spielführer selbst, Karl Wanger, Erwin Scheffler und Willi Wenzel erzielten die Tore zum 4:1-Endstand für den FCK. Tausende nach Berlin mitgereiste Pfälzer jubelten und die Helden von Berlin wurden in Kaiserslautern gebührend empfangen. Es war der zweite Meistertitel für die „Walter-Elf“ und es sollte für die kommenden 40 Jahre der letze Deutsche Meistertitel für die Roten Teufel sein.

Selbstverständlich gibt es auch zu dieser Meisterschaft einige Objekte in der Museumsebene auf dem Betzenberg zu sehen: Neben dem traditionellen Wimpel des DFB, den jeder Fußballmeister erhält, ist in der Museumsebene in der Osttribüne auch eine Glocke ausgestellt. Nun mögen sich die Besucher fragen, wieso ein Fußballverein eine Glocke erhält. Die Auflösung ist ganz einfach: Es handelt sich dabei um eine verkleinerte Nachbildung der Freiheitsglocke in Berlin. Diese hängt seit 1950 im Turm des Schöneberger Rathauses, das zu dieser Zeit Sitz des Regierenden Bürgermeisters von Berlin war. Die Berliner Freiheitsglocke ist wiederum eine Nachbildung der "bell of freedom", der Glocke, die geläutet wurde, als die Amerikanische Unabhängigkeitserklärung in Philadelphia am 8. Juli 1776 zum ersten Mal auf dem Independence Square in der Öffentlichkeit verlesen wurde. Die Glocke, ein Symbol der Freiheit, wurde in der damaligen Nachkriegszeit in Deutschland zur steten mahnenden Erinnerung bei besonderen Ereignissen als Nachbildung überreicht. Die silberne Glocke wurde der Mannschaft der Roten Teufeln anlässlich des Gewinns der Deutschen Fußballmeisterschaft vom Senator für Volksbildung übergeben. Versehen ist das ungewöhnliche Stück mit der Inschrift „Dem Deutschen Fußballmeister 1953. Berlin 21.6.1953“. Zudem ist in der Museumsebene eine Ehrengabe des damaligen rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Peter Altmeier ausgestellt. Es handelt sich um ein versilbertes Gefäß mit entsprechender Gravur. Alle drei Exponate stammen aus dem FCK-Archiv.

Da es sicherlich auch unter den FCK-Fans noch den einen oder anderen gibt, der interessante Schätze aus dieser Zeit sein eigen nennt, möchten die Verantwortlichen des Museums alle Anhänger aufrufen, die heimische Sammlung, den Dachboden oder die Garage nach Exponaten zu diesem Meisterschaftsfinale von 1953 zu durchsuchen. Gesucht werden vor allem folgende Objekte: Wimpel des Endspiels, der Ball, die Schiedsrichterpfeife, Stadionprogramme zum Endspiel, Eintrittskarten, Fahrkarten, Spielankündigungen, Plakate, Erinnerungsgaben, Fahnen, selbstgemalte Transparente, Jubel- und Winkelemente, der auf dem bekannten Foto abgebildete Schirm, die Ziehharmonika, Fanfaren, Nadeln, Privatfotos, Koffer der Spieler, Wettscheine, Spielerschuhe, Stutzen, Strümpfe, Gedenkblätter, Original-Bierflaschen der Feierlichkeiten, Fähnchen, Kappen oder auch Glückwünsche jeder Art. Sollte der ein oder andere Fan hierzu etwas finden würde sich das Museumsteam über eine Kontaktaufnahme freuen. Zudem gibt es jetzt die Möglichkeit, mit dem Newsletter des Museums immer auf dem Laufenden zu bleiben. Um über alle Neuigkeiten, Veranstaltungen und Infos rund um das Museumsprojekt informiert zu werden, senden Sie bitte eine E-Mail mit dem Betreff „Newsletteranmeldung“ und Ihren Kontaktdaten an museum@fck.de und Sie erhalten alle Infos rund um das Museum des FCK ab sofort per Newsletter.

Liebe zum Detail – der „Betze“ zu glorreichen Zeiten

Im FCK-Museum im Aufbau gibt es inzwischen zahlreiche Ausstellungsgegenstände, die nicht nur für jeden Fan des pfälzischen Traditionsvereins etwas ganz besonderes sind und bei deren Betrachtung man Gänsehaut bekommt und sich in längst vergangene Zeiten zurückversetzt fühlt. Doch nur wenige Exponate in der Fritz-Walter-Museumsebene strahlen eine solche Anziehungskraft auf die Besucher aus, wie das Modell des Fritz- Walter-Stadions im Ausbauzustand der Achtziger Jahre.

Das von FCK-Fan Allan von Tiemroth, in Dänemark geboren, in den USA, in Belgien und heute in den Niederlanden lebend, in stolzen 270 Arbeitsstunden gefertigte Modell aus Plastikteilen besticht inner- und außerhalb des Stadions durch seine zahlreichen authentischer Details und vermittelt dem Betrachter  etwas von der vielgerühmten „Betze-Atmosphäre“. Dem Schöpfer des Modells ist es gelungen, eine Spielszene während eines Heimspiels der Roten Teufel vor dicht besetzten Zuschauerrängen festzuhalten. Mit allem, was dazugehört.

70x 39 x 26 cm misst das Stadionmodell. Das Spielfeld wird umrahmt von der in den Siebzigerjahren erweiterten und modernisierten Nordtribüne sowie den zwischen 1978 und 1986 geschaffenen Neubauten der Ost- und Westtribüne. Lediglich die Südtribüne ist zu diesem Zeitpunkt im Wesentlichen noch im Zustand ihres Entstehungsjahres 1963 verblieben. Die im Original von Klaus Toppmöller projektierten schrägen Flutlichtmasten sind auch bei diesem Modell unverwechselbare Kennzeichen des Stadions und können sogar mit kleinen Glühbirnen das Spielfeld beleuchten. Insgesamt 2485 handgemalte Figuren beleben als sommerlich bunt gekleidete Zuschauer die Tribünen oder eilen realistisch als Nachzügler zu den Eingängen. Auf dem Spielfeld haben die Gestalter des Modells eine nahezu dramatische Situation festgehalten: Ein Spieler des FCK ist im gegnerischen Strafraum zu Fall gekommen und der Schiedsrichter deutet auf den Elfmeterpunkt. Erwartungsfroh werden - insbesondere natürlich auf der Westtribüne - zahlreiche Fahnen geschwenkt, deutlich zu erkennen sind auch eine Totenkopf- und eine der damals in den Fankurven sehr beliebten „Blindenfahnen“.  Eine schwedische Fahne könnte auf das Mitwirken von Ronnie Hellström, Torbjörn Nilsson oder Lars Gudmundsson hinweisen. Vollendet wird für den Betrachter die Stadion-Atmosphäre durch die Möglichkeit, pyrotechnische Effekte auf der Westtribüne zu imitieren und über einen Kassettenrecorder Fangesänge und Torjubel einzuspielen.

Das hohe Maß an Detailtreue belegen auch die Reklametafeln an den Stirnseiten der Nord-, West- und Osttribüne, über den Erfrischungsständen außerhalb des Stadions sowie an einigen der äußeren Stützpfeilern. Da wird für die Firmen Diekmann, OKI, Trigema und Schloss Wachenheim, für die Diamant-Quelle, die Spedition Sander, den Deutschen Herold, die Karlsberg Brauerei, den Schnellimbiss Germann und die - inzwischen nicht mehr existierende - Metzgerei Kohler geworben. Über den Anzeigetafeln der Ost- und Westtribüne schweben zwei pralle, bunte Ballons mit der Aufschrift „Orion“. Deutlich ist ferner über dem äußeren Marathontor zwischen Ost und Nordtribüne die Symbolfigur des FCK, der Teufel, dessen Finger das Victory-Zeichen bilden, zu erkennen.  
Das Modell hält auch die Erinnerung an den damaligen kleinen Biergarten vor der Stadiongaststätte in der Nordtribüne wach. Einige PKW, ein Rettungsfahrzeug sowie ein Mannschaftsbus füllen den begrenzten Parkraum in diesem Bereich.

Die Begrünung der Rückseite der Südtribüne mit ihren charakteristischen Außentreppen verdeutlicht, dass diese Tribüne auf einem Wall aus Geröll, Erdreich und Trümmerschutt des im Zweiten Weltkrieg untergegangenen alten Kaiserslauterns errichtet wurde. Das mit großer Liebe zum Detail hervorragend gestaltete Modell bewahrt Eindrücke des Fritz-Walter-Stadions, von dem nach den Umbauten ab 1993/94 und nach 2004 nur noch die Fundamente der Ost- und Westtribüne, die Figur des Teufels sowie die unvergleichliche Atmosphäre während eines Heimspiels erhalten geblieben sind.  In dem Stadion dieses Zuschnittes, zugelassen für 34 500 Zuschauer, erkämpfte der FCK in dramatischen Spielen die Deutsche Meisterschaft 1990/91.

Allan von Tiemroth übergab das 1989 erstellte Modell, das bereits kurz nach der Entstehung im VIP-Raum des Stadions und später auch in TV-Beiträgen und bei den Stadionfesten auf dem Betzenberg zu sehen war, vor vier Jahren an Norbert Thines, der es der Initiative Leidenschaft Fritz-Walter-Museum Kaiserslautern e.V. zur Ausstellung im Museum übergab. Dort kann man das Stadion nun bewundern und der ein oder andere wird sich zurückversetzt fühlen in eine der schönsten Epochen der FCK-Geschichte.

Rolling Devils jetzt auch im Museum

Wenn kein Geringerer als Norbert Thines in der Pause des Rollstuhlbasketball-Spiels der Rolling Devils gegen den Spitzenreiter, die Rolling Chocolates aus Heidelberg, auf das Spielfeld gerufen wird, dann muss etwas ganz Besonderes auf dem Programm stehen. 

Der ehemalige FCK-Präsident war als Vertreter der Initiative Leidenschaft vor Ort. Gemeinsam mit Ralf Siebert und Eric Lindon von der Initiative nahm er von der Rolling Devils unter anderem ein Sportrollstuhl, ein Original-Trikot und einen Basketball entgegen. Die Exponate werden künftig in der Fritz-Walter-Museumsebene im Stadion zu sehen sein. In dieser Saison konnten die Rolling Devils, die zur Basketballabteilung des FCK gehören, sich die Vizemeisterschaft in der 2. Bundesliga Süd sichern.

Deutscher Meister 1991 –unvergessliche Erinnerungen

Als Schiedsrichter Manfred Harder am 15. Juni 1991 die Partie zwischen dem 1. FC Köln und dem 1. FC Kaiserslautern abpfiff, war eine der größten Sensationen der Bundesligageschichte perfekt! Die Roten Teufel holten mit einem spektakulären 6:2 im Müngersdorfer Stadion zum ersten Mal seit 38 Jahren die Deutsche Meisterschaft in die Pfalz. Über 40.000 mitgereiste FCK-Fans machten die Partie in der Domstadt zu einem Heimspiel. Der Jubel war grenzenlos. Tausende feiernde Gästefans stürmten am Ende das Spielfeld und machten dabei auch Jagd auf ganz besondere Erinnerungsstücke.

Besonders begehrt sind in solchen Fällen natürlich immer die Trikots der Spieler sowie der Ball aus dem Spiel. Im sich im Aufbau befindlichen Museum des FCK gibt es genau diese Dinge nun zu bestaunen. Zumindest Teile davon. Denn das „Meistertrikot“ von Marco Haber, zweifacher Torschütze beim 6:2-Sieg in Köln, wurde nach dem Spiel von den fanatischen Anhängern gleich in mehrere Stücke zerlegt. Der heutige Teammanager des FCK erinnert sich: „Bei der Siegerehrung auf dem Podest hatten wir alle unsere Trikots noch an. Anschließend sind wir durch die Fanmassen in die Kabine gelaufen. Als ich dort ankam, hatte ich noch einen Schuh und meine Unterhose an. Alles andere haben mir die Fans vom Körper gerissen. Ich habe nur noch versucht, heil in die Kabine zu kommen“, erzählt Marco Haber heute. 

Auch Martin Altmann, FCK-Fan aus der Pfalz, heute in Bochum lebend, war dabei. Und nicht nur das: Er ergatterte ein Stück des Trikots - ein „Stück Fußballgeschichte“, das er anschließend wie einen Schatz hütete und am 18. November 2011 zusammen mit der Eintrittskarte der Partie und dem Siegerwein von damals dem Verein als Geschenk übergab. Alle Erinnerungsstücke sind nun in der Museumsebene in der Osttribüne des Fritz-Walter-Stadions zu bestaunen.

Dort findet sich auch der Ball dieser legendären Partie. Dieser wurde jedoch nicht von einem Fan unter den Nagel gerissen, sondern vom Schiedsrichter in Sicherheit gebracht. Am Rande der Vorpremiere des SWR-Beitrages „Wo bist Du? Die Meisterschaft des 1. FC Kaiserslautern 1991“ im Jahre 2011  übergab Manfred Harder, der Schiedsrichter der Partie in Köln, den original Spielball vom 15. Juni 1991 zur Verwendung im FCK-Museum an den ehemaligen FCK-Präsidenten Norbert Thines, der heute als Vorstandsmitglied der „Initiative Leidenschaft“ intensiv an der Realisierung der Ausstellung mitarbeitet. Den Ball rettete der Schiedsrichter damals vor den tausenden FCK-Fans, die auf den Platz stürmten.

Die Meistersaison 1991 spielt im Museum natürlich eine große Rolle. So gibt es weitere Exponate wie Trikots, Schuhe, Eintrittskarten etc. aus dieser Spielzeit.

Wimpel zum Teufelsduell von 1956

 

Wenn in Deutschland von den Roten Teufeln die Rede ist, ist automatisch der 1. FC Kaiserslautern gemeint. International sieht die Sache nicht ganz so eindeutig aus. Gegen die Diables Rouges der belgischen Nationalmannschaft bestritt der FCK 1956 ein Testspiel in Brüssel. Den entsprechenden Wimpel gibt es nun im Museum des FCK zu sehen. Das Duell der Roten Teufel fand am 28. März 1956 im Heyselstadion von Brüssel statt. Das sogenannte „Nachtspiel“ war eine der ersten Partien, die der FCK unter Flutlicht austragen durfte. Die Roten Teufel vom Betzenberg gehörten damals zum Besten, was der deutsche Fußball zu bieten hatte, stellten sie doch mit fünf Spielern nach wie vor das Gros der Weltmeisterelf von 1954.

Die Lautrer Teufel überzeugten mit flüssigem Kombinationsspiel und wurden hinterher auch von der belgischen Presse als würdige Vertreter für den deutschen Fußball gefeiert. Angeführt vom einmal mehr überragenden Fritz Walter verhinderten drei Pfosten- und Lattenschüsse vor der Pause die Führung für den 1. FC Kaiserslautern. Leider war auf der anderen Seite die ersatzgeschwächte und deshalb zwangsweise neuformierte Pfälzer Abwehr anfällig für Fehler und kassierte den ein oder anderen vermeidbaren Gegentreffer. Nach 2:3-Pausenrückstand aus Sicht der Lautrer stand somit am Ende ein deutlich zu hoch ausgefallener 6:3-Sieg für die belgische Landesauswahl. Mit im Gepäck hatten Sie einen edlen Wimpel, der nun in der Fritz-Walter-Museumsebene an die Begegnung erinnert.

Ein Kanaldeckel schreibt Fußballgeschichte

Ein Kanaldeckel schreibt Fußballgeschichte

Der große, schwere, gusseiserne Kanaldeckel, der mitsamt Sieb und Betonresten in der Osttribüne steht, hat nicht nur für den FCK, sondern für ganz Fußballdeutschland eine enorme Bedeutung. Denn das ungewöhnliche Exponat stammt aus der Uhlandstraße/Ecke Bismarckstraße in Kaiserslautern, war dort direkt vor dem damaligen Haus von Familie Walter in den Bürgersteig eingebaut.

Es war somit eines der Tore, auf das die berühmte „Kanälchesmannschaft“ spielte, der auch die Kinder Fritz und Ottmar Walter angehörten. Wie zu der Zeit üblich, spielten Kinder und Jugendliche auf den Gassen der Stadt Fußball, als Tore dienten dann die Öffnungen der „Kanälchen“. Vor rund drei Jahren wurde dann auch der Kanaldeckel in der Uhlandstraße entfernt und ausgetauscht. Das dieses Exponat nun im Museum steht und nicht entsorgt wurde, das verdanken Fans und Verein den aufmerksamen Verantwortlichen bei der Stadt.
Das schwere Stück hat in der Fritz-Walter- Museumsebene seine passende Heimat gefunden.

Nationalmannschaftstrikot von Stefan Kuntz

Nationalmannschaftstrikot von Stefan Kuntz

Nicht nur aus alten Tagen, auch aus der jüngeren Vergangenheit sind mittlerweile zahlreiche Trikots in der Museumsebene zu bestaunen, darunter auch echte Exoten wie die kurzzeitig genutzten lila-weisen Leibchen.

Aber egal ob die Spielkleidung von Olaf Marschall, Martin Wagner, Mario Basler, Andreas Reinke oder eines der vielen weiteren Trikots, in jedem Stuck Stoff steckt auch eine Geschichte. Die Geschichte der Roten Teufel.

Neben den zahlreichen FCK-Trikots hängt aber noch ein ganz besonderes Jersey
in der Fritz-Walter-Museumsebene: Das Nationalmannschaftstrikot des aktuellen Vorstandsvorsitzenden Stefan
Kuntz vom siegreichen Finale der Europameisterschaft 1996 im Londoner Wembley-Stadion.

Ein Trikot, das nicht nur in der Pfalz Geschichte geschrieben hat.

Flagge der Bundesrepublik, Westkurve 1960er Jahre

Dauerleihgabe von Peter Glöckner

„Schwarz-Rot-Gold/Gelb“ - diese Nationalflagge der Bundesrepublik Deutschland wehte in der Westkurve seit Beginn der ersten Bundesligasaison.
1963 waren fünf Fahnenmasten - gemäß DFB-Richtlinien - in der Westkurve errichtet worden. Es wurden bei Bundesligaspielen zwei Bundesflaggen, zwei Fahnen mit dem Stadtwappen und in der Mitte die FCK-Fahne aufgezogen. Ebenso festgelegt war der Einsatz der DFB-Fahne. In der damals so genannten „Fanatiker“-Kurve waren in den Anfangsjahren zunächst nur wenige, in diesen Zeiten jedoch noch in Eigenarbeit hergestellte, FCK-Fahnen  zu zählen.

Ein Dank geht an Peter Glöckner, der dem künftigen Museum unter anderem diese Fahne als Dauerleihgabe zur Verfügung stellt.

Büste von Karl Wünschel

Schenkung von Karl, Emmerich und Stefan Fortenbach

Die  Büste von Karl Wünschel (1884-1959), der bereits 1909/10, in den 20er und 30er Jahren sowie kurz nach dem Zweiten Weltkrieg Vorsitzender des Vereins war, wurde dem Museum von den drei Neffen Wünschels überreicht. Der Direktor der Sparkasse Kaiserslautern Karl Wünschel, der als wichtiger Förderer von Fritz Walter galt, war mit den drei Spendern verwandt.

„Es ist schön, dass er wieder bei seinem Verein ist“, sagte Karl Fortenbach. Entgegengenommen wurde das seltene Stück von Norbert Thines. „Es ist wirklich eine Ehre für den FCK“, bedankte sich der ehemalige FCK-Präsident und Mitglied des Ehrenrates.

Grünes Campari-Trikot

Schenkung von Stefan Hafner aus Landau

Grünes Campari-Trikot mit der Nummer 4 aus der Saison 1978/79.

Campari war einer der ersten Bundesliga-Sponsoren der Roten Teufel. Das Trikot wurde uns von Stefan Hafner aus Landau für das entstehende FCK-Museum geschenkt und ist Anlass zum Bundesliga-Sammelaufruf.

Ihm und allen anderen, die uns bereits zahlreich ihre Schätze anvertraut haben – ein riesengroßes Dankeschön.

Deutsche Meisterschaft 1991

Ein Teil deutsche Meisterschaft 1991 kehrt zum FCK zurück
Mehr als die Summe aller Teile – die Stücke des Trikots von Marco Haber


Als Schiedsrichter Manfred Harder am 15. Juni 1991 die Partie zwischen dem 1. FC Köln und dem 1. FC Kaiserslautern abpfiff, war eine der größten Sensationen der Bundesligageschichte perfekt!

40. 000 mitgereiste FCK-Fans machten das Müngersdorfer Stadion in Köln zu einem Heimspiel und der FCK holte mit einem fulminanten 6:2 den dritten Deutschen Meistertitel in die Pfalz. Der Jubel war grenzenlos. Tausende Gästefans stürmten das Spielfeld und Spieler, machten Jagd auf bleibende Erinnerungen.

Besonders begehrt, das „Meistertrikot“ von Marco Haber, das dabei in mehrere Stücke zerlegt wurde. Martin Altmann, FCK-Fan aus der Pfalz, heute in Bochum lebend, war dabei: Er ergatterte ein Stück des Trikots - ein „Stück Fußballgeschichte“, das er bis heute wie einen Schatz hütete. Er übergibt es am 18.11.2011, zusammen mit der Eintrittskarte der Partie und dem Siegerwein von damals, dem Verein als Geschenk zurück.

WM-54-Ball – Nachlass Werner Kohlmeyers

Leihgabe Werner Kohlmeyer jr.

Weltmeister Werner Kohlmeyer: Mehrfach rettete er im Finale für den bereits geschlagenen Torhüter Toni Turek auf der Linie. Aus Bern brachte er einen der fünfzig offiziellen für die FIFA gelieferten Bälle mit den Unterschriften aller Teilnehmer des Finals der WM 1954 mit.

Statt die bedeutungsvolle Trophäe als wertvolle Erinnerung, z. B. hinter Glas in seinem Sportgeschäft zu PR-Zwecken auszustellen, überließ „Kohli“ den Lederball seinem Sohn zum praktischen Einsatz. Kohlmeyer jr. bolzte mit den Nachbarskindern in den 50er Jahren unbekümmert mit dem historischen Stück, so dass mit der Zeit die Unterschriften nicht mehr zu erkennen waren.

Werner Kohlmeyer jr. bewahrte den „gelebten Fußball“ Jahrzehnte lang auf und stellt die Trophäe, die Geschichte schrieb, jetzt dem künftigen Museum zur Verfügung.

Kartenspiel von Fritz Walter

Schenkung seiner Lautrer Ziehfamilie

Fritz Walter ließ sich regelmäßig Ende der 30er Jahre von seiner Lautrer Ziehfamilie, der Metzgerfamilie Speyerer vor den Spielen die Karten legen. Gingen die Karten auf (und das war meistens der Fall), ging er gestärkt ins Spiel. So sorgte Mutter Elisabeth vor Spielantritt für einen ausgeglichenen Fritz:

„Oft musste ich ihm, wenn ein wichtiges Spiel bevorstand, eine Patience legen. Natürlich habe ich, das hat er aber nie erfahren, gemogelt. Ich habe so lange gelegt, bis eine Patience aufgegangen ist. So das ich mit gutem Gewissen sagen konnte: Das Spiel geht gut aus. Dann ist er unbeschwert in jedes Spiel hineingegangen."

Hintergrund:

Als Fritz Walter 1938 aus ärztlicher Sicht, d. h. mangels Gewicht zunächst nicht von der Jugend- in die erste Mannschaft aufsteigen durfte, wurde ihm eine „Kur“ mit guter Ernährung empfohlen und er kam darauf zur Familie Speyerer. Der Plan ging auf...