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Nachlese: Gefühlte Niederlage

Die übliche Frage nach einem gewonnenen oder einem verlorenen Punkt stellte sich nach dem Unentschieden gegen Union Berlin nicht. Das 2:2 fühle sich an wie eine Niederlage, sagte Ruben Jenssen nach dem Abpfiff. Nach Toren des Norwegers und von Marcel Gaus hatte der FCK bis in die Schlussphase verdient mit 2:0 geführt, gab den sicher geglaubten Dreier dann aber doch noch aus der Hand. “Einfach nur bitter”, empfand Markus Karl letztlich den Pflichtspielauftakt im neuen Jahr, der zunächst so vielversprechend begonnen hatte.

In der dritten Minute nach Wiederbeginn wackelte das Gebälk des vom Berliner Torwart Jakob Busk gehüteten Kastens bedenklich. Verantwortlich für die Materialprobe war Marcel Gaus. Der Linksfuß hatte nach tollem Pass von Kapitän Daniel Halfar direkt abgezogen, mit seinem Geschoss aber nur die Unterkante der Latte getroffen.

“Das wäre definitiv die Entscheidung gewesen”, haderte der Linksfuß, der gegen Berlin für den angeschlagenen Chris Löwe auf der linken Seite der Viererkette agierte und seinen etwas ungewohnten Defensivpart gut meisterte. Er habe die Position bei seinem Ex-Verein schon gespielt und auch im gerade vergangenen Trainingslager habe man das eingeübt, beschrieb Gaus die für ihn letztlich doch nicht so große Umstellung. Grundsätzlich sehe er sich aber schon weiter vorne.

Dass sich beides nicht ausschließt, stellte der Lautrer in der 40. Minute unter Beweis, als er nach einem Turbo-Konter über Jean Zimmer trocken und flach zum 2:0 einschoss. Zu diesem Zeitpunkt und vor allem in einer richtigen Drangphase nach der Pause sah es ganz nach dem zweiten Heimsieg in Folge und einem optimalen Start aus der Winterpause aus. Für die wichtige Führung hatte nur sechs Minuten vor Gaus' Treffer Mittelfeldmann Jenssen ebenfalls nach Vorlage von Zimmer per Kopf gesorgt.

“Wir müssen das Spiel über die Bühne bringen”, sagte Gaus, der dabei gar nicht mal den vergebenen Möglichkeiten in der zweiten Halbzeit zum 3:0 nachtrauern wollte. Denn auch so dürfe man das Spiel niemals aus der Hand geben. Nach dem nicht gut verteidigten Standard und dem Anschluss durch den Ex-Lautrer Fabian Schönheim in der 76. Minute sei die Mannschaft aber “ein bisschen ins Schwimmen gekommen”, bekannte Konrad Fünfstück.

Dennoch hatte der Cheftrainer an diesem Abend auch viele gute Sachen gesehen. Wie sich die Mannschaft nach einem etwas zähen Start in die Partie hineingekämpft habe etwa, und wie das Team zum Teil bis an die Schmerzgrenze gefightet habe. Stellvertretend dafür nannte Fünfstück die beiden Stürmer Kacper Przybylko und Jon Dadi Bödvarsson. Ersterer habe schon früh mit einem dicken Knöchel angeschlagen bis zur 60. Minute durchgehalten. Und auch der Winterneuzugang aus Island sei in seinem ersten Spiel für den FCK so lange immer wieder marschiert, bis es schließlich nicht mehr ging. Entsprechend kämpferisch fiel dann auch das Schlussfazit des Coaches aus: „Heute sind wir noch enttäuscht, morgen werden wir wieder aufstehen, das Spiel analysieren und viele gute Dinge in die kommenden Aufgaben mitnehmen.“