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Freitag, 18.30 Uhr: Entschlossen nach Paderborn

Paderborn kommt nicht vom Fleck und will am Freitagabend gegen den 1. FC Kaiserslautern für den langersehnten Befreiungsschlag sorgen. Die Roten Teufel möchten das verhindern und sind nach der Enttäuschung gegen Berlin gut gerüstet – trotz offensiver Ausfälle.

Die letzten Spielzeiten des SC Paderborn gleichen einer Achterbahnfahrt – mit immer neuen Loopings. Erst der Bundesligaaufstieg in der Saison 2013/14, dann der Abstieg ein Jahr später und nun diese Saison, die dem SCP einen Trainer- und zahlreiche Spielerwechsel bescherte, aber bisher keinen Erfolg auf dem Platz. Obwohl Paderborn unter dem neuen Trainer Stefan Effenberg spielerisch gut aus der Winterpause gestartet war, verloren die Westfalen am letzten Spieltag doch noch 0:1 beim SV Sandhausen. „Auf der einen Seite gefällt mir, wie wir unser Spiel aufgezogen haben. Auf der anderen ist das alte Dilemma, dass wir selbst aus kürzester Distanz unsere Torchancen nicht genutzt haben. Aber wir dürfen den Glauben an uns nicht verlieren – und das tun wir auch nicht“, erinnert sich Effenberg an das Spiel im Interview mit der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung. Zuhause gegen den 1. FC Kaiserslautern will der Coach der Paderborner „das Glück erzwingen“. Er sehne sich nach drei Punkten und sei total fokussiert auf das Duell gegen den FCK.

In der Benteler-Arena will der SCP seine spielerische Klasse – die trotz des 16. Tabellenplatzes unbestritten ist – endlich in Tore ummünzen. Dabei helfen möchte Winterneuverpflichtung und Stürmer Jakub Sylvestr (27). Er soll als einzige Spitze im 4-2-3-1-System die torarme Offensive (erst 17 Treffer) ankurbeln. Eine Reihe hinter Sylvestr, auf der klassischen Zehnerposition im zentralen offensiven Mittelfeld, spielt der Ex-FCK-Profi Kevin Stöger (22) – auch kein Schlechter. Nicht zu vergessen Moritz Stoppelkamp (29), der über die linke Außenseite äußerst aktiv ist und messerscharf Flanken schlägt.

In der Abwehr ist Paderborn ebenso wenig schlecht aufgestellt. Dort spielt der erfahrene Innenverteidiger Tim Sebastian (32, kam in der Winterpause aus Leipzig) zusammen mit Hauke Wahl (21) eigentlich einen soliden Part. Eigentlich. Denn 34 Gegentore konnte die SCP-Abwehr in 20 Saisonspielen nicht verhindern, Sebastian soll für Besserung sorgen. Trainer Effenberg hofft: „Wir müssen einfach an uns glauben und überzeugt davon sein, dass die Ergebnisse jetzt kommen.“

Bei FCK-Trainer Konrad Fünfstück schrillen vor dem Auswärtsspiel bereits die Alarmglocken: „Ich warne die Mannschaft und das Umfeld davor, Paderborn nur am Tabellenplatz festzumachen.“ Noch dazu muss der Trainer auf eigene Offensivkräfte verzichten, denn Maurice Deville (Mittelhandbruch) und Kacper Przybylko (Bänderverletzung am Sprunggelenk) fallen definitiv aus. Vielleicht schlägt aufgrund dieser Ausfälle die Stunde von U23-Stürmer Robert Glatzel (22). Aber nur vielleicht, denn Konrad Fünfstück will den talentierten Stürmer langsam an den Profikader heranführen, wie er am Mittwoch in der Pressekonferenz berichtete: „Er hat seine Sache im Training ordentlich gelöst. Es ist klar, dass Robert nach den Ausfällen von Kacper und Maurice aufgrund seiner Größe als Zielspieler für uns ein Thema war. Heute und morgen sind noch zwei Einheiten und dann mal schauen, wie es mit ihm weitergeht.“ Trotz der beiden Stürmer-Ausfälle herrscht beim FCK kein offensives Vakuum, denn nach seinem starken Debüt gegen Union Berlin dürfen sich die Auswärtsfans erneut auf Jón Daði Böðvarsson freuen – vielleicht gelingt ihm sein erster Saisontreffer.

Die Roten Teufel sollten nach dem bitteren 2:2 gegen Union Berlin ausreichend gewarnt sein. „Es ist wichtig, dass wir in Paderborn mutig auftreten und entschlossen nach vorne spielen, wenn wir den Ball haben“, betont Coach Fünfstück. Nicht nachlassen heißt die Devise, gerade weil beim SCP viele gute Spieler sind, die jederzeit ihr Leistungsvermögen abrufen können – außer am Freitag, denn der FCK will das vierte Spiel in Folge ohne Niederlage beenden, am liebsten natürlich als Sieger. Am darauffolgenden Spieltag darf der SC Paderborn freilich aus der Achterbahn aussteigen.